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Goldlärche Bonsai vermehren: 2 Möglichkeiten im Vergleich

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Wenn Sie Ihre Goldlärche als Bonsai vermehren möchten, haben Sie zwei Möglichkeiten. Wir zeigen Ihnen, welche das sind und wie Sie sie richtig umsetzen.

Goldlärche Bonsai vermehren
© Schwoab/ stock.adobe.com

Während sich die Goldlärche (Pseudolarix amabilis) in ihrer natürlichen Größte selbst in Botanischen Gärten nur schwer vermehren lässt, können Bonsai-Züchter dabei recht gute Erfolge verbuchen. Wer bereits über ein Mini-Bäumchen verfügt, kann durch die direkte Vermehrung sicherstellen, das die Jungpflanze die Eigenschaften der Mutterpflanze mitbringt. Dies ist zum Beispiel bei der Vermehrung durch Aussaat nicht immer gegeben.

Was es bei der Vermehrung der Goldlärche als Bonsai zu beachten gibt und wie dabei Schritt für Schritt vorzugehen ist, kann nun nachgelesen werden.

Zwei Möglichkeiten der Vermehrung

Die Goldlärche kann mit Hilfe folgender Methoden vermehrt werden:

  • Stecklinge
  • Pfropfen

Stecklingsvermehrung – Unkompliziert und einfach

Die Japaner nennen die Stecklingsvermehrung “Sashiki”. Bei der Bonsaizucht ist die Stecklingsvermehrung besonders beliebt. Wer bereits eine Pflanze besitzt kann so preiswert und unkompliziert neue Pflänzchen heranziehen.

Tipp: Gegenüber der Anzucht aus Samen erlangt ein Steckling einen Wachstumsvorsprung von bis zu einem Jahr.

Steckling gewinnen

Der Steckling wird ganz einfach von den Goldlärchen geschnitten. Dabei sollte auf eine Länge von fünf bis zehn Zentimetern geachtet werden. Die Stecklinge können bis zu einem halben Zentimeter an Umfang besitzen.

Tipp: Bei größeren Stecklingen sinkt die Chance auf eine erfolgreiche Bewurzlung.

Richtiger Zeitpunkt für die Stecklingsvermehrung

Da es sich bei der Goldlärche zwar um keine Lärche im eigentlichen Sinne, aber um einen Nadelbaum handelt, kann die Stecklingsvermehrung an zwei unterschiedlichen Zeitpunkten beginnen. Stecklinge können sowohl zwischen Juli und August, als auch im Herbst und Winter, zwischen Oktober und Januar, geschnitten werden.

Eine Besonderheit bei der Stecklingsvermehrung von Nadelbäumen ist das Reißen der Stecklinge. Die an der Basis bereits gut verholzten Triebe werden vom Ast gerissen. Dabei ist gewollt, dass die Rinde Risse bekommt. Dies verschafft dem Steckling im Pflanzgefäß mehr Halt.

Tipp: Beschränken Sie sich auf verholzte Stecklinge. Fließt durch die Äste zu viel Pflanzensaft, werden diese kaum Wurzeln bilden.

Stecklingsvermehrung Schritt für Schritt

Goldlärche Bonsai - Stecklingsvermehrung
© abet / stock.adobe.com
1. Pflanzgefäß auswählen
2. Drainageschicht einbringen
3. Substrat einfüllen
4. Steckling einsetzen
5. Erde gut andrücken
6. Steckling bewässern
7. Wurzelbildung abwarten

Zunächst wählen Sie ein Pflanzgefäß aus. Hierfür eignet sich eine Bonsaischale ebenso wie ein herkömmlicher Blumentopf. Allerdings ist auf ausreichend Abzugslöcher für das Gießwasser im Gefäßboden zu achten.

Damit es nicht zu Staunässe kommt und die Stecklinge absterben, bietet sich eine Drainageschicht auf dem Gefäßboden an. Hierfür geben Sie auf den Topfboden Kies, Tonscherben oder ein anderes grobes Material. Die Drainageschicht wird mit herkömmlicher Bonsaierde abgedeckt.

Tipp: Das Substrat sollte eher nährstoffarm beschaffen sein. Dadurch wird der Steckling zur Wurzelbildung animiert.

Setzen Sie den Steckling in die Erde und drücken diese leicht an. Halten Sie das Substrat immer leicht feucht. Achten Sie aber darauf, dass der Steckling nicht zu viel Nässe abbekommt.

Das Pflanzgefäß sollten Sie warm und hell aufstellen. Besonders wichtig ist Bodenwärme, also ein Aufstellort in Heizungsnähe oder am warmen Südfenster. Wird über das Pflanzgefäß eine Plastikhülle gestülpt, entsteht ein Treibhauseffekt, welcher die Wurzelbildung anregt. Der Steckling sollte etwa einen Zentimeter weit in das Erdreich reichen.

Sie werden sich einige Monate gedulden müssen, bis sich die ersten Wurzeln bilden und der Steckling austreibt.

Was passiert mit den jungen Pflanzen?

Bis sich ein Bonsai erziehen lässt, werden einige Jahre vergehen. Die Goldlärche wird wie gewohnt kultiviert und in zweijährigen Abständen umgepflanzt. Das Umpflanzen wird jeweils zum Anlass genommen, um die Wurzeln zu beschneiden. Diese werden zirka um ein Drittel gekürzt. Die Pfahlwurzel wird vollständig entfernt. Dann bekommt der spätere Bonsai in der flachen Pflanzschale einen sicheren Halt. Hat das Bäumchen die gewünschte Form und Größe erreicht, erfolgt das Umsetzen in die Bonsaischale und es werden regelmäßige Formschnitte durchgeführt, damit die kleine Goldlärche ihre Wuchsform behält.

Vermehrung durch Pfropfen

Das Pfropfen, von den Japanern als “Tsugiki” bezeichnet, ist bei Bonsaifreunden ebenfalls weit verbreitet, gehört jedoch in die Hände von erfahrenen Gärtnern. Beim Pfropfen geht es darum, eine aus Wurzeln und einem Stammstück bestehende Unterlage mit dem Reis, dem oberen Stammbereich mit den dort befindlichen Ästen, zusammen wachsen zu lassen. Diese Technik ist auch von Obstbaumkulturen bekannt, um zwei Pflanzen in einer interessanten Kreuzung heranzuzüchten.

Bei der Bonsaizucht wird gepfropft, um Äste zu ergänzen, Wurzeln hinzuzufügen oder einen neuen Baum zu züchten.

Wann sollte gepfropft werden?

Für die meisten sommergrünen Gewächse sind Frühling und Sommer der ideale Zeitpunkt für diese Technik. Da es sich bei der Goldlärche eigentlich um eine Kiefernart handelt, sollten die Wintermonate für die Pfropfung bevorzugt werden.

Goldlärche pfropfen – Schritt für Schritt

Seitenpfropfen

❶ Reis auswählen
❷ Unterlage einschneiden
❸ Reis zuschneiden
❹ Reis einfügen
❺ Reis und Unterlage verbinden

Zunächst wird das Reis ausgewählt. Dabei handelt es sich im konkreten Fall um ein Wurzelstück oder einen Ast, welcher an anderer Stelle neu anwachsen soll. Die Größe des Reises sollte fünf Zentimeter nicht überschreiten. Die Unterlage wird nun leicht eingeschnitten. Benutzen Sie dafür ein flaches und scharfes Messer und achten darauf, nicht zu tief in das Holz zu schneiden.

Das Reis wird am unteren Ende keilförmig zugeschnitten und sollte in den Einschnitt der Unterlage passen. Das Reis sollte genau auf der Unterlage aufliegen und diese mit seiner rindenlosen Seite berühren. Damit Reis und Unterlage gut zusammenhalten, werden dünner Draht oder ein elastisches Band benutzt. Nach etwa zwei Monaten wird das Reis zu wachsen beginnen.

Das Band sollten Sie erst nach etwa einem Jahr entfernen.

Spitzenpfropfen

❶ Unterlage wählen
❷ Reis zuschneiden
❸ Reis und Unterlage fixieren

Als Unterlage dient in diesem Falle ein weniger als fünf Millimeter starker Stumpf. Dieser wird in einer Höhe von etwa zehn Zentimetern waagerecht abgeschnitten. Das Reis sollte dünner sein und nur etwa die halbe Länge der Unterlage umfassen. Mit einem etwa zwei Zentimeter tiefen Schnitt spalten Sie die Unterlage in zwei Hälften. Das Reis wird keilförmig zugeschnitten und in den Spalt geschoben. Wenn Reis und Unterlage sich deckungsgleich berühren, wird die Fixierung ebenfalls wieder mit Draht oder Band durchgeführt.

Nach etwa einem Jahr kann die Fixierung entfernt werden. Die Unterlage wird an der Stelle der Pfropfung sichtbar dicker erscheinen, als der übrige Stamm. Dies verwächst sich mit den Jahren weitgehend.

Arten der Vermehrung mit ihren Vor- und Nachteilen

Art der VermehrungVorteileNachteile
Stecklinge
  • leicht zu schneiden
  • einfache Methode
  • gute Erfolgsaussichten
  • Pflanze muss vorhanden sein
  • Erziehung zum Bonsai erst nach einigen Jahre möglich
Pfropfen
  • vielseitige Methode
  • bewährte Methode im Gartenbau
  • gute Anwachsgarantie
  • langwierig
  • aufwendig
  • weniger für Laien geeignet

Foto1: © Schwoab/ stock.adobe.com, Foto2: © abet / stock.adobe.com

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