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Löwenzahnhonig selber machen – 3 einfache Rezepte mit Anleitung

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Haben Sie schon einmal was von Löwenzahnhonig gehört? Der schmeckt köstlich! Und das Beste: Sie können ihn ganz einfach selber machen. Dazu hier drei Rezepte.

Löwenzahnhonig selber machen
© Elena Schweitzer / stock.adobe.com

Mit seinen gelben, großen Blüten ist Löwenzahn in großer Zahl in den Sommerwochen auf Wiesen, Feldern und in Gärten zu finden. Während die einen Löwenzahn längst als Nahrungsmittel entdeckt haben, ist er für andere vorrangig Unkraut. Dabei lässt sich aus der hierzulande heimischen Pflanze manch eine Köstlichkeit zaubern. Beispielsweise etwa Löwenzahnsirup, Löwenzahngelee oder auch Löwenzahntee. Auf dem Vormarsch befindet sich derzeit jedoch Löwenzahnhonig, der ein rein pflanzliches Produkt darstellt und den Kriterien einer veganen Ernährung entspricht.

Was ist Löwenzahnhonig?

Löwenzahnhonig ist, wie der Name vermuten lässt, ein süßer Aufstrich, der natürlich auch als Süßungsmittel verwendet werden kann. Daher hat er zwei wichtige Gemeinsamkeiten mit dem klassischen Honig. Er besteht aber nicht aus Nektar und Pollen, sondern setzt sich aus Zucker und Löwenzahnaroma zusammen. Das Löwenzahnaroma wird in Sirupform dem Aufstrich zugesetzt. Obwohl die Bestandteile gänzlich verschieden sind, schmeckt Löwenzahnhonig ähnlich wie klassischer Bienenhonig und weist ebenso eine ähnliche Konsistenz auf.

Basis für einen guten Löwenzahnhonig sind die Löwenzahnblüten. Diese können auf jeder Wiese gesammelt werden. Damit zum Schluss ein leckerer Löwenzahnhonig entsteht, sollten die Blüten in verkehrsarmen Bereichen gesammelt werden. Besonders aromatisch und empfehlenswert sind die jungen und saftigen Blüten.

Wichtig:
Beim Sammeln von Löwenzahn sollten Sie immer nur die Blüte, nicht aber die ganze Pflanze entfernen. Nur so kann der Löwenzahnbestand gesichert werden.

Die besondere Wirkung des Löwenzahnhonigs

Beliebt ist der Löwenzahnhonig nicht nur aufgrund seines Geschmacks, sondern auch dank der Wirkung. Die Löwenzahnpflanze enthält von Natur aus Bitterstoffe. Die Bitterstoffe wirken sich ausgesprochen positiv auf das Verdauungssystem aus und können zu einer Regulierung dessen beitragen. Weiterhin hilft Löwenzahnhonig bei folgenden Beschwerden:

  • Magenbeschwerden
  • Bronchitis
  • Fieber
  • Sodbrennen
  • Rheumatische Beschwerden

Durch die Bitterstoffe nimmt der Speichelfluss im Mund deutlich zu, weshalb die Einnahme von Löwenzahnhonig Sodbrennen entgegen wirken kann. Neben den Bitterstoffen sind die ätherischen Öle sowie das Beta-Carotin und diverse Vitamine die wertvollen Inhaltsstoffe des Löwenzahns. Aber auch bei Wechseljahresbeschwerden und unreiner Haut kann der Löwenzahnhonig eine Linderung versprechen.

Eigenschaften des Löwenzahnhonigs

Neben den gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen des Löwenzahnhonigs begeistert das Naturprodukt durch seinen intensiv-aromatischen Geschmack. Das Aroma ist mit dem des Rapshonigs vergleichbar. Typisch ist die große Menge Traubenzucker, die in dem Honig enthalten ist. Traubenzucker gilt als besonders hochwertig, da er vom Körper sehr schnell aufgenommen werden kann und als wichtige Energiequelle dient.

Schon beim ersten Löffel fällt zudem der kräftig-aromatische Geschmack des Löwenzahnhonigs auf. Zugleich ist er aber auch angenehm mild, sodass er sich hervorragend als Aufstrich für Brot und Brötchen eignet. Manchmal schmeckt der Löwenzahnhonig auch ein wenig bitter. Dies ist den natürlichen Bitterstoffen geschuldet. Auffallend ist zudem die intensive Farbe des Aufstrichs, die an die Intensität der Blüten erinnert und mal goldgelb, bei vielen Zubereitungsvarianten aber auch bernsteinfarben ist.

3 köstliche Rezepte für Löwenzahnhonig

❍ Rezept 1 – Grundrezept für Löwenzahnhonig

Löwenzahnhonig ist zwar aufwendig in der Herstellung, lässt sich aber auch problemlos selbst herstellen. Die Grundlage sind:

Zutaten:

  • 200 Gramm frische Löwenzahnblüten
  • 1 Liter Wasser
  • 1 Kilogramm Zucker
  • eine halbe Zitrone

Zubereitung:

❶ Zunächst einmal werden die Löwenzahnblüten mit einem Liter Wasser in einen Topf gegeben. Abgedeckt bleibt das Gemisch dann für rund 2 Stunden stehen, sodass die Blüten in dem Wasser ziehen können.

❷ Nun das Gemisch zum Kochen bringen. Wichtig ist, dass Wasser und Blüten anschließend vollständig abkühlen und dann noch einmal über Nacht ziehen können, sodass der Löwenzahn sein Aroma an die Flüssigkeit abgeben kann.

❸ Am nächsten Morgen können Sie die Blüten schließlich abgießen. In das Wasser nun Zucker und Zitronenschale geben und die Mischung noch einmal aufkochen.

Wichtig: Sie sollten immer eine unbehandelte Zitrone verwenden, sodass keine unnötigen Schadstoffe in den Honig gelangen.

❽ Bevor Sie den fertigen Löwenzahnhonig in Gläser abfüllen, sollten Sie die Konsistenz prüfen. Hierfür einfach ein wenig des Honigs auf einen Teller geben. Nach dem Auskühlen lässt sich anschließend die Konsistenz überprüfen. Sollte sie noch nicht Ihren Wünschen entsprechen, muss der Honig noch ein wenig köcheln. Auch hier sollten Sie aber immer wieder die Konsistenz prüfen.

❍ Rezept 2 – Löwenzahnhonig ohne Zucker

Zutaten:

Bei der klassischen Variante wird der Löwenzahnhonig mit Zucker hergestellt. Wer die Kalorien sparen möchte, kann anstelle von zusätzlichem Zucker auf Dicksaft und Geliermittel zurückgreifen. Beides zusammen bringt zum einen die nötige Süße mit und sorgt zum anderen für eine angenehme Konsistenz, sodass sich der Aufstrich sehr gut verstreichen lässt. Als Geliermittel empfiehlt sich der Griff zu Pektin.

Zubereitung:

Die Zubereitungsschritte sind die Gleichen wie bei der Variante mit Zucker. Auch hier sollte aber immer kontrolliert werden, ob die Konsistenz den eigenen Wünschen entspricht.

❍ Rezept 3 – Aromatischer Löwenzahnhonig mit Curcuma

Für ein besonderes Aroma sorgt beim Löwenzahnhonig die Zugabe von Curcuma. Die Zutatenliste ist hier ein bisschen länger, lohnt sich aber in jedem Fall.

Zutaten:

  • 3 Hände Löwenzahnblüten, Verwendung von Stielen und Knospen möglich
  • ein etwa daumengroßes Ingwerstück
  • 1 kg Rohrzucker
  • 2 TL Curcuma
  • 2 Bio-Zitronen
  • 1 Liter Wasser
  • 1 Prise Salz

Zubereitung:

❶ Am besten werden die Löwenzahnblüten an einem trockenen Sommertag gepflückt. Auch hier gilt: Sie sollten von einer Wiese in einem verkehrsberuhigten Bereich stammen und nicht direkt am Straßenrand gepflückt werden.

❷ Der Löwenzahn wird dann gemeinsam mit dem Ingwer und dem Wasser in einen Topf gegeben. Damit die Blüten unter Wasser bleiben, können Sie sie mit einem Teller beschweren. Nun muss das Wasser mit den Zusätzen für mehrere Stunden ziehen, bevor es sprudelnd aufgekocht wird. Nach dem Aufkochen kann das Gemisch abkühlen und über Nacht ruhen lassen, sodass so viele Aromen wie möglich von den Blüten an das Wasser abgegeben werden.

❸ Der Sud muss am nächsten Tag filtriert werden. Das geht am einfachsten mit einem sauberen Geschirrtuch. Damit der wertvolle Sirup nicht verloren geht, wird das Tuch gründlich ausgedrückt. Nun muss der Sud erneut aufgekocht werden, wobei die restlichen Zutaten dazu gegeben werden. Um das Aroma zu verfeinern, bietet sich zusätzlich eine Prise Zimt und Koriander an.

Übrigens: Von den Bio-Zitronen werden sowohl die Schale als auch der Saft verarbeitet.

❹ Nach dem Aufkochen muss der Sud noch eine Weile weiterkochen. Den Herd hierfür herunter drehen. Sobald der Sud Fäden zieht, hat der Löwenzahnhonig die ideale Konsistenz. Wie lange das dauert, hängt vor allem von der Wasser- und Zuckermenge ab. Es kann durchaus bis zu vier Stunden in Anspruch nehmen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie vor dem Abfüllen eine kleine Probe entnehmen.

Löwenzahnhonig richtig abfüllen

Damit der Löwenzahnhonig lange gelagert werden kann, muss er richtig abgefüllt werden. Hierfür werden am besten nur sterilisierte Gläser verwendet. Wichtig ist, dass die Gläser trocken und nicht zu kalt sind. Ist der Behälter zu kalt, kristallisiert der Löwenzahnhonig schon beim Einfüllen.

Bei der richtigen Zubereitung und in sauberen Gläsern kann der Honig ein Jahr aufbewahrt werden. Während der Lagerung sollte er vor Licht und Wärme geschützt werden. Es darf aber auch nicht zu kalt sein. Ideal sind daher der heimische Vorratsschrank oder auch die Speisekammer.

Foto1: © Elena Schweitzer / stock.adobe.com

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