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Maulbeerbaum – 6 beliebte Sorten vorgestellt

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Der Maulbeerbaum ist durch den kompakten Wuchs und der zahlreichen Früchte ein absoluter Liebling im Garten. Doch Vorsicht – Baum ist nicht gleich Baum. Von ihm gibt es verschiedene Sorten.

Maulbeerbaum Sorten
© Pornpimon – Fotolia.com

Der Maulbeerbaum, auch Morus genannt, wurde schon vor hunderten von Jahren zahlreich angebaut und genutzt. Zum einen liegt das an seinen Him- und Brombeer-ähnlichen Früchten, die im Sommer in großer Zahl geerntet werden können, zum anderen wegen seines ansehnlichen Wuchses mit dekorativem Blätterdach. Der recht vielseitige Maulbeerbaum ist heute in vielen verschiedenen Sorten erhältlich, die aus der Zucht und Kreuzung der ursprünglichen Sorten, der weißen und schwarzen Maulbeere, entstanden sind. Welche der über zehn Maulbeerbaum-Arten es Wert sind, beim Kauf in Erwägung gezogen zu werden, und welche Besonderheiten die Varianten mitbringen, berichten wir nachfolgend ausführlich.

Geschichte zum Maulbeerbaum

Der zu den Moraceae gehörende Maulbeerbaum hat eine lange Geschichte und macht sich durch seine Herkunft, sowie Lebensart nicht nur für Hobby-Gärtner sehr interessant. Ursprünglich vorzufinden war der Maulbeerbaum nämlich in Asien, mit der Zeit wurde er aber auch in Europa zahlreich kultiviert. Vor allem die Griechen und Römer setzten häufig auf den Maulbeerbaum, zum einen, weil er wegen seines knorrigen Stammes und der dekorativen Baumkrone als Weise angesehen und daher verehrt wurde, zum anderen, weil seine Früchte als Delikatesse galten, von der man sich vor allem Gesundheit versprach.

Unter anderem wurde der Maulbeerbaum, vor allem die weiße Maulbeere, als Futterpflanze für Seidenraupen angepflanzt, um der immer größer werdenden Nachfrage nach hochwertiger Seide gerecht zu werden. Heute sehen viele Gärtner den Maulbeerbaum als dekorative Ergänzung für ihren liebsten Rückzugsort an, weil er viel Schatten spendet und besonders vielseitig ist: Denn der Maulbeerbaum kann nicht nur nach Belieben geformt werden, sondern lässt sich sogar als Hecke nutzen und überzeugt in diesem Fall mit einem dichten Blattwerk. Die Früchte der Pflanze runden das Gesamtpaket für viele Menschen perfekt ab.

3 Maulbeerbaum-Sorten im Überblick

Da der Maulbeerbaum über die Jahrhunderte an verschiedene Klimaverhältnisse angepasst, gekreuzt und gezüchtet wurde, haben sich in dieser Zeit eine Vielzahl von Sorten etabliert. So gibt es mittlerweile mehr als zehn Maulbeerbaum-Sorten, die sich sehr stark voneinander unterscheiden. Sich darunter eine Sorte auszusuchen, die perfekt zum eigenen Garten und zu den eigenen Anforderungen in Bezug auf Geschmack und Farbe der Früchte, sowie der Form des Baumes passen, kann schwierig ausfallen – nicht zuletzt wegen der teilweise wenigen Informationen, die sich zu den Sorten des Maulbeerbaumes recherchieren lassen.

Hier dennoch ein kleiner Überblick über die drei Hauptsorten:

Weiße Maulbeere – Morus Alba

Weiße Maulbeere - Morbus Alba
© simona – Fotolia.com

Die weiße Maulbeere grünt wie die anderen Vertreter der Maulbeerbäume im Sommer, kann aber eine Wuchshöhe von bis zu 16 Metern erreichen. Charakteristisch für den Baum ist die hohe Baumkrone, die je nach Baum ziemlich schmal ausfällt und spitze Blätter aufweist. Ihre Früchte sind weiß, je reifer sie werden, desto gelblicher können sie aber wirken. Oft passiert es auch, dass der Morus Alba leicht rosafarbene Früchte trägt.

Die weiße Maulbeere gilt als wichtigster Vertreter der Morus-Pflanzen, wenn es um die Seidenraupenaufzucht geht – aus diesem Grund war und ist der Morus Alba gerade in China sehr verbreitet angepflanzt worden.

Die Früchte der weißen Maulbeere gelten als sehr süß und besonders saftig, sind aber leider nicht sonderlich lange haltbar. Aus diesem Grund sind weiße Maulbeeren als Früchte im Markt nur selten käuflich, eher werden sie als Trockenfrucht angeboten. Noch häufiger wird aus ihnen Sirup gemacht oder marmeladenartiger Brotaufstrich. Die Früchte selbst reifen ab Juni und fallen schnell vom Baum ab.

Schwarze Maulbeere – Morus Nigra

Schwarze Maulbeere - Morbus Nigra
© vvoe – Fotolia.com

Die schwarze Maulbeere ist bereits seit 1500 in Europa bekannt und ansonsten in Asien beheimatet – die Maulbeerbaum-Sorte bevorzugt allerdings besonders warme Regionen und gedeiht daher eher in der Mittelmeerregion Europas gut. Der sommergrüne Baum kann eine Höhe von bis zu 12 Metern erreichen und zeichnet sich unter anderem durch einen knorrigen Stamm mit vielen Verdickungen aus. Die Krone des Maulbeerbaumes liegt eher niedrig und breitet sich stark aus, weshalb der Baum besonders viel Platz gebrauchen kann.

Was die Früchte der schwarzen Maulbeere angeht, zeigen diese sich anfangs als grüne Kugeln. Ab Juli färben sich diese in einem rötlichen Ton, bei ausreichender Reife werden sie schwarz und fallen ab. Auch diese Früchte sind sehr süß und saftig, weshalb sie gerne verspeist werden.

Rote Maulbeere – Morus Rubra

Rote Maulbeere - Morus Rubra
© H-AB – Fotolia.com

Mit der roten Maulbeere erhält man einen sommergrünen Baum, der eine Höhe von bis zu 15 Metern erreichen kann, selten aber auch ganze 20 Meter zu Stande bringt. Dieser Maulbeerbaum blüht ab April und trägt ab Sommer zwei bis drei Zentimeter lange Früchte, die anfangs grün sind, sich aber mit dem Reifen Rot und sogar Violett färben. Auch die roten Maulbeer-Früchte gelten als sehr schmackhaft, weswegen die rote Maulbeere als Pflanze sehr gerne angeschafft wird. Diese Maulbeerbaum Sorte bevorzugt allerdings sehr feuchte Böden, weshalb sie nicht selten in Flussgebieten entdeckt werden kann. Verbreitet ist sie vor allem in Nordamerika.

Die roten Maulbeeren werden heute sehr vielseitig verwendet: Zur Zubereitung von Saft, Marmeladen oder Trockenobst, sowie für die Schnapsherstellung. Da die Früchte sehr schmackhaft sind und etwas länger haltbar, als weiße Maulbeeren, lassen sie sich auch prima Frühstücksspeisen hinzugeben.

Wissenswert: Das Holz der roten Maulbeere wird auch als Hartholz gehandelt und vor allem für die Herstellung von Fässern zum Heranreifen von Alkohol verwendet. Dabei gibt es nämlich eine goldene Farbe an den Alkohol ab, was sehr begehrt ist.

➔ Weitere Sorten des Maulbeerbaumes

Neben diesen drei Hauptsorten des Maulbeerbaumes gibt es noch viele weitere Unterarten, die auf besondere Eigenschaften hin gezogen worden, um sich für den ein oder anderen Gärtner etwas besser zu eignen. Dazu gehören unter anderem diese Arten:

  • Morus Alba Geraldi Dwarf
  • Morus Illinois Everbearing
  • Morus Bombycis Shin-Tso

Anhand der nachfolgenden Tabelle lässt sich einfach nachvollziehen, welche Besonderheiten die genannten Arten des Maulbeerbaumes bieten und ob sie sich für den eigenen Garten oder das Erntevorhaben eventuell sogar besser eignen, als die weiße, schwarze oder rote Maulbeere.

Maulbeerbaum-ArtMorus Alba Geraldi DwarfMorus Illinois EverbearingMorus Bombycis Shin-Tso
Besonderheit
  • für seine Kleinwüchsigkeit bekannt, erreicht höchstens zwei Meter Höhe


  • trägt im Sommer sehr viele Früchte


  • Früchte sind bis zu 5cm lang


  • schwarze, sehr süße Früchte


  • schon junge Pflanzen ab einem Alter von zwei Jahren tragen Früchte
  • hierbei handelt es sich um eine Kreuzung aus dem Morus Alba und dem Morus Rubra


  • die Früchte gelten als geschmacklich beste überhaupt


  • die Früchte reifen den ganzen Sommer über nach, sodass ertragreiche Ernten möglich werden


  • der Maulbeerbaum wächst schnell und stabil, ist aber auch sehr widerspenstig gegen Frost


  • diese Art bleibt recht klein


  • es wird eine ausladende Krone entwickelt


  • die Früchte bieten ein intensives Aroma, sind süß und sauer zugleich



Foto1: © Pornpimon - Fotolia.com, Foto2: © simona - Fotolia.com, Foto3: © vvoe - Fotolia.com, Foto4: © H-AB - Fotolia.com

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