Auf der Terrasse wird es an heißen Tagen schnell unangenehm. Wie Sie Ihre Terrasse im Sommer kühl halten, zeigen die folgenden Tipps gegen Hitzestau.

Endlich scheint die Sonne, also ab nach draußen. Wer jedoch bei sommerlichen Temperaturen auf der Terrasse sitzt und es nicht aushält, hat meist mehrere Probleme gleichzeitig: zu viel Sonne, zu wenig Luftbewegung und Materialien, die Wärme speichern statt abzugeben. Zum Glück lässt sich daran einiges ändern, ohne die Terrasse gleich komplett umzugestalten.

Warum sich Terrassen im Sommer stark aufheizen

Terrassen heizen sich im Sommer vor allem dann stark auf, wenn Stein, Beton oder dunkle Fliesen viele Stunden in der Sonne liegen. Diese Materialien speichern die Wärme und geben sie später nur langsam wieder ab. Deshalb bleiben Terrassen oft auch dann noch heiß, wenn die Sonne längst weitergezogen ist.

Wie stark sich die Wärme staut, hängt aber nicht nur vom Bodenbelag ab, sondern auch von der Lage. Eine Terrasse mit Südausrichtung bekommt besonders viel direkte Sonne ab. Liegt sie zusätzlich zwischen Mauern, hohen Hecken oder in einem Innenhof, kann die warme Luft kaum entweichen.

Auch Fassaden verstärken den Effekt. Besonders dunkle Hauswände heizen sich stark auf und strahlen die Wärme direkt auf die Terrasse zurück. Hält dann noch eine Überdachung, ein Sonnensegel oder eine Markise die Luft darunter fest, wird es schnell drückend und stickig.

Terrasse effektiv beschatten

Scheint die Sonne stundenlang auf die Terrasse, dann bringt Schatten am schnellsten Entlastung. Ein Sonnenschirm ist die einfachste Lösung, weil er ohne bauliche Veränderung aufgestellt und bei Bedarf gekippt oder versetzt werden kann.

Damit der Effekt spürbar ist, sollte der Schirm jedoch nicht nur den Tisch beschatten. Sinnvoll ist ein großer Sonnenschirm, der auch Stühle und einen großen Teil des Terrassenbodens abdeckt. Je mehr Fläche im Schatten liegt, desto weniger heizen sich Boden, Möbel und Polster auf.

Terrasse im Sommer beschatten mit Gastro-Sonnenschirm
EIn Doppelschirm bietet eine beeindruckende Schattenfläche. Hier das Modell Solero Bravo Duo | © Solero®

Wie angenehm der Platz darunter über den Tag bleibt, hängt aber auch vom Schirmstoff und der Belüftung ab. Ein dichtes Gewebe mit UV-Schutz schirmt die direkte Sonne ab, während durch eine Öffnung im Dach warme Luft entweichen kann.

Solche Eigenschaften sind von hochwertigen Sonnenschirmen in Gastronomiequalität bekannt. Dazu gehört auch der große Ampelschirm Solero Bravo Duo LED (siehe Bild oben), der bis zu 98 % der Sonnenstrahlen filtert. Dadurch kommt unter dem Schirm nur noch ein kleiner Teil der direkten Sonneneinstrahlung an und der Sitzbereich bleibt an heißen Tagen kühler.

Pflanzen als natürliche Kühlung einsetzen

Neben der großflächigen Beschattung durch den Sonnenschirm werfen auch große Kübelpflanzen Schatten auf Boden und Möbel. Außerdem verdunsten sie über ihre Blätter Wasser, wodurch sie der Umgebungsluft Wärme entziehen.

Wie wirkungsvoll dieser Effekt sein kann, zeigt eine Untersuchung der Technischen Universität München. Demnach kühlen Bäume den Boden unter ihrer Krone um bis zu 20 °C und die Luft um bis zu 2 °C ab. Mehrere große Kübelpflanzen rund um Sitzplatz oder Lounge erreichen zwar nicht dieselbe Wirkung wie ein Baum, verbessern aber ebenfalls das Mikroklima auf der Terrasse.

Damit die Verdunstung überhaupt funktioniert, brauchen die Pflanzen aber ausreichend Wasser. Denn trocknet der Boden aus, schließen sie ihre Spaltöffnungen und der Kühleffekt lässt nach. An heißen Tagen, besonders bei Kübelpflanzen, deshalb täglich gießen.

💡 Tipp:
In großen Kübeln spenden etwa Olivenbaum, Oleander, Bougainvillea oder hohe Gräser wie Pennisetum Schatten. Zusätzlichen, luftigen Schutz vor Sonne liefern Rankpflanzen an einem Spalier, Rankgitter oder einer Pergola. Weinreben eignen sich dafür besonders gut, weil sie im Sommer dicht belaubt sind. 

Terrassenboden kühler halten

Ist ein großer Teil der Terrasse beschattet, heizt sich auch der Boden weniger stark auf. Ganz verhindern lässt sich gespeicherte Wärme jedoch nicht, besonders bei dunklen Steinplatten, Beton oder WPC. Genau hier hilft ein Outdoor-Teppich. Er liegt wie eine schützende Schicht auf dem Boden und verhindert den direkten Kontakt mit den aufgeheizten Platten oder Dielen.

Für offene Terrassen eignen sich flach gewebte Modelle aus Polypropylen oder PET besonders gut. Diese Materialien weisen Feuchtigkeit ab, trocknen schnell und lassen sich leicht reinigen. Auch die Farbe macht einen Unterschied: Helle Töne wie Beige, Sand oder Hellgrau heizen sich in der Sonne weniger stark auf.

💡 Tipp:
Auf überdachten Terrassen kommen auch Outdoor-Teppiche aus Naturfasern wie Sisal oder Jute infrage. Sie wirken wärmer und natürlicher als Kunstfaser, vertragen aber keine Nässe. 

Einfluss von Outdoor-Möbeln und Farben

Ein Metallstuhl in der Mittagssonne wird schnell so heiß, dass das Anfassen oder Hinsetzen schmerzhaft wird. Holz verhält sich anders. Es erwärmt sich zwar ebenfalls, leitet Wärme aber schlechter weiter und fühlt sich deshalb angenehmer an. Auch Polyrattan und luftige Geflechte sind an heißen Tagen praktisch, weil ihre offene Struktur Luft durchlässt.

Wer seine Möbel nicht ersetzen möchte, hilft mit einfachen Mitteln nach. Helle Sitzauflagen und Kissenbezüge nehmen weniger Wärme auf als dunkle Stoffe. Eine Tischdecke schützt Glastischplatten davor, sich in der Sonne unangenehm stark zu erwärmen. Außerdem lohnt es sich, den Sonnenschirm schon morgens aufzuspannen, damit Stühle und Tisch gar nicht erst in der prallen Mittagssonne stehen.

Luftstau vermeiden und Luftzirkulation verbessern

Offene Beschattung mit Sonnenschirm und Pergola.
Offene Beschattung mit Sonnenschirm und Pergola. | © Gartentipps.com

Schatten allein hilft wenig, wenn sich die Hitze auf der Terrasse staut. Besonders geschlossene Seitenwände, Sonnensegel, zu dicht gestellte Pflanztöpfe und auch Terrassendächer begünstigen einen Wärmestau.

Deshalb lohnt es sich, Sichtschutz, Möbel und Pflanzen mit Abstand zur Hauswand zu stellen, damit Luft hindurchziehen kann. Bei Terrassenüberdachungen sind offene Lösungen sinnvoll, z. B. dreh- und verfahrbare Lamellendächer. Sind die Lamellen geöffnet, kann warme Luft entweichen und das Risiko für Hitzestau sinkt. Bei geschlossenem Dach bleibt die Terrasse dagegen vor Regenschauern geschützt.

💡 Tipp:
An windstillen Tagen bringen solarbetriebene Outdoor-Ventilatoren stehende Luft auf geschlossenen Terrassen in Bewegung.

Luftfeuchtigkeit zur Abkühlung erhöhen

An heißen Tagen fühlt sich die Luft auf der Terrasse staubtrocken an. Wasser kann das Klima etwas erfrischen, weil bei der Verdunstung Wärme verbraucht wird. 

Am besten beginnt das schon morgens beim Gießen. Denn wird Wasser früh in die Blumenkübel gegossen, bleibt die Feuchtigkeit länger im Substrat. Ein Teil davon verdunstet im Laufe des Tages langsam über Erde und Pflanzen.

Auch kleine Wasserschalen auf dem Tisch oder am Rand der Terrasse unterstützen diesen Effekt. Sie brauchen wenig Platz und geben nach und nach Feuchtigkeit an die Umgebung ab. Ein kleiner Brunnen wirkt noch lebendiger, weil das Wasser in Bewegung bleibt.

Mehr Verdunstungsfläche bringt ein Miniteich im Fass oder Kübel auf die Terrasse. Er steht am besten hell, aber nicht in der prallen Mittagssonne, damit sich das Wasser nicht zu stark aufheizt. Kleine Wasserpflanzen wie Wasserminze oder Zwerg-Seerose beschatten die Wasserfläche zusätzlich.

💡 Tipp:
Wenn die Hitze am Nachmittag auf der Terrasse steht, bringt ein Nebelventilator Bewegung und Feuchtigkeit in die Luft. Der feine Sprühnebel fühlt sich auf der Haut angenehm kühl an. Das Gerät sollte jedoch so stehen, dass Polster, Holzflächen und empfindliche Oberflächen nicht dauerhaft feucht werden.

Typische Hitzefallen auf der Terrasse

Diese Hitzefallen verstärken den Wärmestau auf der Terrasse: 

  • dunkle Bodenbeläge, die sich in der Sonne stark aufheizen
  • zu wenig Schatten auf Boden, Möbeln und Sitzbereich
  • ein Sitzplatz direkt an einer aufgeheizten Hauswand
  • dunkle Möbel, Polster oder Tischplatten in praller Sonne
  • eine geschlossene Überdachung ohne Luftabzug
  • eine vollständig versiegelte Fläche ohne Pflanzen

Je mehr dieser Fehler vermieden werden, desto angenehmer bleibt die Terrasse im Sommer.

Erfahrung: Terrasse im Sommer kühl halten

Meiner Erfahrung nach entstehen die größten Hitzeprobleme auf Terrassen, die viele Stunden Sonne abbekommen. Eine Überdachung löst das Problem dabei nicht automatisch, denn je nach Tageszeit fällt die Sonne seitlich ein und heizt Boden, Möbel oder Hauswand trotzdem auf. Bei Glasüberdachungen kommt hinzu, dass sich darunter ein Treibhauseffekt entwickeln kann. Die Sonne erwärmt die Flächen, während sich die warme Luft unter dem Dach staut.

Um die Terrasse im Sommer kühl halten zu können, braucht es ausreichend Schatten auf Boden und Möbeln, hellere oder weniger hitzespeichernde Materialien und genug Luftbewegung. Ein großer Sonnenschirm hilft auch bei Pergolen, solange die Luft darunter weiterhin zirkulieren kann. Pflanzen ergänzen diesen Effekt besonders gut, weil sie luftigen Schatten spenden, die direkte Sonne brechen und den Sitzplatz natürlich abschirmen.

Ringo von Gartentipps.com

Ringo ist Gründer und Chef-Redakteur von Gartentipps.com. Hat auf dem Dorf (bei Oma) zwischen Stachelbeeren, Kirschbaum und Hühnerhof seine Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt.

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