Pflanzen Zimmerpflanzen

Alpenveilchen – Cyclamen richtig pflegen

146 views
0

Alpenveilchen sind langlebige Zimmerpflanzen, aber nur, wenn Sie bei der Pflege keine Fehler machen. Worauf bei Cyclamen zu achten ist, erfahren Sie hier.

Alpenveilchen Cyclamen Pflege
© antic / stock.adobe.com

Das Alpenveilchen (Cyclamen) ist ein beliebter Schmuck für’s Blumenfenster. Die Primelgewächse sind blühfreudig und pflegeleicht und damit auch als Anfängerpflanze geeignet. Besonders in den Wintermonaten sind die kälteliebenden Pflanzen ein Blickfang. Alpenveilchen zählen zu den beliebtesten Zimmerpflanzen und es werden jährlich mehr als 20 Millionen Exemplare kultiviert.

Alpenveilchen Herkunft

Die Bezeichnung „Cyclamen“ leitet sich vom griechischen „kyklos“ für Kreis oder Scheibe ab und bezieht sich auf die kreisrund geformte Knolle der Pflanzen. Die ursprüngliche Heimat des Alpenveilchens liegt im östlichen Mittelmeerraum. Dort wachsen die Pflanzen in bergigen Waldregionen, auf Kalkböden und Geröll. Die ersten Pflanzen, also quasi die Mutterpflanzen der heutigen Zimmerpflanzen, wurden Mitte des 17. Jahrhunderts aus Persien, dem heutigen Iran nach Frankreich eingeführt.

Die ursprüngliche Blütenfarbe ist Rosa. Neue Zuchtformen weisen vielfältige Blütenfarben auf, welche von Weiß bis zu einem satten Karminrot reichen können

Besonderheiten des Alpenveilchens

Eine Besonderheit des Alpenveilchens liegt in seinem geringen Wärmeanspruch. Die Temperaturen sollten möglichst nicht über zehn Grad steigen. In früherer Zeit wurden Alpenveilchen meist zwischen Doppelfenstern aufgestellt und in hohen und schmalen „Doppelfenstertöpfen“ herangezogen.

Alpenveilchen kommen bei guter Pflege erneut zur Blüte. Mehrjährige Pflanzen überraschen mit einer üppigen Blütenpracht. So kann eine zehnjährige Pflanze mehr als 100 Blüten ausbilden.

Den passenden Standort finden

Das Pflegegeheimnis des Alpenveilchens ließe sich wie folgt zusammenfassen: leichte Feuchte und frische Kühle. Wenn Sie für die hübschen Dauerblüher einen Platz am sonnigen Wohnzimmerfenster vorgesehen haben, werden es Ihnen die Alpenveilchen allerdings kaum danken. Viel wohler fühlen sich die Pflanzen in einem kühlen Schlafzimmer, in einem hellen Flur oder in einem Badezimmer, wo wenig geheizt wird.

Alpenveilchen benötigen einen hellen, aber nicht vollsonnigen Standort. Ein luftiger Standplatz ist von Vorteil. Die Temperatur sollte bei 10 bis 15 Grad liegen.

Alpenveilchen Pflege

Alpenveilchen wachsen sehr gut in humoser und lehmhaltiger Erde. Gartenerde kann Sand und Torf untergemischt werden.

Alpenveilchen richtig gießen

Alpenveilchen gießen
© New Africa / stock.adobe.com
Alpenveilchen benötigen regelmäßig Wasser, sollten aber nicht zu üppig gegossen werden. Von oben wird vorsichtig um die Knolle herum bewässert. Der Pflanztopf sollte nicht austrocknen. Alpenveilchen reagieren besonders empfindlich auf Feuchtigkeit und sterben schnell ab, wenn sie zu nass stehen.

Tipp:Achtung: Werden Alpenveilchen im Inneren zu intensiv bewässert, führt dies zum Faulen der Blatt- und Blütenstiele.

Gießwasser darf nicht im Untersetzer oder Übertopf belassen werden. Es ist von Vorteil, das Alpenveilchen von unten zu gießen, damit die Knolle nicht mit Gießwasser in Berührung kommt. Liegen die Knollen über der Erde, kann wie gehabt bewässert werden. Bei unterirdischen Knollen ist überschüssiges Gießwasser nach spätestens einer halben Stunde zu entfernen.

Tipp: Wird das Alpenveilchen in ein Gefäß mit feuchtem Torf gestellt, bleibt das Substrat gleichmäßig feucht.

Alpenveilchen richtig düngen

Vor und während der Blüte erhält das Alpenveilchen wöchentlich einen handelsüblichen Dünger für Blühpflanzen. Während der Ruhezeit wird nicht gedüngt.

Die wichtigsten Pflanz- und Pflegetipps im Überblick

TätigkeitErläuterung

Standort auswählen
  • hell
  • kühl
  • Halbschatten bis Schatten

Substrat vorbereiten
  • humos
  • sandig
  • lehmhaltig

Gießen
  • regelmäßig gießen
  • Staunässe vermeiden
  • von unten gießen

Düngen
  • während der Blüte wöchentlich düngen
  • während der Ruhephase nicht düngen

Alpenveilchen umtopfen

Alpenveilchen umtopfen
© Africa Studio / stock.adobe.com
Alpenveilchen bieten sich, wie bereits erwähnt, für die mehrjährige Kultur an. Nach der Blütezeit und dem Abfall der Blätter werden die Knollen umgepflanzt. Sie können herkömmliche Blumenerde oder Einheitserde verwenden. Die Knollen älterer Pflanzen schauen bis zu einem Drittel aus der Erde. Jungpflanzen dürfen tiefer eingepflanzt werden.

Einige Alpenveilchen-Arten im Überblick

Cyclamen persicum

Cyclamen Persicum
Wild Cyclamen persicum | © philipbird123 / stock.adobe.com
Die hier beschriebene Art ist besonders sortenreich. Einige hübsche Vertreter sind die rosa blühende „Candlestick“, die leuchtend Rot blühende Sorte „Bonfire“ oder die rosa blühende Art „Rococo“.

Cyclamen graecum

Cyclamen graecum
Wild Cyclamen graecum | © EllSan / stock.adobe.com
Diese Sorte ist auf den griechischen Inseln heimisch. Die Blüten erscheinen ab September. Zartrosa bis lachsrote Farbnuancen sind geläufig.

Cyclamen libanoticum

Cyclamen libanoticum
Wild Cyclamen libanoticum | © Anna Om / stock.adobe.com
Bei dieser aus dem Libanon stammenden Sorte fallen die großen, rosa Blüten ins Auge. Die Blätter können eine gelbe Zeichnung aufweisen.

Cyclamen balearicum

Cyclamen balearicum
Wild Cyclamen balearicum | © sofia30 / stock.adobe.com
Die auf Mallorca und den umliegenden Inseln beheimateten Pflanzen blühen im Frühling und besitzen kleine weiße Blüten mit einer zart rosa Schattierung.

Alpenveilchen vermehren

Alpenveilchen lassen sich aus Samen vermehren. Dies kann im Hochsommer oder im Spätwinter geschehen. Als Anzuchterde kann herkömmliche Blumenerde, der etwas grober Sand zugegeben wurde, verwendet werden.

Damit die Samen aufgehen, ist eine gleichbleibende Bodenwärme von 18 bis 20 Grad notwendig. Dies erreichen Sie durch die Anzucht im geheizten Vermehrungsbeet. Alternativ werden die Samen mit einer Abdeckung aus Folie versehen, um ein Treibhausklima zu erzeugen. Die Samen werden dabei mit Erde abgedeckt, da es sich um Dunkelkeimer handelt.

Tipp: Werden Alpenveilchen im Spätwinter ausgesät, erhalten sie beim Heranwachsen ausreichend Licht und bilden keine unnatürlich langen Triebe aus.

Die Keimung setzt nach etwa fünf bis sechs Wochen ein. Die herangewachsenen Sämlinge werden später vereinzelt und im folgenden Frühjahr umgetopft.

Schädlinge und Krankheiten am Alpenveilchen erkennen

Alpenveilchen sind robust und unkompliziert. Bei Pflegefehlern bleiben Krankheiten und Schädlinge jedoch nicht aus.

PflegefehlerKrankheit / Schädling

Staunässe
  • Wurzelbräune
  • Knochenfäule

zu warmer Standort
  • Spinnmilben
  • Blattläuse
  • Weichhautmilben

zu hohe Luftfeuchtigkeit
  • Grauschimmel
Häufig kommt es zu Fäulnis an abgeschnittenen Stielen. Dies lässt sich vermeiden, wenn alte Blätter und Blüten nicht abgeschnitten, sondern mit einem kräftigen Ruck herausgerissen werden.

Alpenveilchen überwintern – Ruhezeit beachten

Alpenveilchen blühen, wenn die meisten Pflanzen eher einen traurigen Anblick bieten. Die Blütezeit der Cyclamen reicht von November bis März. Anschließend gönnt der Zimmergärtner den Pflanzen eine Ruhepause. Diese fällt in die Sommermonate.

Werden die Blätter gelb und es bilden sich keine neuen Blüten, wird die Bewässerung langsam eingestellt. Die Pflanzen überwintern in einem kühlen dunklen Raum. Der Pflanztopf wird auf die Seite gelegt. Bis zum Erscheinen der ersten Blätter wird nicht gegossen. Die Pflanzen werden weiterhin schattig gelagert. Bildet das Alpenveilchen die ersten Blütenknospen aus, benötigen die Pflanzen mehr Licht.

Ab September beginnt in der Regel die neue Wachstumszeit. Im Spätherbst haben sich die Blätter voll ausgebildet und das Alpenveilchen beginnt mit der Blütenbildung.


Foto1: © antic / stock.adobe.com, Foto2: © New Africa / stock.adobe.com, Foto3: © Africa Studio / stock.adobe.com, Foto4: © philipbird123 / stock.adobe.com, Foto5: © EllSan / stock.adobe.com, Foto6: © Anna Om / stock.adobe.com, Foto7: © sofia30 / stock.adobe.com

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here