Rasen sanden, was bringt es? Welcher Sand wird gebraucht und wann ist der beste Zeitpunkt? Alle Antworten hier.

Rasen sanden
Rasen sanden ist eine einfache aber wirksame Pflegemaßnahme | © Michal / stock.adobe.com

Dass grau-braune Sandkörner Rasenflächen wirklich zu einem saftigen Grün verhelfen können, mag im ersten Augenblick zweifelhaft erscheinen. Doch es ist wahr: Rasen sanden ist ein Geheimtipp für ein perfektes Graswachstum. Die Beweise liefern Blicke auf prämierte Golfplätze, den Centre Court von Wimbledon oder die Fußballfelder in WM-Stadien. Selbst wenn Privatgärten nicht mit all diesen Aushängeschildern mithalten müssen, ist ein regelmäßiges Sanden des Rasens in jedem Fall empfehlenswert.

Was bedeutet Rasen sanden?

Auch als Besanden oder Absanden bekannt, verbirgt sich hinter dem Begriff des Rasensandens eine spezielle Pflegemethode für angegriffene Rasenflächen. Denn entgegen einer weitläufigen Vorstellung verdichten Sandkörner den Unterboden nicht etwa, sondern lockern ihn langfristig auf. Dabei muss diese hilfreiche Maßnahme nicht häufiger als einmal pro Jahr durchgeführt werden. Allerdings zeigt sich entsprechend auch das Ergebnis nicht sofort. Ein wenig Geduld gehört also dazu – bis sich die ersten Erfolge zeigen, aber auch beim Rasen sanden selbst.

Wozu Rasen sanden?

Es gibt viele Gründe, die für ein Sanden von Grasflächen sprechen. Durch das Einbringen von Sand in die Erde werden dichte Böden gelockert, das Wurzelwachstum gefördert und Staunässe verhindert. Als erfreuliche Nebenwirkung werden Unebenheiten im Rasen ausgeglichen und einem zu hohen Säuregehalt vorgebeugt. Und auch Unkraut hat keine Chance mehr.

Rasen liebt frischen Sauerstoff. Viele Gartenbesitzer sorgen bereits durch regelmäßiges Einstechen einer Grabe- oder Aerifiziergabel in den Boden für seine Auflockerung. In der Folge erreicht der so wichtige Sauerstoff die Rasenwurzeln und sorgt für eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen: Das Wachstum der Gräser wird vorangetrieben.

Doch es geht noch mehr: Durch das anschließende Ausbringen von Sand in die Erde wird die Auflockerung verstärkt und auf lange Sicht beibehalten. Gleichzeitig gewährleisten die Sedimentkörner eine höhere Wasserdurchlässigkeit und beugen so Fäulnis und dem Wachstum von Unkraut vor. Vor allem Moos und Klee fühlen sich in verdichtetem Boden überaus wohl. Doch selbst Pilzbefall und andere Rasenkrankheiten lassen sich dank eines gleichmäßigen Verteilens von Sand auf der gesamten Rasenfläche vereiteln.

Rasen sanden – Wirkung

  • schwerer, dichter Rasen wird aufgelockert,
  • der Säuregehalt des Bodens wird reguliert,
  • die Aufnahme von frischem Sauerstoff und Nährstoffen wird erhöht,
  • der Rasen wird durch eine optimale Drainage vor Staunässe geschützt,
  • geringe Unebenheiten werden ausgeglichen,
  • Unkraut und Krankheiten wird die Existenzgrundlage entzogen.
    • » Hinweis: Bereits bestehende Staunässe durch verdichtete Untergrundschichten lässt sich nicht durch Rasensanden beseitigen.

      Welche Anzeichen sprechen für Rasen sanden?

      Wer um den besonders hohen Lehmgehalt oder die hohe Verdichtung seines Bodens weiß, muss keine weiteren Anzeichen abwarten oder Tests durchführen: In diesem Fall lohnt Rasen sanden grundsätzlich. Optische Auffälligkeiten wie braune oder kahle Stellen trotz regelmäßiger Düngung sollten ebenfalls Anlass zu der speziellen Rasenpflege geben.

      Weitere Indikatoren finden sich im Wachstum von Moos, Klee, Rasenfilz oder Unkraut. Sie alle fühlen sich auf festen Böden besonders wohl. Ein einfacher pH-Test gibt Aufschluss, ob ein Boden übersäuert ist. Abhilfe schafft in diesem Fall Kalk, aber auch Sand.

      Welcher Sand ist geeignet?

      Rasen sanden
      Der Sand sollte nicht zu feinkörnig sein | © Rosa / stock.adobe.com

      Der Sinn des Rasensandens liegt im Auflockern des Bodens. Die Körnerstärke ist also entscheidend, denn nur mit einer groben Körnung lässt sich der gewünschte Effekt erzielen. Dafür sollten die Sandkörner einen Durchmesser von mindestens 0,3 bis hin zu maximal zwei Millimetern aufweisen.

      Neben der Größe spielt auch die Qualität eine wichtige Rolle: Reiner, runder, gewaschener Quarzsand aus dem Fachhandel ohne jegliche Anteile von Schluff oder Ton ist das Optimum. Prinzipiell lassen sich jedoch auch normaler Spielsand oder sogar Bausand in den Rasen einarbeiten, sofern sie nicht zu feinkörnig sind.

      Auf einen Blick:

      • Der Rasensand sollte unbedingt gewaschen und möglichst rundkörnig sein,
      • eine Körnung zwischen 0,3 Millimeter und zwei Millimetern aufweisen,
      • im Fachhandel erworben werden. Eine Nutzung von Spiel- oder Bausand ist bei Einhaltung der Reinheit und Körnergröße möglich.

      » Tipp: Nicht selten wird Gartenfreunden ein sogenanntes Topdressing angeboten. Die Mischung aus Quarzsand, Rasensamen, Dünger und Kompost oder Torf wird häufig nach dem Vertikutieren bei kahlen Rasenstellen angewendet. Um eine Austrocknung der frischen Samen durch den Rasensand zu verhindern, sollte mit dem Rasensanden frühestens zwei Wochen nach der Aussaat begonnen werden.

      Wie viel Sand muss pro m² verwendet werden?

      Wie viel Sand in den Boden eingebracht werden sollte, hängt auch von dessen Beschaffenheit ab. Grob sollte mit einer Menge zwischen vier und zehn Kilogramm pro Quadratmeter kalkuliert werden. Wer sich für Quarzsand aus dem Fachhandel entscheidet, kann einen Blick auf die Verpackung werfen. Sie gibt im Normalfall an, welche Fläche der enthaltene Inhalt durchschnittlich decken kann.

      » Hinweis: Beim Rasen sanden ist weniger manchmal mehr. Selbst sehr lehmhaltige Böden sollen nicht mit Sand zugeschüttet werden und die Spitzen der Grashalme unbedingt noch zu sehen sein.

      Rasen sanden – wie wird es gemacht?

      Einfach eine Tüte Bausand auf den Rasen streuen, ist leider nicht ausreichend. Vielmehr nimmt der Prozess des Rasensandens mehrere Schritte und mehrere Wochen in Anspruch:

      1. Zur optimalen Vorbereitung sollte die betroffene Rasenfläche zunächst gut gedüngt werden.
      2. Nach weiteren 14 Tagen folgt das Mähen. Die Höhe der Grashalme sollte am Ende drei Zentimeter betragen.
      3. Zeit zum Vertikulieren: So sind Grasnarbe und Boden bereits etwas gelockert.
      4. Zum nun anstehenden Ausstreuen des Sandes sind keine speziellen Geräte wie Streuwagen oder großen Besen erforderlich. Per Schubkarre oder mit Eimern kann der Sand auf den Rasen gebracht und dort mit dem Rücken einer Harke oder einem ähnlich effektiven Gartengerät verteilt werden.
      5. Eine manuelle Bewässerung des Rasens zum Abschluss hilft bei der Einbringung des Sandes in den Boden. Alternativ übernimmt der nächste Regenguss die Arbeit.

      Wann sollte Rasen gesandet werden?

      Abhängig von der Bodenbeschaffenheit wird ein einmaliges Rasensanden pro Jahr empfohlen. Bei sehr festen, lehmigen Böden kann die Maßnahme anfangs auch alle sechs Monate durchgeführt werden, wer kaum Probleme mit sattem Grün hat, kann auch längere Zeitabschnitte wählen.

      Auf jeden Fall eignen sich die saisonalen Übergangszeiten. Die späten Frühlingsmonate April und Mai erweisen sich nicht nur in Hinblick auf die Temperatur als ideal – viele Gartenbesitzer widmen sich nach einer langen Winterpause zu dieser Zeit auch anderen Aspekten ihrer Außenflächen. So lassen sich verschiedene Arbeiten optimal miteinander verbinden und der Aufwand verringern. Zudem beginnt das Gras wieder, sich langsam von der Frostperiode zu erholen und ist dankbar für eine spezielle Gartenpflege.

      Alternativ ist Rasensanden in den Herbstmonaten möglich. Durch die teils sehr hohen Temperaturen sollte im Sommer auf diese Maßnahme verzichtet werden.

      Wann zeigen sich Ergebnisse?

      Unabhängig von der individuellen Beschaffenheit des Rasens: Das Resultat eines saftigen Grüns wird sich nicht unmittelbar zeigen. Im Gegenteil: Ein einmaliges Rasensanden wird nicht den gewünschten Erfolg nach sich ziehen. Wer seinem Garten jedoch regelmäßig die Spezialpflege angedeihen lässt, wird sich ab dem dritten Jahr an einer deutlich gesünderen Rasenfläche erfreuen können.

      Gartentipp des Tages!

Dagmar von Gartentipps.com

Seit über 14 Jahren ist Dagmar Dittfeld als Online-Redakteurin für Gartentipps.com aktiv. Auf dem Land aufgewachsen, weiß sie die Vorzüge eines Selbstversorger-Gartens auch heute noch zu schätzen. Ihre ganz besondere Leidenschaft gilt der Gestaltung von Garten, Balkon und Terrasse. Mit ihren Ideen zum Dekorieren, Do-It-Yourself und Upcycling hat Dagmar schon viele Leser zum Nachmachen inspiriert.

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