Kümmern Ihre Pflanzen trotz guter Pflege? Die Ursache liegt oft im Boden. Eine Bodenanalyse zeigt Ihnen genau, was Ihrem Garten fehlt – oder was ihm schadet.
Die Nährstoffversorgung im Boden richtig einzuschätzen, ist selbst für erfahrene Hobbygärtner schwierig. Oft liegt das Problem von kümmernden und kranken Pflanzen nicht an zu wenig Dünger, sondern an zu viel davon. Oder der pH-Wert stimmt nicht, sodass Ihre Pflanzen die vorhandenen Nährstoffe gar nicht aufnehmen können.
Inhalte
Warum eine Bodenanalyse im Garten sinnvoll ist
Eine professionelle Bodenuntersuchung verschafft Ihnen Klarheit über:
- Den aktuellen Nährstoffgehalt (Phosphor, Kalium, Magnesium, Stickstoff)
- Einen Nährstoffmangel
- Den pH-Wert Ihres Bodens
- Die Bodenart und den Humusgehalt
- Wichtige Spurenelemente wie Eisen, Zink und Bor
- Optional: Schadstoffe und Schwermetalle
Schon gewusst?
Viel Dünger hilft nicht immer viel! Eine Überdüngung des Bodens schadet Ihren Pflanzen mehr als ein Nährstoffmangel.
🟩 Zu viel Stickstoff lässt Pflanzen zu schnell wachsen, macht die Pflanzen aber weich, labil und anfälliger für Krankheiten.
🟩 Zu viel Phosphor und Kalium reichern sich im Boden an und hemmen das Pflanzenwachstum.
Der richtige Zeitpunkt für eine Bodenanalyse
Der beste Zeitpunkt, um eine Nährstoffanalyse und Bodenuntersuchung durchzuführen, ist der Herbst oder das zeitige Frühjahr.
🍂 Bodenanalyse im Herbst
Nach der Anbausaison lässt sich gut beurteilen, wie es um die Nährstoffreserven im Boden steht.
🌱 Bodenanalyse im Frühling
Ideal, um den Gartenboden zu prüfen und die Frühjahrsdüngung auf den aktuellen Nährstoffbedarf abzustimmen. Der Boden sollte jedoch weder durchnässt noch gefroren sein.
Wie oft Bodenanalyse im Garten durchführen?
Für Hobbygärtner reicht in der Regel eine Bodenuntersuchung alle 4 Jahre. Am besten zum Start einer neuen Anbauphase oder Fruchtfolge, damit der Boden nicht auslaugt. Zeigen sich Probleme wie schlechtes Wachstum, gelbe Blätter, viel Moos im Rasen oder ausbleibende Blüte, lohnt sich eine frühere Bodenprobe.
Selbsttest oder Bodenanalyse im Labor?
pH-Bodentests im Garten sind leicht anzuwenden und geben eine erste Orientierung. Doch für konkrete Düngeempfehlungen brauchen Sie eine Laboranalyse. Nur so erfahren Sie, was Ihr Boden wirklich braucht.
pH-Selbsttest
(5-15 Euro)
✅ Schnell und günstig
❌ Zeigt nur den pH-Wert, keine Nährstoffe
Professionelle Bodenanalyse
(20-90 Euro)
✅ Exakte Werte für alle Nährstoffe
✅ Individueller Düngeplan inklusive
✅ Aussagekräftig und verlässlich
- Einfache pH-Wert Bestimmung: Optimal zur Ermittlung des pH-Wertes von Kulturböden und garantiert eine einfache und schnelle Bodenanalyse zur Bodenverbesserung
- Schnell und einfach: Der Kalkbedarf des Bodens kann ohne chemische Kenntnisse innerhalb von 3 Minuten und für 8 Anwendungen einfach ermittelt werden
Bodenprobe richtig entnehmen
Rasen, Gemüsebeet und Ziergarten haben völlig unterschiedliche Nährstoffbedürfnisse. Mischen Sie Bodenproben aus Gemüsegarten und Rasen deswegen nicht zusammen, sonst erhalten Sie falsche Ergebnisse und Düngeempfehlungen.
🪣 Material
- Spaten
- Handschaufel
- Eimer
- Gefrierbeutel
📏 Tiefe der Bodenprobe bestimmen
Wie tief Sie für Ihre Bodenprobe graben müssen, hängt davon ab, wie tief die Wurzeln Ihrer Pflanzen reichen.
| Gartenbereich | Entnahmetiefe | Grund |
|---|---|---|
| Rasen | 10 cm | Flaches Wurzelwerk |
| Gemüsebeet | 20-30 cm | Mittlere Wurzeltiefe |
| Staudenbeet | 20-30 cm | Mittlere Wurzeltiefe |
| Obstgehölze | 60 cm | Tiefwurzler |
| Spargel | 60 cm | Tiefwurzler |
Tipp: Bodenproben bis in 90 Zentimeter Tiefe werden im Gartenbau mit einem Bodenproben-Bohrstock entnommen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Entnehmen Sie aus einem einheitlich genutzten Bereich – etwa Gemüsegarten oder Rasen – etwa 20 Einzelproben. Bei kleinen Flächen unter 50 m² reichen 8–10 Proben.

So nehmen Sie die Bodenprobe:
- Mit dem Spaten eine Scheibe Boden bis zur gewünschten Tiefe abstechen
- Von dieser Scheibe senkrecht einen schmalen Streifen (ca. 2–3 cm breit) abtrennen
- Diesen Streifen in einen sauberen Eimer geben
- An der nächsten Stelle wiederholen
- Die Einzelproben im Eimer gut mit der Hand durchmischen
- Steine und Wurzelreste entfernen
- Etwa 300 bis 500 g der Mischprobe in einen Gefrierbeutel füllen (etwa ½ Beutel)
Bodenprobe ans Labor schicken
Sie haben Ihre Probe entnommen, gut durchmischt und eingetütet? Jetzt geht’s zum Labor!
Dafür wird der Plastikbeutel mit wasserfestem Stift beschriftet. Notieren Sie Ihren Namen, das Datum der Entnahme und die Bezeichnung – zum Beispiel „Gemüsebeet“ oder „Rasen Vorgarten“. So kann das Labor die Probe später eindeutig zuordnen.
Wo können Sie Ihre Bodenprobe untersuchen lassen?
Die LUFA (Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalten) ist die erste Adresse für Bodenanalysen. Um eine Bodenprobe aus dem Garten analysieren zu lassen, brauchen Sie nur das Formular der LUFA herunterzuladen, auszufüllen und die Probe einzuschicken. Neben Ihren Kontaktdaten tragen Sie ein, was untersucht werden soll und woher die Probe stammt.
Nach 5–14 Tagen erhalten Sie ein ausführliches Ergebnis.
Es gibt regionale LUFA-Standorte in jedem Bundesland.
LUFA Speyer | Obere Langgasse 40 | 67346 Speyer
LUFA Nord-West | Jägerstr. 23-27 | 26121 Oldenburg

Beschreibung zum Untersuchungsauftrag
4= Boden | 4+ = Boden, bei Pflanzenschäden | 1+Mg = Gewächshausboden, Blumenerde, Kompost | 8 = Gießwasser
Besonders wichtig sind die Hinweise zur Probe
Je genauer Sie beschreiben, was dort wächst oder wachsen soll, ob gedüngt wurde und welche Probleme es gibt, desto konkreter wird die Düngeempfehlung. Haben Sie gelbe Blätter an Pflanzen oder viel Moos im Rasen? Schreiben Sie das auf! Sie können auch Fotos per E-Mail ans Labor schicken – das hilft bei der Diagnose.
Was kostet eine Bodenanalyse?
Eine Bodenanalyse bei der LUFA enthält eine individuelle Düngeempfehlung durch die Gartenakademie. Dafür werden 20,50 € zzgl. USt. berechnet. Die Laboruntersuchung selbst kostet je nach Art:
| Probenart | Untersuchung | Preise zzgl. USt. |
|---|---|---|
| Boden (Gemüse, Blumen, Gehölze, Zierrasen u.a.) | Bodenart, Volumengewicht, pH-Wert, Phosphat, Kali, Magnesium | 23,50€ |
| Boden, bei Pflanzenschäden (Gemüse, Blumen, Gehölze, Zierrasen u.a.) | Bodenart, Volumengewicht, pH-Wert, Phosphat, Kali, Magnesium, Salzgehalt | 30€ |
| Gewächshausboden, Blumenerde, Kompost | Volumengewicht, pH-Wert, Salzgehalt, Stickstoff, Phosphat, Kali, Magnesium | 37,50€ |
Fazit: Nährstoffanalyse und Bodenuntersuchung
Eine Bodenanalyse kostet zwischen 20–90 Euro, spart Ihnen aber langfristig Geld für falschen oder unnötigen Dünger. Vor allem aber sorgt sie für gesündere Pflanzen, höhere Erträge und schützt die Umwelt vor Überdüngung.
❓ Häufige Fragen zur Bodenanalyse
Kann ich den pH-Wert selbst messen?
Ja, mit einem pH-Testset aus dem Gartencenter (z.B. Neudorff) geht das einfach. Für Nährstoffwerte brauchen Sie aber ein Labor.
Wie lange dauert die Auswertung einer Bodenanalyse?
Einfache Analysen dauern 5–7 Tage, umfassende Tests mit Spurenelementen 10–14 Tage.
Muss ich verschiedene Bodenproben von Rasen und Beet nehmen?
Ja! Rasen und Beete haben unterschiedliche Nährstoffanforderungen und sollten separat getestet werden.
Was ist eine Mischprobe aus dem Garten?
Eine Mischprobe besteht aus mehreren Einzelproben, die über eine Fläche – mit gleicher Nutzung – verteilt entnommen und dann gemischt werden. So erhalten Sie ein repräsentatives Ergebnis.
Lohnt sich eine Schadstoffanalyse im Garten?
Nur bei Verdacht (Altlasten, Industrie in der Nähe, ehemaliger Bahndamm) oder wenn Sie Gemüse anbauen möchten. Für Zierpflanzen meist unnötig.



