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Minzblattkäfer bekämpfen: So werden Sie die Schädlinge los

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Weisen die Blätter der Minze Löcher auf, steckt meist der Minzblattkäfer dahinter. Mit einigen einfachen Maßnahmen können Sie gegen den Käfer vorgehen.

Minzblattkäfer bekämpfen
© leopictures / stock.adobe.com

Minze dominiert das Bild im Kräutergarten. Den üppig wachsenden Duftkräutern scheint nichts etwas anhaben zu können. Denn das enthaltene Menthol wirkt auf Schädlinge abschreckend.

Allein der Minzblattkäfer scheint Gefallen an den Pflanzen zu finden. Wer die kleinen hübsch gefärbten Käfer an seiner Minze entdeckt, braucht meist nicht um die Pflanze zu fürchten. Denn die Minze wächst in der Regel wesentlich schneller, als dass der Minzblattkäfer die Blättchen vertilgen kann. Um einen dauerhaften Befall zu verhindern, bietet sich die schonende Bekämpfung des Minzblattkäfers an.

Minzblattkäfer erkennen

Der Minzblattkäfer gehört der Familie der Blattkäfer an. Davon existieren weltweit etwa 50.000 Arten. Die weithin bekannten Kartoffelkäfer sind nahe Verwandte des weniger geläufigen Minzblattkäfers.

Die Käfer besitzen einen kurzen und rundlichen Körper. Die Flügeldecken sind hochgewölbt. Charakteristisch für die etwa acht Millimeter großen Käfer ist die schimmernde blau-grüne Färbung. Der Körper wirkt wie von einer Lackschicht umgeben und weist eine feine Punktierung auf. Die Fühlerpaare am Kopf sind deutlich zu erkennen.

Im Frühling legen die Minzblattkäfer ihre Eier ab. An den Blattunterseiten lassen sich die orangebraunen Eier ausmachen. Sie werden in Gruppen zu etwa 15 Stück abgelegt. Die Larven schlüpfen nach etwa zehn Tagen. Die gefräßigen Larven sind braun gefärbt und besitzen einen schwarzen Kopf.

Nachdem die etwa fünf Millimeter langen Larven sich zirka vier Wochen von den Minzblättern ernährt haben, verpuppen sie sich. Die auffallend gelben Puppen können Hobbygärtner in den oberen Erdschichten unter der Minzpflanze ausmachen. Nach etwa zwei Wochen schlüpft die zweite Käfergeneration, ernährt sich von den Minzblättern und überwintert anschließend im Erdboden.

Zwischen Mai und August sind die Minzblattkäfer aktiv und können direkt an der Pflanze bekämpft werden.

Verbreitung des Minzblattkäfers

Der Minzblattkäfer kommt in Deutschland nahezu flächendeckend vor. Bevorzugt hält er sich auf Feuchtwiesen und in bewohnten Siedlungen auf. Im Mai verlässt der Käfer seinen Winterstandort und die Paarungszeit beginnt. Bei warmer und trockener Witterung kommt es zu einer starken Vermehrung und einem entsprechend großflächigem Befall.

Schadbild des Minzblattkäfers

Schadbild Minzblattkäfer
© Sandra González / stock.adobe.com

Die Käfer lassen sich aufgrund ihrer Größe und schillernden Färbung gut an den Minzpflanzen ausmachen. Weiterhin liefert das Schadbild deutliche Hinweise auf einen Befall. Die Larven fressen die Blätter nicht selten komplett. Auch viele kleinere Löcher in den Minzblättern deuten auf einen Befall hin.

Ab Mai zeigen sich die ersten Fraßspuren, bevorzugt an den zarten Triebspitzen. Pro Blatt können mehrere Fraßstellen auftreten. Diese sind etwa einen Zentimeter groß und damit deutlich sichtbar. Ein starker Befall kann Kahlfraß verursachen. Allein die Mittelrippen bleiben dann von der Minzpflanze übrig.

Werden im Juni die Larven aktiv, deuten Löcher in den Blattspreiten darauf hin. Einen weiteren Hinweis liefern die dunkelbraunen Kotkügelchen.

Maßnahmen zur Bekämpfung

Taucht der Minzblattkäfer an den Pflanzen auf, besteht meist kein Grund zur Sorge. Die Minze kann sich mit ihrer Wuchskraft sehr gut gegen den Schädling behaupten. Vollkommen kahl gefressene Pflanzen bleiben die absolute Ausnahme.

Mit einigen einfachen Gegenmaßnahmen lässt sich der Befall mit dem Minzblattkäfer eindämmen.

Absammeln des Minzblattkäfers

Die Schädlinge benutzen ihre Flügel nur ungern. Dies macht es dem Hobbygärtner leicht, den Minzblattkäfer direkt von den Pflanzen abzusammeln. Auch die Larven lassen sich auf diese Art und Weise entfernen.

Tipp: Achten Sie darauf, alle Tiere zu erwischen und keine Käfer und Larven auf den Boden fallen zu lassen. Diese kehren schnell auf die Pflanze zurück.

Rückschnitt der Minzpflanze

Minzen vertragen auch einen kräftigen Rückschnitt problemlos und wachsen meist umso schneller nach. Mehrere Rückschnitte pro Jahr sind problemlos möglich. Bei stärkerem Befall bietet es sich an, die Minze bodennah zu kürzen und Laub und Schädlinge zu entsorgen. Auch hier ist es wichtig, die Käfer und Larven am Boden aufzusammeln.

Besprühen der Pflanze mit Seifenlauge

Eine ungefährliche biologische Bekämpfungsmaßnahme ist die Behandlung der Minzpflanze mit Seifenlauge. Geben Sie auf einen Liter Wasser zirka 20 Milliliter Flüssigseife und vermischen die Lösung. Die Pflanze ist im Abstand von zwei bis drei Tagen mehrfach mit der Seifenlauge einzusprühen.

Wer auf handelsübliche Produkte zurückgreifen möchte, kann die in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel auf Rapsöl- oder Pyrethrinenbasis, wie das COMPO Schädlings-frei plus AF verwenden.

Befall mit dem Minzblattkäfer vorbeugen

Einem Befall kann durch das Ausbringen von Kulturschutznetzen vorgebeugt werden. Eine Gefahr für die im Boden überwinternden Käfer ist eine reichliche Bewässerung im Spätwinter. Zu einer deutlichen Reduzierung der Population führen auch Schnittmaßnahmen im zeitigen Frühjahr.

Generell sind gesunde und kräftige Pflanzen gegen den Minzblattkäferbefall gut gewappnet und wachsen meist schneller, als dass sich ein deutliches Schadbild an der Pflanze abzeichnet.

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