Viele beliebte Zimmerpflanzen sind giftig für Kinder, Katzen oder Hunde. Hier findest du 10 gefährliche Arten und Tipps zum sicheren Umgang mit ihnen.
Zimmerpflanzen bringen frisches Grün ins Haus und verbessern das Raumklima, doch manche von ihnen bergen unerwartete Gefahren. Viele beliebte Zimmerpflanzen sind giftig, was besonders für Kinder, Katzen, Hunde und andere Haustiere zum Problem werden kann. Leider sieht man ihnen ihre Giftigkeit oft nicht an. In diesem Beitrag stellen wir 10 giftige Zimmerpflanzen vor, erklären, welche Pflanzenteile besonders gefährlich sind und geben Tipps für einen sicheren Umgang.
Inhalte
- 1 Giftige Zimmerpflanzen für Erwachsene, Kinder und Haustiere
- 1.1 Alpenveilchen (Cyclamen persicum)
- 1.2 Dieffenbachie (Dieffenbachia maculata)
- 1.3 Anthurie (Anthurium)
- 1.4 Einblatt (Spathiphyllum)
- 1.5 Flammendes Käthchen (Kalanchoe blossfeldiana)
- 1.6 Begonien (Begonia)
- 1.7 Madagaskarpalme (Pachypodium lamerei)
- 1.8 Efeutute (Epipremnum aureum)
- 1.9 Christusdorn (Euphorbia milii)
- 1.10 Becherprimel (Primula obconica)
- 2 Tipps für den Umgang mit giftigen Zimmerpflanzen
- 3 Häufige Fragen zu: Giftige Zimmerpflanzen
Giftige Zimmerpflanzen für Erwachsene, Kinder und Haustiere
Viele giftige Zimmerpflanzen stehen in deutschen Haushalten, ohne dass ihr Gefahrenpotenzial bekannt ist. Damit Sie schnell erkennen, worauf Sie achten sollten, haben wir eine kompakte Liste mit 10 giftigen Zimmerpflanzen zusammengestellt – inklusive Infos, welche Pflanzenteile gefährlich sind und worauf es im Umgang besonders ankommt.
Alpenveilchen (Cyclamen persicum)

Das Zimmer-Alpenveilchen ist eine beliebte Zimmerpflanze für die Wintermonate, da sie von September bis April blüht. Ihre farbenfrohen Blüten machen sie zum Blickfang auf der Fensterbank. Doch Vorsicht: Alle Pflanzenteile, vor allem die Knolle, sind giftig. Sie enthält Saponine wie Cyclamin, die bei Verzehr zu schwerwiegenden Symptomen führen können – bis hin zu Kreislaufstörungen, Krämpfen oder Atemlähmung. Beim Umtopfen empfiehlt es sich, Handschuhe zu tragen.
Giftige Bestandteile: Knolle, Blätter, Blüten
Giftstoffe: Cyclamin (Saponin)
Vergiftungserscheinungen: Übelkeit, Schwindel, Krämpfe, Atemnot
Dieffenbachie (Dieffenbachia maculata)

Die Dieffenbachie ist mit ihren großen, mehrfarbigen Blättern eine dekorative Zimmerpflanze, die Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit liebt. Deshalb ist sie die perfekte Grünpflanze für das Badezimmer. Allerdings enthält sie Oxalsäure und Kalziumoxalatkristalle. Besonders beim Kauen der Blätter können die nadelförmigen Kristalle zu starkem Brennen im Mundraum, Schleimhautreizungen, übermäßigem Speichelfluss und Schwellungen führen. In der Regel verlaufen Vergiftungen mild, ein Arztbesuch kann bei starken Beschwerden dennoch sinnvoll sein. Kinder und Haustiere sollten von ihr ferngehalten werden.
Giftige Bestandteile: alle Pflanzenteile, besonders Stamm und Blätter
Giftstoffe: Oxalsäure, Kalziumoxalatkristalle, cyanogene Glycoside, Dumbcain
Vergiftungserscheinungen: Hautreizungen, Blasenbildung, Übelkeit, Erbrechen, bei Einnahme auch Herzrhythmusstörungen
Anthurie (Anthurium)

Die eigentlich aus dem tropischen Regenwald stammende Anthurie, auch Flamingoblume genannt, bringt Farbe ins Wohnzimmer und in den Wintergarten. Da die Anthurie eine Wuchshöhe von bis zu einem Meter erreichen kann, wird sie auch gern als dekorative Bodenpflanze genutzt. Bei richtiger Pflege trägt die Anthurie das ganze Jahr über ihre beeindruckenden Blüten. Doch leider zählt auch diese anmutende Schönheit zu den giftigen Zimmerpflanzen. Grund dafür sind die Blätter und Stiele, die giftige Kalziumoxalate enthalten – wenn auch nur in geringer Konzentration.
Giftige Bestandteile: Blätter, Stiele
Giftstoffe: Kalziumoxalat, Digitoxin (Cardenolid)
Vergiftungserscheinungen: Hautrötungen, Blasenbildung, Übelkeit, Brechreiz, Magen-Darm-Beschwerden (nach Verzehr)
Einblatt (Spathiphyllum)

Das Einblatt, auch Friedenslilie oder Scheidenblatt genannt, ist eine pflegeleichte Zimmerpflanze für halbschattige Standorte. Bei richtiger Pflege kann man beim Spathiphyllum durchaus das ganze Jahr seine weiß-gelbe Blüte bewundern. Bei normaler Raumtemperatur gedeiht es prächtig, verträgt auch einen schattigen Platz. Neben der auffälligen Blüte sind aber auch die weiß-grünen Blätter eine Augenweide. Doch auch diese Pflanze enthält giftige Scharfstoffe und Oxalsäure. Vor allem der Pflanzensaft kann Haut und Schleimhäute reizen.
Giftige Bestandteile: Pflanzensaft in Blättern und Stielen
Giftstoffe: Oxalsäure, Scharfstoffe
Vergiftungserscheinungen: Hautreizungen, Schleimhautschwellungen, Magen-Darm-Probleme, Nierenschmerzen
Flammendes Käthchen (Kalanchoe blossfeldiana)

Die Kalanchoe, auch Flammendes Käthchen oder Madagaskarglöckchen genannt, ist eine kleine, aber blühfreudige Zimmerpflanze. Das Flammende Käthchen ist pflegeleicht, benötigt aber einen hellen, sonnigen Standort. Die Kalanchoe ist im Prinzip ungiftig für Menschen, empfindliche Personen sollten aber aufpassen. Besonders gefährlich wird die Blume für Katzen, deshalb sollten sich Besitzer eines unternehmungslustigen Stubentigers besser für eine andere Topfpflanze entscheiden. Sie enthält Herzglykoside, die bei Tieren zu Herzproblemen führen können.
Giftige Bestandteile: Blätter und Blüten
Giftstoffe: Herzglykoside, organische Säuren
Vergiftungserscheinungen bei Tieren: Herzrhythmusstörungen, Erbrechen, Apathie
Begonien (Begonia)

Die Begonie trägt, wegen ihres schiefen Blattaufbaus, auch den Beinamen Schiefblatt. Sie können im Garten oder auf dem Balkon gepflanzt werden, sind aber auch als Zimmerpflanze sehr beliebt. Hier bevorzugt sie einen hellen Standort, direkte Sonneneinstrahlung sollte aber vermieden werden. Da die Begonia in vielen verschiedenen Farben, wie gelb, rot, weiß, orange oder auch rosa erblüht, bringt sie Farbe in den Wohnbereich. Allerdings sollten Sie sich bewusst sein, dass verschiedene Sorten der Begonien giftig sind. Besonders die Arten Begonia gracilis und Begonia rex enthalten Oxalsäure, die bei Verzehr Schleimhäute reizen kann. Für Kinder und Haustiere besteht bei größeren Mengen ein Risiko.
Giftige Bestandteile: Wurzel, Blätter
Giftstoffe: Oxalsäure, Calciumoxalat
Vergiftungserscheinungen: Schleimhautreizungen, Erbrechen, Durchfall
Madagaskarpalme (Pachypodium lamerei)

Wer exotische Zimmerpflanzen mag, holt sich Palmen ins Haus, allen voran die Madagaskarpalme. Diese imposante Grünpflanze trägt die Beinamen Stern der Steppe oder Dickfuß und wächst in ihrer ursprünglichen Heimat als Baum heran. In unseren Wohnzimmern wird die Madagaskarpalme etwa einen Meter groß, benötigt dafür aber ausreichend Wärme – Heizungsluft macht ihr also nichts aus. Im Gegenzug muss die Madagaskarpalme regelmäßig und üppig gegossen werden, Staunässe ist aber zu vermeiden.
In Stamm und Blättern befindet sich ein giftiger Milchsaft mit Cardenoliden. Bei Hautkontakt oder Aufnahme über den Mund kann es zu schweren Reizungen und im schlimmsten Fall zur Atemlähmung kommen. Wer Kinder und Haustiere hat, verzichtet deshalb besser auf diese Zimmerpflanze.
Giftige Bestandteile: Milchsaft aus Stamm und Blättern
Giftstoffe: Cardenolide
Vergiftungserscheinungen: Blasenbildung, Nierenschäden, Atemnot
Efeutute (Epipremnum aureum)

Die Efeutute ist eine krautige Kletterpflanze, die mit ihren immergrünen Blättern jeden noch so kahlen Raum in ein botanisches Paradies verwandeln kann. Die herzförmigen Blätter haben oft weiße bis hellgelbe Flecken, was die Kletterzimmerpflanze so interessant macht. Auf den ersten Blick sieht man der Efeutute natürlich nicht an, dass sie giftig ist. Das gesundheitsschädliche Gift steckt in den immergrünen Blättern. Scharfstoffe und Kalziumoxalat können zu Reizungen und Vergiftungserscheinungen führen. Auch hier gilt wieder: Vorsicht beim Kontakt mit der Pflanze! Kinder und Haustiere sollten mit der Efeutute möglichst gar nicht in Berührung kommen.
Giftige Bestandteile: Blätter, Stiele
Giftstoffe: Kalziumoxalat, Aroin
Vergiftungserscheinungen: Übelkeit, Hautreizungen, Herzrasen
Christusdorn (Euphorbia milii)

Zierlich und unschuldig wirkt der Christusdorn, der seinen Namen aber nicht von ungefähr hat. Die dornigen Triebe, die an die Dornenkrone von Jesus erinnern, sind der ursprüngliche Namensgeber. Das Besondere am Euphorbia milii sind seine Blüten, die aus den Blättern entstehen und meist in Weiß oder Rottönen erscheinen. Trockene Raumluft macht dem Christusdorn nichts aus, zu kalt sollte es allerdings nicht sein (18 – 24°C). Die Zimmerpflanze braucht nur wenig Wasser – gießen Sie erst, wenn sich die Erde im Topf an der Oberfläche trocken anfühlt.
Wenn Sie den Christusdorn schneiden oder umtopfen möchten, tragen Sie auf jeden Fall Handschuhe, denn der eventuell austretende Milchsaft ist giftig. Der weiße Milchsaft in den Stängeln enthält reizende Triterpene und Diterpenester, die bei Hautkontakt zu Entzündungen und Schleimhautreizungen führen können.
Giftige Bestandteile: Milchsaft aus Trieben und Blättern
Giftstoffe: Triterpene, Diterpenester
Vergiftungserscheinungen: Hautreizungen, Schleimhautverätzung
Becherprimel (Primula obconica)

Primeln sind eigentlich Kurzblüher, doch die Becherprimel macht hier eine Ausnahme. Als Zimmerpflanze kann die aus China stammende Giftprimel wahrlich lange etwas von ihrer Schönheit zeigen. Die Becher-Primel gedeiht auch an einem halbschattigen Standort, mag aber keine pralle Sonne. Die Raumtemperatur darf gern etwas kühler sein, 10 bis 15°C sind perfekt und wenn die Topfpflanze dann noch ab und zu mit entkalktem Wasser besprüht wird, werden sie lange Freude an ihr haben. Leider sind alle Pflanzenteile der Becherprimel giftig, was ihr den Namen „Giftprimel“ eingebracht hat. Auch wenn es mittlerweile züchterisch entschärfte Sorten gibt, sollte bei empfindlicher Haut Vorsicht gelten. Fragen Sie danach, wenn Sie auf die Becherprimel als Zimmerpflanze nicht verzichten möchten.
Giftige Bestandteile: alle Pflanzenteile, besonders Blätter und Stiele
Giftstoffe: Primin
Vergiftungserscheinungen: Juckreiz, Ausschläge, Magenbeschwerden, Erbrechen, Durchfall
Tipps für den Umgang mit giftigen Zimmerpflanzen

📞 Wichtige Telefonnummern der Giftnotrufzentralen in Deutschland
Die Giftnotrufzentralen sind rund um die Uhr erreichbar:
- Berlin: 030 – 19240
- Bonn: 0228 – 19240
- Erfurt: 0361 – 730730
- Freiburg: 0761 – 19240
- Göttingen: 0551 – 19240
- Mainz: 06131 – 19240
- München: 089 – 19240
Häufige Fragen zu: Giftige Zimmerpflanzen
Welche Zimmerpflanzen sind besonders giftig für Katzen?
Zu den giftigsten Zimmerpflanzen für Katzen gehören Dieffenbachia, Efeutute, Kalanchoe und die Madagaskarpalme. Schon geringe Mengen können zu Erbrechen, Durchfall oder Atembeschwerden führen.
Wie erkenne ich eine Vergiftung bei Kindern?
Symptome bei einer Vergiftung durch Zimmerpflanzen können Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Hautreizungen oder Schwindel sein. Bei Verdacht sollte umgehend ein Arzt oder die Giftnotrufzentrale kontaktiert werden.
Gibt es ungiftige Alternativen zu giftigen Zimmerpflanzen?
Ja – Pflanzen wie Grünlilie, Zyperngras, Gloxinie oder Calathea gelten als ungiftig und eignen sich gut für Haushalte mit kleinen Kindern oder Haustieren.
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Ein Kommentar
Jedes Pflanzenetikett sollte einen Hinweis enthalten, was n der Pflanze, in welcher Menge gegessen etc. giftig ist für Kinder, Erwachsene und Haustiere.