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Kugelrobinie schneiden: Tipps zu Zeitpunkt und Durchführung

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Ihre charakteristische Form erhält die Kugelrobinie durch entsprechende Schnittmaßnahmen. Wir zeigen Ihnen, welche das sind und wie Sie diese durchführen.

Kugelrobinie pflanzen
© osiris59 – Fotolia.com

Kugelrobinien (Robinia pseudoacacia ‘Umbraculifera’) sind ein gefragter Mittelpunkt im Hausgarten. Die Bäume sind auf Grund ihrer geringen Wuchshöhe auch für kleinere Gärten geeignet. Als anspruchsloses Gewächs benötigt die Kugelrobinie nur wenig Pflegeaufwand. Bei optimaler Pflege und den entsprechenden Schnittmaßnahmen bildet die Kugelrobinie ihre charakteristische kugelförmige Krone aus. Welche Schnittmaßnahmen für die Bäume empfohlen werden und wie dabei vorzugehen ist, erfahren Sie im Folgenden.

Tipp: Die Kugelrobinie unterscheidet sich nicht nur auf Grund der geringen Wuchshöhe von der herkömmlichen Robinie, die Bäumchen weisen auch keine Dornen auf und lassen die Blüte vermissen.

Kugelrobinie schneiden

Bevorzugt sollte die Kugelrobinie im Spätwinter oder im Spätherbst geschnitten werden. Wenn Sie die Schere ansetzen, darf die Pflanze noch nicht frisch ausgetrieben haben. Ein Schnitt sollte ebenso keinesfalls erfolgen, wenn Frost herrscht. Fällt das Thermometer, besteht die Gefahr, dass die Äste beim Schnitt brechen .

Wird die Kugelrobinie zu spät geschnitten und der Austrieb hat bereits begonnen, blutet die Pflanze stark, dass heißt, es tritt vermehrt Pflanzensaft aus. Damit verliert die Pflanze lebensnotwendige Nährstoffe.

Tipp: Die Kugelrobinie wird bevorzugt im Spätwinter geschnitten, damit sich die Pflanze bis zum Neuaustrieb im Frühling ausreichend regenerieren kann.

Schnittmaßnahmen

Die Bäume wachsen besonders in der Anfangsphase recht schnell und können bei Bedarf auch während der Wachstumsperiode einen leichten Verschönerungsschnitt erhalten, zum Beispiel, wenn Äste abgebrochen sind und die Kronenform darunter leidet. Geschnitten wird die Kugelrobinie auch, wenn sie von Krankheiten oder Schädlingen befallen ist. Unabhängig von der Jahreszeit sind alle befallenen Pflanzenteile zu entfernen, um einen weiteren Ausbruch der Krankheit zu verhindern.

Die folgenden drei Schnittmaßnahmen können durchgeführt werden:

  • Auslichten
  • Einkürzen
  • Rückschnitt

➟ Auslichtungsschnitt

Auslichtungsschnitt
© Daniel Strautmann – Fotolia.com

Hat der Baum eine rundliche Krone ausgebildet, ist gesund und gut gewachsen, ist ein Auslichtungsschnitt vollkommen ausreichend, denn die Kugelrobinie muss nicht zwingend regelmäßig geschnitten werden.

So gehen Sie vor:

  • kleinere Zweige abschneiden
  • unmittelbar am Ansatz schneiden
  • ggf. Wundverschlussmittel verwenden

Beim Auslichten der Krone kürzt der Hobbygärtner lediglich kleinere Zweige, welche beschädigt sind und die Wuchsform der Krone beeinträchtigen. Arbeiten Sie dabei direkt am Ansatz und entfernen Sie die Äste komplett. Am Stamm sollten also keine Stummel von den gekürzten Ästen zurückbleiben. Sie können bei dieser Gelegenheit auch gesundes Astmaterial entfernen, wenn dadurch die Wuchsform der Kugelrobinie beeinträchtigt wird. Achten Sie auf eine gleichmäßige Verteilung des Astwerkes, damit sich ein ansprechendes Gesamtbild ergibt.

Die Schnittkanten sollten gerade und sauber ausfallen. Dies kann nur mit entsprechend scharfen Messern oder Scheren geschehen. Ausgefranste Schnittränder schwächen die Pflanze und machen sie angreifbar für Krankheiten oder Schädlinge. Sind größere Wundflächen entstanden, sollten Sie ein Wundverschlussmittel einsetzen.

➟ Krone einkürzen

Besitzt die Krone nicht mehr ihre kugelrunde Form und Sie entdecken im Kronenbereich einige Schadstellen, sollte die Krone durch Einkürzen neu geformt werden. Hierfür kürzen Sie den gesamten Kronenbereich um mindestens 2/3. Da die Kugelrobinie sehr gut schnittverträglich ist, kann nach Bedarf auch stärker eingekürzt werden.

So gehen Sie vor:

  • Äste mindestens um 2/3 kürzen
  • Kronenform neu herausarbeiten
  • eventuell Austrieb nachträglich entfernen

Der Rückschnitt sollte immer über einem schlafenden Auge erfolgen. Dies erleichtert der Pflanze den Neuaustrieb. Wenn Sie Äste kürzen, die bereits einen beachtlichen Umfang erreicht haben, kann es vorkommen, dass diese Äste nach dem Rückschnitt vermehrt austreiben. Ist dies der Fall, entfernen Sie den Austrieb im Nachhinein, um die natürliche Ausbildung der Kronenform zu fördern.

➟ Radikaler Rückschnitt

Hat die Krone ihre Form verloren, sei es durch Krankheit, durch Windbruch oder durch jahrelang vernachlässigte Pflege, sollten Sie einen kompletten Rückschnitt in Erwägung ziehen. Der radikale Rückschnitt erfolgt allerdings nicht ohne Risiko, denn der Baum könnte absterben.

So gehen Sie vor:

  • über der Veredelungsstelle zurückschneiden
  • einige Stummel belassen
  • Triebe regelmäßig entfernen
  • Ausbildung der Kugelform verfolgen

Der Rückschnitt hat immer über der Veredelungsstelle zu erfolgen. Wird dies versäumt, kommt es zu einem erneuten Austrieb der Unterlage. Die gewünschte kugelige Krone wird dann nicht ausgebildet. Nach dem Austrieb werden weitere Schnittmaßnahmen erforderlich, denn es müssen zu dicht stehende Triebe entfernt werden, damit die angestrebte Kugelform der Krone sich wieder ausbildet.

Schnittmaßnahmen im Überblick

SchnittmaßnahmeBesonderheiten
AuslichtenBeim Auslichten werden nur alte oder kranke Äste entfernt. Dabei sollte immer direkt am Ansatz zurückgeschnitten werden. Es dürfen keine Stummel übrig bleiben.
Einkürzen Bei kleineren Schäden im Kronenbereich wird das Einkürzen der Triebe um mindestens 2/3 empfohlen. Der Baum kann so wieder gleichmäßig austreiben. Das Zurückschneiden direkt über schlafenden Augen fördert den Austrieb.
Kompletter Rückschnitt Ist die Krone nachhaltig geschädigt, sollte der Baum komplett zurückgeschnitten werden. Es ist immer oberhalb der Veredlungsstelle zurückzuschneiden. Wird diese Stelle verletzt, verliert die Robinie ihre Kugelform. Nach dem Rückschnitt werden regelmäßig zu eng stehende Triebe gekürzt, damit sich die Krone ausbilden kann.

Schnittmaßnahmen nach Schäden oder bei Krankheit

Werden die Kugelrobinien im Garten an besonders zugigen Ecken gepflanzt, kann es häufig zu Windbruch kommen. Die Äste brechen und die typische Kronenform geht nicht selten verloren. Der Hobbygärtner entscheidet anhand des Schadbildes selbst, welche der beschriebenen Schnittmaßnahmen notwendig werden.

Bei Krankheit sollten alle befallenen Pflanzenteile radikal zurückgeschnitten werden. Belassen Sie, wenn möglich, einige kräftige und gesunde Äste zurück. Dies fördert die Neugestaltung der Krone.


Foto1: © osiris59 - Fotolia.com, Foto2: © Daniel Strautmann - Fotolia.com

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