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Rosen veredeln – Ausführliche Schritt für Schritt Anleitung

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Die Veredelung von Rosen ist nicht nur den Profis vorbehalten. Was sich so kompliziert anhört ist mit etwas Mühe und dem richtigen Werkzeug für jedermann zu schaffen.

Rosen veredeln Okuliermesser

Prachtvoll blühende Rosen im Vorgarten sind nicht nur ein Blickfang für den Hobbygärtner selbst. Auch die Nachbarn bleiben gern stehen und fragen sich, welche besondere Sorte denn bei Ihnen blüht. Jetzt können Sie mit erhobener Brust behaupten, dass Sie diese Rose selbst veredelt haben. Das macht stolz nicht wahr?

Bis dahin ist es aber leider noch ein langer Weg. Eine eigene Kreation zu züchten dauert nämlich eine Weile und braucht viel Fingerspitzengefühl.

Normalerweise veredeln nur echte Profis. Aber wer einen einigermaßen grünen Daumen hat, der darf es gern einmal selbst probieren und sich an dem Ergebnis erfreuen. Es ist lediglich verboten die veredelte Pflanze ohne Lizenz zu verkaufen.

➤ Das richtige Werkzeug für die Veredelung

Ein Koch kann ohne die richtigen Utensilien kein ordentliches Essen auf den Teller zaubern. Genau so verhält es sich auch bei der Veredelung. Nur mit dem richtigen Werkzeug können Sie sichergehen, dass die Vermehrung der Rosen auch perfekt funktioniert.

Ein unerlässliches Werkzeug beim Veredeln ist das Okuliermesser. Dieses Messer hat eine gerade Klinge mit einer ausgerundeten Spitze, welches speziell für die Okulation (Veredelung) verwendet wird. Das Okuliermesser von Victorinox (Bild rechts) bekommen Sie beispielsweise bei Amazon.

Dieses Messer mit den zwei Klingen hat den Vorteil, dass Sie es auch für die Veredelung von Obstbäumen nutzen können. Wenn Sie also bei der Rosenveredelung Erfolg haben, warum sich auch nicht einfach mal an den Obstbäumen versuchen. Eine genaue Anleitung dazu finden Sie hier.

➤ Rosen für Veredelung aussuchen

Um Rosen zu veredeln, benötigen Sie natürlich zwei verschiedene Rosen.

Wildrose

Zuerst wird eine Wildrose benötigt. Diese bildet die Unterlage für die Neuzüchtung. Wildrosen haben im Gegensatz zu Edelrosen den großen Vorteil, dass sie kräftig wachsende Wurzeln besitzen und somit nicht so anfällig gegenüber Krankheiten und Schädlingen sind.

Edelrose

Zum anderen brauchen Sie natürlich eine Rose mit einer prallen Blütenpracht, die Ihnen gefällt. Eine wunderschöne Auswahl prächtig blühender Rosen finden Sie beispielsweise bei garten-schlueter.de. Schon vor vielen Jahren hat sich dieses Unternehmen auf die Rosenkultur spezialisiert und kann sogar mit seltenen Rosen-Exemplaren dienen.

Der beste Zeitpunkt für die Veredelung ist der Monat August. Hier steht die Edelrose in voller Blüte und auch die Wildrose ist, wenn Sie im Frühjahr oder Herbst gepflanzt wurde, bereit um veredelt zu werden. (Lesetipp: Rosen richtig pflanzen)

➤ Rosen veredeln – In 6 Schritten zum Ergebnis

Rosen veredeln Anleitung
In wenigen Schritten zur veredelten Rose

➢ Schritt 1: Frischen Zweig abknipsen

Nehmen Sie sich von der Edelrose einen frischen Zweig mit verblühten Blüten. Achten Sie aber darauf, dass sich unterhalb der Blüte noch mindestens fünf Blütenblätter befinden.

» Tipp:
Der Trieb ist perfekt geeignet für die Veredelung, wenn sich die Stacheln leicht entfernen lassen.

➢ Schritt 2: Stacheln und Blätter entfernen

Entfernen Sie vom Rosenzweig alle Blätter und Stacheln. Der Blattstiel muss aber stehen bleiben, denn darunter befinden sich die Augen.

➢ Schritt 3: Augen entfernen

➤ Achtung!!!

Achten Sie darauf, dass das Werkzeug steril ist. Nur ein Hauch von Krankheitserregern kann die ganze Arbeit zunichte machen.

Die Augen sind enorm wichtig bei der Veredelung. Ohne diese Augen würde nicht mal eine Veredelung zustande kommen. Diesen Schritt müssen Sie also vorsichtig und sorgfältig ausführen.

Entfernen Sie den dünnen grünen Blattstängel über dem Augen. Das können Sie ganz einfach per Hand abbrechen. Nun kommt das Okuliermesser zum Einsatz. Setzen Sie mit dem Messer wenige Millimeter über dem Auge an und schneiden Sie senkrecht dünn nach unten. Dann klappen Sie das obere Stück des Auges um und entfernen das Holzstück, welches einer Gabel ähnelt. Das übrige grüne Stück ist das Auge, welches nun in die Wildrose gesetzt wird.

➢ Schritt 4: Wildrose säubern

Damit bei der Veredelung kein Schmutz in die Wunde gelangt, muss der Wurzelhals der Wildrose ausreichend gesäubert werden. Legen Sie diesen Wurzelhals also zuerst einmal frei und dann säubern Sie den entsprechenden Hals mit einem Tuch.

➢ Schritt 5: Auge einsetzen

Nach dem Sie den Wurzelhals ausreichend gesäubert haben, nehmen Sie sich wieder das Okulationsmesser zur Hand. Setzen Sie nun einen T-förmigen Schnitt in den Wurzelhals. Klappen Sie die Enden leicht auseinander und schieben Sie das Auge vorsichtig in die Tasche hinein. Die überstehende Haut können Sie ganz einfach abschneiden. Klappen Sie die Enden nun wieder zu, damit das Auge geschützt ist.

➢ Schritt 6: Veredelungsstelle verbinden

Damit sich gerade in der Anfangszeit kein Schmutz in diesen Öffnungen sammelt, ist es anzuraten die Veredelungsstelle mit einem sauberen Gummiband oder speziellem Rosengummiband zu fixieren.

Wenn die Veredelung vollzogen ist, dauert es bis zum nächsten Frühjahr bis sich die ersten Triebe bilden. Triebe der Wildrose müssen dann abgeschnitten werden, damit die Rose nur noch aus der Veredelungsstelle austreibt. Sollten immer mal wieder Wildtriebe auftauchen, reißen Sie diese einfach knapp unterhalb der Oberfläche ab. Nicht schneiden, so fördern Sie nur den Wachstum. (Lesetipp: Rosen im Garten – 9 Tipps für die Pflege)

Das folgende Video zeigt Ihnen noch einnmal genau an welchen Stellen Sie etwas abschneiden oder abtrennen müssen:


Foto1: © 1998-2014, Amazon.com, Inc., Foto2: © OHE - Fotolia.com

1 KOMMENTAR

  1. Bei Teil 1 der Okulation ist nicht richtig rübergekommen, dass von unten nach oben geschnitten wird, und dass das Auge „richtig herum“ gesetzt werden muss.
    Bei Teil 2 sollte gezeigt werden wieder T-Schnitt ohne Gummi verschlossen werden soll.

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