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Eberesche vermehren: So funktioniert die Aussaat

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Ebereschen vermehren sich eigentlich selbst. Möchten Sie sie aber gezielt vermehren, können Sie zum Beispiel die Samen aussäen. Wir zeigen, wie das funktioniert.

Eberesche vermehren
© Juhku / stock.adobe.com

Ebereschen sind attraktiv und pflegeleicht. Gut an die Standortbedingungen in Mitteleuropa angepasst, gedeihen die Gewächse eigentlich in jedem Garten zwischen Nordseeküste und Allgäu. Mit ihren leuchtend orangen Beeren ist die Eberesche (Sorbus aucuparia) ein Hingucker im winterlichen Garten. Wer seinen Vogelbeerbaum vermehren möchte, kann dies über Samen tun. Dabei macht es die Eberesche dem Hobbygärtner leicht und sät sich bei idealen Standortbedingungen sogar selbst aus. Was es bei der Vermehrung des Vogelbeerbaums zu beachten gibt, erfahren Sie nachfolgend.

Die Samen von der Eberesche gewinnen

Die für die Aussaat benötigten Samen lassen sich in den Beeren finden. Allerdings würde es nicht funktionieren, die Beeren selbst direkt auszusäen. Denn im Fruchtfleisch sind bestimmte Stoffe enthalten, welche die Keimung schwierig werden lassen oder sogar komplett verhindern. Schauen wir uns daher also einmal den natürlichen Vorgang der Selbstaussaat in der Natur an: Die Vögel fressen die Beeren, inklusive der Kerne. Das Fruchtfleisch wird verdaut, die Samen werden ausgeschieden und beginnen, im Boden zu keimen.

Bei der Vermehrung der Eberesche ist das Fruchtfleisch folglich von den Kernen zu entfernen. Die Früchte werden dazu aufgeschnitten oder einfach zerdrückt. So lassen sich die kleinen schwarzen Samen herauslösen und wir können mit der Aussaat beginnen, ohne es den Vögeln gleichtun zu müssen.

Die Eberesche durch Aussaat vermehren – Schritt für Schritt

1. Samen gewinnen
2. Samen in Erde setzen
3. warm und hell aufstellen
4. gleichmäßig feucht halten
5. Keimung abwarten

Die Samen werden, wie beschrieben, aus den Beeren herausgelöst. Hat man die kleinen schwarzen Samen gewonnen, können diese sofort ausgesät werden. Hierfür wählt der Hobbygärtner möglichst ein flaches Pflanzgefäß. Die Samen werden auf dem Substrat verteilt und leicht mit Erde bedeckt. Anschließend sollte die Pflanzschale einen hellen und warmen Standort erhalten. Die Keimung lässt sich beschleunigen, indem das Pflanzgefäß mit einer Abdeckung aus Plastik oder Glas versehen wird.

Tipp: Die Abdeckung über dem Pflanzgefäß sollte regelmäßig gelüftet werden, damit es nicht zu Schimmelbildung kommt.

Die Samen sind gleichmäßig feucht zu halten. Die Erde darf auch oberflächlich nicht austrocknen. Vermeiden Sie es aber, mit der Gießkanne zu arbeiten. Dies führt häufig dazu, dass die Samen durch den Wasserdruck wieder ausgeschwemmt werden. Verwenden Sie dagegen einen Wassersprüher, erfolgt die Bewässerung schonend und gleichmäßig.

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Ein warmer Fensterplatz begünstigt die Keimung. An einem idealen Standort können sich bereits nach einigen Wochen die ersten Keime zeigen. Je nach Standort und Jahreszeit der Aussaat kann sich die Keimung auch verzögern und Sie werden einige Monate Geduld haben müssen. Es gilt also, die Hoffnung nicht aufzugeben. In der Regel keimt die Eberesche recht zuverlässig.

Vermehrung per Aussaat – alles Wichtige im Überblick

ArbeitsschrittErläuterung
Samen gewinnen Die Samen werden direkt aus den Früchten gewonnen.
Da bestimmte Stoffe im Fruchtfleisch die Keimung verzögern oder verhindern können, ist das Fruchtfleisch von den Kernen zu lösen.
Pflanzgefäß auswählen Die Samen werden in eine flache Pflanzschale gesetzt.
Eine zusätzliche Abdeckung aus Plastik oder Glas schafft ein für die Keimung förderliches Mikroklima.
Samen einbringen Die Samen werden großflächig eingestreut und leicht mit Substrat bedeckt.
Anschließend wird gut angegossen.
Standort wählenDie Samen keimen schneller, wenn das Pflanzgefäß hell und warm aufgestellt wird.
Erfolgt die Keimung im Haus, steigert dies die Chancen einer erfolgreichen Vermehrung.

Eberesche vermehrt sich auch von allein

Augen auf – Vermehrung einmal anders

Sie besitzen keinen eigenen Vogelbeerbaum und Ihnen ist es eigentlich auch zu umständlich und langwierig, die Vermehrung mit Hilfe von Samen durchzuführen? Dann gehen Sie doch einfach mit offenen Augen durch die Natur. Da sich der Vogelbeerbaum selbst aussät, werden Sie bei Waldspaziergängen nicht selten junge Pflanzen finden. Jungpflanzen lassen sich noch recht gut umsetzen. Daher könnten Sie die kleinen Bäumchen theoretisch ausgraben und im eigenen Garten anpflanzen.

Tipp: Holen Sie sich vorher die Erlaubnis von Waldbesitzer ein. Dabei kann es sich um eine Privatperson, eine Kommune, das Land oder den Bund handeln.

Nachwuchs im eigenen Garten

Bei näherer Betrachtung des Vogelbeerbaums im eigenen Garten werden sich häufig Wurzelsprosse finden lassen. Es wachsen also bereits neue Pflänzchen aus dem Wurzelstock der Mutterpflanze heran. Diese können im Frühling, wenn sich bereits neues Laub gebildet hat, ausgestochen und an einem neuen Standort direkt eingesetzt werden.

Was passiert mit den jungen Pflanzen?

Nach erfolgreicher Keimung werden Sie vermutlich erstaunt sein, welch rasantes Wachstum den Keimlingen eigen ist. Zeigen sich neben den ersten beiden Keimblättern weitere Blattpaare, werden die Pflänzchen in separate Pflanzgefäße umgesetzt.

Tipp: Wählen Sie die kräftigsten Pflanzen für die weitere Kultivierung aus.

Haben Sie die Pflanzen im zeitigen Frühjahr herangezogen, können die jungen Ebereschen den Sommer bereits im Freien verbringen. Etwa ab einer Wuchshöhe von 20 Zentimetern kann ausgepflanzt werden.

Tipp: Ein Auspflanzen im Herbst wäre nicht ratsam. Den jungen Pflanzen bliebe vor dem Winter nicht mehr ausreichend Zeit, um ihre Wurzeln hinreichend zu entwickeln.

Wichtige Fragen zur Vermehrung im Überblick

Wann sollte die Eberesche vermehrt werden?

Für die Aussaat bieten sich der Spätwinter oder das zeitige Frühjahr an. Dann können die Jungpflanzen im Sommer ausgepflanzt werden und ihnen bleibt genügend Zeit, um bis zum Winter ein stabiles Wurzelsystem auszubilden.

Welches Substrat soll für die Aussaat verwendet werden?

Hierbei zeigt sich die Eberesche wenig wählerisch. Sie können die Samen in normale Gartenerde oder auch in Anzuchterde setzen.

Wie lange dauert die Keimung?

Dies ist von verschiedenen Faktoren abhängig. An einem hellen und warmen Standort keimen die Samen nach etwa drei Wochen. Sind die Bedingungen weniger günstig, kann es auch mehrere Monate dauern, bis sich die ersten Keimlinge zeigen.

Warum keimen meine Samen nicht?

Dies kann verschiedene Ursachen haben. Wahrscheinlich wurden die Kerne nicht hinreichend vom Fruchtfleisch befreit. Im Fruchtfleisch der Vogelbeere sind Stoffe enthalten, welche die Keimung behindern können.

Wann kann ich die Jungpflanzen ins Freie setzen?

Wenn die Pflänzchen ausreichend entwickelt sind und wenn es die Jahreszeit erlaubt. Eine junge Pflanze vor dem Winter auszupflanzen, wäre keine gute Idee. Die Eberesche ist zwar winterhart, benötigt aber in jedem Fall in der kalten Jahreszeit ein stabiles Wurzelsystem. Ist die Pflanze etwa 20 Zentimeter groß, kann sie in einen Kübel gesetzt werden oder darf im Sommer auch direkt ins Freiland.

Wohin soll ich das Bäumchen setzen?

Die Wahl des Standortes will gut überlegt sein, denn besonders ältere Pflanzen möchten nicht mehr umgesetzt werden. Bedenken Sie bei der Wahl des Standortes, die Bäume können zehn Meter an Wuchshöhe erreichen. Eine Vogelbeere steht gern allein. Der Abstand zu anderen Bäumen sollte drei bis vier Meter betragen. Je sonniger der Standort gewählt, wird, umso üppiger werden sich die Blüten und Früchte zeigen.

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