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Affenbrotbaum pflegen – Gießen, Düngen, Schädlinge und Überwintern

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Der Affenbrotbaum kann als Zimmerpflanze, aber auch im Kübel gehalten werden. Ein Mindestmaß an Pflege braucht der Exot in unseren Breiten aber schon.

Affenbrotbaum pflegen
© teguhjatipras – Fotolia.com
Der Affenbrotbaum (Adansonia digitata) – eine exotische Pflanze, die in unseren Breiten nur schwer zu kultivieren ist? Weit gefehlt, der Exot stellt keine großen Ansprüche an seine Pflege und ist daher zu einer beliebten Zimmerpflanze geworden. Selbst eher ungeübte Hobbygärtner werden von der Adansonia nicht enttäuscht. Im Kübel, wie im Topf, verträgt der Affenbrotbaum Hitze und auch längere Trockenheit, denn die Pflanze kann beachtliche Mengen an Wasser speichern. Bei guter Pflege gelingt es sogar, den Affenbrotbaum zum Blühen zu bringen und ihn Früchte tragen zu lassen. Was es bei der Pflege des wuchsfreudigen Exoten zu beachten gibt, verraten wir Ihnen nun.

Geldbaum – Achtung, Verwechslungsgefahr!

Wegen seiner Eigenschaft, in seinem dicken Stamm Wasservorräte anzulegen, wird der Affenbrotbaum häufig im Handel gemeinhin als Flaschenbaum bezeichnet. Auch Namen wie Pfennigbaum oder Geldbaum sind geläufig. Diese Pflanzen sind daher auch beliebte Geschenkideen. Botanisch betrachtet, handelt es sich beim Geldbaum jedoch um eine Pflanze mit der botanischen Bezeichnung Crassula ovata. Der Affenbrotbaum (Adansonia) ist mit diesen dickblättrigen kleinen Bäumchen nicht verwandt.

» Tipp: Auch der Johannisbrotbaum und die Schirmakazie ähneln dem Affenbrotbaum, obwohl keine Verwandtschaft besteht.

Affenbrotbaum richtig gießen

In den Savannen Afrikas fällt nur selten Regen, daher ist auch beim Gießen der Zimmerpflanze Fingerspitzengefühl gefragt. Sie sollten den Affenbrotbaum lediglich dann bewässern, wenn das Substrat bereits leicht angetrocknet erscheint und sich auch wenige Zentimeter unter der Oberfläche nicht mehr feucht anfühlt. Die Fingerprobe gibt hierbei Gewissheit.

Verbringt die Pflanze den Sommer auf Balkon oder Terrasse, ist darauf zu achten, dass Sie einen geschützten Standort wählen. Kann das Regenwasser ungehindert eindringen, führt dies schnell zu einer Überwässerung. Im Kübel kann das Wasser noch dazu schlecht abfließen. Steht die Pflanze zu nass, werden die Wurzeln angegriffen und der Affenbrotbaum fault und ist dann meist nicht mehr zu retten. Ein überdachter Standplatz wäre für die Pflanze ideal, denn bereits ein Regenguss kann dem Affenbrotbaum nachhaltigen Schaden zufügen.

» Tipp: Bei Überwässerung ist die Pflanze umgehend von der nassen und klumpigen Erde zu befreien und in neues Substrat umzutopfen.

Bei Kübelpflanzen ist auf ausreichend Abzugslöcher im Gefäßboden zu achten. Der Wasserhaushalt lässt sich besser kontrollieren, wenn die Pflanze in einen Untersetzer gestellt wird. Überschüssiges Wasser, was sich dort ansammelt, ist regelmäßig zu entfernen.

Affenbrotbaum richtig düngen

Um das Wachstum der Pflanze zu fördern, kann der Affenbrotbaum während der Wachstumsperiode monatliche Düngergaben erhalten. Verwenden Sie einen handelsüblichen Flüssigdünger, dieser lässt sich einfach dosieren und dem Gießwasser zugeben.

» Tipp: Ab Oktober sollte der Affenbrotbaum keinen Dünger mehr erhalten.

Das Wachstum und die Blüte können auch durch die Gabe von Mineralsalzen gefördert werden. Die Pflanze blüht jedoch erst mit einem Alter von fünf bis sechs Jahren.

Affenbrotbaum Blüte
© feathercollector – Fotolia.com

Muss der Affenbrotbaum geschnitten werden?

Keine Angst, die Pflanzen bleiben in unseren Breiten weit hinter den Wuchshöhen von 20 Metern und mehr zurück. Wenn Sie den Affenbrotbaum nicht zurückschneiden, wächst dieser etwa zwei Meter hoch. Soll die Wuchsform eher klein und kompakt erscheinen, kann der Baum bei Bedarf ganzjährig zurückgeschnitten werden.

» Tipp: Einzelne Äste werden bevorzugt im Winter gekürzt, der Blattschnitt kann im Sommer erfolgen.

Entfernen Sie die unter der Hauptkrone befindlichen Triebe. Geschnitten wird nach Möglichkeit in Knospennähe. Das Beschneiden der Pflanzen ist ratsam, wenn sich die typische Wuchsform ausbilden soll. Bäume, die nicht beschnitten wurden, bilden in unseren Breiten nur schwer die charakteristische Wuchsform dicker Stamm – buschige Krone aus.

Affenbrotbaum – Krankheiten und Schädlinge

Während die robusten Exoten kaum Krankheiten aufweisen, kommt gelegentlich Schädlingsbefall vor. Dabei ist der Affenbrotbaum besonders von

betroffen. Die Larven der Trauermücken sind sehr gefräßig. Der Hobbygärtner kann einen Befall leicht ausmachen, denn die Blätter wirken dann regelrecht zerfressen. Sind die Blätter des Affenbrotbaumes mit einem silbrigen Belag überzogen, treiben Spinnmilben oder Wollläuse ihr Unwesen.

Bei der Bekämpfung dieser Schädlinge, muss nicht zwingend zu chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln gegriffen werden. Folgende Hausmittel helfen zuverlässig und schonen die Umwelt:

SchädlingHausmittel

Trauermücken
  • Besprühen Sie die Pflanze mit einem Mix aus Wasser, Öl, Salz und Backpulver.
  • Stecken Sie Streichholzköpfe in das Substrat. Der enthaltene Schwefel tötet die Larven ab.
  • Geben Sie eine Knoblauchknolle in die Erde.
  • Streuen Sie Zimt auf das Substrat.
  • Geben Sie auf einen Liter Gießwasser 20 Tropfen Teebaum- oder Lavendelöl.

Wollläuse
  • Besprühen Sie die Pflanze mit einer Seifenlösung.
  • Besprühen Sie die Pflanze mit Brennnesselsud.
  • Besprühen Sie die Pflanze mit einem Sud aus Rainfarn.

Spinnmilben
  • Stellen Sie aus einem Liter Wasser, 15 ml Kaliseife und 15 ml Spiritus ein Spritzmittel her.
  • Besprühen Sie die Pflanze mit einem Sud aus Wasser und Lavendelöl.
  • Stellen Sie einen Sud aus Wermut her und besprühen die Pflanze.

Für einen Brennnesselsud benötigen Sie ein halbes Kilogramm frisches Brennnesselkraut. Dieses wird mit fünf Litern kochendem Wasser übergossen. Der Behälter wird verschlossen und sollte einige Tage ziehen. Vergessen Sie nicht, den Sud täglich umzurühren. Nach der Ziehzeit wird der Sud durch ein Sieb gegeben und in eine Sprühflasche gefüllt.

Rainfarnsud lässt sich schneller herstellen. 200 Gramm Rainfarnblätter werden zerkleinert und mit sechs Litern kochendem Wasser übergossen. Nach zehn Minuten kann das Gemisch bereits abgeseiht werden und Sie können die Pflanze damit einsprühen.

Affenbrotbaum überwintern

Die Sommermonate nutzt der Affenbrotbaum, um sich in seinem Stamm einen Wasservorrat anzulegen. Dieser wird in den Wintermonaten verbraucht. Das ideale Winterquartier ist hell und kühl. Die Temperaturen dürfen jedoch nicht unter zehn Grad abfallen. Währen der Wintermonate sorgen Sie lediglich dafür, dass die Wurzeln nicht vollständig austrocknen. Etwa alle vier Wochen ist die Pflanze zu kontrollieren und bei Bedarf leicht zu bewässern.

» Tipp: Trocknet der Affenbrotbaum im Winter zu sehr aus, verzögert sich der Austrieb im Frühling.

Weiche Äste im Winter – warum?

Dies ist ein Anzeichen für einen zu nassen Winterstand. Topfen Sie die Pflanze aus, kontrollieren Sie den Wurzelballen und topfen Sie den Affenbrotbaum ggf. um. Faule Wurzelabschnitte sind zu entfernen. Auch bei einem zu warmen Winterstand kann die Pflanze durch weiche und brüchige Äste reagieren.


Foto1: © teguhjatipras - Fotolia.com, Foto2: © feathercollector - Fotolia.com

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