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Grillanzünder selber machen – 3 umweltfreundliche Alternativen vorgestellt

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Grillanzünder selber machen
© WoGi – Fotolia.com

Mit Grillanzündern lässt sich der Grill leichter in Gang bringen. Selbstgemacht sind sie sogar umweltfreundlich. Woraus sich ganz schnell und einfach Grillanzünder selbst herstellen lassen, erfahren Sie hier.

Tausende von Menschen können es Jahr für Jahr kaum abwarten, dass die ersten Sonnenstrahlen die Grillsaison einläuten. Dabei geht es nicht nur um den Genuss von frisch zubereitetem Fleisch und Gemüse. Das besondere Feeling tritt nur in Verbindung mit der Zubereitung im Freien auf. Diese Art von Naturverbundenheit geht vermehrt Hand in Hand mit einem wachsenden Bewusstsein für die eigene Gesundheit und die Umwelt.

So achtet man auf die Herkunft des Grillguts und ist wachsam bei der Entsorgung der anfallenden Abfälle. Doch bereits beim Entfachen der Glut für den Grill werden meist Grillanzünder verwendet, deren Inhaltsstoffe diesem neuen Umweltbewusstsein entgegenstehen. Eine prima Alternative sind hier selbst hergestellte Grillanzünder. Aber auch für den Notfall sind diese eine gute Alternative. Grillabend geplant und keine Grillanzünder mehr im Haus? Probieren Sie doch einmal die folgenden Anleitung aus.

Grillanzünder aus Abfallprodukten herstellen

Grillanzünder selbst herstellen aus Eierkarton
© Christian Holdermann – Fotolia.com

Leere Eierkartons und Kerzenstummel mögen die meisten bereits zu Hause haben. Wenn man dann noch Sägespäne hinzufügt, sind bereits alle Zutaten für einfache und chemiefreie Grillanzünder zur Hand. Sägespäne darf man sich meist in der Schreinerei mitnehmen oder wo auch immer mit Holz gearbeitet wird. Alternativ zu den Spänen eignet sich auch Einstreu. Wer Kleintiere hält, hat das jederzeit im Haus, ansonsten ist es günstig in Discountern und im Zoofachhandel erhältlich.

Die Herstellung ist denkbar einfach und eignet sich auch bestens für ein paar Bastelstunden mit größeren Kindern. So kann gleich auch spielerisch das Umweltbewusstsein des Nachwuchses erweckt oder gefördert werden. Natürlich lassen sich die selbst hergestellten Grillanzünder auch gut verschenken oder eben zu einer Einladung zum Grillen mitbringen.

Man nehme:

  • leere Eierkartons
  • Kerzenstummel
  • Sägespäne oder Einstreu
  • einen (alten) Topf oder ein feuerfestes Gefäß
  • einen etwas größeren Topf

Anleitung:

SchrittHinweis
Kerzenstummel erhitzenZunächst werden die Kerzenstummel vorsichtig im Wasserbad erhitzt. Dafür wird ein Topf mit etwas Wasser gefüllt und ein zweiter, gerne älterer Topf, in den ersten gehängt. Wahlweise können hierfür auch ein feuerfestes Gefäß oder eine spezielle Wasserbadschale benutzt werden. Letztere werden einfach in den Topf gestellt.
Zweites Gefäß befüllenAnschließend wird das zweite Gefäß, also der kleine Topf, das Glas oder die Schale, mit den Kerzenstummeln bestückt.
Wasser erhitzenNun wird das Wasser im Topf auf Temperatur gebracht. Hierbei ist zu beachten, dass eine niedrige bis maximal mittlere Temperatur vollkommen ausreichend ist. Das Wasser sollte nicht zum Kochen gebracht werden.
Eierkartons mit Sägespänne befüllenWährend das Wachs langsam schmilzt, können die Sägespäne in die Aussparungen des Eierkartons gedrückt werden. Dabei ist es ausreichend, die einzelnen Mulden nur etwa zu 75 Prozent zu füllen, da das Wachs auch noch etwas Platz benötigt.
Wachs darüber gießenZum Schluss wird das geschmolzene Wachs über die Sägespäne gegossen. Das Wachs sollte vollkommen flüssig und frei von Klumpenresten sein. Die richtige Menge ist erreicht, wenn die Sägespäne es gut aufsaugen konnten und ordentlich verklebt sind.

Grillanzünder aus Tannenzapfen selbst herstellen

Grillanzünder selbst herstellen aus Tannenzapfen
© Nicolas Larzul – Fotolia.com

Noch besser eignen sich Grillanzünder aus Tannenzapfen. Sie geben zwar ein leichtes Aroma an die Holzkohle ab, was aber den Geschmack des Grillguts nicht negativ beeinträchtigt. Allerdings sollten den Zapfen nicht allzu viel Harz anhaften. Diese Anzünder sind wesentlich ansehnlicher als solche aus Eierkartons. Ihre Optik darf tatsächlich schon als dekorativ bezeichnet werden, womit auch sie sich hervorragend als Geschenk eignen.

Für die Herstellung der Grillanzünder aus Zapfen werden folgende Materialien benötigt:

  • Tannenzapfen
  • Reisig
  • Kordel oder Schnur aus Naturfasern

Auch das Selbermachen dieser Variante der Grillanzünder ist eine schöne Gelegenheit für Bastelstunden mit Kindern. In diesem Fall dürfen sogar die Allerkleinsten mithelfen.

» Tipp: Schon das Sammeln der Tannenzapfen bereitet Groß und Klein Freude und lädt zu Gesprächen über die wundervolle Natur und deren Schutz ein.

Anleitung:

Einfach den Reisig um den Zapfen herum anordnen, bis dieser rundum umschlossen ist. Sein jeweils oberes und unteres Ende bleiben hierbei offen. Dann hübsch mit der Naturschnur umwickeln, damit alles gut hält. Dadurch entsteht zudem die bezaubernde Optik. Fertig!

Grillanzünder aus Holzwolle herstellen

Grillanzünder herstellen aus Holzwolle
© heikoknaack – Fotolia.com

Alternativ und blitzschnell gemacht ist die Variante mit Holzwolle. Diese Grillanzünder geben keinerlei Gerüche an die Holzkohle ab und überzeugen durch ihre Effizienz.

Folgende Materialien werden für die Blitzvariante der Grillanzünder benötigt:

  • Dünne Holzstäbe der Tanne
  • Holzwolle
  • Schnur aus Naturfasern

Anleitung:

Drei der Stäbchen kreuz und quer und rundherum mit der Holzwolle umwickeln und mit der Schnur zusammenbinden.

» Hinweis: Bei allen Varianten ist darauf zu achten, dass die trockenen Materialien wirklich komplett durchgetrocknet sind.

Fazit: Selbstgemachte Grillanzünder punkten in jeder Hinsicht

Seine Anzünder für den Grill in Eigenregie herzustellen ist in jeder Hinsicht lohnenswert. Ganz oben auf der Liste steht hier sicher der Umweltaspekt. Aber auch der Geldbeutel freut sich, denn die meisten der benötigten Materialien kosten nichts. Der Zeitaufwand ist minimal bis überschaubar und lässt sich prima in einen Bastelnachmittag integrieren.

Aber auch den Nachbarn freut’s. Viele der im Handel erhältlichen Anzünder qualmen, rußen und riechen stark. Das kann schnell zu Nachbarschaftsstreitigkeiten führen. Mit den eigens hergestellten Modellen ist das kein Problem mehr. Wenn man dem Nachbarn dann noch einen der ansehnlichen Anzünder über den Zaun reicht, kann man ihn im Idealfall gleich noch von dieser umweltschonenden Variante überzeugen.

Die Grillsaison ist vorbei und es sind noch Anzünder übrig? Kein Problem! Auch in den kalten Monaten erweisen sie sich als hilfreich, wenn man sie einfach als Anzünder für den Kamin weiterverwendet.


Foto1: © WoGi - Fotolia.com, Foto2: © Christian Holdermann - Fotolia.com, Foto3: © Nicolas Larzul - Fotolia.com, Foto4: © heikoknaack - Fotolia.com

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