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Mimose pflanzen, pflegen und vermehren

Die Mimose ist eine interessante Pflanze, die ihrem Namen alle Ehre macht. Besonders in Bezug auf ihren Standort müssen Sie einiges beachten.

Mimose
Die Mimose macht ihrem Namen alle Ehre – © Phu / stock.adobe.com

Diese Pflanze verhält sich schon sonderbar und genau das macht sie so reizvoll. Mimosen (Mimosa pudica) reagieren buchstäblich empfindlich auf Berührungen. Als Zimmerpflanze ist die aus tropischen Gefilden stammende Mimose in unseren Breiten eine Rarität. Pflanzenfreunde werden vor einige Herausforderungen gestellt. Lässt sich die hübsche Pflanze über den Sommer recht einfach pflegen, wird die Überwinterung der wärmeliebenden Mimose eher eine schwierige Angelegenheit.

Herkunft der Mimose

Mimosen umfassen etwa 500 Arten. Die Heimat der „Schamhaften Sinnpflanze“ liegt in den Tropen Südamerikas. Die Hülsenfrüchtler haben sich im Zuge des Klimawandels auch in anderen Regionen ausgebreitet. So lassen sich in Südeuropa vermehrt Vorkommen finden. In Deutschland wird die Mimose ausschließlich als Zimmerpflanze kultiviert.

Besonderheiten der Mimose

Die Mimose hat es nicht zuletzt auf unsere Fensterbänke geschafft, weil sie eine Besonderheit besitzt. Werden die Blätter berührt, klappen sie blitzschnell zusammen. Das gesamte Blatt neigt sich nach unten. Etwa eine halbe Stunde nach Berührung klappt sich die Mimose langsam wieder zurück und nimmt ihre ursprüngliche Erscheinungsform an.

Tipp: Auch nachts verharrt die Mimose in dieser „Schlafstellung“.

Mimosen überraschen recht früh im Jahr mit kleinen runden Blütenköpfen in Rosa bis Violett. Die Form der Blüten lässt uns entfernt an Pusteblumen denken.

Mimose (Mimosa pudica)
Wuchs: flach, strauchig
Wuchshöhe: 30 – 50 cm
Blüte: Mai bis September
Verwendung: Zimmerpflanze
Standort: hell, aber keine pralle Sonne
Boden: sandig bis lehmig, frisch bis mäßig feucht

Den passenden Standort für die Mimose finden

Die zarte Pflanze mag keinen Stress am Blumenfenster. Am besten gedeihen Mimosen bei konstanten Temperaturen zwischen 18 und 20 Grad. Ein geschützter Standplatz verhindert, dass sich die Blätter allzu häufig zusammenklappen, was für die Pflanze mit Anstrengungen verbunden ist.

Die pralle Sonneneinstrahlung ist ebenso zu vermeiden wie Zugluft. Mimosen möchten hell und geschützt stehen und sind keine Schattenpflanzen. Im Sommer können die Pflanzen einen Standplatz auf Balkon oder Terrasse erhalten.

Das ideale Substrat für die Mimose auswählen

Bei der Wahl des Bodens zeigt sich die Mimose weniger anspruchsvoll. Die Pflanzen gedeihen sehr gut in herkömmlicher Blumenerde. Meist werden die Mimosen nur einjährig kultiviert und kommen daher mit Einheitserde gut zurecht.

Achten Sie beim Kauf auf Qualität. Ein Substrat, das Kompost enthält, versorgt die Mimose mit wertvollen Nährstoffen und ist umweltgerechter als ein preiswertes Substrat auf der Basis von Torf.

Tipp: Ein Substrat auf Kompostbasis ist durchlässiger und verhindert Staunässe. Torf kann verhärten und den Abfluss von Flüssigkeit blockieren.

Mimose pflanzen und umpflanzen

Mimose im Topf
Bei uns kann die Mimose nur im Haus kultiviert werden – © Claudia Nass / stock.adobe.com

Viele Hobbygärtner kultivieren die Mimose nur eine Saison. Dabei werden die Pflanzen meist im Pflanztopf, in dem sie erworben wurden, belassen. Ein Umpflanzen ist bei einjährigen Pflanzen nicht notwendig.

Wer die Pflanzen überwintern möchte, sollte sie in jedem Fall von den meist zu klein gewählten Pflanzgefäßen befreien. Die beste Zeit für das Umpflanzen der Mimose ist das Frühjahr.

Tipp: Hat der Wurzelballen bereits sämtliche Erde aus dem Pflanztopf verdrängt und quellen die Wurzeln oben oder unten aus dem Pflanzgefäß, wird sofort umgepflanzt.

Das neue Pflanzgefäß sollte nur etwas größer gewählt werden als sein Vorgänger. Mimosen erscheinen in einem eher kleineren Pflanzgefäß optisch ansprechender und zeigen sich meist auch blühfreudiger.

Ganz wichtig bei der Wahl des neuen Pflanztopfes sind die Abflusslöcher am Gefäßboden. Das Gießwasser darf sich nicht im Pflanzgefäß stauen, denn Staunässe wird von den zarten Pflanzen nicht vertragen.

Mimose umtopfen – Schritt für Schritt

1. neuen Pflanztopf auswählen
2. Substrat besorgen
3. Pflanze aus dem alten Pflanzgefäß befreien
4. Erde vom Wurzelballen schütteln
5. Wurzeln kontrollieren
6. kranke und faule Wurzelteilstücke entfernen
7. Drainage aus Kies oder Tonscherben in den Gefäßboden geben
8. Pflanze mittig in den Topf setzen
9. Substrat auffüllen
10. Erde vorsichtig andrücken
11. Pflanze angießen

Die Mimose richtig gießen und düngen

Die Mimose benötigt gleichmäßig Feuchtigkeit. Mit dem Gießen sollte nicht übertrieben werden. Die Pflanzen reagieren sehr empfindlich auf Staunässe. Bevor erneut gegossen wird, sollte die obere Erdschicht leicht angetrocknet sein.

Tipp: Die Tropenpflanze liebt gelegentlich eine Dusche aus dem Pflanzensprüher. Am besten eignet sich weiches Regenwasser.

Während der Wachstumsphase kann die Mimose gedüngt werden. Ab April können Sie in 14-tägigen Abständen mit Grünpflanzendünger arbeiten. Dieser ist in niedrigen Dosen zu verwenden. Ab September wird die Düngung eingestellt.

Die wichtigsten Pflanz – und Pflegetipps im Überblick

MaßnahmeWas ist zu tun?
Standort bestimmen 18 bis 20 Grad konstant
hell
geschützt
Substrat auswählen Einheitserde auf Kompostbasis
locker
durchlässig
Gießen mäßig
Staunässe vermeiden
Düngen April bis September
14-tägig
Grünpflanzendünger in schwacher Konzentration

Die Mimose schneiden

Mimosen benötigen keinen Rückschnitt. Jungpflanzen werden generell nicht zurückgeschnitten. Wer seine Pflanzen überwintert, kann sie im Frühling leicht in Form schneiden. Generell sind die Pflanzen weniger gut schnittverträglich.

Die Mimose vermehren

Mimoese vermehren
Aus den Samen können Sie neue Pflanzen ziehen – © gicku91 / stock.adobe.com

Wer sich selbst Mimosen ziehen möchte, kann damit im März beginnen. Die Samen lassen sich von den Mutterpflanzen gewinnen oder sind auch im Handel erhältlich.

Tipp: Sollen von den eigenen Pflanzen Samen gewonnen werden, benötigt die Mimose im Sommer einen Standplatz im Freien, damit sie von Insekten bestäubt werden kann.

Die kleinen Hülsenfrüchte werden im Herbst abgeknipst. Die Samen werden über die Wintermonate kühl und trocken aufbewahrt. Damit die Samen keimen, sollten sie vor der Aussaat etwa einen Tag lang vorquellen.

Das verwendete Substrat sollte keimfrei sein. Dies lässt sich in Backofen oder Mikrowelle realisieren. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass die Samen zu schimmeln beginnen. Die Samen werden auf der Anzuchterde verteilt, aber nicht mit Substrat bedeckt. Die Erde wird leicht feuchtgehalten. Eine Abdeckung mit Folie oder Glas beschleunigt die Keimung und lässt ein Mikroklima entstehen.

Tipp: Die Abdeckung muss täglich gelüftet werden, sonst bildet sich Schimmel.

Bei einer Temperatur von 20 bis 22 Grad beginnen die Samen nach etwa einer Woche zu keimen. Die kräftigsten Jungpflanzen werden pikiert und dürfen in eigenen Pflanztöpfen weiterwachsen.

Krankheiten und Schädlinge bei der Mimose erkennen

Mimose: Krankheiten und Schädlinge
Eingeklappte Blätter haben nichts mit Schädlingen oder Krankheiten zu tun – © Dhruvesh / stock.adobe.com

Das Image ihres Namens lässt etwas anderes vermuten, aber Mimosen sind nicht anfällig für Krankheiten oder Schädlinge. Durch einen zu trockenen Standort ist der Befall mit Spinnmilben oder Blattläusen möglich. Dem kann vorgebeugt werden, indem die Pflanzen regelmäßig eingesprüht oder Schälchen mit Wasser im Raum aufgestellt werden, um damit für eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit zu sorgen.

Blattfall bei der Mimose kann verschiedene Ursachen haben:

  • zu sonniger Standort
  • zu dunkler Standort
  • zu kühler Standort
  • zu warmer Standort
  • zu trockener Standort
  • zu feuchter Standort

Wird die Pflanze zu häufig gestresst, weil jeder sehen will, wie sich die Blätter einklappen, kann ebenfalls Blattfall die Folge sein.

Ebenso vertragen die Pflanzen keine schlechte Luftqualität. So werden sich Mimosen in den Wohnzimmern von Rauchern nicht wohlfühlen.

Die Mimose überwintern

Mimosen kommen aus den Tropen und sind dem Winter in unseren Breiten nicht gewachsen. Sie benötigen das ganze Jahr viel Licht und Wärme. Wie bereits erwähnt, ist die Überwinterung der Mimosen keine leichte Aufgabe und daher wird meist die einjährige Kultur vorgezogen.

Möchten Sie die Mimose über den Winter bringen, ist für warme Temperaturen, eine hohe Luftfeuchte und einen hellen Standplatz zu sorgen. Auch im Winter sollte die Temperatur keinesfalls unter 18 Grad fallen.

Ein Standplatz neben der Heizung ist ungeeignet. Auch die Sonneneinstrahlung sollte weitgehend vermieden werden. Lediglich in den Morgen- und Abendstunden wird Sonnenlicht vertragen.

Tipp: Je höher die Temperaturen im Raum, umso feuchter muss die Luft gehalten werden.

Die Mimose wird im Winter weniger gegossen. Der Wurzelballen sollte sich nur leicht feucht und keinesfalls nass anfühlen.

Ist die Mimose giftig?

Die Mimose zählt offiziell nicht zu den Giftpflanzen, ist aber auch nicht komplett frei von Giftstoffen. Kinder und Haustiere sollten keinen direkten Zugang zu den Pflanzen erhalten. Eine direkte Schädigung der Gesundheit ist durch den Kontrakt mit den Blättern und Blüten der Mimose nicht zu erwarten, dennoch kann es in seltenen Fällen zu Übelkeit kommen.

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