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Was ist ein Laubenpieper?

Beim Begriff „Laubenpieper“ könnte man denken, es handelt sich dabei um eine Vogelart. Die Bedeutung ist jedoch eine völlig andere.

Laubenpieper
„Laubenpieper“ ist eine spöttische Bezeichnung für Schrebergärtner – © Christina Kohnen / stock.adobe.com
Um den Begriff des Laubenpiepers zu erklären, muss man wissen, was genau eine Laube ist. Als Laube wird bezeichnet:

  • ein Unterstand, der zwar ein Dach hat, aber keine Wände
  • in ihm dürfen Gartengeräte untergebracht werden
  • sie ist nicht größer als 24 Quadratmeter
  • hin und wieder darf ein Tisch oder Stühle in ihr aufgestellt werden
  • dauerhaft aufhalten darf sich in ihr jedoch niemand

Die Gesetzeslage in Deutschland ist hier sehr genau. Die Laube darf nicht mehr als 24 Quadratmeter Grundfläche besitzen. Hierin ist auch ein eventuell vorhandener Freisitz mit einbegriffen. Wenn jemand sich dauerhaft in ihr aufhält, wird sie als Wohnraum bezeichnet und unterliegt somit weiteren gesetzlichen Regelungen.

Prinzipiell kann es sich bei der Laube um ein Gartenhäuschen, einen Freisitz oder einer Kombination aus beidem handeln. Oftmals findet man sie in einem sogenannten Schrebergarten.

Tipp: Verwechseln Sie die Laube nicht mit einer Datsche. Hierbei handelt es sich um ein Wochenendhaus mit Garten.

Wie entstand die Idee zum Schrebergarten?

Zeitlich ist es nicht klar definiert, wann der erste Schrebergarten entstanden ist. Jedoch gab es zur damaligen Zeit viele Menschen, die sich abseits der Innenstadt ein kleines Fleckchen Natur suchten und dort einen Garten errichteten. Hier konnten sie Gemüse anbauen, ihre Freizeit verbringen und die Ruhe genießen.

Den Namen „Schrebergarten“ prägte Moritz Schreber. Der aus Leipzig stammende Hochschullehrer und Arzt wurde von vielen Schrebergärtnern verehrt, weswegen sie auch die Bezeichnung des „Schrebergärtners“ für sich entwickelten.


Wie kam es zum „Laubenpieper“?

Im Zuge der Entstehung der Schrebergärten gab es manche Menschen, die sich aufgrund ihres Eigenheims für eine bessere Schicht innerhalb der Gesellschaft hielten. Schrebergärtner, die ihr eigenes Gemüse anbauten und auch noch die Gelegenheit hatten, in ihrem Garten Ruhe zu finden, wurden daher umso mehr verspottet.

Auf diesem Weg entstand auch der sogenannte „Laubenpieper“. Dieser Begriff dient einzig und alleine dazu, sich über die Menschen lustig zu machen, die eine Gartenlaube besitzen. Häufig sind es gut situierte Städter, die diesen Begriff auch heute noch gebrauchen, um derlei Menschen zu verspotten.

Häufig spricht aus ihnen jedoch ein gewisser Neid, da sich der Schrebergärtner in seinem eigenen Garten einen Platz schafft, der nicht nur schön gestaltet ist, sondern sie auch ein gewisses Maß an Ruhe finden und zudem noch ihr eigenes, wohlschmeckendes Gemüse anbauen können.

Vorteile einer Gartenlaube

Während der Begriff des Laubenpiepers eigentlich grundsätzlich abwertend gemeint ist, gibt es dagegen jedoch einige Vorteile, die sich ein Schrebergärtner zunutze macht:

  • Er hat nur sehr geringe Investitionskosten für das Grundstück, die in kurzer Zeit wieder aufgebracht sind.
  • Er kann in seinem Kleingarten Gemüse anbauen, das nicht mit Pestiziden belastet ist.
  • Zudem bot die Gartenlaube den Bauern in der Vergangenheit bei wirtschaftlichen Engpassen noch immer gewisse Erträge dank des selbstgezogenen Gemüses.

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