Einen Balkon mit Fliesen abdichten wird spätestens dann notwendig, wenn Risse im Belag auftreten oder sich einzelne Platten lösen. Denn dringt Feuchtigkeit ein, können schnell größere Schäden entstehen.

Ein Balkon ist eine Oase der Entspannung – der Platz für den ersten Kaffee am Morgen oder ein ruhiges Sonnenbad am Abend. Umso ärgerlicher, wenn sich Fliesen lösen oder Risse im Belag zeigen. Denn ein undichter Balkon ist nicht nur unschön, sondern kann schnell zu größeren Schäden führen, wenn er nicht rechtzeitig abgedichtet wird.

Folgen eines undichten Balkons: Risse, Frostschäden und Rost

Sollte Regenwasser in die feinen Risse eindringen, dann wird sich der Schaden dadurch natürlich noch verschlimmern. Wenn es dann im Winter noch gefriert, dann kann der Boden sogar richtig aufgesprengt werden.

Doch damit nicht genug. Im Untergrund befinden sich zur Stabilisierung Eisenverbindungen, die durch anhaltende Nässe anfangen zu rosten. Mit der Zeit kann das sogar die Fassade Ihres Hauses in Mitleidenschaft ziehen. Auch große Sommerhitze setzt dem Balkon zusätzlich zu und belastet den Belag. All diese Faktoren zeigen, wie wichtig es ist, den Balkon rechtzeitig abzudichten und so größere Schäden zu verhindern.

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3 Möglichkeiten zum Abdichten eines Balkons

Die gute Nachricht: Bei kleineren Flächen ist es durchaus möglich, den Balkon selbst abzudichten. Alle notwendigen Materialien für die Sanierung des Bodenbelags sind im Baumarkt erhältlich. Im Folgenden stellen wir Ihnen drei erprobte Möglichkeiten vor, wie Sie Schritt für Schritt Ihren Balkon zuverlässig abdichten können.


Möglichkeit 1: Balkonfliesen erneuern

Wenn die Fliesen schon stark beschädigt sind, ist es am sinnvollsten, wenn Sie diese komplett entfernen und auf dem Balkon neue Fliesen verlegen. Gehen Sie dabei folgendermaßen vor.

Fliesen auf dem Balkon erneuern
Entfernen Sie die alten Fliesen und verlegen Sie neue – © htpix / stock.adobe.com

Benötigte Materialien:

  • Meißel oder Bohrhammer zum Entfernen der alten Fliesen
  • Dichtspachtel (auf Basis von Kunststoff und Zement) oder Abdichtfolie
  • Zahnkelle & Glättekelle
  • Fliesenkleber
  • neue Fliesen
  • Fugenmasse & Fugbrett

» Schritt 1: Fliesen entfernen

Zuerst werden die alten Fliesen vollständig entfernt, damit der Untergrund für die Sanierung freiliegt.

» Schritt 2: Untergrund abdichten

Ist der Untergrund nach dem Entfernen der alten Fliesen stabil, wird eine Abdichtung aufgetragen. Dafür eignet sich ein Dichtspachtel, der aus Kunststoff und Zement angerührt wird. Er wird in zwei Schichten verarbeitet: Zunächst eine dünne Schicht mit der Glättkelle gleichmäßig verstreichen, nach dem Antrocknen folgt eine zweite, etwas kräftigere Lage. Achten Sie darauf, auch die Ecken und Fugen sorgfältig zu beschichten, da hier besonders leicht Feuchtigkeit eindringt.

💡TIPP: Als Alternative zur Spachtelmasse lässt sich auch eine spezielle Abdichtfolie verwenden. Diese wird direkt auf den sauberen, ebenen Untergrund gelegt und an den Rändern überlappt. Ein passender Fliesenkleber sorgt dafür, dass die Folie fest sitzt und später keine Feuchtigkeit unter die Fliesen gelangen kann.

» Schritt 3: Neue Fliesen verlegen

Ist der Untergrund vollständig abgedichtet und trocken, beginnt das eigentliche Verlegen der neuen Fliesen. Dafür wird der Fliesenkleber mit einer Zahnkelle gleichmäßig aufgetragen, sodass sich eine griffige Struktur ergibt. Legen Sie die Fliesen sorgfältig ins Kleberbett und drücken Sie sie leicht an. Mit Abstandshaltern lassen sich gleichmäßige Fugenbreiten einhalten, was das spätere Verfugen erleichtert.

» Schritt 4: Verfugen

Nachdem der Kleber durchgehärtet ist, werden die Fugen mit einer passenden Fugenmasse ausgefüllt. Arbeiten Sie die Masse mit einem Fugbrett diagonal zu den Fugen ein, damit alles vollständig geschlossen ist. Zum Abschluss wischen Sie überschüssiges Material mit einem feuchten Schwamm ab, so erhalten Sie eine saubere, dauerhaft geschützte Oberfläche.

💡TIPP: Aus übrig gebliebenen Fliesen lässt sich ein kleiner Balkontisch mit Mosaikfliesen gestalten.


Möglichkeit 2: Fliesenboden imprägnieren

Alte Fliesen müssen nicht immer entfernt werden, um den Balkon abzudichten. Solange der Belag keine größeren Schäden aufweist, lässt sich die Oberfläche auch durch eine Imprägnierung schützen. Auf diese Weise bleibt der Balkon zuverlässig gegen eindringende Feuchtigkeit abgedichtet, ohne dass umfangreiche Sanierungsarbeiten nötig sind.

Wichtig ist, einen regenfreien Tag zu wählen, da die Imprägnierung bis zu fünf Stunden trocknen muss. Erst danach ist der Belag wasserabweisend und vor weiteren Schäden geschützt. So gehen Sie beim Fliesen imprägnieren Schritt für Schritt vor.

Fliesen auf dem Balkon imprägnieren
Fliesenboden imprägnieren – © csimagemakers / stock.adobe.com

Benötigte Materialien:

  • Imprägnierflüssigkeit für Fliesen
  • Gummiwischer
  • feuchter Lappen
  • Bürste zur Reinigung des Belags

» Schritt 1: Fußboden reinigen

Reinigen Sie als Erstes den kompletten Fußboden und entfernen Sie vorhandenes Moos aus den Fugen.

» Schritt 2: Imprägnierflüssigkeit aufbringen

Schütteln Sie die Imprägnierflüssigkeit anschließend gut und verteilen Sie sie gleichmäßig auf den Fliesenbelag. Mit dem Gummiwischer können Sie die Masse schön gleichmäßig aufbringen.

» Schritt 3: Fliesen reinigen

Nach der auf der Verpackung angegebenen Einwirkzeit wird der überschüssige Film mit dem Gummiwischer abgezogen. Anschließend wischen Sie den Boden noch einmal mit einem feuchten Lappen nach, um die Oberfläche gleichmäßig zu versiegeln.

💡TIPP: Damit der Schutz dauerhaft erhalten bleibt, wird die Imprägnierung regelmäßig erneuert. Idealerweise einmal im Jahr, bei stark beanspruchten Flächen auch alle sechs Monate. Eine Alternative ist der Einsatz von speziellem Fliesenlack, der eine ähnliche Wirkung erzielt.


Möglichkeit 3: Fliesen mit Flüssigkunststoff versiegeln

Wenn die Fliesen stärker beschädigt sind und es größere Risse und Brüche gibt, dann müssen Sie schwerere Geschütze auffahren. In diesem Fall wird ein flüssiger Kunststoff für die Abdichtung des Bodens benötigt. Gehen Sie dann wie folgt vor.

Fliesen auf dem Balkon versiegeln
Fliesenboden mit Flüssigkunststoff versiegeln – © Tom Bayer / stock.adobe.com

Benötigte Materialien:

  • Flüssigkunststoff-Set (bestehend aus Kunststoffmasse und Vlies)
  • Spachtelmasse zum Ausfüllen von Rissen
  • Rolle zum Auftragen
  • Schutzhandschuhe

» Schritt 1: Vorbereitung

Zuerst werden Schutzhandschuhe angezogen, anschließend der Fliesenboden gründlich gereinigt. Kleine Löcher und Risse lassen sich mit Spachtelmasse ausbessern, damit die Fläche eben ist.

» Schritt 2: Flüssigkunststoff ausbringen

Im nächsten Schritt wird der Flüssigkunststoff nach Herstellerangabe angerührt und gleichmäßig aufgetragen. In die noch feuchte Schicht kommt sofort ein spezielles Vlies, dessen Bahnen etwa fünf Zentimeter überlappen sollten, damit später keine Feuchtigkeit eindringt.

» Schritt 3: Zweite Schicht Kunststoff auftragen

Sobald das Vlies gut durchtränkt ist, folgt eine zweite Schicht Kunststoff darüber. Diese wird mit einer Rolle verteilt, bis eine dichte und stabile Oberfläche entsteht. Wichtig ist, dass das Vlies dabei glatt liegt und nicht verrutscht.

Auf einer vollständig getrockneten Kunststoffabdichtung lassen sich dann auch problemlos Holzfliesen verlegen.

💡TIPP: Auf der Verpackung finden Sie Angaben darüber, nach welcher Zeit der Belag begehbar ist und wann er Regen aushält.

Fazit: Balkon rechtzeitig abdichten

Risse in den Fliesen oder lose Fliesen sind ein ernst zu nehmender Schaden. Wird jetzt gehandelt, lässt sich der Schaden gut in den Griff bekommen. Mit den passenden Materialien aus dem Baumarkt und etwas handwerklichem Geschick bleibt der Boden dauerhaft dicht, die Substanz geschützt und der Balkon viele Jahre nutzbar.

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Ringo von Gartentipps.com

Ringo ist Gründer und Chef-Redakteur von Gartentipps.com. Hat auf dem Dorf (bei Oma) zwischen Stachelbeeren, Kirschbaum und Hühnerhof seine Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt.

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