Bäume

Obstbaumäste stützen – So brechen schwere Äste nicht mehr ab

Damit Äste von Obstbäumen unter der Traglast der Früchte nicht abbrechen, ist es ratsam die Äste zu stützen. Erfahren Sie hier, wie das am besten klappt.

Apfelbaum mit Aststützen
© Bill Ernest / stock.adobe.com

In manchen Jahren tragen Obstbäume nur wenige Früchte und in wieder anderen hängen die Äste so voll, dass sie kurz davor sind abzubrechen. Um das zu verhindern, ist es wichtig den Baum beim Wachsen zu unterstützen und von Anfang an dafür zu sorgen, dass die Äste gar nicht erst zu viele Früchte tragen. Ist es aber nunmal so weit gekommen, dass eben diese voll mit Früchten hängen, können Sie dennoch etwas unternehmen und die Äste vor dem Abbrechen schützen. Das gelingt Ihnen mit so genannten Obstbaumstützen, die Sie sogar selber herstellen können.

Diese Obstbaumstützen können Sie selber bauen

❍ Obstbaumäste mit einer Astgabel stützen:

Astgabel als Stütze
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Um einem Astbruch vorzubeugen, liefern Sie dem Baum am besten eine geeignete Stütze. Die einfachste Lösung ist hierbei eine Astgabel. Sie benötigen um genau zu sein:

  • Astgabel
  • weiches Leder oder dünnes Polster
  • Stichsäge

Die Astgabel sollte lang genug sein, um sie als Stütze verwenden zu können. Ist sie zu lang, dann schneiden Sie die Astgabel einfach mit einer Stichsäge so zu, dass der Ast bequem im oberen Y-Stück liegen kann. Verbessern lässt sich die Stütze dann noch, indem Sie eine weiche Auflage zwischen Ast und Stütze positionieren. Hierzu verwenden Sie idealerweise ein weiches Leder oder ein dünnes Polster. Dank diesem Schutz schrammt der Ast dann auch bei einem Unwetter oder Wind nicht an der Stütze entlang und reibt somit auch nicht die Baumrinde ab.

❍ T-Stütze aus Konstruktionsholzleisten bauen:

T-Stütze für Obstbaumäste
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Eine passende T-Stütze für den Obstbaumast ist mit wenigen Schritten ganz einfach hergestellt. Hierzu benötigen Sie:

  • zwei Konstruktionsholzleisten (unbehandelt)
  • Hammer
  • Nägel

Wenn die richtigen Bauteile vorhanden sind, müssen Sie die beiden Konstruktionsholzleisten lediglich so miteinander verbinden, dass sich am Ende eine T-förmige Stütze ergibt. Diese stellen Sie dann nicht nur direkt unter den Ast, sondern gleichzeitig mit dem anderen Ende in die Erde. So erhält die Stütze einen festen Stand und liefert dem Ast die nötige Stabilität.

❍ Holzbrett mit Einkerbung als Stütze nutzen:

Holzbrett mit Einkerbung als Aststütze nutzen
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Sie können auch ein einfaches Brett als Stütze nutzen. Wichtig ist nur, dass es lang genug ist, um zwischen Ast und Boden aufgestellt zu werden. Neben dem Brett benötigen Sie lediglich folgendes:

  • Stichsäge
  • Schmirgelpapier
  • Holzbohrer
  • Bindebast

Sägen Sie am Ende mit der Stichsäge einfach eine Einkerbung in das Holzbrett. Wie groß diese sein muss, hängt von der Dicke des Asts ab. Die Schnittkanten sollten Sie anschließend noch mit dem Schmirgelpapier abrunden, sodass die Rinde des Astes nicht verletzt wird. Unterhalb der Einkerbung müssen Sie zudem noch mit dem Holzbohrer ein Loch in das Brett bohren. Und fertig ist Ihre Obstbaumstütze.

Soll die Obstbaumstütze zum Einsatz kommen, müssen Sie das Brett lediglich möglichst gerade unter dem Ast aufstellen. Anschließend etwas Bindebast durch das gebohrte Loch ziehen und am Ast festbinden. Dank der zusätzlichen Fixierung mittels Bindebast verhindern Sie, dass das Brett während eines Sturms umfällt.

Vorsorge ist besser als Nachsorge

junger Obstbaum wird fixiert
© Photozi / stock.adobe.com

Neben der direkten ersten Hilfe gibt es noch weitere Maßnahmen, mit denen sich das Abbrechen eines Asts am Obstbaum vermeiden lässt. Dies beginnt schon mit der richtigen Unterstützung des Wuchs, wenn der Obstbaum noch gar keine Früchte trägt.

➜ Maßnahmen während des Wachstums:

Ist der Obstbaum noch jung, lässt ich bereits mit der richtigen Stütze gewährleisten, dass er gerade heranwächst. Hierzu bringen Sie neben dem Setzling einfach einen Holzpflock in die Erde ein und binden ihn mit Bindebast daran fest. Dies schützt den Baum beim Wachsen vor Wind- und Wettereinflüssen und hilft gleichzeitig dabei, seine Wuchsrichtung zu beeinflussen.

➜ schief gewachsene Bäume abstützen:

Unterlassen Sie im Sommer wie Winter den regelmäßigen Schnitt, wachsen die meisten Obstbäume schief heran. Leider zeigt sich dies erst, wenn der Baum bereits ein wenig älter ist. In diesem Fall verjüngen Sie den Baum am besten mit einem fachgerechten Schnitt. Ist dieser nicht möglich, bieten auch hier wieder Holzpflöcke und T-Stützen den nötigen Halt.

➜ Blüten und Früchte ausdünnen:

Bei manchen Bäumen kommt es zur so genannten Alternanz. Das bedeutet, dass in einem Jahr so gut wie gar kein Obst an den Ästen hängt, während sie im nächsten Jahr davon überlagert werden. Kommt es zu Letzterem, brechen dadurch meist auch die Äste ab. So eine Fruchtschwemme können Sie verhindern, indem Sie die kleinen Früchte oder Blüten frühzeitig entfernen. Je früher Sie mit dieser Maßnahme beginnen, desto besser.

Mittels dieser Maßnahme lässt sich ganz einfach bestimmen, wie viele Früchte später am Baum hängen. Außerdem erhalten die Früchte durch die erworbene Freiheit mehr Licht und wachsen somit zu großen und gesunden Früchten heran. Gleichzeitig lässt sich dank dieser Vorkehrung vermeiden, dass im nächsten Jahr keinerlei Früchte am Baum hängen.

➜ regelmäßiger Baumschnitt:

Eine weitere Maßnahme die dazu beiträgt, dass der Baum nur kräftige Äste austreibt, ist der regelmäßige Obstbaumschnitt. Dank diesem wachsen die Äste etwas kürzer und gewährleisten somit eine optimale Gewichtsverteilung. Dazu wird auch ein moderater Ertrag an Früchten gefördert. Oftmals lässt sich dank des Schnitts sogar die Qualität der Früchte verbessern.

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