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Gurken: Krankheiten erkennen und Bekämpfen

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Wer Gurken anbaut, muss damit rechnen, dass sich hin und wieder Krankheiten und Schädlinge breit machen können. Wie Sie sie erkennen und bekämpfen können, erfahren Sie hier.

Gurken krankheiten erkennen und bekämpfen
Der Flasche Mehltau greift vor allem Salatgurken an

Gurken stammen ursprünglich aus subtropischen Regionen, deshalb brauchen sie in unseren Gärten viel Wärme. Sollte der Sommer kühl ausfallen, dann können die Pflanzen durchaus anfällig für verschiedene Krankheiten werden.

Deshalb werden sie von vielen Hobbygärtnern doch lieber im wärmeren Gewächshaus angebaut. (Lesetipp: Gurken im Gewächshaus pflanzen – Tipps zum Anbau) Aber nicht nur das Klima spielt eine entscheidende Rolle, es gibt auch verschiedene andere Ursachen, die Krankheiten und Schädlinge hervorrufen können.

Wir stellen heute die wichtigsten Gurkenkrankheiten vor, erläutern die Schadbilder und geben Tipps zur Bekämpfung.

Die 8 häufigsten Gurkenkrankheiten

1. Der Echte Mehltau

Erkennen
Beim Echten Mehltau handelt es sich um eine in Gärten leider weit verbreitete Pilzerkrankung, auch Gurken im Gewächshaus bleiben davon nicht verschont, verantwortlich dafür sind zwei unterschiedliche Erreger. Zuerst entwickelt sich das Schadbild auf der Oberfläche der Blätter, die Pilze saugen die Nährstoffe regelrecht aus ihnen heraus. Die weißen Flecken werden größer und verschmelzen zusehends miteinander, bis die komplette Blattoberfläche mit einem weißen Belag überzogen ist. Die Blätter trocknen aus, werden braun und sterben dann ab.

Ist der Befall sehr stark, ist der Pilz auch an den Stängeln zu finden. Wind und Zugluft sorgen dafür, dass sich diese Pilzsporen verbreiten. Die Erreger können auch auf Pflanzenresten überleben. Der große Unterschied zu anderen Pilzarten ist, dass der Echte Mehltau besonders gut bei trockener und warmer Witterung gedeiht.

Bekämpfen
Mit chemischen Mitteln sollte man die Erkrankung lieber nicht bekämpfen, denn dadurch werden auch die Gurken ungenießbar. Sie können die Bekämpfung mit Hausmitteln versuchen. Geben Sie 100 ml Milch in 900 ml Wasser und besprühen Sie die Pflanzen damit. Auch Knoblauchzehen können eine Möglichkeit sein dem echten Mehltau den Kampf anzusagen. Dazu drei Knoblauchzehen hacken und sie mit 500 ml kochendem Wasser übergießen. Nach dem Abkühlen werden die Knoblauchzehen herausgefischt und die Gurkenpflanzen mit der Brühe besprüht.

Vorbeugen
Damit das Risiko von Echtem Mehltau so gering wie möglich ist, kaufen Sie am besten nur widerstandsfähige Sorten.

2. Der Falsche Mehltau

Erkennen
Der Falsche Mehltau vergreift sich vor allem an Salatgurken oder Einlegegurken, die im Garten oder im Gewächshaus angebaut werden. Sie erkennen ihn an hellgrünen bis gelb-braunen Flecken auf den Blättern der Pflanzen, die sich besonders in den Sommermonaten zeigen. Wenn Sie die Blätter umdrehen, erkennen Sie auf der Unterseite einen grau-violetten Belag.

Bekämpfen
Der Falsche Mehltau kann sich extrem schnell ausbreiten, nach und nach werden die befallenen Pflanzen gelb und sterben ab. Damit der Falsche Mehltau nicht auf alle Pflanzen übergreift, sollten Sie befallene Pflanzenreste sofort vernichten.

Vorbeugen
Um der Erkrankung vorzubeugen, sollten Sie beim Kauf auf widerstandsfähige Sorten achten. Im Gewächshaus sollten Sie hohe Luftfeuchtigkeit vermeiden und deshalb regelmäßig lüften.

3. Grauschimmel

Erkennen
Auch der Grauschimmel wird von einem Pilz ausgelöst, der auch auf herabgefallenem Laub überdauern kann. Durch den Flug von Sporen kann sich der Schimmel ausbreiten, vor allem wenn die Luftfeuchtigkeit länger recht hoch ist oder wenn sich nachts Tau auf den Pflanzen bildet. Sie sehen dann auf den Blättern, den Stängeln und an den Ansätzen der Früchte einen grauen, samtigen Belag.

Bekämpfen/Vorbeugen
Um dem Pilz vorzubeugen sollten Sie nur die Erde wässern, niemals die Blätter und Stängel der Gurkenpflanzen. In Gewächshäusern ist es wichtig, dass Sie regelmäßig lüften. Entsorgen Sie befallene Pflanzenteile sofort im Restmüll.

Vermeiden Sie es die Pflanzen abends zu gießen. Die entstehende Feuchtigkeit kann so in der Nacht nicht ordnungsgemäß entweichen. Auch Mittel zu Pflanzenstärkung sollten Sie unbedingt vermeiden, da sie den Geschmack der Gurke erheblich beeinflussen. Sorgen Sie lieber regelmäßig für eine Portion Dünger, um die Pflanze zu kräftigen. Tipps dazu finden Sie im Beitrag Gurken düngen – So steigern Sie Ihren Ertrag. Beim Pflanzen von Gurken unbedingt darauf achten, dass ausreichend Platz zwischen den einzelnen Pflanzen vorhanden ist.

4. Die Sclerotinia-Welke

Erkennen
Es gibt einige Welken, die bei Gurken vorkommen können. Eine darunter ist die Sclerotinia-Welke. Diese befällt überwiegend Gurken im Gewächshaus. Auch Paprika, Tomaten und Salat werden davon befallen. Die Ansteckung kann durch Sporen erfolgen. Der Pilz zeigt sich als weißer, wolliger Belag auf den Stängeln der Gurkenpflanzen, die dann beginnen zu faulen.

Obwohl die Gurken ausreichend mit Wasser versorgt werden, kommt es zur Welke. Später sind auch die Früchte mit einem flaumigen Belag überzogen. Kurz darauf erkennen Sie dann kleine, schwarze Kügelchen darin.

Bekämpfen/Vorbeugen
Die Sclerotinia-Welke lässt sich nicht so leicht bekämpfen, daher ist es wichtig, dass es erst gar nicht soweit kommt. Beugen Sie dem Pilz vor, indem Sie vor allem hohe Feuchtigkeit vermeiden, da er sich hier besonders schnell verbreitet. Achten Sie darauf, dass die Blätter nicht längere Zeit nass sind. Also niemals abends gießen und auch immer nur die Erde wässern.

5. Andere Welken bei Gurkenpflanzen

Erkennen
Es gibt verschiedene Pilze, die zum Welken der Pflanzen führen können, obwohl man sie ausreichend wässert. Sobald die Pflanze oberirdisch abstirbt, beginnen auch die Wurzeln zu faulen. Sie erkennen an den Stängeln das Pilzgeflecht, auch die Blätter verfärben sich zunehmend braun und sterben ab. Die Pilze können auch im Boden viele Jahre überleben und sich auf Pflanzenresten festhalten und so zu neuen Infektionen führen.

Vorbeugen
Um den Welken vorzubeugen, können Sie junge Gurkenpflanzen auf den Feigenblattkürbis veredeln, um sie zu stärken. (Lesetipp: Gurken veredeln – So wird’s gemacht) Sobald eine Pflanze von der Welke befallen ist, sollten Sie die komplette Pflanze entfernen und über den Restmüll entsorgen.

6. Bakterielle Weichfäule

Erkennen
Bei der Weichfäule handelt es sich um bakterielle Erreger, die sich an den jungen Gurkenpflanzen vergreifen. Nicht nur Gurken werden davon befallen, sondern auch viele andere Gemüsesorten, denn die Erreger sind im Boden sehr weit verbreitet. Sobald Verletzungen vorhanden sind, zum Beispiel durch Fraß oder das Abfallen der Blüten können die Bakterien in die Gurken eindringen, diese werden von innen heraus zersetzt, obwohl die Schale noch intakt ist.

Bekämpfen/Vorbeugen
Chemisch können Sie die Weichfäule nicht bekämpfen. Einzig allein das Vernichten der befallenen Pflanze sorgt dafür, dass die Erreger sich nicht auf andere Pflanzen ausbreiten. Auch hier ist es enorm wichtig, dass Sie die Gurken immer von unten Gießen, nie die Blätter.

7. Eckige Blattfleckenkrankheit

Erkennen
Bei der Blattfleckenkrankheit handelt es sich auch um eine bakterielle Infektion, bei der es schon durch das Saatgut zur Übertragung kommen kann. Gerade bei sommerlichen Temperaturen und feuchter Witterung kann es zur Ausbreitung der Erreger kommen. Die Erreger überdauern auch im Boden und dringen dann durch Verletzungen in die Gurkenpflanzen ein. Sie erkennt die Erkrankung an gelblichen Flecken auf der Oberfläche der Blätter. Ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch, bilden sich an der Unterseite der Blätter Schleimtropfen.

Die Flecken fließen mit der Zeit ineinander und werden braun, es kommt zum Vertrocknen und Einreißen der Blätter. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann sich der Befall auch auf die Gurken ausbreiten, die dann faulen.

Vorbeugen
Um der Eckigen Blattfleckenkrankheit vorzubeugen, sollten Sie im Gewächshaus regelmäßig lüften. Im Garten ist auf einen regelmäßigen Fruchtwechsel zu achten, denn die Blattfleckenkrankheit befällt nur Kürbisgewächse. Lag ein Befall vor, sollten Sie an der gleichen Stelle wenigstens drei Jahre keine Pflanzen aus dieser Familie anbauen.

8. Gurkenmosaik-Virus

Erkennen
Für die Übertragung des Gurkenmosaik-Virus sind kleine Blattläuse verantwortlich. Die Übertragung geschieht innerhalb kürzester Zeit, denn es gibt sehr viele Wirtspflanzen. Nach etwa 10 bis 14 Tagen zeigen sich die ersten Anzeichen. Liegen die Temperaturen unter 20 Grad kommt es zum Welken, bei mehr als 24 Grad zeigen sich die typischen Mosaik-Flecken. Es kann aber auch vorkommen, dass diese beiden Erscheinungen auch Hand in Hand ineinander übergreifen.

Es handelt sich meistens um helle Scheckungen, die sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können, was vom jeweiligen Virus-Stamm abhängt. Auch an den Gurken können sich diese Scheckungen zeigen, außerdem bilden sich hier warzenartige Gebilde. Gut ist, dass der Virus auf abgestorbenen Pflanzenteilen nicht überleben kann.

Bekämpfen/Vorbeugen
Da die Blattläuse das Virus übertragen, müssen diese Schädlinge frühzeitig bekämpft werden. Am besten entscheiden Sie sich beim Kauf gleich für robuste Gurkensorten.


Foto1: © By Christian Hummert (Ixitixel) (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

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