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Schutz vor Wespen – 3 Tipps

Der Sommer könnte so schön sein, würden wir nicht ständig von Wespen belagert werden. Wir haben für Sie 3 Tipps im Umgang mit den Wespen.

Schutz vor Wespen
© Ingo Bartussek / stock.adobe,com

Im Sommer gemütlich auf der Terrasse sitzen und in Ruhe ein Stückchen Kuchen essen? Eine schöne Vorstellung, aber leider machen uns die Wespen in dieser Zeit immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Nicht nur, dass die Wespen es auf unseren Kuchen abgesehen haben, sie schwirren auch ständig um uns herum. Viele Menschen geraten in einer solchen Situation in Panik und schlagen wild um sich, weil sie Angst haben, gestochen zu werden.

Dabei sind Wespen gar nicht so aggressiv, wie die meisten denken. Diesen Ruf verdanken die Wespen, die bei uns in Deutschland mit 16 Arten vertreten sind, einzig und allein der Deutschen Wespe und der Gemeinen Wespe. Diese beiden Arten sind es nämlich, die uns regelmäßig im Sommer zu nahe kommen und es auf unser Essen abgesehen haben. Eine wirkliche Gefahr geht von ihnen aber nicht aus, denn sie stechen wirklich nur dann, wenn sie sich bedroht fühlen. Und sollte es doch einmal zum Stich kommen, ist dieser in der Regel harmlos für uns Menschen.

Übrigens: Die Hornisse ist zwar wesentlich größer, aber auch die gehört zu den Wespen. Anders als die beiden vorgenannten Arten meidet Sie den Menschen aber weitgehend.

Lebensweise Deutscher und Gemeiner Wespen

Die beiden Wespenarten und uns regelmäßig beim Essen belästigen, wollen uns eigentlich gar nichts Böses. Damit Sie das besser verstehen, klären wie Sie erst einmal über die Lebensweise der beiden Wespenarten auf.

» Nest

Im April endet die Winterstarre der Königinnen und die begeben sich auf die Suche nach einem geeigneten Standort für ihr Nest. Ist dieser Standort gefunden, beginnen sie mit dem Bau der Waben, in welche sie je ein Ei ablegen. Bis sie genügend Arbeiterinnen herangezogen haben, die die weiteren Nestarbeiten und die Brutpflege übernehmen, kümmern sich die Königinnen selbst um die Brut. Anschließend legen Sie nur noch die Eier und ruhen sich ansonsten aus.

Beide Wespenarten besitzen eine Neststärke von bis zu 7.000 bzw. 10.000 Tieren und bauen ihre Nester überwiegend unterirdisch – zum Beispiel in Maulwurfbauten. Ebenso können sie ihre Nester aber auch unter Dächern, in Rollladenkästen oder in Ritzen und Nischen am Haus bauen. Diese Nester sind in der Regel nicht frei hängend.

» Ernährung

Damit sich die Larven gut entwickeln können, benötigen sie tierisches Eiweiß, welches sie über Insekten und tote Tiere erhalten. Die ausgewachsenen Wespen dagegen ernähren sich neben Baum-, Pflanzen und Obstsäften auch vom Honigtau der Blattläuse. Die darin enthaltenen Kohlenhydrate versorgen sie mit der notwendigen Energie für den Nestbau und die Brutpflege.

Im Spätsommer beginnt die Aufzucht der neuen Königinnen und der Männchen. Diese Larven benötigen besonders viel Futter, sodass die Arbeiterinnen noch mehr Sammeln müssen. Gleichzeitig steigt auch ihr eigener Energiebedarf. Da sie aber ab August weniger Nektar und Pflanzensäfte finden können, sind sie vermehrt bei uns auf der Suche nach Nahrung. Dann machen sich über Kuchen, Süßgetränke und auch Fleisch her, um ihren Energiebedarf zu decken.

Übrigens: Sind die Königinnen und die Männchen geschlüpft, paaren sie sich. Nur die befruchteten Weibchen überstehen den Winter in einer Kältestarre. Alle anderen Wespen – auch die alte Königin – sterben.

Schutz vor Wespen und Wespenstichen: 3 Tipps

Wespen verirren sich auf der Suche nach Nahrung auch gern mal in Häuser oder Wohnungen. Um dies zu verhindern, können Sie Fliegengitter an den Fenstern anbringen und die Türen mit Lamellenvorhängen oder Fliegengittertüren ausstatten. Möchten Sie auch im Garten Ihre Ruhe vor den Wespen haben, können Sie auch hier einige Vorkehrungen treffen.

» Tipp 1: Nistmaterialien und potenzielle Nistplätze vermeiden!

Wie bereits oben erwähnt, beginnen die Königinnen ab April mit dem Nestbau. Dazu verwenden sie beispielsweise auch morsches Holz. Eine Maßnahme um die Wespe aus Ihrem Garten fernzuhalten ist beispielsweise das Entfernen von morschem Holz im Frühjahr. Zudem können Sie Nischen, Risse und Zwischenräume an Ihrem Haus abdichten, damit sie dort kein Nest bauen kann.

» Tipp 2: Potenzielle Nahrungsquellen entziehen!

Schutz vor Wespen: Tipps
Wespen haben es nicht nur auf Süßes abgesehen – © Janis / stock.adobe.com
Später zieht es die Wespen auf der Nahrungssuche in Ihren Garten. Hier können Sie allerhand dafür tun, dass sich nicht so viele Wespen zu Ihnen in den Garten verirren. Dazu müssen Sie wissen, dass sich die Wespen bei der Nahrungssuche am Geruch orientieren. Hier können Sie folgende Maßnahmen treffen:

  • Bringen Sie Speisen und Getränke immer erst unmittelbar vor dem Verzehr auf den Tisch und räumen Sie diese im Anschluss umgehend wieder ab. Vergessen Sie dabei auch nicht, den Tisch abzuwischen.
  • Lassen Sie zuckerhaltige Getränke nicht offen stehen. Besonders bei Flaschen und Dosen ist das enorm wichtig, da hier unbemerkt Wespen in das Getränk gelangen könnten!
  • Gerade bei Kindern ist es wichtig, dass diese nach dem Essen und Trinken Mund und Hände ausgiebig säubern.
  • Entfernen Sie Fallobst und faules Obst möglichst zeitnah aus Ihrem Garten. Gleiches gilt auch für eventuelle Tierkadaver – etwa eine von Ihrer Katze getötete aber nicht gefressene Maus.

Tipp: Auch süßes Parfum kann Wespen anlocken. Verzichten Sie daher besser darauf.

Tipp 3: Machen Sie die Wespen nicht aggressiv!

Sollten sich trotz der Vorbeugemaßnahmen Wespen in Ihren Garten verirrt haben, ist es wichtig, dass Sie sich richtig verhalten. Die Wespen kommen nicht mit der Absicht, sie zu stechen! Bewahren Sie daher einfach Ruhe und warten Sie, bis die Wespe von allein verschwindet. Machen Sie jedoch hektische Bewegungen oder versuchen Sie, die Wespe wegzupusten, dann fühlt sie sich bedroht und wird sich gegebenenfalls auch verteidigen.

Kommen Sie nicht auf die Idee, die Wespe aus Panik zu töten. Zum einen stehen diese unter Naturschutz und zum anderen gibt es zwischen Wespen einen enormen Zusammenhalt. Wenn Sie eine Wespe töten, strömt diese ein Hormon aus, welches weitere Wespen anlockt. Diese könnten Sie unter Umständen angreifen.

Stoßen Sie auf ein Wespennest, ist äußerste Vorsicht geboten. Denn die Wespen werden Ihr Nest verteidigen. Bewahren Sie auch hier Ruhe und vermeiden Sie hektische Bewegungen. Zudem sollten Sie

  • nicht unnötig lange die Flugbahn blockieren!
  • starke Erschütterungen vermeiden!
  • nicht im Wespennest herumstochern!
Foto1: Wespen an einem Stück Kuchen, Foto2: Wespe am Grillfleisch

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