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Lampenputzergras: Pflanzung, Pflege und Vermehrung

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Das Lampenputzergras ist eine echte Bereicherung im Garten. Denn das Ziergras ist winterhart und sorgt auch in der tristen Jahreszeit für einen Blickfang.

Lampenputzergras
© Ruckszio / stock.adobe.com

Mit seinem bogenförmig überhängenden Laub ist das Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides) ganzjährlich eine Zierde im Gartenbeet. Die an kleine Flaschenbürsten erinnernden Blütenähren erscheinen im Spätsommer und können auch den herbstlichen und winterlichen Garten bereichern. Was es bei der Pflanzung und Pflege des aparten Süßgrases zu beachten gilt, verraten wir im Folgenden.

Kleine Pflanzenkunde

Die Heimat des Lampenputzergrases liegt in China, Japan und Australien. Etwa Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die Ziergräser auch in Europa heimisch. Das Ziergras hat schnell an Beliebtheit gewonnen und sich als vielseitige und widerstandsfähige Gartenpflanze etabliert.

Die Bezeichnung „Pennisetum“ ist eine Ableitung von der lateinischen Bezeichnung „penna“ für „Feder“. „Seta“ wiederum steht für „Borste“. Daher hat sich der Name Federborstengras eingebürgert.

Wer nach einer Zierde im Gartenbeet sucht, wenn die meisten Pflanzen bereits verblüht sind, ist mit dem „Warm-Season-Gras“ gut beraten, denn der Austrieb erfolgt erst im frühen Herbst.

Pflanznachbarn für das Lampenputzergras

Der attraktive Wuchs des Ziergrases rechtfertigt die Alleinstellung im Beet. Es sind hoch- und niedrigwachsende Sorten erhältlich.

Ein hübsches Bild ergibt sich in Verbindung mit folgenden Pflanznachbarn:

Pflanzensteckbrief

Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides)
Wuchs: halbkugelig, ausladend, buschig
Wuchshöhe: 40 – 60 cm
Wuchsbreite: 60 – 80 cm
Besonderheiten: später Austrieb, winterhart
Standort: Sonne
Boden: durchlässig, nährstoffreich, leicht trocken bis feucht
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Lampenputzergras pflanzen

Idealer Standort für das Lampenputzergras

Die ursprüngliche Heimat des Lampenputzergrases liegt auf den sonnigen Ebenen Australiens oder Japans. Ein warmer und sonniger Standplatz wird bevorzugt. Es ist auf eine ausdauernde Bodenfeuchte zu achten. Ein schattiger Stand ist für das Lampenputzergras nicht zu empfehlen. Dort würde es nur kümmerlich wachsen und Ihnen wenig Freude bereiten.

Am liebsten steht das Lampenputzergras geschützt, an einer Mauer oder Hauswand. Ausreichend Abstand zu anderen Pflanzen ist zu halten. Die Pflanzen vertragen keinen Wurzeldruck von ihren Beetnachbarn.

Passendes Substrat für das Lampenputzergras

Ein frischer und nährstoffreicher Boden ist das ideale Substrat für das Lampenputzergras. Da die Pflanzen keine Staunässe vertragen, ist eine Drainage im Boden ratsam. Zu schwere Böden bekommen dem Süßgras nicht, da sie Staunässe begünstigen.

Tipp: Mit Kies oder Sand können Sie verdichtete Böden durchlässiger gestalten.

Lampenputzergras im Beet pflanzen

1. Standort auswählen
2. Boden vorbereiten
3. Pflanzloch ausheben
4. Drainage einsetzen
5. Boden aufwerten
6. Pflanze mittig und ebenerdig einsetzen
7. Erde gut andrücken
8. Pflanze ausreichend wässern
9. Boden mulchen

➪ Pflanzzeitpunkt

Das Frühjahr ist die bevorzugte Pflanzzeit für das Lampenputzergras. Dann kann die Pflanze gut anwachsen, erhält ausreichend Feuchtigkeit und bildet bis zum Sommer ein stabiles Wurzelsystem aus.

➪ Pflanzloch vorbereiten

Ist ein möglichst sonniger Standort gefunden, wird der Boden zunächst aufgelockert und von Steinen, Wurzeln und Unkraut befreit. Das Pflanzloch ist in doppeltem Umfang des Wurzelballens auszuheben.

Lampenputzergras pflanzen
© brizmaker / stock.adobe.com

Damit keine Staunässe entsteht, ist besonders bei schweren Böden zu einer Drainageschicht im Boden zu raten. Hierfür geben Sie Kies oder Lavagranulat auf den Boden des vorbereiteten Pflanzloches.

➪ Pflanze wässern

Vor der Pflanzung bietet es sich an, das Lampenputzergras zu wässern, damit der Wurzelballen ausreichend Feuchtigkeit aufnehmen kann. Nach der Pflanzung geben Sie nochmals etwa zehn Liter Gießwasser unmittelbar an die Pflanze.

➪ Boden mulchen

Damit der Boden nicht zu schnell austrocknet, bietet es sich an, abschließend eine Schicht Mulch oder Kompost aufzutragen.

Lampenputzergras im Kübel pflanzen

Die kleinen bis mittelgroßen Sorten eignen sich gut für die Pflanzung im Kübel. Damit kann das Federborstengras zur Zierde auf Balkon oder Terrasse werden. Wichtig ist ein ausreichend großes Pflanzgefäß. Es ist von einem Mindestvolumen von zehn bis zwanzig Litern auszugehen.

Da das Erdvolumen im Pflanztopf begrenzt erscheint, ist auf ein besonders nährstoffreiches Substrat zu achten. Nicht vergessen werden sollte die bereits beschriebene Drainage. Kübelpflanzen leiden weit häufiger unter Staunässe, als dies bei Beetpflanzen der Fall ist. Das Gießen darf jedoch nicht vernachlässigt werden. Kübelpflanzen trocknen besonders schnell aus.

Pflanztipps für das Lampenputzergras im Überblick

Standort auswählen
  • sonnig
  • warm
  • hell
Boden vorbereiten
  • frisch
  • nährstoffreich
  • locker
Pflanzung vornehmen
  • Pflanze wässern
  • Drainage einbringen
  • Boden mulchen

Lampenputzergras pflegen

Lampenputzergras gießen

Gießen besitzt einen hohen Stellenwert für die wärmeliebenden Pflanzen. Besonders im ersten Jahr nach der Pflanzung ist eine regelmäßige Bewässerung notwendig. Zwischen April und August wird reichlich gegossen. An vollsonnigen Standorten kann dies auch mehrmals täglich ratsam sein.

Tipp: Pro Gießvorgang erhält das Lampenputzergras etwa fünf Liter Wasser.

Die Erde darf zwischen den einzelnen Gießvorgängen leicht antrocknen. Sind die Pflanzen gut angewachsen, werden sie robuster und es muss nur noch während längerer Trockenperioden intensiv bewässert werden.

Folgende Faktoren beeinflussen die Gießmenge:

  • Temperatur
  • Standort
  • Pflanzengröße
  • Niederschlagsmenge

Tipp: Das Lampenputzergras zeigt Feuchtigkeitsmangel durch gelbe Blattspitzen an.

Lampenputzergras düngen

Die Süßgräser bevorzugen einen nährstoffreichen Boden. Dies sollte bereits bei der Pflanzung berücksichtigt werden. Im Frühling versorgt Bio-Gartendünger die Pflanze mit allen notwendigen Nährstoffen. Sie können der Pflanzerde auch Kompost als Langzeitdünger untermischen.

Tipp: Im Sommer sorgt eine Gabe Bambusdünger für eine hübsche Blattfärbung.

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Nach der Düngung wird intensiv gegossen. Steht das Lampenputzergras zu trocknen, können Schäden an den Wurzeln die Folge sein. Kübelpflanzen besitzen einen erhöhten Nährstoffbedarf und werden bevorzugt mit flüssigem Balkonpflanzendünger versorgt.

Lampenputzergras schneiden

Bei den herbstlichen Rückschnittarbeiten sollte der Hobbygärtner das Lampenputzergras unberührt lassen. Das Ziergras wird im Frühling geschnitten. Dies geschieht nicht nur aus dem Grund, dass die gebogenen Halme mit Raureif bedeckt einen hübschen Anblick im tristen Wintergarten bieten. Die überhängenden Halme stellen zudem einen Schutz für die Pflanze selbst dar.

Tipp: Nicht selten überwintern Igel unter den gebogenen Halmen des Flaschenbürstengrases.

Im Frühling wird das Süßgras circa eine Handbreit über den Boden gekürzt und treibt bald darauf kräftig aus.

Pflegetipps im Überblick

Gießen
  • Jungpflanzen reichlich gießen
  • Erde darf leicht antrocknen
  • ältere Pflanzen nur bei anhaltender Trockenheit gießen
Düngen
  • Langzeitdünger bei der Pflanzung
  • im Sommer Bambusdünger
  • nach der Düngung reichlich gießen
Schneiden
  • Rückschnitt im Frühling
  • Halme gelten als Zierde im Wintergarten

Hübsche Lampenputzergras Sorten im Überblick

Das Lampenputzergras kommt in etwa 80 Arten vor. Einige Sorten haben sich in unseren Gärten etabliert:

Rotes Lampenputzergras
Hübsche Kontraste im Beet verspricht das Rote Lampenputzergras. Die intensive Rotfärbung der Halme hebt sich vom übrigen Blattgrün ab und macht sich besonders attraktiv in Gesellschaft mit weißblühenden Pflanzen. Diese Sorte wird bevorzugt in Beet oder Kübel gepflanzt und ist nicht winterhart. - © Marc / stock.adobe.com

Lampenputzergras 'Hameln'
Dieses Lampenputzergras wächst üppig und kompakt. Die Wuchshöhe beträgt etwa 70 Zentimeter. Die Blüte setzt etwas früher ein als bei den übrigen Arten. Die Blütenähren erscheinen hellgrün bis weiß. Besonders dekorativ wirkt diese Sorte in Gruppenpflanzung. - © imageBROKER / stock.dobe.com

Lampenputzergras 'Little Bunny'
Little Bunny. Diese Zwergform wird etwa 30 Zentimeter hoch und ist ein Ableger der Sorte "Hameln". - © Irina Fischer / stock.adobe.com

Lampenputzergras 'Cassian'
Cassian bildet attraktive bogenförmige Halme und im August erscheinen die elfenbeinfarbigen Blütenähren. Die Blüten erscheinen in großer Zahl und die Herbstfärbung dieser Art fällt besonders intensiv ins Auge. - © hcast / stock.adobe.com

Lampenputzergras 'Moudry'
Diese breite Sorte mit ihren violetten Blütenähren stammt ursprünglich aus Japan. Die Pflanzen breiten sich üppig aus, gelangen in unseren Breiten allerdings nur in mildem Klima zur Blüte. Der Hobbygärtner sollte nicht die Geduld verlieren, denn die Blütezeit beginnt erst Ende September. - © Marc / stock.adobe.com

Lampenputzergras vermehren

Die meisten Sorten lassen sich lediglich durch Teilung vermehren. Dies sollte im Frühling geschehen. Jungpflanzen können nach zwei bis drei Jahre geteilt werden. Dafür werden sie zunächst aus dem Boden genommen.

Der Wurzelballen wird von Substrat befreit und kontrolliert. Die Teilung bietet eine gute Gelegenheit, trockene oder kranke Wurzelabschnitte zu entfernen. Der Wurzelballen wird in mehrere Abschnitte geteilt. Die Teilstücke können anschließen neu verpflanzt werden. Damit gewinnen Sie sofort vollwertige Pflanzen.

Bei neu eingepflantzen Teilstücken kann es zu Anwachsschwierigkeiten kommen. Wird die Pflanze an einen sonnigen Standort gesetzt und ausreichend gegossen, dürfte sie sich aber schnell erholen.

Krankheiten und Schädlinge am Lampenputzergras erkennen

Die robuste Pflanze wird kaum von Krankheiten oder Schädlingen befallen. Das größte Problem für die Süßgräser ist Staunässe. Beginnen die Wurzeln zu faulen, wird sich das Lampenputzergras nur selten wieder erholen. Der Hobbygärtner kann durch eine Auflockerung des Bodens und das Einbringen einer Drainage Staunässe vermeiden.

Lampenputzergras überwintern

Die im Handel angebotenen Sorten sind meist winterhart. Sollte eine Pflanze den Winter nicht überstehen, ist dies häufig eine Folge von einem zu nassen Winterstand. Vor dem Winter kann eine Schicht aus Reisig oder Laub den Boden vor zu viel eindringender Nässe und Kahlfrösten schützen.

Im Kübel kultivierte Ziergräser ziehen im Winter an einen hellen und frostfreien Platz im Haus um und werden nach den Eisheiligen im Mai wieder im Freien platziert.

Foto1: © Ruckszio / stock.adobe.com, Foto2: © brizmaker / stock.adobe.com

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