Die Akelei ist eine wunderhübsche Staude, von denen es viele verschiedene Sorten und Farben gibt. Auffällig ist immer die Blütenform.

Mit ihren nickenden, gespornten Blüten sieht die Akelei (Aquilegia) aus, als würden kleine Elfenmützen im Beet tanzen. Ab Mai öffnet die Staude ihre Blüten in Blau, Violett, Rosa, Gelb oder Weiß und versorgt damit Hummeln und langrüsselige Wildbienen, die als einzige an den Nektar tief in den Spornen gelangen. Dabei ist die Akelei erstaunlich genügsam. Einmal am passenden Platz etabliert, hält sie sich über Selbstaussaat viele Jahre im Garten.

Pflanzenfamilie und Herkunft

Botanisch zählt die Akelei zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) und ist damit mit Rittersporn, Christrose und Anemone verwandt. Weltweit sind rund 70 Arten bekannt. Bei uns heimisch ist die Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris), die wild an Waldrändern und auf Bergwiesen wächst und in Deutschland besonders geschützt ist. Wilde Exemplare dürfen deshalb weder ausgegraben noch gepflückt werden, im Handel ist die Art aber problemlos erhältlich. Viele Gartensorten stammen von nordamerikanischen Arten ab, die besonders lange Sporne und leuchtende Farben mitbringen.

Heimische Akelei
Heimische Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris) | © Marc / stock.adobe.com
Merkmal
Botanischer NameAquilegia
PflanzenfamilieHahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
HerkunftGemäßigte Zonen der Nordhalbkugel
WuchsformHorstbildende Staude mit Pfahlwurzel
WuchshöheJe nach Sorte 15 cm bis 90 cm
BlütezeitMai bis Juli
StandortJe nach Sorte Sonne bis Halbschatten
BodenHumos, durchlässig, frisch
WinterhärteBis etwa -28 °C
VerwendungStaudenbeet, Gehölzrand, Bauerngarten, Steingarten
BesonderheitenGiftig, kurzlebig, erhält sich durch Selbstaussaat

Akelei pflanzen

Der beste Pflanzzeitpunkt für vorgezogene Akeleien ist Mitte Mai, direkt nach den Eisheiligen. Auch eine Herbstpflanzung im September funktioniert gut, dann wurzelt die Staude vor dem Winter ein und startet im Frühjahr durch. Nur der Hochsommer eignet sich wegen der Hitze nicht.

Standort

Am wohlsten fühlt sich die Akelei im Halbschatten, etwa am Gehölzrand oder zwischen höheren Stauden, die ihr über die Mittagszeit Schatten spenden. Volle Sonne verträgt sie, solange der Boden nicht austrocknet, im tiefen Schatten lässt die Blüte dagegen spürbar nach. Auch die Kübelhaltung gelingt, sofern das Gefäß tief genug für die Pfahlwurzel ist.

Boden

Der Boden sollte humos, durchlässig und gleichmäßig frisch sein. Staunässe verträgt die Pfahlwurzel nicht, in dauerhaft nasser Erde fault sie. Schwere Böden verbessern Sie deshalb vor der Pflanzung mit Kompost und etwas Sand, sehr sandige Böden werten Sie mit Kompost auf, damit sie Wasser besser halten.

Pflanzanleitung Schritt für Schritt

Gekaufte Akeleien kommen als Topfware aus der Gärtnerei oder dem Gartencenter und sind in vier Schritten eingepflanzt.

  1. Wurzelballen so lange in einen Eimer Wasser tauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
  2. Pflanzloch doppelt so groß wie den Ballen ausheben und den Aushub mit Kompost mischen.
  3. Akelei so tief einsetzen, wie sie im Topf stand, mit einem Abstand von 30 cm bis 40 cm zur Nachbarpflanze.
  4. Erde andrücken, kräftig angießen und mit Laub oder Rasenschnitt mulchen.

Am natürlichsten wirkt die Akelei in kleinen Tuffs von drei bis acht Exemplaren statt einzeln verteilt.

💡 Tipp: Akkelei aussäen
Statt mit gekauften Stauden lässt sich die Akelei auch direkt per Aussaat im Beet etablieren. Das dauert bis zur ersten Blüte zwar ein Jahr länger, liefert dafür aber viele Pflanzen auf einmal und kostet nur ein Tütchen Samen. Zeitpunkt und Vorgehen sind im Abschnitt zur Vermehrung genauer beschrieben.

Pflanzpartner

Gute Nachbarn sind Frauenmantel, Storchschnabel, Astern und filigrane Gräser, denn sie teilen die Vorliebe für frischen Boden und kaschieren nach der Blüte das einziehende Akelei-Laub. Wie sich Leitstauden, Begleiter und Lückenfüller sinnvoll staffeln lassen, zeigt unser Beitrag zum Anlegen eines Staudenbeets. Neben Pfingstrosen, Rittersporn und Stockrosen fügt sich die Akelei außerdem stimmig in einen klassischen Bauerngarten ein, wo sie schon im Frühsommer für Farbe sorgt, bevor die Sommerblüher übernehmen.

Akelei pflegen

Die Akelei zählt zu den dankbarsten Stauden im Garten. Ein paar Handgriffe im Jahresverlauf genügen, damit sie zuverlässig blüht.

Gießen

Gießen Sie bei anhaltender Trockenheit durchdringend, besonders an sonnigen Standorten, denn Trockenstress beendet die Blüte vorzeitig. Eine Mulchschicht hält die Feuchtigkeit im Boden und spart Gießgänge. Kübelpflanzen brauchen deutlich häufiger Wasser als Beetexemplare.

Düngen

Eine Gabe Kompost oder organischer Staudendünger zum Austrieb im Frühjahr reicht vollständig aus. Mehr schadet eher, denn überdüngte Akeleien werden mastig, kippen um und blühen schlechter.

Rückschnitt

Schneiden Sie welke Blütenstiele bodennah ab, dann schiebt die Staude häufig eine Nachblüte und steckt keine Kraft in die Samenbildung. Sollen sich einzelne Sorten versamen, bleiben deren Samenstände einfach stehen. Tragen Sie bei allen Schnittarbeiten Handschuhe, denn der Pflanzensaft kann die Haut reizen.

Überwintern

Die Akelei ist sommergrün. Laub und Blütenstiele sterben im Herbst ab und ziehen ein, die Pflanze überdauert den Winter allein mit ihrer Pfahlwurzel und den bodennahen Knospen. Das vergilbende Laub ist also kein Krankheitszeichen, sondern der normale Rückzug in die Winterruhe. Schneiden Sie die welken Reste im Spätherbst oder im zeitigen Frühjahr vor dem Neuaustrieb ab.

Im Beet ist die Staude bis etwa -28 °C winterhart und braucht keinen Schutz. Nur frisch im Herbst gesetzte Exemplare decken Sie im ersten Winter mit Laub oder Reisig ab. Kübelpflanzen stellen Sie an eine geschützte Hauswand und umwickeln das Gefäß mit Vlies oder Jute, damit der Wurzelballen nicht durchfriert.

Akelei vermehren

Die Einzelpflanze lebt nur drei bis fünf Jahre. Dass die Akelei trotzdem als dauerhafte Gartenstaude gilt, liegt an ihrer unkomplizierten Vermehrung.

Vermehrung durch Aussaat

Die Aussaat ist der zuverlässigste Weg, denn die Akelei ist ein Kalt- und Lichtkeimer. Bei der Direktsaat streuen Sie die Samen ab September breitwürfig ins Beet und drücken sie nur leicht an, den nötigen Kältereiz liefert der Winter.

Alternativ gelingt die Vorkultur ab Februar, dazu die Samen auf feuchte Anzuchterde streuen, die abgedeckte Schale vier bis sechs Wochen ins Gemüsefach des Kühlschranks stellen und danach bei 15 °C bis 18 °C hell weiterkultivieren. Eigene Samen ernten Sie im Sommer aus den Balgfrüchten, sobald diese beim Schütteln rascheln.

💡 Tipp:
Sämlinge blühen meist erst im zweiten Jahr. Am einfachsten überlassen Sie die Aussaat ohnehin der Pflanze selbst und verpflanzen die Sämlinge im Frühjahr dorthin, wo sie gebraucht werden.

Vermehrung durch Teilung

Akeleien sollten eher nicht geteilt werden. Aufgrund ihrer tiefen Pfahlwurzeln führt das Teilen fast immer zu starken Verletzungen und daher zum Absterben der Pflanze.

Krankheiten und Schädlinge erkennen

Drei Probleme tauchen an der Staude regelmäßig auf, keines davon bedroht sie ernsthaft.

  1. Am häufigsten ist Echter Mehltau, der sich bei warmer, trockener Witterung als weißer, abwischbarer Belag auf den Blättern zeigt. Schneiden Sie befallene Triebe ab und entsorgen Sie das Schnittgut über den Hausmüll statt auf dem Kompost, ein luftiger Stand ohne Gedränge beugt vor.
  2. Typisch für die Gattung ist außerdem die Akelei-Minierfliege, deren Larven helle, geschlängelte Gangmuster im Blatt hinterlassen. Der Schaden bleibt rein optisch und verschwindet mit dem Sommerrückschnitt des Laubs vollständig.
  3. Blattläuse sitzen gelegentlich an jungen Trieben und Knospen, ein kräftiger Wasserstrahl spült sie ab, den Rest erledigen Marienkäfer und andere Nützlinge, sodass Spritzmittel unnötig bleiben.

5 Besondere Sorten

Die heimische Aquilegia vulgaris blüht blauviolett, versamt sich zuverlässig und bleibt die erste Wahl für Naturgärten, ihre weiße Auslese „Nivea“ leuchtet im Halbschatten neben Funkien und Farnen. Einen ganz anderen Charakter zeigen folgende Sorten.

💡 Tipp:
Ein Detail sollten Sie bei der Sortenwahl kennen. Akeleien kreuzen sich untereinander bereitwillig, Sämlinge aus Selbstaussaat fallen deshalb selten sortenecht aus. Nach ein paar Jahren entsteht so ein bunter Mix, der zum Charme dieser Staude gehört.

Gefüllte Akelei ‚Ruby Port‘

Akelei Ruby Port
© John Caley / stock.adobe.,com
Gefüllte Akelei ‚Ruby Port‘ (Aquilegia vulgaris ‚Ruby Port‘)
Wuchs:geneigte Blätter, aufrechte Blütenstiele
Wuchshöhe:40 – 60 cm
Wuchsbreite:25 – 30 cm
Blütenfarbe:weinrot
Standort:Sonne bis Halbschatten
Boden:frisch, durchlässig, humusreich
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Langspornige Akelei ‚Yellow Queen‘

Akelei Yellow Queen
© PIXATERRA / stock.adobe.com
Langspornige Akelei ‚Yellow Queen‘ (Aquilegia chrysantha ‚Yellow Queen‘)
Wuchs:aufrechte Stängel, horstbildend
Wuchshöhe:60 – 70 cm
Wuchsbreite:25 – 30 cm
Blütenfarbe:gelb
Standort:Sonne bis Halbschatten
Boden:durchlässig, frisch, humusreich, schwach sauer bis neutral
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Sibirische Akelei ‚Biedermeier‘

Zweifarbige Akelei 'Biedermeier';
© Marina /stock.adobe.com
Sibirische Akelei ‚Biedermeier‘ (Aquilegia caerulea ‚Biedermeier‘)
Wuchs:geneigt bis aufrecht, kompakt
Wuchshöhe:20 – 30 cm
Wuchsbreite:20 – 25 cm
Blütenfarbe:verschiedene Farben, auch zweifarbig
Standort:Halbschatten
Boden:frisch, durchlässig, humusreich, sauer bis neutral
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Kurzspornige Akelei ‚Alba‘

Akelei Alba
© Angela / stock.adobe.com
Kurzspornige Akelei ‚Alba‘ (Aquilegia vulgaris ‚Alba‘)
Wuchs:geneigt, aufrechte Stängel, horstbildend
Wuchshöhe:50 – 60 cm
Wuchsbreite:25 – 30 cm
Blütenfarbe:weiß
Standort:Sonne bis Halbschatten
Boden:lehmig sandig, humusreich, frisch
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Langspornige Akelei ‚McKana‘

Akelei McKana
© bubushonok / stock.adobe.com
Langspornige Akelei ‚McKana‘ (Aquilegia caerulea ‚McKana‘)
Wuchs:geneigte, aufrechte Stängel, horstig
Wuchshöhe:60 – 80 cm
Wuchsbreite:25 – 30 cm
Blütenfarbe:viele Farben erhältlich
Standort:Sonne bis Halbschatten
Boden:frisch, durchlässig, humusreich, sauer bis neutral
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Wichtige Fragen zur Akelei

Wann ist die beste Pflanzzeit für die Akelei?

Vorgezogene Pflanzen setzen Sie ab Mitte Mai nach den Eisheiligen oder im September ins Beet. Die Aussaat gelingt als Direktsaat im Herbst oder mit Kältebehandlung im Kühlschrank ab Februar.

Warum blüht meine Akelei nicht?

Häufigste Ursachen sind ein zu dunkler Standort, eine Überdüngung mit Stickstoff oder schlicht das Alter. Sämlinge blühen erst im zweiten Jahr, alte Horste werden nach drei bis fünf Jahren blühfaul.

Ist die Akelei bienenfreundlich?

Ungefüllte Sorten wie die Gemeine Akelei sind wertvolle Nektarquellen für Hummeln und langrüsselige Wildbienen. Gefüllte Züchtungen wie „Nora Barlow“ bieten Insekten dagegen kaum erreichbare Nahrung.

Wie giftig ist die Akelei wirklich?

Alle Pflanzenteile sind giftig, vor allem die Samen, ernste Vergiftungen erfordern aber größere Mengen. Mit Handschuhen bei der Gartenarbeit und außer Reichweite von Kindern und Haustieren bleibt die Akelei ein unproblematischer Gartenbewohner.

Dagmar von Gartentipps.com

Seit über 14 Jahren ist Dagmar Dittfeld als Online-Redakteurin für Gartentipps.com aktiv. Auf dem Land aufgewachsen, weiß sie die Vorzüge eines Selbstversorger-Gartens auch heute noch zu schätzen. Ihre ganz besondere Leidenschaft gilt der Gestaltung von Garten, Balkon und Terrasse. Mit ihren Ideen zum Dekorieren, Do-It-Yourself und Upcycling hat Dagmar schon viele Leser zum Nachmachen inspiriert.

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