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Preiselbeeren: Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen

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Preiselbeer-Sträucher sind eigentlich sehr robust. Verschiedene Nutztiere und auch ein spezieller Pilz können der Pflanze jedoch stark zu schaffen machen und schlimmstenfalls sogar zum Pflanzentod führen.

Preiselbeeren: Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen
© JSantti – Fotolia.com

Preiselbeeren sind grundsätzlich sehr robuste Pflanzen, die wenige Feinde haben. So gut wie keine Schädlinge greifen Preiselbeeren an. Lediglich Vögel und Mäuse mögen der Geschmack der roten Frucht, was dem Hobbygärtner oft zur Last fällt.

Preiselbeeren erleiden nur sehr selten Krankheiten. Wenn sie doch krank werden, ist stets ein Pilz an der Erkrankung schuld. Allen anderen Erregern gegenüber ist die Preiselbeere immun. Am häufigsten werden Preiselbeeren von sogenannten Nacktbasidien angegriffen. Auch der Rostpilz ist ein häufiger Krankmacher der Preiselbeer-Sträucher.

Was sind Nacktbasidien?

Nacktbasidien gehören zur Familie der Pilze. Sie befallen, je nach Art, die Triebe die Blätter oder die gesamte Pflanze. In Europa gibt es 26 verschiedene Arten von Nacktbasidien. Nur drei Arten greifen die Preiselbeeren an:

  • Exobasidium vaccinii – greift die Blätter an
  • Exobasidium splendidum – greift die Triebe an
  • Exobasidium juelianum – greift die gesamte Pflanze an

Eine weitere Pilzart, die vor allem Preiselbeeren angreift, ist der Rostpilz. Auch diese Form des Pilzes ist sehr gefährlich für Nutzpflanzen.

Wie Sie einen Krankheitsbefall erkennen

Da Pilze die Pflanze nicht abtöten, sondern lediglich sehr schwächen, sind sie besonders heimtückisch. Pilze vermehren sich durch Sporen. Sie dringen in die Zellen der Pflanze ein und können sich dort unendlich weiter vermehren. Daher ist eine Infektion mit Pilzen besonders gefährlich. Meistens können die Pflanzen nicht mehr gerettet werden.

Exobasidium vaccinii
Einen Pilzbefall erkennt man oft nicht sofort. Der Pilz dringt in die Pflanze ein und vermehrt sich dort. Während dieses Prozesses verlieren die Blätter oder auch Triebe ihre schöne grüne Farbe und werden blass. Später, wenn sich die Pilze schon vermehrt haben, werden die Blätter leuchtend rot. Von der einst dunklen grünen Färbung ist nichts mehr zu sehen. Meist wird erst jetzt der Pilzbefall erkannt.

Exobasidium splendidum
Befallen die Pilze den Trieb, verliert auch dieser die Farbe und wird später rot. Zudem bilden sich keine neuen Triebe und auch die Blüten gehen verloren. Die Früchte des Strauches sind nicht mehr genießbar.

Exobasidium juelianum
Hat sich die Krankheit ausgebreitet und alle Blätter haben eine rote Farbe bekommen, richten Pilzsporen weitere Probleme an. An der Blattunterseite erkennt man eine Verdickung. Diese rosa Gallen sind früher oder später mit freiem Auge erkennbar.

Was tun bei Pilzbefall?

Nachdem sich die Pilze über Sporen ausbreiten, ist es für diese ein Leichtes sehr schnell viele verschiedene Pflanzen zu infizieren. Da Pilze sehr aggressiv in ihrem Vorgehen sind, ist eine Rettung der Pflanze nicht möglich. Pilze haben die Eigenschaft, dass sie sich auf eine Pflanze spezialisieren können. Sie entwickeln sich immer weiter, um gegen möglichst viele Pilzbekämpfungsmittel immun zu werden. Sobald man den Pilzbefall erkennt, sind alle befallenen Pflanzen zu entsorgen. Wichtig ist, dass man sie aus dem Beet ausgräbt und nicht abschneidet. Hat die Pflanze einmal einen Pilz erwischt, wird sie diesen nie wieder los.

Natürlich Feinde der Preiselbeeren

Grundsätzlich haben Preiselbeeren keine Feinde. Viele Hobbygärtner haben kein Problem damit, wenn einige Vögel in den Garten kommen. Immerhin vertreiben diese viele Schädlinge und essen Würmer und andere Insekten. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass die Vögel nicht alle Preiselbeeren verspeisen. Schließlich stehen diese ganz oben auf der Menüliste von vielen verschiedenen Vogelarten.

Um die Preiselbeeren von unerwünschten Vögeln fernzuhalten, gibt es mehrere Möglichkeiten. Die Preiselbeer-Sträucher können mit Netzen bedeckt werden. Hierfür verwendet man am besten Netze, die kleine Reißnägel besitzen, wie z.B. dieses hier. Man kann aber auch eine Attrappe von großen Vögeln oder Katzen aufstellen, um ungebetene Gäste fernzuhalten. Wie man oft in heimischen Gärten sieht, hängen an vielen Bäumen CDs. Diese reflektieren die Sonne und blitzen so die Vögel. Vögel können dieses Blitzen nicht zuordnen und halten sich lieber fern.

Eine weitere Tierart, die Probleme machen könnte, sind Mäuse. Mäuse sind immer auf der Suche nach einem warmen Platz zum Schlafen. Da die Preiselbeeren bodendeckend sind, können sich Mäuse unter ihnen ein tolles Haus bauen. Dieses Problem tritt meist dann auf, wenn die Sträucher zu eng gepflanzt werden. Die Preiselbeeren wachsen sehr dicht und bieten den Mäusen damit einen sehr guten Unterschlupf. Es wird nicht lange dauern, bis die Mäuse auf den Geschmack der Preiselbeere kommen. Sie greifen die Pflanzen zwar nicht an, aber sie werden dem Hobbygärtner alle Früchte vom Strauch essen.

Fazit:

Preiselbeeren sind sehr robuste Pflanzen. Sie kommen mit sehr heißen, aber auch sehr kalten Temperaturen gut klar, weshalb sie als besonders frostfest gelten. Die Preiselbeeren haben nur wenige natürliche Feinde. Schädlinge, die so manch andere Pflanzen angreifen, haben bei Preiselbeeren keine Chancen. Lediglich Vögel und Mäuse machen dem Hobbygärtner das Leben schwer, denn diese Tiere lieben den Geschmack der süß-sauren Frucht.

Es gibt nur eine Krankheit, von der Preiselbeeren betroffen sein können. Pilze haben sich im Laufe der Zeit auf einzelne Pflanzen spezialisiert und so gibt es vier Pilzarten, die die Preiselbeer-Sträucher vernichten. Hat man einen Pilzbefall an der leuchtend roten Farbe der Blätter und Triebe erkannt, muss man die Pflanze aus dem Beet entfernen. Eine Rettung dieser ist nicht mehr möglich.


Foto1: © JSantti - Fotolia.com

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