Wenn der Herbst in vollem Gange ist, dann kommt auch die Erntezeit für Äpfel. Doch wohin mit den ganzen Äpfeln? Schließlich können sie nicht gleich alle gegessen oder verarbeitet werden.
Nach der Apfelernte stehen die Kisten bald randvoll im Flur oder auf der Terrasse, mehr Früchte, als eine Familie in den nächsten Tagen frisch isst oder zu Mus verarbeitet. Äpfel gehören zwar zu den Obstsorten, die sich mit wenig Aufwand über Monate frisch halten lassen, wie lange genau, hängt aber stark von der Sorte ab. Die richtige Sortenwahl entscheidet damit schon vor der Ernte über eine gelungene Lagerung.
Welche Apfelsorten sich zum Einlagern eignen
Nicht jeder Apfel ist ein Lagerapfel. Frühsorten wie der Klarapfel, Alkmene und der Gravensteiner reifen bereits im Spätsommer und gehören innerhalb weniger Tage nach der Ernte verarbeitet, im Lager werden sie rasch mehlig und verlieren an Geschmack.
Für die Vorratskammer eignen sich dagegen späte Herbst- und Wintersorten. Pinova, Boskop (oder Boskoop), Ontario, Topaz und der Rote Berlepsch reifen erst spät am Baum. Ihre Schale bleibt fest, das Fruchtfleisch ebenso, direkt nach der Ernte schmecken sie allerdings noch sauer und herb. Erst durch die Lagerung im Keller entwickeln sie über Wochen ihr volles Aroma. Golden Delicious übersteht bei guten Bedingungen ebenfalls mehrere Monate im Lager. Wächst der Baum aus zweiter Hand oder ist die Sorte unbekannt, hilft der nächste Pomologenverein bei der genauen Bestimmung.
Äpfel einlagern
Schritt 1: Äpfel ernten
Damit Äpfel sich später lange halten, zählt schon der Erntezeitpunkt. Die „Kipp-Probe“ zeigt zuverlässig, wann eine Frucht reif ist. Lässt sich der Stiel beim Drehen um 90 Grad leicht vom Ast lösen, ist der Apfel pflückreif. Der Stiel bleibt dabei am Apfel, ohne ihn verliert die Frucht zügig an Haltbarkeit.
Ernten Sie die Lageräpfel nur bei trockener Witterung. Bei hoher Luftfeuchtigkeit reagieren die Früchte druckempfindlicher und bekommen leichter Druckstellen. Scheint die Sonne kräftig, lassen Sie die Äpfel vor dem Einlagern erst abkühlen, und greifen Sie beim Pflücken sanft zu, gequetschte Stellen faulen später zuerst.
Schritt 2: Äpfel begutachten
Vor dem Einlagern lohnt ein genauer Blick auf jede einzelne Frucht. Kranke, beschädigte Äpfel und solche ohne Stiel sortieren Sie aus, ebenso Früchte mit Bohrlöchern. Die Löcher stammen vom Apfelwickler, dessen Raupe sich ins Fruchtfleisch frisst und dort ihren Kot hinterlässt.
Auch Äpfel mit kleinen braunen Flecken kommen besser nicht ins Lager. Dahinter stecken meist Apfelschorf oder Stippigkeit. Beide mindern Geschmack und Optik der Frucht, springen aber nicht auf gesunde Nachbaräpfel über. Denn Schorf benötigt am Baum Wind, Regen und lebendes Blatt- oder Fruchtgewebe, um sich auszubreiten. Diese Bedingungen fallen im Lager weg. Stippigkeit entsteht durch Calciummangel und ist keine Krankheit im eigentlichen Sinn. Anders ist es bei Fäulnis. Ein einziger fauler Apfel steckt im Lager binnen kurzer Zeit die Nachbarfrüchte an. Ein fauliger Apfel wird daher sofort aussortiert und nicht gelagert.
💡 Tipp:
Waschen Sie die Äpfel vor dem Einlagern nicht. Die feine Wachsschicht auf der Schale schützt vor Pilzbefall und geht beim Abwaschen verloren. Fallobst und Früchte mit kleineren Schäden müssen nicht in den Müll, aus ihnen wird im Handumdrehen ein Apfelmus.
Schritt 3: Äpfel einlagern
Nun geht es darum, die Äpfel richtig einzulagern. Meine bevorzugte Methode ist die Lagerung in Holzkisten mit einer Zwischenlage aus Zeitungspapier. Darin bleiben die Äpfel sauber und trocken. Die Früchte liegen darin am besten einzeln nebeneinander statt aufeinander, direkter Kontakt begünstigt Druckstellen, dort setzt Fäulnis dann meist zuerst an. Mehrere Kisten lassen sich bedenkenlos stapeln, innerhalb einer Kiste bleiben die Äpfel aber besser einlagig, sonst drückt das Gewicht der oberen Früchte die unteren platt.
Als Standort eignet sich ein dunkler, unbeheizter Vorratsraum oder Keller mit guter Luftzirkulation, das beugt Schimmelbildung vor. Licht beschleunigt die Reifung, deshalb bleibt der Raum am besten dunkel.
Als guter Temperaturbereich gelten zwei bis vier Grad Celsius. Zu niedrige Temperaturen verursachen Frostschäden, während zu hohe Temperaturen Reifung und Verderben beschleunigen. Genauso wichtig ist die Luftfeuchtigkeit. Zwischen 80 und 95 % hält die Schale straff und beugt schrumpeligen Früchten vor.
💡 Tipp:
Sie können die Äpfel aber auch auf die moderne Art und Weise lagern. Nämlich in Kunststoffbeuteln. So machen es die Großerzeuger. Geben Sie die Äpfel einfach in Kunststoffbeutel (nicht zu viele übereinander), die Sie vorher mit ein paar kleinen Löchern versehen haben. Anschließend gut verschließen. Das von den Früchten ausgeatmete Kohlendioxid reichert sich im Folienbeutel an. Dadurch entsteht eine sauerstoffarme Luft, die Reifungs- und Alterungsprozesse verlangsamt.
- ORDNUNG FÜR DIE VORRATSKAMMER: Jede Stapelkiste misst 27 x 38 x 20 cm und bietet genug Platz für Obst, Gemüse und andere Lebensmittel.
- PERFEKT FÜR LEBENSMITTEL: Durch das Bodengitter kann Luft zirkulieren und die Lebensmittel bleiben frisch und ohne Druckstellen
- STAPELBAR & ALLES GRIFFBEREIT: Die Holzkisten können ganz einfach umgesetzt werden. Dank der eingefrästen Absätze lassen sich die Kisten sicher und fest stapeln.
Schritt 4: Äpfel regelmäßig kontrollieren
Selbst fachgerecht eingelagerte Äpfel benötigen eine regelmäßige Kontrolle, denn einzelne Früchte fangen trotzdem irgendwann an zu faulen. Ein leichter Fingerdruck auf die Schale beim Rundgang verrät eine beginnende Fäulnis oft, bevor sie mit bloßem Auge sichtbar wird. Die Stelle gibt dann schon spürbar nach. In den ersten Wochen lohnt sich ein wöchentlicher Blick in die Kiste, danach reichen zwei bis drei Wochen Abstand.
Wichtig: Äpfel getrennt von anderen Obstsorten lagern
Sie möchten nicht nur Äpfel einlagern, sondern auch andere Obstsorten? Dann sollten Sie die Äpfel aber nicht zusammen mit dem anderen Obst lagern. Äpfel geben nämlich das Reifegas Ethylen ab und das wiederum sorgt dafür, dass die anderen Obstsorten schneller reif werden.








1 Kommentar
Danke für Ihre immer wertvollen Tipps!