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Hornissen im Garten: Nützlich, nicht gefährlich!

Haben sich Hornissen in Ihren Garten eingenistet, ist das in der Regel kein Grund zur Beunruhigung. Wir zeigen Ihnen, wie sich sich mit ihnen arrangieren.

Hornisse
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Im Spätsommer beginnt im Garten das große Summen. Wer dabei vermeintlichen überdimensionalen Bienen oder Wespen begegnet, hat vermutlich die Bekanntschaft von Hornissen gemacht. Die Insekten sind in ganz Mitteleuropa heimisch. Mangelt es ihnen an Nistplätzen, werden auch Gartenschuppen oder Hauswände genutzt. Daraus ergibt sich Konfliktpotential mit dem Menschen. Eine allgemeine Unkenntnis führt häufig zu Fehlverhalten und dem mutwilligen Zerstören der Nester. Im Folgenden möchten wir über die Hornisse aufklären und erläutern, wie das Zusammenleben mit den Tieren ohne Probleme funktionieren kann.

Aussehen der Hornisse

Die Hornissen zählen zu den Wespen, werden aber deutlich größer. Die Weibchen sind etwa 3,5 Zentimeter lang. Männchen und Arbeiterinnen werden maximal drei Zentimeter groß. Allen Wespen eigen ist eine besonders dünne Stelle zwischen Brust und Hinterleib.

Die Brust weist eine rotbraune bis schwarze Färbung auf. Am Hinterleib befinden sich gelbbraune bis gelbschwarze Streifen. Die auffällige Färbung soll potentiellen Feinden als Warnung dienen.

Unterschied Wespe, Biene und Hornisse
Wespe, Biene, Hornisse? Für viele Menschen alles das gleiche. Dabei sind die Unterschiede recht klar – © pict rider / stock.adobe.com

In dieser Grafik sollten die Unterschiede klar zu erkennen sein. Vor allem in der Größe, aber auch in der Färbung. Wirklich nervig und „gefährlich“ für den Menschen sind allerdings nur die Wespen. Mehr dazu weiter unten.

Aufbau eines Hornissenvolkes

Hornissennester befinden sich über der Erde. Bevorzugt werden Baumhöhlungen. Alternativ besiedeln Hornissen auch Nistkästen oder bauen ihre Nester im Dachgebälk. Ein Hornissenvolk besteht meist aus etwa 300 bis 600 Tieren. In Ausnahmefällen können tausende Tiere ein Hornissenvolk bilden.

Ein Hornissenvolk besteht aus drei Kasten (so werden die verschiedenen Positionen im Hornissenvolk bezeichnet) mit unterschiedlichen Aufgaben:

Kasten Aufgabe im Hornissenvolk
Arbeiterinnen Nahrung sammeln
Brut versorgen
Drohnen Befruchtung der Königin
Königin Eiablage

Aus den befruchteten Eiern schlüpfen die Arbeiterinnen. Aus unbefruchteten Eiern entstehen die Drohnen. Ein Hornissenstaat besteht nur ein Jahr. Die Arbeiterinnen, die Drohnen und die alte Königin sterben im Spätherbst. Lediglich einige kräftige junge Weibchen überstehen den Winter, um im nächsten Frühling einen neuen Staat zu gründen.

Sind Hornissen gefährlich?

Mit ihrer Größe und ihren Brummgeräuschen können Hornissen die Idylle im Garten stören. Dabei in Panik zu geraten, ist jedoch weder ratsam noch notwendig. Hornissen sind nicht aggressiv und stechen nur, wenn man sie direkt angreift.

Der Stachel ist länger und dicker, doch das Gift der Hornisse ist weniger intensiv als Bienengift. Auch mehrere Stiche können uns Menschen in der Regel nichts anhaben. Lediglich bei Allergikern ist Vorsicht geboten.

Tipp: Während eine Biene stirbt, nachdem sie gestochen hat, überleben Hornissen Stiche unbeschadet.

Wer Hornissen behutsam und friedlich entgegenkommt, wird nichts zu befürchten haben. Die Tiere sind scheu und gehen einer direkten Konfrontation aus dem Weg.

Während Wespen in Scharen über Kuchen, Limonade und Eis herfallen, sind Hornissen an diesen Leckereien nicht interessiert. Hornissen ernähren sich ausschließlich von Insekten, Fallobst und Pflanzensäften.

Sind Hornissen nützlich?

Die Hornisse steht unter Naturschutz und unterscheidet sich damit nicht von Hummeln und Bienen. Hornissen sind durchaus nützliche Tiere. Die Brut benötigt große Mengen an tierischen Proteinen. Ein Hornissenvolk fängt täglich zwischen 300 und 500 Gramm Insekten und hilft damit, die Insektenbestände im Gleichgewicht zu halten.

Im Vergleich: 500 Gramm Insekten entsprechen der täglichen Nahrung von fünf Meisenfamilien.

Dabei werden Schädlinge wie Bremsen und Stechmücken vertilgt. Auch Motten, Fliegen und Spinnen stehen auf dem Speiseplan. Wer ein Hornissennest auf seinem Grundstück entdeckt, wird gleichzeitig in den Sommermonaten weniger von Insekten heimgesucht. Auch Gartenpflanzen atmen auf und werden nur selten von Schädlingen befallen.

Woran lässt sich ein Hornissennest erkennen?

Hornissennest
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Hornissen siedeln sich vermehrt in der Nähe des Menschen an. Der Grund hierfür liegt in fehlenden natürlichen Nistgelegenheiten in Wäldern oder auf Streuobstwiesen. Der Nestbau erfolgt bevorzugt in Hohlräumen. Häufig werden die Brutplätze auch gut sichtbar an Bäumen oder auf Dachböden angelegt.

Hornissennester sind an ihrer papierartigen Struktur zu erkennen. Bei näherem Hinsehen lassen sich die zerkauten und eingespeichelten Holzfasern ausmachen.

Tipp: Hornissen nutzen lediglich die Fasern von Altholz und greifen damit lebende Bäume und Sträucher nicht an.

Das Nest der Hornisse besteht aus einzelnen Waben. Diese werden mit einer kompakten Außenhülle versehen. An der Unterseite bleibt eine Öffnung frei. Optisch ähnelt das Nest der Hornisse dem Wespennest. Unterschiede sind in der Farbe zu erkennen. Ein Hornissennest ist bräunlich gefärbt, das Nest der Wespe dagegen von grauer Farbe.

Hornissennester nicht eigenmächtig entfernen!

Wer ein Hornissennest im Garten entdeckt, sollte Ruhe bewahren und nicht vorschnell handeln. Die Hornisse steht unter strengem Naturschutz. Es ist untersagt, Hornissennester auf eigene Faust zu entfernen oder zu vernichten.

Die Umsiedlung des Hornissenvolkes bedarf der Genehmigung der örtlichen Naturschutzbehörde. Umsiedlungen werden von Spezialkräften oder oftmals auch von der Feuerwehr durchgeführt. Ist dies nicht möglich, wird in Ausnahmefällen ein Kammerjäger beauftragt. Den Betroffenen entstehen Kosten in Höhe von etwa 200 Euro.

Achtung: Wichtig ist, dass das Volk in ausreichender Entfernung zum alten Standort neu angesiedelt wird. Denn Hornissen finden über eine Distanz von mehreren Kilometern zu ihrem alten Brutplatz zurück.

Oftmals kann auf eine Umsiedlung verzichtet werden. Fühlen sich Menschen durch Hornissen gestört, können die Anbringung von Fliegendraht-Käfigen oder Sichtblenden ausreichen. Wer sich nicht an die Auflagen hält und Hornissennester eigenmächtig entfernt, muss mit Strafen in Höhe von bis zu 50.000 Euro rechnen.

Tipp: Von einem Hornissennest geht keine direkte Gefahr aus. Die Nester werden nur einen Sommer lang bewohnt – warum also nicht einfach abwarten.

Tipps zum Umgang mit Hornissen

Allgemeine Unkenntnis über das Verhalten von Hornissen führt zu Fehlverhalten. Wer anfliegende Tiere wild gestikulierend verscheucht und nach ihnen schlägt, muss mit einem Hornissenstich rechnen.

Beim Einhalten folgender Verhaltensregeln geht von Hornissen keine Gefahr aus:

  • Ruhe bewahren
  • das Nest nicht zerstören
  • nicht nach den Tieren schlagen
  • Erschütterungen am Nest vermeiden
  • die Flugbahn nicht blockieren

Wer ein Hornissennest auf seinem Grundstück bemerkt, markiert die nähere Umgebung am besten mit Absperrband und informiert die Familie. Auch für Kinder ergibt sich aus dem Vorhandensein des Nestes keine direkte Bedrohung.

Hornissen sind friedfertige Tiere, welche niemals grundlos Menschen angreifen. Eine Hornisse ist scheuer als eine Biene und zieht sich lieber zurück, anstatt in die Offensive zu gehen.

Foto1: © RRF / stock.adobe.com

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