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Sandginster ‚Vancouver Gold‘ – Pflanzen, pflegen und vermehren

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Trockene, karge Standorte müssen nicht unbepflanzt bleiben. Der Sandginster ‚Vancouver Gold‘ fühlt sich dort zum Beispiel pudelwohl. Zudem ist er pflegeleicht.

Sandginster Vancouver Gold
© gpisano71 – Fotolia.com

Ginster (Genista) war in vergangenen Jahrhunderten nicht aus den Bauern- oder Klostergärten wegzudenken. Heute dagegen haben sich die Pflanzen vergleichsweise rar gemacht und besitzen als Gartenstrauch eher eine untergeordnete Bedeutung. Dabei gilt der Ginster, mit seinen etwa 50 Arten, als pflegeleicht, anspruchslos und blühfreudig. Der Sandginster „Vancouver Gold“ (Genista pilosa ‚Vancouver Gold‘) überrascht mit besonders üppigen, goldgelben Blüten. Dabei ist der Sandginster aufgrund seines niedrigen Wuchses auch für kleine Gärten oder Blumenkübel geeignet. Wie Sie Ihren Garten in einen goldenen Blütenteppich verwandeln können, erfahren Sie anhand nachfolgender Pflegehinweise.

Pflanzenbeschreibung

Der Sandginster zählt zu den Schmetterlingsblütlern, einer Gattung innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler. Der sommergrüne Zwergstrauch wächst besonders kompakt und wird nicht höher als maximal 40 Zentimeter. Jüngere Zweige sind durch ihre Behaarung gekennzeichnet. Ältere Zweige besitzen einen eher knotigen Wuchs und zeigen keine Dornen. Die kleinen sommergrünen Laubblätter sind wechselständig angeordnet. An den Blattunterseiten zeigt sich eine seidige Behaarung. Daher wird der Sandginster auch häufig als Behaarter Ginster bezeichnet.

Die Bezeichnung „Ginster“ (Planta Genista) hat ihren Ursprung im Frankreich des 12. Jahrhunderts. Ein Vertreter des Adelsgeschlechtes Anjou-Plantagenêt hatte die Angewohnheit, seinen Helm mit einem Ginsterzweig zu schmücken.

Sandginster Bodendecker
© Wiert / stock.adobe.com
Sandginster ‚Vancouver Gold‘ (Genista pilosa ‚Vancouver Gold‘)
Wuchsgeschwindigkeit: 5 cm im Jahr
Wuchshöhe: 10 – 30 cm
Wuchsbreite: 20 – 40 cm
Winterhart: Ja
Standort: Sonne
Boden: frisch bis feucht, humos, durchlässig, leicht sauer bis sauer
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Vorkommen

Der Sandginster kommt in Mittel-, Süd- und Westeuropa vor. In Deutschland wächst Ginster hauptsächlich im Norden und Westen des Landes. Südlich der Donau sind keine Vorkommen zu verzeichnen. Behaarter Ginster wächst dabei bevorzugt auf sauren Böden und an sonnigen und trockenen Standorten, wie Waldrändern, Heidelandschaften oder auf Magerwiesen.

Achtung, giftig!

Der Sandginster „Vancouver Gold“ ist in allen seinen Pflanzenteilen giftig. Die enthaltenen Alkaloide stellen also eine Gefahr für Menschen und Haustiere dar. Vergiftungserscheinungen machen sich dabei bereits nach dem Verzehr einiger Samen bemerkbar. Typische Vergiftungserscheinungen sind:

  • Übelkeit
  • Verdauungsbeschwerden
  • beschleunigter Herzschlag
  • allgemeine Schwäche
  • innere Unruhe

In der Regel klingen die genannten Beschwerden aber wieder ab und es kommt zu keiner ernsthaften Gesundheitsgefährdung.

Neben seiner Giftwirkung kann Ginster auch Heilzwecken dienen. So werden niedrig dosierte Pflanzenauszüge für die Stabilisierung des Kreislaufes und gegen Herzrhythmusstörungen eingesetzt. Eine Dosierung und Einnahme sollte jedoch niemals eigenmächtig geschehen und dem Fachmann überlassen werden.

Verschiedene Ginstersorten im Überblick

Neben dem Sandginster existieren weitere Ginsterarten, welche, in unterschiedlichen Höhen wachsend, im Gartenbeet ein stimmungsvolles Bild abgeben können.

❍ Steinginster

Die ursprüngliche Heimat des Steinginster liegt in Westasien. Die reich blühende Pflanze ergänzt den Sandginster gut im Stein- oder Heidegarten. Mit einer Wuchshöhe von etwa einem halben Meter eignet sich der Steinginster als Hintergrundpflanzung. Steinginster steht zeitgleich mit dem Sandginster in Blüte und blüht ebenfalls gelb.

❍ Besenginster

Der aus Europa stammende Besenginster kann bis zwei Meter hoch wachsen. Die goldgelben Blüten erscheinen dabei in den Monaten Mai bis Juni. Diese Sorte eignet sich gut für die Heckenpflanzung.

❍ Purpurginster

Einen hübschen Kontrast und mediterranes Flair zaubert der aus Südeuropa stammende Purpurginster. Die Pflanzen werden etwa 60 Zentimeter groß und sind sehr gut für die Kübelhaltung geeignet.

Wann blüht der Sandginster „Vancouver Gold“?

Die kleinen, goldgelben Blüten des Sandginster „Vancouver Gold“ erscheinen im Mai. Der üppige Blütenflor entlang der niederliegenden Triebe hält dabei etwa drei bis sechs Wochen an.

Den passenden Standort finden

Da es sich um einen niedrig wachsenden Ginster handelt, der jährlich nur etwa fünf Zentimeter an Umfang zulegt, kann der Sandginster „Vancouver Gold“ sehr gut in Steingärten oder an Böschungen gepflanzt werden. Seine üppige Blütenpracht wird der Ginster an einem sonnigen bis halbschattigen Standort unter Beweis stellen. Ein zu schattiger Standort beeinträchtigt Wachstum und Blütenfülle.

Es sollte sich um einen eher trockenen Standort handeln. Der Sandginster verträgt nämlich keine nassen Füße. Dies würde schnell zum Faulen der Wurzeln führen. Besonders gut kommt der Sandginster „Vancouver Gold“ in Gruppenpflanzungen zur Geltung. Dabei sind maximal sieben Pflanzen auf einen Quadratmeter zu setzen.

Der ideale Standort in Stichworten:

  • trocken
  • sonnig
  • warm

Das ideale Substrat auswählen

Für die Kultivierung des Sandginster „Vancouver Gold“ eignet sich normaler Gartenboden. Das Substrat sollte leicht und locker beschaffen sein. Ein durchlässiges Substrat sorgt dafür, dass Gießwasser gut abfließen kann und es nicht zu Staunässe kommt.
Das passende Substrat in Stichworten:

  • locker
  • durchlässig
  • eher nährstoffarm
  • sandig

Besonders gut gedeiht der Sandginster übrigens auf den Böden Brandenburgs und der Lüneburger Heide.

Wann ist die ideale Pflanzzeit?

Ginster kann ganzjährlig, an allen frostfreien Tagen gepflanzt werden. Besonders gut bewurzeln Ballenpflanzen. Bei wurzelnackten Pflanzen ist es oft problematischer, diese im Herbst zu pflanzen. Damit diese Pflanzen noch vor dem Winter gut anwachsen können, bietet sich die Pflanzung im Frühling oder Frühsommer an.

Sandginster „Vancouver Gold“ pflanzen – Schritt für Schritt Anleitung

  1. Standort auswählen.
  2. Substrat auflockern, säubern und mit Kompost vermischen.
  3. Pflanzloch in doppelter Größe und Breite des Wurzelballens ausheben.
  4. Wurzelballen wässern.
  5. Pflanze einsetzen.
  6. Substrat auffüllen.
  7. Erde leicht andrücken.
  8. Boden rund um die Pflanze anfeuchten. Nicht einschlämmen!

Sandginster „Vancouver Gold“ als Kübelpflanze halten

Der kompakte Wuchs macht den Sandginster „Vancouver Gold“ zu einer idealen Kübelpflanze. Die Pflanzen wachsen lediglich 30 bis 40 Zentimeter hoch, der gleiche Umfang wird auch in der Breite erreicht. Pro Jahr wachsen die Pflanzen nur wenige Zentimeter. Den Pflanzkübel sollten Sie trotzdem nicht zu klein wählen. Der Sandginster möchte seine Pfahlwurzeln schließlich ausstrecken.

Ginster im Kübel ist besonders gefährdet für Staunässe. Daher sollte eine Drainage aus Kies oder Tongranulat auf dem Gefäßboden die Durchlässigkeit des Bodens verbessern. Das Pflanzgefäß benötigt ebenfalls einen warmen und sonnigen Standort. Gegossen wird die Pflanze im Kübel regelmäßig und reichhaltiger als im Freiland. Es darf aber keine Staunässe entstehen.

Sandginster „Vancouver Gold“ umpflanzen

Das Umpflanzen des Sandginsters im Freiland sollten Sie möglichst vermeiden, denn die Pflanzen vertragen einen Standortwechsel meist nicht. Werden die Wurzeln beim Ausgraben verletzt, kann dies zudem das Todesurteil für die Pflanze bedeuten.

Tipp: Sollte es sich nicht vermeiden lassen und der Sandginster muss umgepflanzt werden, sollten Sie mit den Wurzeln besonders vorsichtig umgehen. Die Wurzeln sollten möglichst nicht verletzt oder abgerissen werden.

Kübelpflanzen werden übrigens umgepflanzt, wenn es der Pflanze sichtlich zu eng wird und die Wurzeln bereits aus dem Topfrand quellen.

Sandginster „Vancouver Gold“ richtig pflegen

Sandginster Vancouver Gold
© tinadefortunata – Fotolia.com

Gießen

Bei der Bewässerung sollten Sie sich eher zurückhalten. Bekommt der Sandginster „Vancouver Gold“ nasse Füße, quittiert er dies mit einer verkürzten Blütezeit und gelber Laubfärbung. Während längerer Trockenphasen wird die Pflanze bewässert. Wassergaben in der prallen Mittagssonne sind jedoch zu vermeiden. Es könnte dabei sonst zu Verbrennungen an Blättern und Blüten kommen. Gegossen wird stattdessen in den Morgen- oder Abendstunden. Ginster benötigt relativ wenig Wasser, da er sich über seine langen Pfahlwurzeln mit allen notwendigen Nährstoffen aus dem Boden versorgt.

Kübelpflanzen benötigen häufiger eine Bewässerung. Auch hier ist unbedingt darauf zu achten, dass das Wasser gut abfließen kann und sich die Flüssigkeit nicht im Pflanzgefäß staut.

Düngen

Ginster benötigt vergleichsweise wenig Nährstoffe, er ist quasi ein Selbstversorger. Die Pfahlwurzeln sind mit Knöllchenbakterien ausgestattet, die Stickstoff aus dem Boden in Dünger umwandeln. Die Pflanzen sind also in der Regel ausreichend mit Nährstoffen versorgt und benötigen keine zusätzliche Düngung. Eine Überdüngung führt zu langen, dünnen Triebspitzen.

Steht die Pflanze im Kübel, verträgt sie während der Wachstumsperiode sparsam dosierten Flüssigdünger.

Schneiden

Bei dieser niedrig wachsenden Ginsterart sollten Sie sich mit Schneiden eher zurückhalten. Jährlich wächst die Pflanze maximal fünf Zentimeter, was einen radikalen Rückschnitt eigentlich ausschließt. Im Spätherbst können Sie aber die Spitzen der Pflanze abschneiden. Das können Sie im Spätwinter wiederholen. Dann treibt die Pflanze umso üppiger aus und bildet zahlreiche Blüten.

Überwintern

Steht der Sandginster im Freiland, gilt er als bedingt winterhart. Strenge Winter verlangen also nach einem Winterschutz für den Sandginster. Dieser ist weniger winterhart, als der weit verbreitete Besenginster. Daher sollten Sie die Pflanzen mit Laub oder Reisig abdecken und mit Gartenvlies umwickeln.

Jungpflanzen und Kübelpflanzen benötigen einen zuverlässigen Winterschutz und sind vor zu viel Nässe zu schützen.

Wie lässt sich der Sandginster „Vancouver Gold“ vermehren?

Der Sandginster „Vancouver Gold“ kann durch Stecklinge oder Samen vermehrt werden. Bei der Aussaat ist die Erfolgsquote deutlich höher, als bei der Stecklingsvermehrung.

❍ Vermehrung durch Samen

Die Samen können Sie von bestehenden Pflanzen gewinnen. Dabei können die Samen direkt nach der Ernte, noch im Spätsommer, gepflanzt werden. Es ist aber auch möglich, die Samen trocken und kühl zu überwintern und im kommenden Frühling auszusäen. Dies kann ab März direkt ins Freiland geschehen. Die Samen anschließend gleichmäßig feucht, aber nicht zu nass halten. Dann werden sich nach etwa vier Wochen erste Keime zeigen. Haben sich die Jungpflanzen gut entwickelt und eine Wuchshöhe von etwa zehn Zentimetern erreicht, ist es an der Zeit, die Pflanzen zu pikieren. Im Kübel vorgezogene Ginsterpflanzen werden nun ins Freiland gesetzt.

❍ Vermehrung durch Stecklinge

Die Stecklingsvermehrung kann im Frühsommer oder im Spätherbst erfolgen. Die Stecklinge dazu in einer Länge von 15 bis 20 Zentimetern schneiden. Im unteren Drittel müssen Sie die Stecklinge anschließend noch von Blättern befreien und dann in ein mit einem Gemisch aus Anzuchterde und Sand gefülltes Pflanzgefäß setzen. Es wird ein warmer Standort benötigt. Das Substrat darf zudem nicht austrocknen, aber auch nicht zu nass erscheinen. Haben sich nach einigen Wochen ausreichend Wurzeln gebildet, können Sie die Pflanze am gewünschten Standort auspflanzen.

Foto1: © gpisano71 - Fotolia.com, Foto2: Sandginster als Bodendecker, Foto3: © tinadefortunata - Fotolia.com

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