Pflanzen Ziersträucher & -gehölze

Amberbaum – Pflanzen, pflegen & zurückschneiden

437 views
0

Der Amberbaum ist mit seiner attraktiven Blattfärbung ein wahrer Hingucker im Vorgarten. Er ist äußerst pflegeleicht und lässt sich unter einfachen Bedingungen pflanzen.

Amberbaum
© hcast – Fotolia.com

Der Amberbaum zählt zur Gattung der Altingiaceae. Dabei handelt es sich um eine kleine Pflanzenfamilie. Amberbäume (Liquidambar) haben ihre lateinische Bezeichnung aus einer Ableitung des lateinischen Wortes “liquides” für “flüssig” erhalten. Weiterhin fließt in die Wortentsprechung die arabische Bezeichnung “anbar” für “Bernstein” ein. Somit lässt sich der Pflanzenname mit “flüssiger Bernstein” übersetzen. Den Ausschlag hierfür gibt das Baumharz, das einen angenehmen Geruch verbreitet.

Die laubabwerfenden Bäume können bis 40 Meter hoch wachsen. Der Amberbaum ist eine recht pflegeleichte Pflanze, die unter Beachtung einiger Pflegehinweise, sich in unseren Breiten gut entwickelt. Geschätzt wird die Pflanze auf Grund ihrer eleganten Wuchsform, der hübschen Blattzeichnung und der attraktiven und lang anhaltenden Herbstfärbung.

Verbreitung der Amberbäume

Das Verbreitungsgebiet des Amberbaumes ist zweigeteilt. Es finden sich natürliche Vorkommen sowohl im Osten Asiens, als auch in Nord- und Mittelamerika. Das Hauptverbreitungsgebiet liegt in China, in der Türkei und auf Rhodos. Die Pflanzengattung Liquidambar ist sehr alt und wurde bereits im Tertiär nachgewiesen. In Deutschland wurde im Tagebau Garzweiler ein etwa fünf Millionen Jahre altes Exemplar eins Amberbaumes gefunden.

Nutzung der Amberbäume

Das Baumharz, die Blätter, die Früchte und der Stamm sind von Bedeutung für die Medizin. Ein bekanntes Mittel gegen Erkältungen und Husten ist der als Styrax bezeichnete Alkoholextrakt aus der Rinde und dem Splintholz des Baumes. Das Holz wird zur Herstellung von Furnieren verwendet. Das Harz dient der Parfümindustrie und wird auch bei der Herstellung von Kaugummi genutzt.

Wann blüht der Amberbaum?

Bis sich die Blüten des Amberbaumes zeigen, wird dem Hobbygärtner einiges an Geduld abverlangt. Es können bis zu 20 Jahre vergehen, bevor im Frühling die recht unscheinbaren Blüten erscheinen. Dabei ähneln die weiblichen Blüten den hängenden und kugelförmigen Blütenständen der Kastanie. Männliche Blüten erscheinen an etwa sechs Zentimeter langen Trauben.

» Tipp: Ein Trost für den Hobbygärtner – wenige, unscheinbare Blüten lassen auf eine attraktive Laubfärbung im Herbst hoffen.

Amberbaum Sorten

BaumartMerkmale
Klassischer AmberbaumDer klassische Amberbaum (Liquidambar styraciflua) erreicht Wuchshöhen von 8 - 12 Metern. Zerriebene Blätter riechen herrlich nach Amber und färben sich im Herbst wunderschön rot.
Amberbaum “Variegata”Diese Baumart kann bis zu 2 Meter an Wuchshöhe erreichen und besitzt hübsches, weißbuntes Laub. Dieser Amberbaum ist besonders für kleinere Gärten geeignet.
Amberbaum “Oktoberglut”Diese Amberbäume erreichen Wuchshöhen von bis zu 3 Metern und machen sich besonders attraktiv an Teichrändern aus. Ein Blickfang ist die intensive Herbstfärbung in Rot, Gelb oder Orange.
Amberbaum ”Silver King”Silver King wächst etwa 5 Meter hoch und besitzt eine auffallend rotbraune Rinde. Im Herbst färben sich die Blätter Orangerot bis Purpur.
Amberbaum “Gumball”Dieser Kugel-Amberbaum ist besonders attraktiv für kleine Gärten. Auf dem Hochstamm wird eine dichte Krone ausgebildet. Ein Blickfang ist die intensive rot-gelbe Laubfärbung im Herbst.
Amberbaum “Worplesdon”Die bis zu 10 Meter hoch wachsenden Amberbäume beeindrucken mit ihrer ungewöhnlichen, gefingerten Wuchsform und bieten eine tiefrote Herbstfärbung.

Amberbäume pflanzen – alle Fakten im Überblick

Unter Beachtung nachfolgender Pflegehinweise, lässt sich der Amberbaum im heimischen Garten einfach kultivieren und erweist sich als robuste und langlebige Pflanze.

Standort:

Der Amberbaum ist ein Sonnenkind und kann an seinem Standort gar nicht genug davon bekommen. Sie dürfen die Pflanze also gern in der vollen Sonne platzieren. Beachten Sie, dass aus der kleinen Pflanze ein stattlicher Baum werden möchte und wählen einen freien und weitläufigen Rasenplatz als idealen Standort. Von Vorteil ist dabei ein windgeschützter Standort, desto länger dürfen Sie sich an der attraktiven Herbstfärbung erfreuen. Die Kronen wachsen nicht allzu ausladend, daher kann der Amberbaum auch in kleineren Gärten seinen Platz finden.

Boden:

Der Amberbaum benötigt einen feuchten und durchlässigen Boden. Sand- oder Lehmböden sind ideal. Die Wurzeln reagieren empfindlich auf verdichtete Böden. Daher sollte für den Amberbaum immer eine Freifläche als Standort gewählt werden. Ein zu hoher Kalkgehalt wird nicht vertragen. Die Pflanze zeigt dies durch ein Vergilben der Blätter an.

» Achtung: Der Amberbaum verträgt keine Staunässe, keine Rhizomsperren und keine Bodenverdichtungen.

Pflanzanleitung:

  • beste Pflanzzeit: früher Herbst bis Frühjahr
  • Standort auswählen
  • Boden vorbereiten
  • Bodenverdichtungen beseitigen
  • Wurzelballen wässern
  • Pflanzloch in doppelter Größe des Wurzelballens ausheben
  • Erde mit Kompost oder Humus vermischen
  • Pflanze einige Zentimeter unterhalb der Veredlungsstelle einsetzen
  • Erde auffüllen
  • Pflanze rütteln, um Erde gut zu verteilen
  • Boden leicht andrücken
  • Pflanze stützen
  • Gießrand anlegen
  • Pflanze ausreichend wässern
  • Erdreich mit Mulch versehen

So pflegen Sie den Amberbaum richtig

Amerbbaum bunte Blätter Herbstlaub
© Matteo Ceruti – Fotolia.com

Gießen:

Amberbäume benötigen ausreichend Feuchtigkeit. Besonders Jungpflanzen dürfen im Sommer nicht austrocknen und sollten mehrmals wöchentlich gewässert werden. Sorgen Sie für eine gleichmäßige Feuchtigkeit und vermeiden dabei Staunässe. Der Boden sollte immer leicht feucht erscheinen und darf auch schwemmend gegossen werden.

» Tipp: Der Boden sollte auch im Winter kontrolliert werden. An frostfreien Tagen sind geringe Wassergaben willkommen.

Düngen:

Es ist bereits nach der Pflanzung zu empfehlen, das Erdreich mit Rindenmulch abzudecken. Dies fungiert nicht nur als natürlicher Dünger, die Feuchtigkeit entweicht so auch langsamer aus dem Boden. Gedüngt werden sollte generell eher sparsam. Zwischen Mai und August darf die Pflanze Mineraldünger erhalten. Volldünger kann einmalig zu Beginn des Gartenjahres verabreicht werden. Ab September wird der Amberbaum nicht mehr gedüngt. Würde die Pflanze darüber hinaus noch vermehrt Stickstoff erhalten, würden sich Triebe bilden, die nicht stark genug für den nahen Frost wären, was dem Gehölz schadet.

» Achtung: Kübelpflanzen besitzen einen erhöhten Nährstoffbedarf und können während der Wachstumsphase alle 14 Tage mit Flüssigdünger versorgt werden.

Rückschnitt:

Hat der Amberbaum einen freistehenden Standort erhalten, muss kein Rückschnitt erfolgen. Die Baumkrone kann dann mit den Jahren ihre charakteristische Kegelform ausbilden. Um die Wuchsform des Baumes zu fördern, sollten im Herbst regelmäßig vertrocknete Äste entfernt werden. Auch sich kreuzende Zweige und nach innen gerichtete Triebe werden entfernt. Alle Äste, die aus der typischen Baumkugel herausragen, werden gekappt. Werden im Frühling abgestorbene Äste entfernt, sollte der Rückschnitt nicht bis ins alte Holz erfolgen. Die Pflanze wurde ansonsten nicht erneut austreiben.

Vermehrung:

Die Vermehrung von Amberbäumen ist durch Samen und Stecklinge möglich. Die Samen ließen sich im Prinzip problemlos aus den in den im Herbst ausgebildeten Kapselfrüchten befindlichen Samen gewinnen. Ein Großteil der Samen des Amberbaumes ist jedoch steril und kann für die Vermehrung nicht genutzt werden. Nur fertile Samen können keimen. Es bietet sich also an, die Samen käuflich zu erwerben.

Vermehrung durch Samen

❶ Samen in Pflanztöpfe setzen und dünn mit Erde bedecken
❷ gleichmäßig feucht halten
❸ bei etwa 20 Grad mehrere Wochen ruhen lassen
❹ Samen auf einer Folie, die mit feuchtem Sand ausgelegt ist ausbreiten
❺ Folie zusammendrehen und an beiden Enden zubinden
❻ Folie etwa acht Wochen im Kühlschrank aufbewahren
❼ Samen erneut aussäen
❽ bei fünf Grad beginnend, Schritt für Schritt an wärmere Umgebung gewöhnen

Die Vermehrung des Amberbaumes verlangt Geduld. Sind Keimlinge erschienen, werden diese in Einzeltöpfe gesetzt und an einen hellen und warmen Platz gestellt, bis sich ausreichend Wurzeln gebildet haben und die Pflanze ins Freiland umziehen darf.

Vermehrung durch Stecklinge

❶ im Herbst den etwa 15 Zentimeter langen Steckling schneiden
❷ unteren Teil schräg anschneiden
❸ Triebspitze am oberen Teil durch geraden Schnitt entfernen.
❹ Stecklinge in Pflanztöpfe mit nährstoffarmen Boden setzen
❺ bei etwa acht Grad überwintern
❻ sparsam gießen
❼ Eine Plastikhülle über den Töpfen beschleunigt das Wachstum.

Die Vermehrung durch Stecklinge ist für den Hobbygärtner einfacher zu bewerkstelligen, als die umständliche Anzucht aus Samen.

Überwinterung:

Erwachsene Bäume benötigen keinen speziellen Winterschutz. Bei Jungpflanzen sollte diese jedoch nicht vernachlässigt werden. Während ausgewachsene Bäume bis etwa -25 Grad winterhart sind, können Jungpflanzen in den ersten Jahren bereits leichte Fröste zusetzen. Stulpen Sie daher über die Krone einen Sack aus Gartenvlies und schützen den Wurzelbereich mit Laub oder Reisig vor Frost. Wintersonne kann der Rinde schaden. Dagegen hilft ein weißer Anstrich der Baumrinde.

Kübelpflanzen sollten frostfrei überwintern und dabei nicht austrocknen. Unter freiem Himmel benötigt der Amberbaum im Kübel ebenfalls einen Schutz um die Krone und sollte zusätzliche auf einem Styropor- oder Holzblock platziert werden, um die Wurzeln vor Frost zuschützen.

Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen

Der Amberbaum ist eine ausgesprochen robuste Pflanze, die kaum von Krankheiten oder Schädlingen befallen wird. Junge Pflanzen nehmen allerdings die falsche Standortwahl und Pflegefehler übel und regieren mit Blattfall oder Wurzelfäule.

Folgende Pflegefehler sind zu vermeiden:

  • zu trockener Boden
  • zu dunkler Standort
  • Staunässe
  • verdichtete Böden
  • Nährstoffmangel

Wachsen die jungen Pflanzen schlecht an, reagieren mit Blattverfärbungen und Blattverlust, ist meist einer der oben genannten Gründe dafür verantwortlich.

Blattläuse – Gefahr für Jungpflanzen

Jungpflanzen sind noch nicht robust genug und können daher gelegentlich von Blattläusen befallen werden. Der Befall ist an den Blättern deutlich zu erkennen. Es können verschiedene Arten der Schädlinge auftreten. Bei einigen Arten sind auch Honigtauausscheidungen an den Blattadern sichtbar.

Was ist zu tun?
Blattläuse lassen sich sehr gut mit natürlichen Mitteln beseitigen. Besonders bewährt hat sich Brennnesselsud. Hierfür werden die Brennnesseln gesammelt und in einen Eimer gelegt. Etwa der halbe Eimer sollte mit Brennnesseln gefüllt sein. Anschließend wird mit Wasser aufgefüllt. Der Sud sollte etwa zwei bis drei Tage stehen und wird anschließend abgeseiht. Sie können nun alle betroffenen Pflanzen mit dem Sud einsprühen.

» Tipp: Brennnesselsud kann auch für Zierpflanzen im Zimmer benutzt werden, wenn diese von Schädlingen befallen sind.

Bewährt hat sich auch eine Lauge aus folgenden Stoffen:

  • Zwiebeln
  • Knoblauch
  • Schwarzer Tee
  • Essig
  • Knoblauch
  • Bohnenkraut

Amberbäume als Bonsai

Amberbäume als Bonsai sind recht selten erhältlich. Wer eine Pflanze besitzt, sollte diese sonnig stellen und für eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgen. Der Boden sollte feucht und nahrhaft beschaffen sein. Die Feuchtigkeit ist regelmäßig zu kontrollieren. Oftmals muss mehrmals täglich gewässert werden. Ab Juni können die Bäumchen gedrahtet werden. Spreizen und Abspannen kann alternativ erfolgen und liefert die gleichen Ergebnisse. Alle zwei Jahre sollten Sie die Pflanzen umtopfen und mit einem Wurzelschnitt versehen. Die Überwinterung erfolgt an einem geschützten und hellen Standort bei etwa acht bis zehn Grad.


Foto1: © hcast - Fotolia.com, Foto2: © Matteo Ceruti - Fotolia.com

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here