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Strandroggen: So kultivieren Sie das Süßgras im heimischen Garten

Den Strandroggen kennen wir eigentlich von Spaziergängen in den Dünen. Er ist pflegeleicht und macht auch im Garten eine sehr gute Figur.

Strandroggen
© argot / stock.adobe.com

Der Strandroggen (Leymus arenarius) ist ein Süßgras, welches Sie bei Strandspaziergängen in den Dünen entdecken können. Dort bildet der Strandroggen stattliche Büsche von bis zu einem Meter Höhe. Die Blätter sind graublau gefärbt. In einem trockenen und eher kargen Substrat tritt die Färbung deutlich hervor. Die interessante Farbgebung macht den Strandroggen zu einer beliebten Gartenpflanze. Auch im Pflanzkübel kann sich das Süßgras vorteilhaft in Szene setzen.

Herkunft des Strandroggens

Die ursprüngliche Heimat des Strandroggens sind die Küstengebiete im Nordwesten und Westen Europas. In vielen anderen Regionen wurden die Pflanzen angepflanzt. In Deutschland kommt der Strandroggen an den Stränden von Ost- und Nordsee vor. Auch im Binnenland konnte sich das Süßgras durch künstliche Kultivierung recht weitläufig ausbreiten.

Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt auf den Dünen, den Vordünen oder am Fuß von Steilufern. Auch auf den Deichen und in den Ortschaften der Geestinseln kommt der Strandroggen häufig vor.

Meist wächst die Pflanze auf lockerem Sand und hilft die Dünen zu befestigen. Im Gegensatz zu verschiedenen anderen Dünenpflanzen ist der Strandroggen gut salzverträglich.

Strandroggen (Leymus arenarius)
Wuchs: aufrechte Halme, ausläuferbildend
Wuchshöhe: 200 – 300 cm
Wuchsbreite: 100 – 130 cm
Blüteb: Juli – August
Standort: Sonne
Boden: trocken, gut durchlässig, geringer Humus- und Nährstoffbedarf
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Strandroggen pflanzen und pflegen

» passender Standort

Der Strandroggen wächst bevorzugt an einem sonnigen Standort. Dabei breitet sich die Pflanze über ihre Ausläufer stark aus. Bei der Pflanzung im heimischen Garten ist zu beachten, dass auf einen Quadratmeter nicht mehr als eine Pflanze gesetzt wird.

Tipp: Um die Ausbreitung der Pflanze zu begrenzen, sollten Sie eine Wurzelsperre einbauen. Von Vorteil ist die Pflanzung in Trögen und Kübeln.

Der Strandroggen benötigt wenig Pflegeaufwand. Auch längere Trockenheit wird meist problemlos vertragen.

» ideales Substrat

An den Boden stellt die Pflanze keine Ansprüche. Der Strandroggen wird auf jedem Substrat gedeihen. Ist der Boden lehmhaltig und schwer oder andauernd feucht, kommt es zu einer Verfärbung der Blätter. Diese nehmen dann eine gelbe oder rote Farbe an.

Tipp: Am besten gedeiht der Strandroggen auf einem trockenen Sandboden.

» Pflanzanleitung Schritt für Schritt

1. Standort auswählen
2. Substrat von Unkraut, Steinen und alten Wurzeln befreien
3. Pflanzabstand beachten
4. Pflanzloch ausheben
5. Pflanze wässern
6. Wurzelsperre einbauen
7. Pflanze einsetzen
8. Substrat auffüllen
9. Erde gut andrücken
10. Pflanze angießen

Bei der Einzelpflanzung sollten mindestens 70 Zentimeter Pflanzabstand eingehalten werden. Wer die Nachbarpflanzen nicht einbüßen möchte, sollte an eine Wurzelsperre denken.

Wird der Strandroggen im Kübel kultiviert, ist ein ausreichend großes Pflanzgefäß zu wählen. Achten Sie auf genügend Abzugslöcher im Boden, damit die Flüssigkeit abfließen kann und keine Staunässe entsteht.

» richtig gießen

Das Gießen sollte nicht komplett vernachlässigt werden. Besonders an einem sonnigen Standort braucht die Pflanze regelmäßige Wassergaben. Bevor erneut gegossen wird, darf die Erde zwischenzeitlich abtrocknen.

» richtig düngen

Im ersten Standjahr sollte der Strandroggen mit einem Langzeitdünger versorgt werden. Hierfür eignet sich handelsüblicher Staudendünger. Es können organische wie auch mineralische Präparate verwendet werden.

Tipp: Weitere Düngergaben im Abstand von zwei bis drei Jahren sind zu empfehlen.

Die wichtigsten Pflanz- und Pflegetipps im Überblick

Maßnahme Was ist zu tun?
Standort auswählen sonnig bis halbschattig
hell
Substrat vorbereiten trocken
locker
Gießen mäßig gießen
Erde kann zwischenzeitlich antrocknen
Düngen im Pflanzjahr Langzeitdünger
alle zwei bis drei Jahre Düngung wiederholen

Den Strandroggen schneiden

Der Strandroggen ist immergrün und damit eine hübsche Zierde im winterlichen Garten. Daher erfolgt der Schnitt nicht im Herbst, sondern erst im kommenden Frühling. Wird das Laub nicht entfernt, dient dies der Pflanze gleichzeitig als Schutz vor strengen Frösten.

Im April beginnt der Neuaustrieb. Das alte Laub wird überwuchert und kann zur Humusbildung genutzt werden.

Den Strandroggen vermehren

Strandroggen lässt sich zwar durch Teilung vermehren, dies ist aber nicht zu empfehlen. Mit den Jahren entwickeln sich hübsche Stauden. Durch die Teilung würde der Wuchs stark dezimiert. Strandroggen muss auch nicht verpflanzt werden und kann mehrere Jahrzehnte am gleichen Standort kultiviert werden.

Eine Alternative ist die etwas aufwendigere und langwierige Vermehrung durch Samen.

Krankheiten und Schädlinge am Strandroggen erkennen

Der Strandroggen wird kaum von Krankheiten oder Schädlingen befallen. Die Kultivierung in feuchten und schweren Böden schwächt die Pflanze und macht sie angreifbar für Schädigungen.

Vorrangig ist hier der Brandpilz Ustilago hypodytes zu nennen. Ein Befall ist daran zu erkennen, dass sich keine Ähren mehr ausbilden, sondern sich stattdessen schwarze Pilzsporen ausbreiten. Befallene Pflanzenteile sind zu entfernen. Häufig ist ein radikaler Rückschnitt notwendig.

Strandroggen überwintern

Die Pflanze ist an unser Klima angepasst und übersteht den Winter im Freiland unbeschadet. Bei der Kultivierung im Kübel ist auf einen Winterschutz zu achten. Die Kübelpflanzen sollten in einem frostfreien Raum überwintern. Ist dies nicht möglich, ist der Pflanzkübel mit einem Schutz aus Gartenvlies zu versehen und auf eine Unterlage aus Styropor oder Holz an einen geschützten Standort im Freien zu stellen.

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