Wenn Sie dieses Jahr Tomaten pflanzen und auch reich ernten möchten, dann sollten Sie sich an unseren Jahresplan halten.

Tomaten pflanzen im Jahreslauf

Jede Anbauphase bringt eigene Anforderungen mit sich. Der Jahresplan hilft dabei, Zusammenhänge zu erkennen und die Tomatenpflanzen zur richtigen Zeit gezielt zu unterstützen. 

Februar: Tomatensorten auswählen

Die Wahl der richtigen Tomatensorte entscheidet oft darüber, wie gut der Anbau später gelingt. Denn nicht jede Sorte passt zu jedem Standort. Während robuste, kleinfrüchtige Tomaten auch mit wechselhaftem Wetter gut zurechtkommen, brauchen große Fleischtomaten deutlich mehr Wärme und Pflege.

💡 Tipp:
Für den Einstieg oder das Freiland eignen sich frühe und widerstandsfähige Sorten wie Primabella oder die Rote Murmel. Sie tragen zuverlässig und kommen auch mit weniger idealen Bedingungen zurecht. Wer gerne nascht, findet in süßen Cocktailtomaten wie Angora Super Sweet oder Fredi eine gute Wahl, besonders für Topf und Balkon.

März: Tomaten aussähen

Die Aussaat von Tomaten beginnt meist im März. Entscheidend für einen guten Start sind nährstoffarme Anzuchterde, eine gleichmäßige Temperatur von etwa 20 bis 22 °C und ein heller Standort.

Aufgepasst!
Eine frühere Aussaat wirkt zwar verlockend, ist jedoch nur mit ausreichend Licht zu empfehlen. Fehlt Licht, entwickeln sich lange, dünne Triebe. Dieses Wachstum wird als Vergeilen bezeichnet. Solche Tomatenpflanzen sind instabil und kippen später leicht um. 

April: Tomatenpflanzen pikieren

Sobald nach den Keimblättern die ersten echten Blätter erscheinen, wird es für die jungen Tomatenpflanzen schnell zu eng. Jetzt brauchen sie mehr Platz, damit sich Wurzeln und Triebe kräftig entwickeln können. Beim Tomaten pikieren werden die Sämlinge vorsichtig vereinzelt und in eigene Töpfe gesetzt. Anschließend dürfen die jungen Tomaten bei mildem Wetter für einige Stunden zum Abhärten nach draußen.

Mai: Tomaten auspflanzen

Nach den Eisheiligen, etwa ab Mitte Mai, dürfen Tomaten nach draußen. Entscheidend sind milde Temperaturen, denn kühle Nächte unter 10 °C bremsen das Wachstum aus. Ein sonniger, windgeschützter Standort hilft den Pflanzen, sich gut zu entwickeln. Gepflanzt wird entweder direkt ins Beet oder in ausreichend große Töpfe. Wichtig ist vor allem, tiefgründiger Gartenboden oder Erde, die Wasser speichern kann.

Juni: Tomaten ausgeizen

Tomaten Triebe ausgeizen

Im Sommer wachsen Tomaten kräftig und bilden immer wieder Seitentriebe. Diese sogenannten Geiztriebe sitzen in den Blattachseln zwischen Haupttrieb und Blatt. Bei den meisten Tomatenpflanzen können Geiztriebe entfernt werden, damit die Pflanze nicht zu dicht wächst und ihre Kraft in die Haupttriebe lenkt.

Diesen Geiztrieb entfernen

Bleiben die Geiztriebe stehen, entwickeln sich zwar ebenfalls Früchte, die Pflanze wird jedoch sehr dicht. Die Luft zirkuliert schlechter, Blätter trocknen nach Regen langsamer ab und Krankheiten breiten sich leichter aus.

💡 Tipp:
Eine Ausnahme bilden Buschtomaten. Sie wachsen von Natur aus kompakt und müssen in der Regel nicht ausgegeizt werden.

Juli: Tomaten ernten

Im Juli beginnen die ersten Tomaten zu reifen. Jetzt zahlt sich regelmäßiges Pflücken aus, denn die Tomatenpflanze bildet kontinuierlich neue Blüten nach. Werden reife Früchte geerntet, kann sie ihre Kraft besser in neue Blüten und weitere Früchte stecken. So wird die Ernte gesteigert.

💡 Tipp: Tomaten richtig ernten und lagern
• Vollreife Tomaten nicht im Kühlschrank lagern, sie verlieren dort an Geschmack
• Tomaten morgens ernten, dann ist das Aroma am intensivsten
• Früchte vorsichtig abdrehen oder mit einer Schere schneiden

August: Haupternte und Krankheiten

Im August tragen Tomaten besonders viele Früchte. Gleichzeitig steigt bei warmem und feuchtem Wetter das Risiko für Pilzkrankheiten wie die Kraut- und Braunfäule. Feuchte Blätter bieten ideale Bedingungen, damit sich die Krankheit schnell ausbreitet.

Was jetzt hilft:

  • nur bodennah gießen, damit die Blätter trocken bleiben
  • regelmäßig ausgeizen und untere Blätter entfernen, für mehr Luft
  • Tomaten möglichst vor Regen schützen, z. B. unter einem Dachvorsprung
  • befallene Blätter sofort entfernen und im Hausmüll entsorgen

September: Letzte Tomatenreife gezielt fördern

Im September entstehen zwar noch neue Blüten, doch sie schaffen es meist nicht mehr, vollständig auszureifen. Deswegen lohnt sich das Kappen der Triebspitzen. Dabei wird der Haupttrieb oberhalb der letzten Fruchtstände abgeschnitten. Die Pflanze wächst nicht weiter in die Höhe und steckt ihre Kraft in die bereits vorhandenen Tomaten. So reifen diese noch aus.

Oktober: Tomaten nachreifen lassen

Im Oktober hängen häufig noch unreife Tomaten an der Pflanze. Da die Temperaturen sinken, reifen sie draußen auch nicht mehr aus. Für die Nachreife reicht ein warmer, trockener Platz mit etwa 18 bis 20 °C. Licht spielt dabei keine entscheidende Rolle. Wichtiger ist eine gleichmäßige Temperatur, damit die Tomaten zuverlässig ausreifen.

💡 Tipp:
Nach der Ernte werden die Tomatenpflanzen entfernt. Gesunde Pflanzen können auf den Kompost, kranke gehören in den Hausmüll, damit sich Krankheiten nicht weiter im Garten ausbreiten. Anschließend wird wieder reifer Kompost in den Gartenboden eingearbeitet. Dann finden neue Tomatenpflanzen im nächsten Jahr direkt „frische“ Nährstoffe vor.

Tomaten pflegen im Jahresverlauf

Gießen während der Tomatensaison

Beim Gießen entstehen die meisten Probleme. Tomaten brauchen keine dauerhaft feuchte Erde. Viel wichtiger ist, dass sie nicht ständig oberflächlich gewässert werden. Häufige, kleine Wassergaben fördern flache Wurzeln und erhöhen später den Wasserbedarf der Pflanzen.

Im Freiland zeigt sich das besonders deutlich. In gut vorbereiteter, humusreicher Erde werden Tomaten nach dem Pflanzen einmal gründlich gegossen. Anschließend wachsen die Wurzeln in die Tiefe und holen sich Feuchtigkeit aus unteren Bodenschichten. Zusätzliche Wassergaben sind dann oft nur bei längerer Trockenheit nötig.

Im Topf trocknet die Erde schneller aus. Hier wird etwas häufiger gegossen, aber ebenfalls nicht ständig. Die Erde darf zwischendurch leicht abtrocknen. Staunässe sollte vermieden werden, da sie Wurzelfäule begünstigt und Früchte aufplatzen können.

Wann gegossen wird:

  • direkt nach dem Pflanzen gründlich angießen
  • bei anhaltender Hitze am Morgen wässern
  • auf sehr sandigen Böden etwas häufiger gießen

Düngen im Verlauf der Kulturzeit

Tomaten brauchen Nährstoffe, reagieren aber empfindlich auf zu viel Dünger. Entscheidend ist ein gut vorbereiteter Boden. In nährstoffreicher Erde, zum Beispiel mit Kompost oder Hornspänen angereichert, wachsen die Pflanzen meist bereits kräftig.

Im weiteren Verlauf wird nur bei Bedarf nachgedüngt. Zeigt die Tomate ein schwaches Wachstum oder bekommt sie helle Blätter, kann eine zusätzliche Versorgung sinnvoll sein. Ein Sud aus Brennnessel und Beinwell liefert schnell verfügbare Nährstoffe und wird verdünnt eingesetzt, oft im Abstand von etwa zwei Wochen.

Bestäubung während der Blütezeit

Tomaten sind selbstfruchtbar, doch der Pollen sitzt fest in den Staubbeuteln und löst sich erst durch Bewegung. Im Garten übernehmen Wind oder Hummeln diese Aufgabe. Auf dem Balkon oder im Gewächshaus fehlt die Vibrationsbestäubung jedoch.

Ein leichtes Schütteln der Pflanzen am Morgen hilft, den Pollen zu lösen und die Bestäubung zu unterstützen. Alternativ kann ein feiner Pinsel verwendet werden. Damit wird vorsichtig von Blüte zu Blüte gestrichen, sodass sich der Pollen löst und verteilt.

👉 Welche Erfahrung machen Sie in Ihrem eigenen Garten? Ist es besser, Tomaten eher seltener zu gießen oder häufiger in kleinen Mengen?

Ringo von Gartentipps.com

Ringo ist Gründer und Chef-Redakteur von Gartentipps.com. Hat auf dem Dorf (bei Oma) zwischen Stachelbeeren, Kirschbaum und Hühnerhof seine Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt.

2 Kommentare

  1. Ursula Brandl on

    Ich habe schwarze Tomaten. Sie sind auf der einen Seite schon ganz schwarz und von der anderen Seite noch grün und sind ganz hart. Wird das noch was? Kann man diese schon essen?

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