Gartenpflege Rasen Ratgeber

Lücken im Rasen – Ursachen und Reparatur

1.443 views
0

Am meisten Freude bereitet ein Rasen, wenn er schön anzusehen ist und keine Lücken aufweist. Ich zeige Ihnen 5 Methoden, wie Sie Lücken schließen können.

Lücken im Rasen - Ursachen und Reparatur
© schab – Fotolia.com

Grillabende mit Freunden, der Aufbau der Hollywoodschaukel im Frühling, Spielstunden mit Kindern und Haustieren oder ungebetener Besuch von Wühlmäusen und Maulwürfen – unser Rasen hat es nicht leicht. Nicht selten stellen Sie am Ende des Sommers fest, dass Ihr Rasen gelitten hat und Löcher aufweist. Wie sich Lücken im Rasen schnell und einfach wieder schließen lassen, erfahren Sie im Folgenden.

Welche Ursachen können Lücken im Rasen haben?

  • stärkere Beanspruchung als Spielrasen
  • mangelnde Pflege
  • Verbrennung durch zu kurzen Rasenschnitt oder Überdüngung
  • Schädlingsbefall
  • Auftreten von Moos und Unkraut

Wie lassen sich Lücken im Rasen schließen?

  • Rasensamen
  • Rasenpflaster
  • Rasenpads
  • Rollrasen
  • Grasnarben

❖ Rasen nachsäen

Rasensamen
© TravelPOIs – Fotolia.com
Lücken im Rasen lassen sich auf herkömmliche Art und Weise nachsäen. Sie bringen also auf die betroffenen Stellen Rasensamen auf und gedulden sich etwas, bis der Rasen nachwächst und die Lücke sich nach und nach schließt. Rasensamen wird bevorzugt in den Monaten März und September ausgebracht. Im Frühling und frühen Herbst fällt ausreichend Niederschlag und es herrschen angenehme Temperaturen, um die Saat gut anwachsen zu lassen.

Tipp: Verwenden Sie Rasensamen im Frühling, bleibt der Saat ausreichend Zeit, um sich zu entwickeln und genügend Wurzeln auszubilden.

Beim Nachsäen sollten Sie auf entsprechendes Saatgut zurückgreifen. Eine spezielle Nachsaat, wie Sie sie z.b. hier finden, ist für diese Zwecke konzipiert und wächst in der Regel schneller, als herkömmlicher Rasensamen.

Rasen für die Nachsaat vorbereiten

Die kahle Stelle lässt sich besser und schneller schließen, wenn der Untergrund zunächst entsprechend vorbereitet wird. Meist ist der Untergrund verdichtet und sollte zunächst gut aufgelockert werden. Ist die kahle Stelle eingesunken und bildet mit dem übrigen Rasen keine gerade Linie, wird das entstandene Loch mit Erde aufgefüllt. Sie können herkömmliche Gartenerde verwenden oder die Lücke auch mit Anzuchterde schließen. Diese besitzt den Vorteil, kein Unkraut zu enthalten, welches Sie sich durch die Verwendung von Gartenerde durchaus ungewollt in den Rasen einschleppen können. Ist eine Lücke im Rasen entstanden, weil es sich um einen zu schattigen Standort handelt, verwenden Sie spezielle Samenmischungen für Schattenrasen, wie z.B. hier erhältlich oder überlegen sich, an dieser ungünstigen Stelle auf Rasen komplett zu verzichten.

Tipp: Entfernen sie Unkraut und Überbleibsel des alten Rasens mit Hilfe eines Vertikulierers oder Rechens.

Ist der Boden entsprechend vorbereitet, kann der Samen verteilt werden. Mit Hilfe von Rechen oder Vertikulierer arbeiten Sie den Samen in den Boden ein.

Rasen auf saurem Boden?

Sind größere Lücken im Rasen entstanden und Sie können sich die Ursache nicht erklären, dann könnte es am Boden selbst liegen.

Hinweis: Auf sauren Böden wächst Moos statt Gras.

Sie sollten den pH-Wert des Bodens kennen, bevor Sie weitere Maßnahmen unternehmen. Der pH-Wert kann mit Hilfe von einfachen Test-Kits ermittelt werden. Diese lassen sich für weniger als zehn Euro in beinahe jedem Gartenmarkt erwerben. Haben Sie einen pH-Wert ermittelt, welcher unter 6 liegt, kann der Rasen nicht ausreichend Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen. Bevor Sie die Lücken im Rasen schließen, sollten Sie die im Rasen befindliche Säure mit Hilfe von Rasenkalk neutralisieren. Beachten Sie dabei die Mengenangaben auf den Verpackungen. Bei größeren Rasenflächen kann ein Streuwagen Ihnen die Arbeit erleichtern.

Rasen düngen – aber richtig

Rasensamen und Dünger werden keine Freunde. Ist der Boden bereits ausreichend gedüngt, wird der Rasensamen vermutlich keine Wurzeln bilden und Sie warten vergeblich, dass sich die Lücke im Rasen schließt. Einige Hersteller von Rasensamen haben hier mitgedacht und bringen Saatgutmischungen heraus, welche mit Dünger angereichert sind, der erst geraume Zeit nach der Pflanzung zu wirken beginnt.

Tipp: Düngen Sie den Rasen erst frühestens sechs Wochen, nachdem Sie ihn neu ausgesät haben.

Eine Ausnahme bildet organischer Dünger, dieser kann bereits während der Aussaat verabreicht werden.

Der neue Rasen benötigt auch ausreichend Feuchtigkeit und darf nicht austrocknen. Wächst der ausgesäte Rasen nach, sollte dieser etwa sechs Wochen lang nicht betreten werden. Auch mit dem Rasenmäher sollten Sie sich in Zurückhaltung üben. Erst wenn die Halme etwa zehn Zentimeter an Höhe erreicht haben, werden die Grashalme auf etwa sechs Zentimeter gekürzt und nach weiteren sechs Wochen auf fünf Zentimeter gestutzt.

Größere Rasenlücken schließen

In eine kleine Lücke ist schnell Rasensamen gestreut, aber wie verhält es sich mit größeren Rasenflächen, welche lückenhaft und unansehnlich geworden sind? Sie sollten den Boden zunächst aufbereiten. Hierfür heben Sie etwa fünf Zentimeter Erdreich aus und vermischen die Erde mit Sand, Kompost und Humus. Haben Sie den Boden ausreichend befestigt, können Sie den Rasensamen großflächig ausstreuen. Mit einem Brett oder dem Spaten drücken Sie das Saatgut gut in den Boden. Anschließend ist der Samen gut anzufeuchten.

Rasenpflaster – besser als Rasensaat?

Rasenpflaster bieten sich als Rundum-Lösung an und eignen sich auch für schwierige Böden. Diese speziellen Mischungen bestehen aus Rasensamen, Dünger und einem besonderen Substrat, welches die Keimung auch auf schwierigen Untergründen fördert.

Rasenpflaster aufbringen – Schritt für Schritt

  1. Boden auflockern
  2. Unkraut und Grasreste entfernen
  3. Rasenpflaster aufbringen
  4. Erde bewässern
  5. Substrat immer ausreichend mit Feuchtigkeit versorgen

Der Boden wird zunächst gut aufgelockert. Dabei entfernen Sie Unkraut oder die Reste von abgestorbenem Gras. Das Rasenpflaster sollte auf alle kahlen Stellen gleichmäßig und in einer Schicht von etwa drei Millimeter aufgebracht werden. Damit das Rasenpflaster schnell zu keimen beginnt, muss ausreichend bewässert werden. Gießen Sie zunächst vorsichtig. Verfärbt sich das Keimsubstrat, kann es kein Wasser mehr aufnehmen und Sie können das Gießen einstellen. Wenn das Substrat eine hellere Farbe annimmt, ist dies ein Zeichen, dass es wieder Feuchtigkeit benötigt.

Die Vorteile von Rasenpflaster und Rasensamen gegenübergestellt

RasenpflasterRasensamen
  • einfache Anwendung
  • nur ein Arbeitsgang notwendig
  • alle Komponenten bereits enthalten
  • keine Vorarbeiten notwendig
  • keimt auch auf schwierigen Böden
  • zusätzliches Düngen entfällt
  • einfache Anwendung
  • preiswert

Lücken im Rasen mit einem Rasenpad schließen

Sind in Ihrem Rasen lediglich kleinere Lücken entstanden, lohnt der Griff zum Rasenpad. Hier finden Sie die eben beschriebenen Komponenten des Rasenpflasters auf einem Pad konzentriert. Die Pads werden einfach auf die betreffende Stelle aufgelegt. Dies geschieht ähnlich wie bei einem Samenband üblich. Lockern Sie den Untergrund auf und säubern ihn ausreichend. Das Pad wird leicht angedrückt, damit es nicht verrutschen kann.

Tipp: Das Rasenpad muss immer ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt werden.

Rollrasen zur Reparatur größere Schadstellen

Rollrasen
© ikostudio – Fotolia.com
Sind größere Lücken entstanden, kommen Sie mit einem Rasenpad nicht wirklich weit. Das Verlegen von Rollrasen ist hier eine willkommene Alternative. So lassen sich in kurzer Zeit größere Rasenlücken spielend einfach schließen. Rollrasen kann, wie der Namen sagt, auf Rollen erworben werden. Das Produkt wird in speziellen Rasenschulen heran gezüchtet und zu Rollen von einem Quadratmeter Umfang verkauft. Pro Quadratmeter müssen Sie mit Preisen zwischen fünf und zehn Euro rechnen. Rollrasen ist zwar teurer als Rasensamen, aber auch ausgesprochen praktisch. Der Rasen ist leicht verlegt und kann bereits nach wenigen Stunden betreten werden.

Rollrasen verlegen – Schritt für Schritt

Was wird benötigt?

  • Messer
  • Rasenschäler
  • Schaufel
  • Schubkarre
  • Bodenfräse

Damit sich der alte Rasen einfach abtragen lässt, bietet sich ein Rasenschäler an. Mit einer Bodenfräse lockern Sie den Boden ausreichend auf. Um den Rollrasen passend schneiden zu können, wird ein möglichst scharfes Messer gebraucht. Für die Entsorgung und den Abtransport des alten Rasens sollten Sie sich Schaufel und Schubkarre bereithalten.

Tipp: Rasenschäler oder Bodenfräsen können im Gartenmarkt ausgeliehen werden.

So gehen Sie vor:
Mit dem Verlegen begonnen wird an einer geraden Kante. Wählen Sie dafür die nächste Beetbegrenzung oder bereits gesetzte Randsteine. Rollen Sie die Bahnen komplett aus und bringen Sie auf den Rasen auf. Die einzelnen Bahnen sollten dicht aneinander liegen, aber sich nicht überlappen. Benötigen Sie mehrere Bahnen bietet sich das versetzte Verlegen an. Dieses Prinzip ist auch beim Verlegen von Laminat üblich.

Tipp: Vermeiden sie beim Verlegen von Rollrasen Lücken und Überlappungen.

Nach dem Verlegen des Rollrasens wässern Sie gründlich, achten aber darauf, dass sich keine Pfützen auf dem Rasen absetzen. In den ersten Tagen benötigt der Rollrasen vermehrte Wassergaben.

Sie können Ihren neuen Rasen bereits am Abend nach der Verlegung betreten. Lassen Sie dabei Vorsicht walten, denn erst nach etwa einem Monat ist der Rasen vollständig belastbar. Bereits nach zehn Tagen können Sie den Rollrasen erstmals mähen.

Lücken im Rasen mit Grasnarben schließen – die einfache Methode

Kleine Lücken im Rasen verschwinden schnell, wenn Sie Grasnarben verwenden. Hierfür benötigen Sie ein nicht genutztes Rasenstück, welches Lücken aufweisen darf. Dort stechen Sie sich Grasnarben in der erforderlichen Größe aus und pflanzen diese in den zuvor gelockerten Boden der entstandenen Rasenlücke ein. Gießen Sie das neue Rasenstück gut an. Bereits nach kurzer Zeit wird sich die Grasnarbe im Rasen gut verwachsen haben und die unerwünschten Lücken sind einfach und schnell geschlossen.


Foto1: © schab - Fotolia.com, Foto2: © TravelPOIs - Fotolia.com, Foto3: © ikostudio - Fotolia.com

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here