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Neuer Trend Indoor-Gärtnern – alles zum Homegrowing

Sie möchten Gemüse und Kräuter anbauen, haben aber keinen Garten oder möchten Sie das ganze Jahr hindurch frische Salate aus eigener Anzucht? Dann probieren Sie Homegrowing aus. Erfahren Sie in diesem Artikel alles übers Indoor-Gärtnern.

Pflanzen in Growbox.
Ideale Wachstumsbedingungen für Pflanzen dank Homegrowing. © Александра Шинкарева / stock.adobe.com

Immer mehr Menschen entdecken die Lust am Gärtnern. Sei es, um einige der vielen Chili-Sorten zu testen oder einfach nur, um selber frisches Gemüse zu ziehen. So ist der Statistik zu entnehmen, dass der Anteil der Menschen, die in ihrer Freizeit gärtnern, stetig steigt.

Doch nicht jeder hat das Glück, ein eigenes Grundstück oder einen eigenen Garten bewirtschaften zu können oder genug Platz auf dem Balkon zu haben. Für sie gibt es dank Homegrowing dennoch die Möglichkeit, nach Belieben zu gärtnern. Doch was ist Homegrowing genau?

Mit Homegrowing ist Indoor-Gärtnern gemeint, also gärtnern im Haus bzw. in der Wohnung. Dabei ist Homegrowing viel mehr als nur die Anzucht von Gemüsesamen auf der Fensterbank. Es beinhaltet die Möglichkeit, Pflanzen von der Anzucht bis zur Ernte im Haus zu belassen, ohne diese später ins Freiland umzusetzen.

Pflanzen brauchen Luft, Licht, Wasser, Wärme und Nährstoffe, um zu gedeihen. Homegrowing berücksichtigt all diese Punkte und schafft ein ideales Klima fürs Pflanzenwachstum. So kann ganz unabhängig von äußeren Gegebenheiten effektiv in geschlossenen Räumen gegärtnert werden. Je umfangreicher die Ausstattung ist, desto automatisierter laufen die Prozesse wie belüften, bewässern und beleuchten ab.

Belüftung für Growbox.
Belüftung für ideales Klima in der Growbox. © contentdealer / stock.adobe.com

Die Homegrowing-Grundaussttattung

Um das eigene Gemüse von der Anzucht bis zur Ernte komplett im Haus anzubauen, benötigen Sie eine Grundausstattung. Was diese beinhaltet, schauen wir im Folgenden mal an.

Growbox

Growboxen sind meist quadratische Zelte in unterschiedlichen Grundmaßen, die an eine wasserdichte Bodenwanne anschließen und mit bis zu 2 Meter Höhe den Pflanzen genug Platz zum Wachsen bieten. Kleinere Growboxen haben ein Grundmaß von 30 x 30 cm und eine geringere Höhe von ungefähr 60 – 80 cm, größere Growboxen haben eine Grundfläche von bis zu 2 x 2 Metern und darüber hinaus. An den Seitenwänden befinden sich verschließbare Fenster sowie die Möglichkeit, einen Schlauch für die Abluft zu montieren. An der Zeltdecke können zudem spezielle Pflanzlampen angebracht werden.

Pflanzlampen

Viele Gärtner kennen das Problem: Die Sämereien auf der Fensterbank wollen im Frühjahr trotz Wärme und genügend Feuchtigkeit nicht recht gedeihen oder aber sie schießen spindeldürr in die Höhe. Das liegt am fehlenden Licht, denn im Februar und März sind die Tage doch noch recht kurz. Abhilfe schaffen entsprechende Pflanzlampen, die in die Growboxen gehängt werden.

Welche Pflanzlampe für Sie infrage kommt, hängt davon ab, ob Sie nur Jungpflanzen aufziehen möchten oder die Pflanzen bis zur Ernte im Haus belassen wollen. Denn die Pflanzen haben je nach Wachstumsstadium unterschiedliche Lichtbedürfnisse bzw. kann man die Pflanzen mit dem richtigen Lichtspektrum in ihren Wachstumsphasen optimal unterstützen.

Belüftung

Wie in kleinen Zimmergewächshäusern auch bildet sich in Growboxen schnell ein ganz eigenes Klima. Da nicht jede Pflanze beispielsweise hohe Luftfeuchtigkeit verträgt, können Ventilatoren, Frischluftzufuhr und Ablufttransport für Abhilfe sorgen. Das ist besonders dann praktisch, wenn man berufstätig ist und tagsüber nicht manuell lüften kann.

Für den Einsteiger ist es sicherlich leichter, ein Komplett-Set zu kaufen. Gut ausgestattete Komplett-Sets gibt es beispielsweise bei Growland – Growshop für homegrow. Diese beinhalten neben der eigentlichen Growbox auch Zubehör wie Beleuchtung, Heizung und Bewässerung, sodass gleich mit dem Gärtnern begonnen werden kann. Wer sich ausführlich mit Homegrowing befasst, findet dort zudem allerlei nützliches Zubehör wie Töpfe, verschiedene Erden oder auch Zeitschaltuhren, die das Gärtnern im Haus sehr komfortabel gestalten.

Erde und Dünger

Die richtige Pflanzerde ist grundsätzlich wichtig, egal ob man sich dem Indoor- oder Outdoor-Gärtnern verschrieben hat. Die Auswahl der richtigen Erde und Dünger richtet sich nach dem, was angebaut wird. Anzuchterde darf zum Beispiel nicht zu nährstoffhaltig sein, sonst schadet sie den Pflanzen mehr, als dass sie nützt.

Pflanzen in Anzuchterde.
Auch beim Homegrowing auf die richtige Erde achten. © Andreas / stock.adobe.com

Wenn die Pflanzen die ganze Saison über in der Growbox bleiben sollen, ist regelmäßiges Nachdüngen wiederum wichtig, um maximale Erträge zu erzielen.

Bewässerung

Bewässern kann man die Pflanzen mit jeder Sprühflasche oder kleineren Gießkanne. Vor allem die gerade ausgetriebenen Jungpflanzen profitieren von der Sprühflasche, da sie unter dem Wasserstrahl der Gießkanne oft umknicken.

Wem das tägliche, teils mehrmalige Bewässern zu aufwendig ist, kann auf spezielle Bewässerungssysteme für die Growboxen zurückgreifen. Diese versorgen die Pflanzen optimal mit der richtigen Wassermenge. So können auch größere Abwesenheitszeiten wie Urlaub gut überbrückt werden.

Growboxen vielfältig nutzen

Growboxen können völlig unabhängig von äußeren Einflüssen ganzjährig genutzt werden. Mit einer frühen Anzucht kann man das Gartenjahr um einige Wochen vorverlegen. So können auch Pflanzen, die bei uns aufgrund verschiedener Umstände sonst nicht geerntet werden können, gut wachsen und ausreifen.

Im Frühjahr kann man Gemüsesorten wie Paprika, Tomaten, Chilis und Physalis vorziehen und in der Growbox keimen lassen. Pflanzen, die später ins Freie kommen, können dann herausgenommen und in größere Töpfe gesetzt werden. Aber auch Pflanzen, die in der Growbox verbleiben, benötigen einen größeren Topf zum Weiterwachsen.

» Tipp: Wichtig ist, darauf zu achten, dass Pflanzen mit ähnlichen Ansprüchen an die Keimtemperatur zusammenstehen. Die entsprechenden Keimtemperaturen sind in Anzucht- oder Aussaatkalendern angegeben.

Ganzjährig können Salate und Kräuter in der Growbox stehen, die vor allem im Winter frisches Grün auf den Teller bringen. Aber auch Saisongemüse wie Tomaten und Paprika können dank der modernen Technik im Herbst und Winter geerntet werden, wenn sie im Freiland schon längst erfroren wären. Dazu sollte man sich mit der Technik wie auch den Pflanzenbedürfnissen vertraut machen, um unter anderem die richtige Belichtungsdauer und Wärme einzustellen.

Frau pflanzt frische Kräuter.
Frische Kräuter das ganze Jahr hindurch. © vegefox.com / stock.adobe.com

Growboxen können natürlich auch zum Überwintern von Pflanzen genutzt werden. Die Physalis sei hier stellvertretend genannt, die im Spätsommer ausgegraben und in einen großen Topf gesetzt werden kann, um sie dann in einer Growbox zu überwintern. So entfällt im folgenden Frühjahr die mühselige Neuaussaat.

Vorteile und Nachteile im Überblick

Vorteile Nachteile
+ Die Gartensaison kann vorgezogen und verlängert werden – Gleichzeitiger Anbau nur von Sorten mit ähnlichen Bedürfnissen möglich
+ Variable Nutzung (Anzucht, Überwinterung,…) – Investition in eine Grundausstattung
+ Gärtnern auch ohne entsprechenden Garten möglich – Monatliche Folgekosten (Strom für Heizung und Belüftung, Wasser)
+ Konstantes Klima erleichtert die An- und Aufzucht

Fazit

Growboxing ist eine tolle Alternative für alle, die gärtnern möchten, aber kein entsprechendes Land zur Verfügung haben. Ebenso lässt sich damit das Gartenjahr verlängern und effektiver nutzen. Allerdings sollten im Vorfeld neben den Kaufkosten auch die Folgekosten bedacht werden, damit es bei der nächsten Stromabrechnung nicht zu einer bösen Überraschung kommt.

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