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Esskastanien sammeln und zubereiten

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Esskastanien können Sie von September bis Dezember sammeln. Mit Röstkastanien oder Suppen sind die Zubereitungsmöglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft.

Esskastanien
© Printemps / stock.adobe.com

Im Herbst ist Kastanienzeit. Kinder verfüttern die glänzenden Früchte an die Rehe oder basteln lustige Männchen daraus. Doch Kastanien können auch den Speisezettel von uns Menschen bereichern. Dabei gilt es, Unterschiede zu machen. Während die weit verbreitete Rosskastanie ungenießbar ist, bieten sich Esskastanien als vielseitiges Nahrungsmittel nicht nur zur Weihnachtszeit an.

Esskastanien zählen zu den Edelkastanien und stammen aus dem Schwarzmeerraum. Sie werden gemeinhin als Maronen bezeichnet. Doch zwischen Esskastanien und Maronen gibt es einige Unterschiede. Im Folgenden klären wir auf, woran man Esskastanien erkennt und verraten, was sich daraus zubereiten lässt.

Esskastanien erkennen

Bei einem Herbstspaziergang werden wir meist auf Rosskastanien stoßen. Die Esskastanie besitzt zwar Ähnlichkeit zu den ungenießbaren Rosskastanien, beide Früchte sind jedoch nicht miteinander verwandt. Esskastanien gehören zu den Buchengewächsen. Damit ist die Esskastanie wie die Bucheckern zu den Nüssen zu zählen.

Hierzulande sind etwa 20 unterschiedliche Kastaniensorten verbreitet. Es ist wichtig, die Unterschiede zu kennen. Rosskastanien sollten dabei lediglich als Bastelmaterial dienen.

Achtung: Unreife Rosskastanien sind leicht giftig.

Esskastanien sind auch mit den Maronen nicht zu verwechseln, wobei dies weniger problematisch wäre, denn essbar und schmackhaft sind beide.

Esskastanien sind klein und eher rundlich. In einer stachligen Hülle können sich bis zu drei Früchte verbergen. Ein sicheres Erkennungszeichen ist die Hülle. Diese ist viel weicher und feiner als bei einer Rosskastanie. Die Stacheln sind deutlich länger und dichter und ebenfalls viel feiner ausgeprägt.

Welche Unterschiede bestehen zwischen Esskastanien und Maronen?

Häufig werden Esskastanien und Maronen in einem Atemzug genannt. Es gilt jedoch, Unterscheidungen zu treffen. Esskastanien und Maronen sind zwei unterschiedliche Arten von Edelkastanien. Die Marone wurde aus der Esskastanie herausgezüchtet.

Maronen sind deutlich größer als Esskastanien. Sie lassen sich leichter schälen und besitzen einen intensiveren süßlich-nussigen Geschmack. Daher finden wir heiße Maronen auch häufig auf Weihnachtsmärkten im Angebot.

Maronen lassen sich auch an ihrer herzartigen Form erkennen. Die rotbraune Schale besitzt eine dreieckige Unterseite. Esskastanien sind deutlich kleiner und von komplett runder Form.

Beide Edelkastanien sind von einer stacheligen grünen Hülle umgeben. Die Hülle der Esskastanie besitzt deutlich mehr lange und feine Stacheln.

Unterschiede auf einen Blick

UnterscheidungskriteriumEsskastanieMarone
Form
  • klein
  • rund
  • größer
  • herzförmig
Schale
  • weich
  • viele weiche Stacheln
  • härter
  • weniger und festere Stacheln
Geschmack
  • leicht süßlich
  • weniger aromatisch
  • aromatisch
  • nussig
  • süß

Wann können Esskastanien gesammelt werden?

Esskastanien können ab Ende September gesammelt werden. Häufig dauert die Saison bis in den Dezember hinein. Die reifen Früchte fallen aus ihren Hüllen und werden einfach vom Boden aufgesammelt.

Ob es sich um frische Früchte handelt, die zum Verzehr geeignet sind, kann ganz einfach getestet werden:

  • Kastanien in lauwarmes Wasser legen
  • Kastanien sinken auf den Boden = frische Früchte
  • Kastanien bleiben an der Oberfläche = alte und ungenießbare Früchte

Wer keine Esskastanien in freier Natur findet, kann sie zwischen September und März auch im Supermarkt erwerben. In Konservenform oder als Püree werden Esskastanien ganzjährlich angeboten.

Wie lassen sich Esskastanien verwenden?

Röstkastanien – der Klassiker

Röstkastanien
Die Kastanien sind fertig geröstet, wenn sich die eingeschnittene Schale nach außen wölbt – © Hetizia / stock.adobe.com

Esskastanien werden meist geröstet genossen und unterscheiden sich dabei nicht von den Maronen. Das Fruchtfleisch ist von einer Samenhaut und einer verholzten Schale umgeben. Vor der Zubereitung wird die Schale auf ihrer gewölbten Seite kreuzförmig eingeschnitten.

Tipp: Werden die Esskastanien vor dem Rösten in heißem Wasser eingeweicht, lassen sie sich leichter einschneiden und bleiben im Backofen saftiger.

Esskastanien lassen sich bei 180 bis 200 Grad rösten. Die Dauer der Zubereitung variiert mit der Größe der Nussfrüchte. Etwa eine Viertelstunde dürfte ausreichen. Biegt sich die Schale nach außen, ist dies ein Zeichen, dass der Röstvorgang abgeschlossen ist.

Die gerösteten Esskastanien werden nach dem Erkalten geschält. Dabei wird nicht nur die äußere Schale entfernt. Auch die pelzige Samenhaut ist nicht zum Verzehr geeignet. Nach deren Entfernung kann das Fruchtfleisch genossen werden.

Weitere Zubereitungsmöglichkeiten

Sollen Esskastanien zu Suppen oder Püree verarbeitet werden, ist das Vorkochen der Nussfrüchte erforderlich. Nach einer Kochzeit von etwa zehn Minuten lassen sich die Kastanien schälen und entsprechend weiterverarbeiten.

Aufgrund des süßlichen und leicht nussigen Geschmacks bietet sich die Esskastanie auch als Zutat für Kuchen und Desserts an.

Während wir Deutschen der Esskastanie noch etwas zurückhaltend gegenüberstehen, gelten die Italiener als Vorreiter einer vielfältigen und kreativen Verwendung der Nussfrüchte. Sie zaubern Pasta mit Kastanien, Kastaniensuppe, Eis oder Marmelade. In Frankreich sind „Marrons glacés“, karamellisierte Esskastanien bei Gourmets gefragt. Auf Korsika schätzen Feinschmecker frisch gebrautes Kastanienbier.

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