Gartenpflege Rasen Ratgeber

Moos im Rasen loswerden – 4 Tipps

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Moos im Rasen kann zur Gefahr werden, wenn es andere Pflanzen überdeckt. Mit unseren Tipps geht’s dem Moos an den Kragen.

Rasen Moos Tipps vertikutieren
Dauerhaft funktioniert’s nur mit einem Vertikutierer

„Ohne Moos nix los!“, heißt es lax im Volksmund. Allerdings ist er im Garten unerwünscht, vor allem auf dem Rasen. Es verbreitet sich vorwiegend an schattigen Stellen, sowie dort, wo der Boden sauer ist. Aber es dehnt sich auch aus, wenn Staunässe entsteht oder der Boden lehmig ist.
Unter all diesen Umständen hat Moos optimale Wachstumsbedingungen. Dort, wo die Rasenpflege vernachlässigt wird, kann sich das Moos rasch ausbreiten. Wenn Sie beobachten, dass sich Moos auf Ihrer Rasenfäche ausbreitet, dann sollten Sie schnell handeln.

Sanieren Sie den Rasen in Ihrem Garten

Lästigen Moos auf dem Rasen können Sie dauerhaft entfernen, indem Sie dessen Wachstumsbedingungen weitestgehend eindämmen. Des weiteren sollten Sie gewissenhaft auf die Rasenpflege achten, nur so kann sich im Garten über lange Zeit ein „Wohlfühlrasen“ entwickeln.

So werden Sie das Moos im Rasen los

Für die Sanierung der Rasenfläche ist das Frühjahr der beste Zeitpunkt. Das Rasenwachstum ist dann noch nicht so stark vorangeschritten und die Arbeiten gehen leichter vonstatten.

➪ Tipp 1: Zuerst den Rasen mähen und vertikutieren

  1. Wenn nötig, mähen Sie Ihren Rasen bei einer Schnitthöhe von ca. 2 Zentimetern. Anschließend vertikutieren Sie ihn (siehe Vertikutierer) in Längs- und Querbahnen. Dabei sollte der Boden höchstens 3 bis 4 mm tief eingeritzt werden. So wird das Moos bestmöglich aus dem Erdboden gezupft und der Rasenfilz gelockert.
  2. Danach harken Sie die Rasenfläche gründlich ab und testen den pH-Wert Ihres Bodens mit einem Test-Set (siehe pH-Wert Bodentest).
  3. Liegt der ph-Wert des Bodens deutlich unter 7, dann geben Sie der Grünfläche Rasenkalk. Achten Sie dabei auf die Dosierungshinweise laut Verpackung und nutzen Sie beim Ausbringen des Kalkes möglichst einen Streuwagen.
  4. Vertikutieren Sie nach 10 Tagen den Rasen noch einmal. Der Kalk hat inzwischen das restliche Moos vernichtet und sollte nun heraus gekämmt werden.

➪ Tipp 2: Moosvernichter nur im Ausnahmefall

Ein Moosvernichter kann dann helfen, wenn Vertikutieren und Kalken wenig wirksam waren. Damit lässt sich auch der hartnäckigste Moosfilz im Rasen entfernen. In etwa 10 Tagen ist das Moos abgestorben. Empfohlen wird, den Rasenvernichter zusammen mit einem Rasendünger auf die Grünfläche zu bringen. Allerdings sollten Sie bei der Wahl des Moosvernichters aufpassen.

Wenden Sie Präparate mit Eisen-II-Sulfat zu intensiv an, dann können diese sogar den Boden übersäuern. Für den Rasen wäre das fatal. Somit wird der Boden erneut zu einer guten Brutstelle für Moos. Ungefährlicher sind hingegen Moosvernichter mit Essigsäure oder Quinoclamin. Die Anwendung von Moosvernichtern geht wie folgt von statten:

  • Mähen Sie ihren Rasen bei einer Schnitthöhe von 2 Zentimeter, bevor Sie den Moosvernichter ausbringen. Nun können Sie ein Präparat wie beispielsweise „Substral – Moos bleibt ChancenLOS“ einsetzen.
  • Zehn Tage nach Anwendung des Moosvernichters vertikutieren Sie den Rasen und entfernen so das abgestorbene Moos. Harken Sie den Rasen nun kräftig ab.
  • Nach drei Wochen prüfen Sie den pH-Wert Ihres Rasenbodens. Liegt der Wert unter 7 dann kalken Sie ihn.
    Halten Sie sich hierbei möglichst an die Dosiervorgaben der Herstellers.

➪ Tipp 3: Schattenrasen auf Teilflächen mit wenig Sonnenlicht

Lichte schattige Teilflächen im Rasen vermoosen sehr schnell. Das liegt daran, dass herkömmlicher Rasen bei wenig Sonnenlicht nicht richtig dicht zuwächst. Stechen Sie den alten dünn besiedelten Rasen heraus und säen sie anstelle dessen Schattenrasen. Dieser wächst enger zusammen und bietet dem Moos weniger Angriffsfläche, um sich verbreiten zu können. An sehr schattigen Stellen ist jeglicher Rasen ungeeignet.

➪ Tipp 4: Rasen gut pflegen, beugt neuem Moosbefall vor

Wenn Sie den Rasen erst einmal saniert und vom Moos befreit haben, dann sollten Sie die Grünfläche regelmäßig gut pflegen, ansonsten sprießt das Moos schon bald wieder und Ihre Mühen waren umsonst.

Wichtig ist der Rasenschnitt. Je öfter der Rasen gemäht wird, desto dichter wird die Grasnarbe. So können sich schnell neue Grastriebe bilden und freie Oberflächen auf dem Rasenboden minimieren. Achten Sie dabei auf die Schnitthöhe. Diese sollte mindestens 4 Zentimeter betragen.

Während Sie Gebrauchs- und Schattenrasen einmal die Woche mähen, nehmen Sie sich den Zierrasen zweimal wöchentlich vor.


Foto1: © Marco2811 - Fotolia.com

7 KOMMENTARE

  1. Hallo ihr lieben,

    ich habe eine Frage zur Moosbekämpfung.
    Ersteinmal vielen Dank für eure nützlichen Tipps.
    Ich wurde im Gartencenter beraten und man hat mir einen Eisendünger empfohlen. Habe nun auf einer Seite gefunden, dass man Vorsicht walten lassen soll, was die Verwendung und den Kontakt zur Haut etc. angeht.

    Gibt es auch gute andere Alternativen zu Eisendünger? Reicht vielleicht, wie ihr schreibt auch einfach Vertikutieren und auf den pH-Wert achten?

    Vielen lieben Dank schon mal
    Karo

    • Hallo Karo,

      es gibt gute Alternativen zum Eisendünger. Eisendünger oder ŕichtige Bezeichnung Eisen II Sulfat ist eine Chemische Substanz. Es kann bei unsachgemäßer Handhabung zu Reizungen von Haut und Augen kommen. Hinzu kommen Rostflecken auf Gehwegplatten durch Abdriften.
      Ich rate die zu folgendem: Ende Februar Anfang März eine Grunddüngung mit Thomaskali (PK 0-14-20). Bei Bedarf nach ca 4 Wochen (abhängig vom Wetter), Vertikutieren. Anschließend eine Stickstoffdüngung Durchführen (z.B 14-5-5). Mannadur Premier oder Oscorna Animalin. Alternativ geht auch Kunstdünger.
      Dann Mitte Ende Mai Raiffeisen Gartenkraft MicroActiv, das ganze dann nochmal Mitte Ende August. Zum Abschluss Mitte Ende Oktober Raiffeisen Gartenkraft Herbstrasendünger und ca 20 kg Kalk auf 200qm.

  2. Hallo Zusammen,

    ich habe bisher immer mit Calkamonsalpeter im Frühjahr vor dem Vertikutieren gedüngt. Wollte aber mal etwas anderes nehmen und lies mich im Fachhandel beraten, habe dann zu einem Eisendünger gegriffen. Das Moos habe ich damit bis jetzt gut im Griff, jedoch der Rasen wurde nicht wie sonst schön satt grün. Das habe ich nun Ende Mai mit etwas Blaukorn ausgeglichen. Jetzt ist der Rasen schön saftig grün und das Moos ist nicht zu sehen. Ich mähe mindestens einmal in der Woche.

  3. Also lieber Martin, bevor ich mir 20 teure Marken-Garten Produkte kaufe, sammle ich das Moos lieber einfach jedes Jahr neu auf….

  4. Was soll immer diese pedantische Besessenheit mit all dem ödem, leblosen Monokultur-Rasen, wie kann man Moose als Schädlinge ansehen?! Es gibt nichts Besseres für die Luftqualität und gegen Erosion, nichts Schöneres als einen echten Moosgarten, ob japanisch inspiriert oder einfach, weil Lage, Klima, Schatten, Waldnähe, was-auch-immer es hergeben. Es gibt schier unendlich viele, wunderhübsche Moose, dazu sehen z.B. Farne, Magnolien, Camelien, Ahorn, Iris, Zeder,… wirklich hinreissend aus. Und es ist traumhaft darüber zu gehen, wie der weicheste Teppich. Also, Leute: Mehr Mut zum Moos, ob mit oder ohne Teegarten-Look!

  5. Ich finde auch, besonders angesichts des Insektensterbens, vom dem nun jeder schon gehört haben sollte, den Einsatz von Eisendünger und anderen chemischen Mitteln zur Bekämpfung von anderen Pflanzen ausser dem Einheitsgrashalm höchst bedenklich, ja, es sollte verboten werden! Mähen und nutzen kann man den Rasen schliesslich auch mit einer breiteren Pflanzpalette. Und wozu sollte ein privater Vorgartenrasen wohl aussehen wie ein Kunstrasen?

  6. Redpanda, du hast zu 100 % recht – mein „“Rasen““ ist vermoost, aber ich habe viele nützliche Insekten, vor allem mehr Hummeln kommen wieder – und ich laufe auf dem Moos-Rasen wie auf Wolken.

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