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Echeverie vermehren – 4 Möglichkeiten vorgestellt

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Die Echeverie zu vermehren ist ein Kinderspiel. Dazu gibt es 4 Möglichkeiten, wobei jede ihre Vor- und Nachteile hat.

Echeverie vermehren - 4 Möglichkeiten vorgestellt
© miss_mafalda – Fotolia.com

Die Echeverie ist eine der beliebtesten Sukkulenten. Sie bringt Abwechslung ans Blumenfenster, ist sehr pflegeleicht, nimmt kleine Pflegefehler nicht übel und kann sogar im Sommer auf Balkon und Terrasse ihre Beobachter begeistern.

Wer Gefallen an der Pflanze findet und mit dem Gedanken spielt, diese hübsche und unkomplizierte Pflanze zu vermehren, findet nachfolgend hilfreiche Tipps und Ratschläge, wie sich die exotischen Sukkulenten erfolgreich heranziehen lassen.

Die Vermehrung der Echeverie (Echeveria agavoides)ist auf folgende Art und Weise möglich:

  • Teilung
  • Ableger
  • Blattstecklinge
  • Samen

Vermehrungsmöglichkeiten näher erläutert

Vermehrung durch Teilung

Hat der Hobbygärtner eine Rosette in ein Pflanzgefäß gesetzt und dieses an einen sonnigen Standort am Blumenfenster oder im Freien positioniert, wird er nach dem Sommer häufig seinen Augen nicht trauen. Es ist nicht bei einer Rosette geblieben. Zahlreiche kleine Pflanzen haben sich dazugesellt und füllen den Pflanztopf aus.

Die Vermehrung durch Teilung ist die einfachste Methode, denn der Hobbygärtner muss nur wenige Handgriffe aufwenden, um vollwertige Pflanzen zu erhalten, die, separat verpflanzt, wie die Mutterpflanze weiter kultiviert werden können.

Vermehrung durch Teilung Schritt für Schritt erklärt

❶ Pflanze aus dem Pflanzgefäß entnehmen
❷ Erde gut abschütteln
❸ kleine Blattrosetten vorsichtig abtrennen
❹ Wurzeln schonen
❺ Jungpflanzen in separate Pflanzgefäße setzen
❻ wie gewohnt kultivieren

Um die Pflanze teilen zu können, muss sie aus dem Pflanzgefäß entfernt werden. Wird die Erde weitgehend abgeschüttelt, lassen sich die Wurzeln gut erkennen. Die Wurzeln dürfen nicht verletzt werden, während die kleinen Blattrosetten von der Mutterpflanze getrennt werden. Die Pflanzen lassen sich mehrfach teilen. Es sollte in jedem Fall ein ausreichend stabiles Wurzelwerk vorhanden sein, damit die Jungpflanzen auch separat gut anwachsen. Rosetten mit ausreichend Wurzeln werden in separate Pflanzgefäße gesetzt und leicht bewässert. Man erhält sofort vollwertige Pflanzen, die sich, wie von der Mutterpflanze gewohnt, weiter kultivieren lassen.

Vermehrung durch Ableger

Bevor Ableger gewonnen werden, sind von der Blattrosette die unteren Blätter zu entfernen. Diese könnten ansonsten auf der feuchten Erde zu faulen beginnen. Die Stiele der Rosette werden auf eine Länge von zirka zwei Zentimeter zurückgeschnitten.

» Tipp: Ableger sind keine selbstständigen Pflanzen. Sie wachsen direkt aus der Rosette, ähneln optisch bereits der Mutterpflanze, besitzen jedoch noch keine eigenen Wurzeln.

Vermehrung durch Ableger Schritt für Schritt erklärt

❶ untere Blätter der Rosette entfernen
❷ Stiele der Rosette auf zirka zwei Zentimeter zurückschneiden
❸ Ableger in Pflanzgefäß setzen
❹ Erde leicht anfeuchten
❺ Aufbringung von Quarzsand fördert Wurzelbildung
❻ Pflanzgefäß hell aber nicht vollsonnig aufstellen
❼ Substrat leicht feucht halten

Die Ableger werden in ein mit Substrat gefülltes Pflanzgefäß gesetzt. Die Wurzelbildung kann durch die Aufbringung einer Schicht Quarzsand auf das Substrat gefördert werden. Der Ableger findet im feuchten Substrat so auch besseren Halt. Die Pflanzgefäße werden an einem hellen Standort platziert. Die pralle Sonne ist bei der Anzucht von Ablegern zu vermeiden. Gegossen wird mäßig. Das Substrat sollte leicht angefeuchtet, aber nicht komplett nass erscheinen.

» Tipp: Die Bewurzelung verlangt nicht viel Geduld. Bereits nach etwa drei Wochen sind die Ableger erfolgreich bewurzelt.

Vermehrung durch Blattstecklinge

Nicht jede Echeverie macht es dem Hobbygärtner leicht und bildet fleißig Seitenrosetten aus. Wer die Pflanze dennoch vermehren möchte, kann dies mit Hilfe von Blattstecklingen tun. Wie der Name bereits verrät, wird für diese Art der Vermehrung lediglich eines der dicken, fleischigen Blätter gebraucht.

Vermehrung durch Blattstecklinge Schritt für Schritt erklärt

❶ gesundes und kräftiges Blatt auswählen
❷ Blatt von der Mutterpflanze trennen
❸ Steckling in Pflanzschale einbringen
❹ Substrat leicht anfeuchten
❺ Substrat mit Quarzsand abdecken
❻ Steckling hell aber nicht vollsonnig aufstellen
❼ mäßig gießen

Als Steckling kann ein gut entwickeltes Blatt dienen. Dieses kann von allen Pflanzenteilen abgetrennt werden. Auch Blütentriebe können genutzt werden. Dies ist besonders bei Arten sinnvoll, die nur wenige Blätter ausbilden. Dabei handelt es sich um strauchförmig wachsende Arten. Das Blatt sollte mit einem besonders scharfen Messer abgetrennt werden. So entsteht eine glatte Schnittkante.

» Tipp: Ausgefranste Schnittkanten schaden der Pflanze und bieten Bakterien und Schädlingen eine Eintrittspforte.

Für die Anzucht kann eine flache Schale verwendet werden. Diese sollte mit für Sukkulenten geeignetem Substrat gefüllt sein, wie z.B. dieses hier. Die Erde wird mit einer Schicht Quarzsand oder Perlite abgedeckt. Dies schützt den Steckling vor dem Faulen und fördert die Ausbildung der Wurzeln. Die Stecklinge müssen nicht abgedeckt werden und sind an einem hellen, aber vor praller Sonneneinstrahlung geschützten Standort aufzustellen.

Nach etwa drei Wochen bekommt der Steckling Wurzeln, was auf eine geglückte Vermehrung hinweist. Wer die bewurzelte Stelle im Auge behält, wird bald darauf erkennen können, dass sich dort eine kleine Pflanze entwickelt. Nun wird etwas mehr gegossen. Die Erde sollte immer leicht feucht sein und darf nicht austrocknen.

Nach weiteren sechs bis acht Wochen ist die junge Pflanze weit genug entwickelt, um an einen sonnigen Standort umzuziehen und wie eine vollwertige Pflanze kultiviert zu werden.

Vermehrung durch Samen

Wer sich über einen Blütenregen freuen durfte, der kann auch Samen gewinnen. Nun bietet es sich an, die Vermehrung durch Aussaat auszuprobieren. Damit die Vermehrung durch Samen gelingt, gilt es einiges zu beachten. Wenn auch die Echeverie in zahlreichen Arten vorkommt, die Vorgehensweise bei der Aussaat bleibt immer gleich.

Vermehrung durch Samen Schritt für Schritt erklärt

❶ Samen gewinnen
❷ Pflanzschale vorbereiten
❸ Substrat einfüllen
❹ Erde wässern
❺ Erde mit Quarzsand abdecken
❻ Samen auf dem Quarzsand verteilen
❼ Saatschale abdecken
❽ Pflanzgefäß hell aufstellen

Die Pflanzschale wird zunächst mit Substrat gefüllt. Dieses wird gut angefeuchtet. Auf die Pflanzerde wird eine Schicht Quarzsand aufgebracht. Damit dieser leicht feucht erscheint, sollte er mit einem Pflanzensprüher leicht besprüht werden. Die Samen werden nun auf den Quarzsand gelegt, ohne mit Erde bedeckt zu werden. Damit die Feuchtigkeit konstant bleibt, ist die Saatschale mit Folie oder einer Glasscheibe abzudecken.

Die Keimzeit beträgt etwa zwei Wochen und ist abhängig von der Pflanzenart. Daher ist es ratsam, bei der Vermehrung verschiedener Arten auf separate Pflanzgefäße zurückzugreifen. Das Pflanzgefäß ist hell und bei Zimmertemperatur aufzustellen. Für die Vermehrung bieten sich das Frühjahr und der Frühsommer an. Setzt die Keimung ein, wird die Abdeckung etwas angehoben, damit Frischluft zu den Keimlingen vordringen kann.

» Tipp: Ausreichende Belüftung ist wichtig, damit es nicht zu Pilzbefall kommt.

Im ersten Standjahr sollten die Sämlinge vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Im zweiten Standjahr werden die jungen Pflanzen umgepflanzt und dürfen einen sonnigen Standort erhalten.

Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden

VermehrungVorteileNachteile
Teilung
  • Lässt sich schnell und einfach durchführen.
  • Man erhält vollwertige Pflanzen.
  • Mutterpflanze muss ausreichend entwickelt sein.
Ableger
  • Es können leicht auch mehrere Pflanzen herangezogen werden.
  • Nicht alle Arten bilden Ableger.
  • Bei der Anzucht müssen einige Besonderheiten hinsichtlich des Substrats beachtet werden.
Blattstecklinge
  • Es wird nur ein gut entwickeltes Blatt benötigt, um eine neue Pflanze heranzuziehen.
  • Es dauert etwa zwei Monate, bis sich eine Jungpflanze entwickelt hat.
Samen
  • Der Samen kann selbst aus bestehenden Blühpflanzen gewonnen werden.
  • Anzucht ist recht langwierig.

Foto1: © miss_mafalda - Fotolia.com

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