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Berg-Flockenblume – Pflanzen, pflegen und vermehren

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Die Berg Flockenblume überzeugt mit farbenfrohen und vor allem seltenen Blüten. Wegen ihrer Anspruchslosigkeit beim Standort und ihrer Pflegeleichtigkeit ist sie sogar für Gartenneulinge sehr gut geeignet.

Berg-Flockenblume - pflanzen, pflegen und vermehren
© M. Schuppich – Fotolia.com

Von Mai bis in den August hinein versprüht die Berg-Flockenblume (Centaurea montana) mit ihren blauen, weißen, rosa oder violetten Blüten einen besonderen Charme. Diese stehen im ansprechenden Kontrast zu den grünen Blättern der winterharten Staude. Nicht nur im Garten macht sich die Berg-Flockenblume sehr gut, vielmehr wird die Pflanze auch wie folgt verwendet:

  • als Insektennahrung
  • als Teil von Blumensträußen
  • auf Bienenweiden
  • in Böschungen
  • zur hübschen Gruppenbepflanzung von Beeten
  • als Heilpflanze (heute jedoch nur noch bedingt relevant)

Die recht buschige Pflanze erinnert rein optisch an ein Kraut und kann als mehrjähriges Gewächs Wuchshöhen von 20 bis rund 50 Zentimetern erreichen. Dabei trägt der sich windende Wurzelstock dazu bei, dass die Berg-Flockenblume zusammenhängende Pflanzenstände ausbildet. Im Übrigen gehört die Pflanze zur Familie der Asterngewächse. Am schönsten erstrahlt die Berg-Flockenblume, die auch als Kornblume sowie als Berglockenblume bekannt ist, wenn sie als Gruppe von Pflanzen angepflanzt wird.

Da diese heimische Pflanze recht pflegeleicht ist, werden auch Hobbygärtner, die absolute Neulinge auf diesem Gebiet sind, sehr gut mit der Berg-Flockenblume zurechtkommen. Immerhin wächst die Berg-Flockenblume sogar auf Höfen, am Wegesrand und auch auf Mülldeponien wild. In den meisten Gärten herrschen die perfekten Anpflanzbedingungen für diese liebliche Pflanze daher bereits vor, ohne dass die Gartenfreunde viel zu beachten hätten.

Das Aussehen der Berg-Flockenblume

Die Blätter der Berg-Flockenblume sind nicht nur sommergrün, sondern erinnern rein optisch auch an breite Lanzen. Dabei schillern die Blätter als Laub nicht nur in einem frischen Grün, sondern im Laufe der Zeit auch in einem silbrigen Grau. Neben den bereits genannten Blütenfarben gibt es ein paar besonders auffällige Arten der Berg-Flockenblume, wie zum Beispiel die „Black Sprite.“ Sie verfügt über Blüten in einem tiefschwarzen Purpur, die im eigenen Garten, aber auch als Schnittblume in der Vase viel hermachen.

Im Vergleich zu vielen anderen Pflanzen im Garten öffnet die Berg-Flockenblume ihre Blüten recht früh, wobei die Blütenform an die einer Distel erinnert. Dies ist nicht erstaunlich, da sowohl Berg-Flockenblume als auch Disteln der gleichen Pflanzenfamilie angehören. Im Übrigen gibt es auch Berg-Flockenblumenarten, die sogar eine Wuchshöhe von bis zu 150 Zentimetern erreichen können. Diese Gattung hat demnach ein breites Pflanzenspektrum zu bieten, was sich an die eigenen Bedürfnisse bei der optisch attraktiven Gartengestaltung anpasst.

Woher kommt die Berg-Flockenblume?

Die Ursprungsregion der Berg-Flockenblume sind Mittel- sowie der Süden Europas. Dort wurde die Pflanze in der Vergangenheit immer wieder als Heilpflanze genutzt. In Finnland schmückt das Strauchgewächs hingegen viele traditionelle Staudengärten. Nicht nur mit Hilfe von Samen, sondern auch über ihre Wurzeln sowie als Kulturpflanze konnte die Verbreitung der Berg-Flockenblume gezielt vorangetrieben werden. Mit den folgenden Pflanzpartnern verträgt sie sich sehr gut und kann daher zusammen mit ihnen angepflanzt werden:

  • Astern
  • Ochsenauge
  • Nachtviole
  • Tüpfel-Johanniskraut
  • Lupinen
  • Frauenmantel
  • weiße Schafgarbe
  • Strohblumen

Ob in Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, Österreich, Luxemburg, Polen, der Schweiz, den Balkanhalbinseln, in der Slowakei oder in Slowenien, dieser asternartige Korbblütler ist in diesen Gefilden weit verbreitet und somit optimal an die hiesigen Klimabedingungen angepasst. Selbst in Höhen von bis zu 2.200 Metern gedeiht die Berg-Flockenblume noch prächtig. In Deutschland ist die Pflanze sowohl im Norden als auch im Osten von Bayern am weitesten verbreitet. Regional ist die Pflanze auch unter diesen Trivialnamen bekannt:

  • Bismachütz
  • Waldkornblume
  • Waldhühnlein
  • Trommaschligel

Inzwischen gehört die Berg-Flockenblume sogar zu den geschützten Arten. Im Übrigen zählen noch gut 500 weitere Arten zu dieser Pflanzengattung. Rein an der Optik der Berg-Flockenblume lässt sich bereits erkennen, dass sie auch mit den folgenden Pflanzen verwandt ist:

  • Herbstaster
  • Amerikanische Arnika
  • Schafgarbe
  • Goldgarbe
  • Chrysanthemen
  • Goldkörbchen
  • Großblumiges Mädchenauge
  • Wegwarte
  • Mädchenauge
  • Roter Sonnenhut
  • Kugel- und Edeldistel
  • Kokardenblume
  • Japanische Aster
  • Sonnenbraut
  • Habichtskraut
  • Topinambur
  • Sonnenauge
  • Garten-Margerite
  • Schwert-Alant
  • Prachtscharte
  • Prächtiger Sonnenhut
  • Japanischer Goldkolben
  • Große Telekie
  • Kornblumenaster

Die Berg-Flockenblume im eigenen Garten anpflanzen

Blüte der Berg Flockenblume
© Yakovleva – Fotolia.com
Alle Hobbygärtner können die Berg-Flockenblume auf Wunsch zwischen März und April in ihren Frühbeeten aussäen. Wird die Berg-Flockenblume hingegen als Containerpflanze angepflanzt, so ist dies während der wärmeren Jahreszeit im Prinzip zu jedem beliebigen Zeitpunkt möglich. Sofern der passende Standort für die Pflanze ausgewählt wurde, wächst sie ohne Probleme an.

Als Gruppe können bis zu zehn Berg-Flockenblumen auf einer Fläche von gut einem Quadratmeter angepflanzt werden. Ein allzu großer Pflanzabstand muss demnach nicht eingehalten werden. Darüber hinaus sollten sich alle Hobbygärtner darüber im Klaren sein, dass die Berg-Flockenblume dazu tendiert, sich im Laufe der Zeit selbst auszusäen. Wenn dies verhindert werden soll, muss ein entsprechender Rückschnitt rechtzeitig erfolgen.

Der optimale Standort für die Berg-Flockenblume

Der perfekte Standort für die Berg-Flockenblume ist sonnig bis halbschattig, wobei die Pflanze einen trockenen bis frischen sowie sandigen bis lehmigen Boden bevorzugt. Dieser darf gerne schwach sauer oder schwach alkalisch sein. Auch kalkhaltige Böden verträgt die Berg-Flockenblume ohne Probleme. Allerdings bedarf es eines nährstoffreichen Bodens, damit sich die Pflanze rundum wohlfühlt. Humusreich sollte der Boden ebenso sein, wenn die Berg-Flockenblume einen Garten im folgenden Stil optisch aufhübschen soll:

  • Blumengarten
  • Bauerngarten
  • Waldgarten
  • Naturgarten

Sofern die Berg-Flockenblume sonnig steht, darf der Boden gerne ein wenig feuchter sein. Einen verdichteten oder staunassen Boden mag die Pflanze hingegen gar nicht und dort bei solchen Standortbedingungen einzugehen.

Die Pflege der Berg-Flockenblume

Die Berg-Flockenblume ist eine sehr pflegeleichte Pflanze. Es genügt völlig, wenn die Hobbygärtner alle abgeblühten Bestandteile der Pflanze ganz einfach abschneiden. Dies trägt dazu bei, dass sich weitere Blüten noch schneller bilden können. Wer die Blume für die Vase abschneiden möchte, kann dies ebenfalls tun und den schönen Blütenschmuck somit draußen und drinnen bewundern. Auch dann wachsen die Blumen sehr gut nach. Dies dauert in etwa vier Wochen. Durch einen Rückschnitt der Pflanze kann gleichzeitig dafür gesorgt werden, dass diese sich nicht selbst aussäen und sich so unbeabsichtigt im eigenen Garten ausbreiten kann.

Ein Rückschnitt des Laubs der Berg-Flockenblume ist im Herbst denkbar, jedoch längst kein Muss. Immerhin ist die Pflanze sehr froh, wenn sie ihre Blätter von sich aus einziehen kann. Dieser Vorgang trägt schließlich dazu bei, dass einige Inhalts- und Nährstoffe aus den Blättern wieder von den Wurzeln aufgenommen werden können. Im Frühjahr kann die Berg-Flockenblume dann dank dieser Reserven besonders kraftvoll durchstarten.

Die Berg-Flockenblume muss, wenn überhaupt, nur wenig gedüngt werden. Kompost stellt als organischer Dünger eine sehr gute Wahl für die Berg-Flockenblume dar. Dabei ist es völlig ausreichend, wenn die Pflanze einmal im frühen Frühjahr sowie einmal im Herbst gedüngt wird. Dann ist sie meist mit genügend Nährstoffen versorgt. Als Alternative zu Kompost kann auch ein Langzeit-Blühdünger verwendet werden. Im Idealfall enthält dieser Dünger einen vergleichsweise hohen Anteil an Phosphor, da dies die Bildung neuer Blüten begünstigt. Auch über Teichwasser zur Bewässerung sowie zum gleichzeitigen Düngen freut sich die Pflanze.

Die Berg-Flockenblume vermehren

Sowohl durch eine Aussaat sowie auch durch die Teilung einer bestehenden Berg-Flockenblume kann die Pflanze ganz leicht vermehrt werden. Sofern der Wurzelstock der Pflanze zur Vermehrung geteilt werden soll, hat dies im Idealfall im Herbst oder im frühen Frühjahr zu erfolgen. Durch die Verteilung ihrer Samen im Garten vermehrt sich die Berg-Flockenblume auch selbst.

Die Berg-Flockenblume auf den Winter vorbereiten

Wie eingangs bereits angesprochen, hat sich die Berg-Flockenblume perfekt an die hiesigen Temperatur- und Umgebungsbedingungen angepasst. Immerhin wächst die Flockenblume auch auf einer Höhe von 2.000 und mehr Metern, auf denen im Winter mitunter eisige Temperaturen vorherrschen können. Eines Winterschutzes bedarf die Blume daher nicht, da sie als uneingeschränkt winterhart gilt und auch im nächsten Jahr wieder blüht.

Die Berg-Flockenblume als Heilkraut

In der Volksheilkunde kam die Berg-Flockenblume vor allem in der Vergangenheit in einer breitgefächerten Vielfalt an Anwendungsgebieten zum Einsatz. Ob als Abführmittel, bei Appetitlosigkeit oder bei Augenentzündungen, die Berg-Flockenblume wurde sehr vielseitig als Heilmittel verwendet. Die folgende Liste zeigt weitere Einsatzmöglichkeiten für das Heilkraut auf:

  • bei einem trägen Darm
  • bei Entzündungen
  • zur Pflege der Haut
  • als Tonika
  • bei Problemen mit der Verdauung (wie zum Beispiel bei Verstopfungen)
  • bei Wassersucht

Wenngleich die Berg-Flockenblume durch ihre abführende, adstringierende und appetitfördernde Wirkung in der Vergangenheit vor allem als verdauungsförderndes Mittel verwendet wurde, sagt man der Pflanze noch weitere Eigenschaften nach, die für die Heilkunde ebenso relevant sind. Diese charakteristischen Eigenschaften der Berg-Flockenblume lauten wie folgt:

  • harntreibend
  • menstruationsfördernd
  • hustenstillend
  • entzündungshemmend

Um die Heilwirkung der Berg-Flockenblume auskosten zu können, darf sie übrigens nicht einfach wild gepflückt werden. Denn in ihrer natürlichen Verbreitung ist die Pflanze sehr selten geworden, weshalb die Berg-Flockenblume entsprechend unter Artenschutz steht. Wer die Flockenblume im eigenen Garten aufgrund der ihr nachgesagten Heilkräfte kultivieren möchte, kann dies jedoch ohne Probleme tun. Das ehemals beliebte Heilkraut wurde in der modernen Pflanzenheilkunde ohnehin von vielen anderen Pflanzen als ehemalige Heilpflanze verdrängt und ist heute kaum mehr von Bedeutung.

Schädlinge und Krankheiten der Berg-Flockenblume

Falscher Mehltau wird für die Berg-Flockenblume vor allem dann zum Problem, wenn es über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder mehr oder minder stark regnet. Allerdings gibt es durchaus Mittel und Wege, um dies frühzeitig zu verhindern. Am besten rühren Sie dazu einen Tee aus den Blättern des Ackerschachtelhalms an. In diesem Gebräu ist Kieselsäure enthalten, die sich nicht nur stabilisierend, sondern auch kräftigend auf die Flockenblumenblätter auswirken kann.

Sofern es hingegen bereits zu einem Befall mit Mehltau gekommen ist, empfiehlt sich die Verwendung von speziellen Bio-Spritzmitteln, die im Fachhandel leicht zu bekommen sind. Außerdem ist es sinnvoll, wenn die befallenen Pflanzen bis zu ihrer Basis gekürzt werden. Dies gibt der Berg-Flockenblume die Möglichkeit, neu auszutreiben und mit gesunden Blüten und Blättern wieder in ihrem vollen Glanz zu erstrahlen. Der Befall mit Rost und Blattläusen ist bei Flockenblumen gelegentlich möglich, wobei dann die üblichen Schädlingsbekämpfungsmittel zum Einsatz kommen sollten. Im Fachhandel wird die Berg-Flockenblume sogar in einer schneckensicheren Variante angeboten.


Foto1: © M. Schuppich - Fotolia.com, Foto2: © Yakovleva - Fotolia.com

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