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Weihrauchbaum vermehren – 2 Varianten genau vorgestellt

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Wer schon immer mal einen Weihrauchbaum in seinem Garten haben wollte, hat die Möglichkeiten sich aus Samen oder Stecklingen eine Pflanze neu zu ziehen. Wie das im einzelnen funktioniert, erfahren Sie hier.

Weihrauch vermehren
© cbasting – Fotolia.com

Wer das Besondere liebt und zugleich nach einer gärtnerischen Herausforderung sucht, der ist mit einem Weihrauchbaum gut beraten. Die bizarren Gewächse sind in den Trockengebieten Afrikas, in Indien oder im Süden Arabiens beheimatet. Dort wachsen Sie unter recht unwirtlichen Bedingungen, an steinigen Hängen, bis in etwa 1.200 Meter Höhe.

Weihrauch in unseren Breiten ist eine Rarität und Sie werden viele bewundernde Blicke ernten, wenn es Ihnen gelingt, ein Weihrauchbäumchen heranzuziehen. Auch wer bereits einen Weihrauchbaum besitzt, wird vielleicht über eine Vermehrung nachdenken, sei es, um selbst mehrere Pflanzen zu kultivieren oder um das exotische Gewächs zu verschenken. Was es bei der Vermehrung des Weihrauchbaumes zu beachten gilt und wie es Ihnen gelingt, diesen bizarren Exoten erfolgreich zu vermehren, erfahren Sie jetzt.

Die Vermehrung des Weihrauchbaumes ist auf zwei Arten möglich:

  • Stecklinge
  • Aussaat

Vermehrung durch Stecklinge

Um die Stecklingsvermehrung in Angriff zu nehmen, sollten Sie bereits über einen Weihrauchbaum verfügen oder zumindest jemanden kennen, der den Exoten bereits erfolgreich kultiviert. Dieser wird Ihnen sicher gerne Stecklinge abgeben. Diese fallen beim Beschneiden der Gehölze ohnehin an und der Bekannte oder Nachbar erspart sich damit die Entsorgung.

» Tipp: Die Stecklingsvermehrung beim Weihrauchbaum ist durchaus erfolgversprechend. Machen Sie den Versuch!

Als Steckling werden relativ frische Triebe benutzt, die noch keine Verholzung aufweisen. Die Stecklinge sollten eine Länge von zehn bis fünfzehn Zentimetern besitzen und über einige Blattpaare verfügen.

» Tipp: Der Steckling sollte diagonale Schnittflächen aufweisen.

Die Blätter und Knospen werden nur im oberen Bereich des Stecklings belassen. Am Triebteil, der sich später unter der Erde befindet, sind alle Blätter zu entfernen, damit es später unter der Erde nicht zu Fäulnis kommt. Der Steckling wird in Erde gesetzt und angegossen. Die Stecklinge sind feucht zu halten und werden hell und warm aufgestellt. Erfahrungsgemäß werden sich nach einigen Wochen die ersten frischen Triebe zeigen. Dies ist das beste Zeichen für eine erfolgreiche Vermehrung. Die Stecklinge haben zu diesem Zeitpunkt bereits stabile Wurzeln ausgebildet und werden nun wie ausgewachsene Weihrauchbäume kultiviert.

In Kürze:

  • Steckling schneiden
  • Blätter im unteren Bereich entfernen
  • Steckling in Pflanzgefäß stecken
  • Pflanzgefäß hell und warm aufstellen
  • Bewurzelung abwarten

» Tipp: Das Pikieren der Pflanzen sollte möglichst erst nach etwa zwei Jahren stattfinden. Junge Pflanzen sind besonders empfindlich und dulden keine Veränderungen und Eingriffe.

Vermehrung durch Aussaat

Wer versuchen möchte, sich einen Weihrauchbaum aus Samen heranzuziehen, steht zunächst vor der Frage: Wo bekomme ich die Samen her? Es kommt darauf an, ob Sie selbst bereits einen Weihrauchbaum kultivieren und Ihnen die Fruchtbildung gelungen ist oder ob Sie einen ähnlich erfolgreichen Hobbygärtner kennen, der Ihnen die Samen überlässt.

Wie lassen sich die Samen aus den Früchten gewinnen?

Die Früchte werden zunächst geerntet. Anschließend lösen Sie das Fruchtfleisch und die Schalen vom Stein. Der Kern sollte möglichst keine Reste von Fruchtfleisch mehr aufweisen, damit dieser eingepflanzt nicht zu schimmeln oder faulen beginnt.

Was ist bei den Samen zu beachten?

Die Samen sollten so frisch wie möglich sein. Bevor Sie mit der Aussaat beginnen, sollten die Samen einen Tag lang in warmem Wasser weichen.

» Tipp: Seien Sie bei der Aussaat nicht kleinlich, denn von 100 gekauften Samen sind meist nur ein bis zwei Samen keimfähig.

Keimfähige Samen müssen die “Wasserprobe” bestehen. Nachdem die Kerne 24 Stunden eingeweicht wurden, werden sich viele an der Oberfläche befinden. Alle Samen, die oben schwimmen, können aussortiert werden. Diese werden nicht zu keimen beginnen. Nur einige wenige Samenkörner werden am Boden schwimmen. Diese können Sie aussäen, denn die Chancen auf die Keimung sind sehr hoch.

Die Samen können, wie bereits erwähnt, selbst gewonnen oder im Handel erworben werden. Frische Samen besitzen die besten Chancen auf Keimung. Wer Samen kauft ( dies ist oftmals auf Pflanzenbörsen möglich) hat erfahrungsgemäß lediglich etwa fünf Prozent keimfähige Samen im Tütchen. Bei frisch gewonnen Samen liegen die Chancen weit höher. Das Wässern ist wichtig, um Samen, die nicht keimfähig sind bereits aussortieren zu können.

Nutzen Sie für die Aussaat ein flaches Pflanzgefäß und bedecken das Saatgut nur dünn mit Substrat. Für die Anzucht kann Einheitserde verwendet werden. Besser ist es, das Substrat von Beginn an mit Sand und Perlite (z.B. hier erhältlich) zu versetzen.

Perlit ist ein Gestein, was sehr häufig normaler Blumenerde beigemischt ist. Es dient der Wasserspeicherung und der besseren Belüftung des Bodens.

Das Pflanzgefäß sollte sehr warm aufgestellt werden. Eine Umgebungstemperatur von mindestens 27 Grad ist notwendig. Um die Keimung zu beschleunigen, sollten Sie die Pflanzschale mit Folie oder Glas abdecken. Das so improvisierte Mikroklima schafft die notwendigen Bedingungen für eine mögliche Keimung.

» Tipp: Lüften Sie die Abdeckung der Pflanzschale möglichst täglich, damit es durch den fehlenden Luftaustausch nicht zu Schimmelbildung kommt.

Die Bewässerung sollte nicht zu intensiv erfolgen. Wird das Pflanzgefäß abgedeckt, hält sich die Feuchtigkeit länger.

Wann kommt es zur Keimung?

Hier ist Geduld gefragt. Die ersten Triebe können nach vier Wochen Keimzeit erscheinen. Ebenso kann es sich mehrere Monate hinziehen, bis die erfolgreiche Vermehrung durch Triebspitzen angezeigt wird. Werfen Sie also die Flinte nicht vorschnell ins Korn.

Was passiert mit den jungen Pflanzen?

Die Stecklinge werden nach der Keimung zunächst weiterhin sehr warm gehalten und entsprechend bewässert. Der Standort sollte nicht verändert werden, denn junge Pflanzen reagieren besonders empfindlich auf die kleinsten Veränderungen. Die Triebe sollten mindestens auf eine Höhe von zehn Zentimetern angewachsen sein. Nun können die Stecklinge vorsichtig in Pflanzkübel gesetzt werden. Schrittweise wird nun weniger gegossen und in der warmen Jahreszeit dürfen die Pflanzen auf Balkon oder Terrasse umziehen.

In Kürze:

  • Samen gewinnen oder kaufen
  • Samen wässern
  • Substrat vorbereiten
  • Samen einbringen
  • Samen leicht mit Erde bedecken
  • Pflanzschale hell und warm aufstellen
  • für hohe Luftfeuchtigkeit sorgen
  • mäßig bewässern
  • Keimung abwarten

Vor- und Nachteile der beiden Vermehrungsarten

Art der VermehrungVorteileNachteile
Stecklingsvermehrung ✔ Die Methode ist recht erfolgversprechend.

✔ Die Bewurzelung erfolgt zügig.

✔ Man gewinnt recht schnell eigenständige Pflanzen.

✖ Es muss eine kräftige Pflanze vorhanden sein, welche sich zum Schneiden von Stecklingen eignet.

Aussaat✔ Es lassen sich mehrere Pflanzen heranziehen.

✔ Relativ geringer Platzbedarf durch kleines Saatgefäß.

✔ Die Samen lassen sich aus bereits bestehenden Weihrauchbäumen gewinnen.

✖ Die Samen sollten möglichst frisch ausgesät werden.

✖ Samen sind schwer zu bekommen und nicht billig.

✖ Die Keimrate ist niedrig.

✖ Diese Art der Vermehrung ist langwierig.


Foto1: © cbasting - Fotolia.com

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