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Chinesisches Spaltkörbchen – Pflanzen, pflegen, schneiden und vermehren

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Das Chinesische Spaltkörbchen gehört zu den seltenen Kletterpflanzen in unserem Land. Dabei sind sie so robust, widerstandsfähig und können unter einfachen Bedingungen auch hierzulande angepflanzt werden.

Chinesisches Spaltkörbchen - pflanzen, pflegen, schneiden und vermehren
© Alex – Fotolia.com

Das Chinesische Spaltkörbchen (Schisandra chinensis) bringt Abwechslung in Ihren Garten. Damit die sommergrüne Kletterpflanze gut zur Geltung kommt, benötigt sie lediglich eine Rankhilfe. Doch das Sternanisgewächs aus Asien kann noch mehr. Die an Johannisbeeren erinnernden Früchte gelten in China als Kraftbeere schlechthin und stecken voller wertvoller Inhaltsstoffe.

Die früheste Erwähnung des Chinesischen Spaltkörbchens als Heilpflanze geht bis auf die Han-Dynastie zurück. Die Früchte sind auch als Schisandra-Beeren bekannt, werden als Tee getrunken oder zu Marmelade oder Sirup verarbeitet.

In unseren Gärten macht sich das Chinesische Spaltkörbchen noch rar. Möchten Sie dies ändern, finden Sie nachfolgend alle wichtigen Informationen rund um die attraktive und nützliche Heil- und Zierpflanze aus Fernost.

Pflanzenbeschreibung

Das Chinesische Spaltkörbchen ist eine schlingende Kletterpflanze mit schlankem Wuchs. Die langen Stiele sind von glänzenden Laubblättern besetzt. Diese sind wechselständig angeordnet und oval. Die Blüten erscheinen üppig und verbreiten einen aromatischen Duft. Ab dem zweiten Standjahr erscheinen an den traubenartigen Fruchtständen die johannisbeerähnlichen Beeren. Die Beeren sind nicht nur ein hübscher Pflanzenschmuck, sie können im Herbst geerntet und getrocknet oder roh verarbeitet werden.

Das natürliche Verbreitungsgebiet

Das Hauptverbreitungsgebiet der Pflanze liegt in China. Vorkommen sind ebenfalls in Japan und Korea zu verzeichnen. Hauptsächlich wächst die Kraftbeere rund um den Amur, in der Mandschurei oder auf den japanischen Inseln Hokkaido und Honshu.

Die Beere der fünf Geschmacksrichtungen

Die Chinesen nennen die Früchte “Wu Wei Zi”, die Beere der fünf Geschmacksrichtungen. In der Tat bieten die Früchte ein außergewöhnliches Geschmackserlebnis. Die Samen besitzen einen bitteren, scharfen und leicht salzigen Geschmack, während das Fruchtfleisch eher süßsauer schmeckt. Damit treffen fünf Geschmacksrichtungen in einer Frucht aufeinander.

Wann blüht das Chinesische Spaltkörbchen?

Etwa Ende Mai erscheinen die weißen bis hellrosa gefärbten Blüten. Die Beerenfrüchte entwickeln sich während des Sommers. Die erste Fruchtbildung setzt etwa fünf Jahre nach der Pflanzung ein. Pro Pflanze lassen sich bis zu fünf Kilogramm Obst ernten.

Die Verwendung der Kraftbeere

Die Asiaten schätzen seit tausenden von Jahren die Heilkräfte der Chinabeere. Die “Kraftbeere” enthält einen hohen Anteil an den Vitaminen A, B6, C oder E, daneben Mineralstoffe und wertvolle ätherische Öle. Die Traditionelle Chinesische Medizin schreibt den Früchten eine leistungsstärkende und regenerierende Wirkung zu. Einsatzgebiete sind unter anderem Erkältungskrankheiten, Diabetes, Depressionen, Schlaflosigkeit oder Asthma.

So pflanzen Sie das Chinesische Spaltkörbchen

❍ Standort:

Bei der Standortwahl sollte nicht vernachlässigt werden, dass die Pflanzen hoch hinaus wollen. Ausgewachsene Pflanzen werden bis zu acht Meter hoch und gehen bis zu einem halben Meter in die Breite. Jährlich legt das Chinesische Spaltkörbchen etwa 30 Zentimeter an Wuchs zu.

Bevorzugt gedeiht die Pflanze an einem halbschattigen Standort. Auch im Schatten ist die Kultivierung möglich, dies geht allerdings zu Lasten der Blüte und der Ausbildung der Früchte.

» Tipp: Werden Chinesische Spaltkörbchen in der Gruppe gepflanzt, ist ein Mindestabstand von einem halben Meter einzuhalten, damit sich die Pflanzen nicht gegenseitig behindern und damit am Wachstum hindern.

Vor der prallen Mittagssonne ist das Chinesische Spaltkörbchen zu schützen. Dies lässt sich gut bewerkstelligen, indem eine Mulchschicht auf dem Boden aufgetragen wird.

Das Chinesische Spaltkörbchen möchte sich an Mauern oder Hauswänden empor winden, schafft dies aber nicht aus eigener Kraft. Daher benötigen die Pflanzen stets eine Rankhilfe.

» Tipp: Die Wildformen des Chinesischen Spaltkörbchens sind getrennt geschlechtlich, so dass mehrere Pflanzen notwendig sind, wenn Früchte wachsen sollen. Im Handel sind aber auch selbstfruchtende Sorten erhältlich, so dass Gruppenpflanzungen nicht zwingend notwendig sind.

❍ Substrat:

Das Chinesische Spaltkörbchen stellt kaum Ansprüche an den Boden. Ein durchlässiges und nährstoffreiches Substrat bildet die ideale Wachstumsgrundlage für das Chinesische Spaltkörbchen. Das Substrat sollte nicht zu trocken sein, Staunässe ist aber zu vermeiden. Weiterhin wird ein leicht sauerer Boden toleriert und auch Kalk wird vertragen. Daher kann auch mit abgestandenem Leitungswasser gegossen werden.

❍ Pflanzanleitung:

  • Pflanzzeit beachten
  • Standort auswählen
  • Boden lockern und säubern
  • Pflanzloch ausheben
  • Pflanze wässern
  • Drainage einbauen
  • Pflanze einsetzen
  • Substrat auffüllen
  • Boden andrücken
  • Boden mulchen
  • Rankhilfe anbringen
  • Pflanze gut angießen

In Töpfen kultivierte Chinesische Spaltkörbchen können den ganzen Sommer gepflanzt werden. Werden mehrere Pflanzen eingesetzt, ist ein ausreichender Pflanzabstand einzuhalten. Die Pflanzen sollten dabei im Idealfall etwa einen Meter auseinander stehen. Ein halber Meter wird ebenfalls toleriert. Vor der Pflanzung sind die Wurzelballen zu wässern. Der Hobbygärtner taucht die Pflanzen hierfür in einen Wassereimer, bis keine Bläschen mehr aufsteigen. Damit die Pflanze vor Staunässe geschützt ist, bietet es sich an, dem Substrat bei der Pflanzung groben Sand oder Kies unterzumischen.

» Tipp: Als Schlingpflanze macht das Chinesische Spaltkörbchen nicht vor seinen Pflanznachbarn Halt und umschlingt alles, was ihm Halt verspricht. Schon allein deshalb ist ein ausreichender Pflanzabstand ein wichtiges Kriterium.

So pflegen Sie das Chinesische Spaltkörbchen

Chinesisches Spaltkörbchen Beeren
© Rubik Oleg – Fotolia.com

❍ Gießen:

Der Boden sollte nicht austrocknen und sich stets feucht anfühlen. Dabei ist darauf zu achten, dass keine Staunässe auftritt. Eine Mulchschicht kann dabei helfen, die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten. An heißen Sommertagen wird täglich gegossen. Dabei sind die Morgen- oder Abendstunden zu nutzen. In der prallen Mittagssonne würde das Gießwasser zu Verbrennungen an den Blättern führen. Das Chinesische Spaltkörbchen ist zwar kalkverträglich, sollte aber dennoch bevorzugt mit Regenwasser gegossen werden.

» Tipp: Einen Mangel an Feuchtigkeit zeigen die Pflanzen durch eine gelbe Blattfärbung an.

❍ Düngen:

Die Pflanzen können mit Beeren- oder Obstdünger versorgt werden. Eine erste Düngergabe erfolgt dabei zu Beginn des Austriebs, damit die Blütenbildung unterstützt wird. Weitere Düngergaben können im Sommer, nach der Fruchtausbildung und im Herbst vor der Winterruhe erfolgen.

❍ Rückschnitt:

Regelmäßige Schnittmaßnahmen sind beim Chinesischen Spaltkörbchen nicht notwendig. Einschreiten muss der Hobbygärtner nur, wenn ihm die Liane buchstäblich über den Kopf zu wachsen droht. Ein Rückschnitt sollte bevorzugt im Spätwinter erfolgen, noch bevor die Blütenbildung beginnt. Mit einer Rosen- oder Astschere werden alle langen Triebe und störenden Äste entfernt. Geschnitten werden sollten die Pflanzen an trockenen, aber nicht vollsonnigen Tagen. Größere Wunden am Hauptstamm sollten mit einem Wundverschlussmittel versorgt werden.

❍ Vermehrung:

Es gibt für den Hobbygärtner verschiedene Möglichkeiten, das Chinesische Spaltkörbchen zu vermehren.

Gängig sind folgende Methoden:

  • Stecklinge
  • Absenker
  • Samen

Die Vermehrung durch Stecklinge

Die Stecklingsvermehrung ist eine gängige Methode und auch für Laien gut nachvollziehbar. Es bestehen sehr gute Erfolgsaussichten, sich durch Stecklinge mehrere kräftige Jungpflanzen heranzuziehen.

Wie ist vorzugehen?

❶ Steckling schneiden
❷ Steckling in Anzuchterde setzen
❸ Steckling gleichmäßig befeuchten
❹ Steckling nach dem Austrieb umpflanzen
❺ Steckling frostfrei überwintern
❻ Steckling im Frühling auspflanzen

Als Steckling eignen sich die nicht mehr ganz jungen, bereits leicht verholzten Triebe. Diese werden auf eine Länge von etwa 20 Zentimeter gebracht. Am Steckling sollten sich mehrere Augen befinden. Eine warme Umgebungstemperatur begünstigt die Ausbildung der Wurzeln und schließlich den Neuaustrieb.

Die Vermehrung durch Absenker

Da es sich um eine Schlingpflanze handelt, sind ausreichend lange Triebe vorhanden. Ein kräftiger Trieb wird zum Boden geführt und mit einem Auge in den Boden gebracht. Die Stelle wird mit einem Stein beschwert, damit sich der Trieb nicht wieder aus dem Erdboden lösen kann. Bis sich neue Wurzeln bilden, kann es einige Zeit dauern. Daher ist es ratsam, den Absenker an der Mutterpflanze überwintern zu lassen und erst im Frühling von der Pflanze zu trennen und separat zu verpflanzen.

Die Vermehrung durch Samen

Die Vermehrung durch Aussaat gilt als relativ schwierig. In jeder Frucht sind etwa zwei bis drei Samen enthalten. Die Samen werden zunächst getrocknet und im Frühling in Pflanztöpfe gesetzt. Dabei sind die Samen nur leicht mit Erde zu bedecken. Halten Sie den Boden gleichmäßig feucht und bedecken das Pflanzgefäß mit Folie, was die Keimung beschleunigt. An einem hellen und warmen Ort werden die Samen nach einigen Wochen zu keimen beginnen. Haben die Jungpflanzen eine Höhe von etwa zehn Zentimetern erreicht, werden sie in größere Pflanzgefäße umgepflanzt, im Haus überwintert und im nächsten Frühling im Freien ausgepflanzt.

❍ Überwinterung:

Erwachsene Pflanzen im Freiland benötigen keinen Winterschutz. Die Kletterpflanze ist sehr robust und kann Temperaturen bis zu -30 Grad vertragen, ohne Schaden zu nehmen.

Jungpflanzen benötigen in den ersten drei Jahren einen Winterschutz. Es ist dabei ausreichend, wenn Sie den Boden mulchen und mit Reisig abdecken.

Der Boden der Pflanzen darf auch im Winter nicht austrocknen. Daher wird das Chinesische Spaltkörbchen an frostfreien Tagen sporadisch gegossen.

Schädlinge und Krankheiten erkennen und bekämpfen

Die Pflanzen sind robust und gut an unser Klima angepasst. Das Auftreten von Krankheiten ist nicht bekannt. Auch Schädlingsbefall kommt kaum vor. Werden Pflegefehler vermieden, sind Chinesische Spaltkörbchen äußerst robust und widerstandsfähig.

Ein Feind der Kletterpflanzen ist jedoch längere Trockenheit. Beginnen die oberen Bodenschichten auszutrocknen, fängt die Pflanze bereits an zu kränkeln und es drohen Blattverfärbungen und Blütenfall.


Foto1: © Alex - Fotolia.com, Foto2: © Rubik Oleg - Fotolia.com

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