Gartenpflege Rasen Ratgeber

Rasen überdüngt – Anzeichen & Maßnahmen zur Behandlung

Wird der Rasen überdüngt, entstehen unschöne Verfärbungen und kahle Stellen. Erfahren Sie hier, was Sie dagegen unternehmen können und wie Sie eine Überdüngung vermeiden.

Flecken in überdüngtem Rasen
© singjai / stock.adobe.com

Zeigt sich der Rasenteppich im Frühling vergilbt und wenig ansprechend, liegt der Verdacht nahe, dass es der Grünfläche an Nährstoffen mangelt. Meist ist jedoch das Gegenteil der Fall und der Hobbygärtner hat es mit der Düngung in der vergangenen Saison einfach nur zu gut gemeint. Ein Zuviel an mineralischem Rasendünger kann nämlich zu Verfärbungen, kahlen Stellen und anderen Makeln führen.

Im Folgenden erfahren Sie, wie sich ein überdüngter Rasen erkennen lässt und was Sie dagegen unternehmen können.

Was passiert bei einer Überdüngung?

Wird der Boden mit Mineralien übersättigt, kommt es in den Wurzelzellen zur Umkehr des osmotischen Drucks. Die Osmose beschreibt die Flüssigkeitsbewegung durch den Boden in die Wurzelzellen und zur höchsten Mineralienkonzentration. Normalerweise sind in den Zellen der Pflanzen mehr Mineralien enthalten als im Substrat. Dieser Zustand ist wichtig, damit die Flüssigkeitsaufnahme der Pflanzen sichergestellt werden kann. Besitzt der Boden aufgrund der Überdüngung mehr Mineralien, kommt es zur Umkehr dieses Prozesses. Das Wasser zieht sich dann aus den Wurzeln zurück in die Erde. Den Pflanzen fehlt nun Feuchtigkeit, was sie vergilben und vertrocknen lässt.

Wie lässt sich ein überdüngter Boden erkennen?

Sie werden es Ihrem Rasen ansehen, wenn etwas nicht stimmt. Vermutlich sind gelbe Streifen zu erkennen. Dies passiert, wenn Sie für die Düngung einen Streuwagen verwendet haben. Wie das Schadbild genau aussieht, hängt damit zusammen, welche Nährstoffe im Überschuss vorhanden sind.

Nährstoffüberangebot Schadbild
Stickstoff • Blätter brüchig oder aufgequollen
• Absterben der Wurzeln
• dunkelgrün verfärbt
• anfällig für Pilzbefall
• anfällig für Frostschäden
Phosphat • kaum sichtbare Spuren
• Grundwasserbelastung möglich
Kalium • Wuchshemmung
• abgestorbene Blattspitzen
Magnesium • Wuchshemmung
• abgestorbene Blattspitzen

Bei leichten Überdüngungen müssen Sie nichts unternehmen. Der Rasen wird sich selbstständig wieder regenerieren und benötigt in der aktuellen Saison keinen zusätzlichen Dünger.

Verbrennungen im Rasen?

Wirkt der Rasen wie verbrannt, ist dies ein typisches Anzeichen der Exosmose, der bereits beschriebenen Umkehr der Flüssigkeitsaufnahme. Die überdüngten Gräser vergilben zunächst, werden später braun und sterben letztlich ab. Dies kann durchaus großflächig geschehen und lässt daher an Verbrennungen denken.

Ein ähnliches Schadbild an Pflanzen kann auch durch den Gebrauch von Streusalz verursacht werden. Denn einige Hobbygärtner machen sich dies oft bei der Unkrautbekämpfung auf Gehwegen zu Nutze.

Was ist gegen eine Überdüngung zu tun?

Rasensamen
© tab62 / stock.adobe.com

❍ sichtbare Düngerkörner entfernen:

Weiterhin kann es helfen die sichtbaren Düngerkörner mit behandschuhten Händen zu entfernen. Auch mit einer Harke lassen sich die Düngerkörner aus dem Boden harken.

❍ neuen Rasen in Lücken säen:

Wurde der Rasen durch Haustiere oder Vögel zusätzlich mechanisch beansprucht, bietet sich die Reparatur an, indem Sie neuen Rasen säen. Damit die Lücke im Rasen möglichst schnell geschlossen werden kann, verwenden Sie am besten schnell keimende Samen wie Festuca rubra oder Lolium perenne.

❍ Rasen stark wässern:

Das Ziel der Maßnahmen besteht darin, den osmotischen Druck wieder in das richtige Verhältnis zu bringen. Dies gelingt am ehesten durch ein durchdringendes Wässern des Rasens. Durch die Verdünnung des Substrates kann erreicht werden, dass sich die Mehrzahl der Nährstoffe in untere Bodenschichten verlagert und damit nicht mehr direkt auf die Wurzeln der Gräser einwirken kann.

Tipp:
Stellen Sie einen Rasensprenger auf und setzen Sie diesen über mehrere Stunden in Betrieb, um den Rasen durchdringend zu befeuchten. Mit der Gießkanne kommen Sie bei einem stark überdüngten Rasen nämlich nicht weit.

Wie lässt sich die Überdüngung des Rasens vermeiden?

❍ Streuwagen nutzen:

Weniger ist mehr – dies gilt tatsächlich auch für die Rasendüngung. Die notwendige Menge ist mit den Händen häufig nur schwer abzuschätzen. Daher bietet sich besonders auf größeren Rasenflächen der Gebrauch eines Streuwagens an. Um jedoch die bereits angesprochenen gelben Streifen auf dem Rasen zu vermeiden, dürfen sich die Bahnen des Streuwagens nicht überlappen.

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❍ organischen Dünger verwenden:

Die beschriebenen Schäden entstehen durch mineralischen Rasendünger. Wer auf eine organische Düngung des Rasens setzt, kann die Überdüngung durch Umkehr der Osmose vermeiden. Als organischer Dünger gelten Kompost, Hornspäne, Hornmehl oder Sojaschrot. Bei derartigem organischen Dünger ist die Gefahr der Überdüngung kaum von Belang. Um Einfluss auf die Osmose zu nehmen, müsste der Dünger von Mikroorganismen abgebaut und in Nitrat umgewandelt werden.

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