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Robinie vermehren – Mit Samen und Wurzelausläufern klappt’s problemlos

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Robinien vermehren sich zwar allein, Sie können aber aber nachhelfen, wenn Sie die Pflanze an einem bestimmten Platz haben möchten. Für einen sicheren Erfolg stehen Ihnen zwei Möglichkeiten zur Verfügung.

Robinie vermehren - Mit Samen und Wurzelausläufern geht's problemlos
Im Herbst können Sie die Samen sammeln
Die Robinie, auch unter Scheinakazie bekannt, ist ein beliebter Laubbaum im Garten. Normalerweise brauchen Sie für die Vermehrung nichts tun, denn das macht die Pflanze durch Samen und Wurzelausläufer von ganz allein. Nur eben an die Orte, wo es sie hin verschlägt. Möchten Sie die Robinie aber an einen ganz bestimmten Platz haben, dann können Sie sie auch eigenhändig vermehren. Dazu stehen Ihnen ebenfalls die beiden oben genannten Möglichkeiten zur Verfügung.

» Aber Vorsicht: Die Robinie gehört zu den sogenannten Neophyten. Das sind Pflanzen, die ihre Ursprung in anderen, weit entfernten Regionen haben und eine starke Vermehrung zeigen. Sie neigen dazu, sich stark auszubreiten. Einheimische Pflanzen werden dann oft verdrängt.

Die natürliche Vermehrung der Robinie

Nach der Blüte bilden sich Hülsen mit Samen. Die Hülsen sind relativ schwer und landen meist in der Nähe des Mutterbaums. Das sieht auf den ersten Blick nicht nach starker Verbreitung aus, die Samen sind aber bis zu 30 Jahren keimfähig. Wenn die Bedingungen stimmen – freie Standorte, Feuchtigkeit und Sonne – entsteht schnell eine mehr oder weniger große Robinienplantage.

Einen zweiten Weg zur Vermehrung findet die Robinie mit ihren Wurzelausläufern. Die Wurzelschösslinge wachsen in alle Richtungen und bilden schnell neue Bäume. Dann kommt es oft zur Verdrängung anderer Pflanzen.

Robinien über Samen vermehren

Die Methode ist einfach und sicher. Pflücken Sie im Herbst einige Samenhülsen. Sie sind ab Oktober reif, wenn sie sich braun färben. Holen Sie die Samen aus der Schote heraus und bewahren Sie sie bis zum Frühjahr kühl und trocken auf. Im Frühjahr ist Aussaatzeit. Die Samen haben eine dicke und wasserundurchlässige Schale. Deshalb müssen Sie die Schalen mit Schleifpapier oder einer Feile aufrauen oder anritzen. Dann legen Sie die Samen in ein Gefäß und überbrühen Sie ganz kurz mit heißem Wasser. Das heiße Wasser überwindet die sogenannte „Keimhemmung“. Anschließend kommen die Samen in lauwarmes Wasser und müssen einen Tag lang quellen, bis sie die doppelte Größe erreicht haben.

Im nächsten Schritt geben Sie die Samen in Aussaaterde, ungefähr fünf Millimeter tief. Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht und stellen Sie den Topf an einen hellen, mäßig warmen Platz. Die Samen keimen nach ungefähr einer Woche. Sobald die Keimlinge groß genug sind, also mehrere Blättchen haben, können Sie die Pflanzen vereinzeln und nach dem letzten Frost ins Freie setzen.

Robinien über Wurzelstecklinge vermehren

Auch dieses Verfahren klappt gut. Dafür schneiden Sie im Frühjahr oder Herbst Wurzelstecklinge. Geeignet sind Wurzelausläufer mit einer Stärke ab einem halben Zentimeter. Die Teilstücke sollen eine Länge von fünf bis zehn Zentimeter haben. Dann stecken Sie die Wurzelstecklinge in Töpfe mit Anzuchterde, ungefähr so tief, dass sie noch ein kleines Stück aus der Erde schauen. Halten Sie die Erde leicht feucht und stellen Sie die Töpfe an einen warmen Platz. Wenn die Stecklinge treiben, gießen sie etwas mehr.

Frühjahrsstecklinge setzen Sie nach den Eisheiligen ins Freie. Herbststecklinge bleiben bis zum nächsten Frühling im Haus. An einem mäßig warmen Standort entwickeln sie sich gut und sind im Frühjahr kräftig genug für den Umzug ins Freiland.


Foto1: © Karin Jähne - Fotolia.com

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