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Bambus pflanzen, pflegen und überwintern

Bambus ist recht pflegeleicht und vielseitig einsetzbar. Dabei stellt er keine großen Ansprüche an den Boden, benötigt aber einen Schutz im Winter.

Bambus
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Bambus (Bambusoideae) ist ein pflegeleichtes Ziergras, welches im Garten bei guter Pflege imposante Ausmaße annehmen kann. Auch im Kübel macht das Riesengras eine gute Figur und verschönert Balkon oder Terrasse. Hier kann es gleichzeitig einen Sichtschutz bieten. Das exotisch anmutende Gras ist erstaunlich gut an unser Klima angepasst und übersteht den Winter im Garten unbeschadet. Besonders stimmig wirkt das wuchsfreudige Riesengras in asiatischen Gärten und in Verbindung mit Teichen und Wasserläufen.

Vorkommen des Bambus

Bambus wächst in einem breiten Gürtel, der sich rund um den Aquator vom 40. Breitengrad südlich bis zum 40. Breitengrad nördlich erstreckt. Zu finden ist der Bambus dort in tropischen Wäldern bis zu einer Höhe von über 3000 Metern über dem Meeresspielgel.

Die meisten Bambusarten sind in Asien beheimatet, wo er auch gezielt kultiviert wird. Von dort stammen übrigens auch die meisten Sorten, die wir hier bei uns ziehen können. Zudem lassen sich in Südamerika, Afrika und Australien ausgesprochen interessante Arten finden. Die Vielfalt reicht dort von kletternden und hängenden Bambusarten bis hin zu baumbewohnenden Arten.

Besonderheiten des Bambus

Bambus gehört zu den Süßgräsern und ist mit über 1.500 Arten vertreten. Diese wiederum unterteilen sich in drei Tribus:

  • Bambuseae: verholzende Bambusarten der Tropen und Subtropen
  • Olyreae: krautig wachsende Bambusarten der Tropen und Subtropen
  • Arundinarieae: verholzende Bambusarten der gemäßigten Zone

Wurzelsystem des Bambus

Alle Bambusarten besitzen ein Rhizom, welches unterirdisch wächst und wie die Halme aus Knoten und Internodien besteht. Hier unterscheidet man jedoch zwei Wuchsformen. So gibt es horstbildende Rhizome und ausläuferbildende Rhizome. Letztere neigen dazu, sich unkontrolliert auszubreiten und können sogar Mauerwerke oder Straßen beschädigen. Um dem vorzubeugen, müssen die Rhizome mindestens einmal in der Saison abgestochen werden. Alternativ kann der Bambus auch bei der Pflanzung mit einer Wurzelsperre versehen werden.

Tipp: Haben Sie bei der Pflanzung vergessen, den Rhizomen Einhalt zu gebieten, ist es auch möglich, dass Sie die Wurzelsperre nachträglich einbauen.

Bambus pflanzen

Bambus erhalten Sie als Containerpflanze im Handel. Die robusten Pflanzen können das ganze Jahr über gepflanzt werden, ausgenommen Frostperioden oder heiße und trockene Sommertage.

Generell empfiehlt sich das Frühjahr als beste Pflanzzeit. Dann bleibt dem Bambus genügend Spielraum, sich bis zum Winter an seinen neuen Standort zu gewöhnen und stabile Wurzeln zu bilden.

Passender Standort für den Bambus

Der Bambus fühlt sich in Sonne wie Halbschatten wohl. Wichtig ist, einen windgeschützten Standort zu finden, damit die Halme nicht knicken.

In Einzelpflanzung kann das imposante Gras seine Reize ausspielen. Für die Kübelhaltung haben sich die mittelhohen Sorten bewährt. Kleinwüchsiger Bambus kann als Bodendecker und als Unterpflanzung von Gehölzen und Sträuchern eingesetzt werden.

Das ideale Substrat für den Bambus

Bambus zeigt sich angesichts der Wahl des Substrats nicht wählerisch. Ist der Boden besonders schwer und lehmhaltig oder im Gegenzug zu sandig, sollten Sie das Substrat dennoch den Wachstumsbedingungen der exotischen Pflanze anpassen.

In einem zu sandigen Substrat läuft Bambus Gefahr auszutrocknen. Dies wird durch starke Sommerhitze ebenso begünstigt wie durch winterliche Kahlfröste.

Tipp: Sandboden lässt sich durch die Beigabe von Kompost und Gesteinsmehl verfestigen.

Schwerer Lehmboden verhindert das Abfließen von Gießwasser. Hier können Sie Kies oder groben Sand einarbeiten. Heben Sie das Pflanzloch etwas tiefer als notwendig aus, kann eine Kiesschicht als Drainage eingebracht werden.

Die Pflanzung – Schritt für Schritt

Bambus pflanzen
Einige Bambusarten benötigen keine Wurzelsperre – © LianeM / stock.adobe.com

Der Grund des Pflanzloches ist gut aufzulockern. Auf die untere Bodenschicht können Kompost, Humus oder Pferdemist aufgetragen werden. Der Boden ist besonders gründlich von Wurzelunkräutern zu säubern. Später lassen sich diese nur noch schwer entfernen. Besonders ärgerlich ist das Auftreten der Ackerwinde, die sich um die Halme des Bambus schlingt.

Bei der Pflanzung gehen Sie folgendermaßen vor:

❶ Boden von Steinen, Unkraut und Wurzelresten befreien
❷ Pflanze wässern
❸ Pflanzloch 70 cm tief und in doppelter Größe des Pflanzcontainers ausheben
❹ Erdaushub entsprechend mit Kompost und Hornspänen aufwerten
❺ gegebenenfalls Wurzelsperre einbauen
❻ Bambus einsetzen
❼ Substrat auffüllen
❽ Erde gut andrücken
❾ Bambus reichlich angießen

Bambus richtig gießen

Bambuspflanzen benötigen reichlich Wasser. Die meisten Arten reagieren empfindlich auf einen zu trockenen Stand und signalisieren dies durch Blattfall. Auch während der kalten Jahreszeit darf der Boden nicht an Feuchtigkeit verlieren. Gegossen wird im Winter nur wenn kein Frost herrscht.

Bambus richtig düngen

Bambus besitzt einen hohen Bedarf an Kalium und Stickstoff. Daher sollten Sie entsprechende Düngergaben im Frühling mit Beginn der Wachstumsperiode verabreichen .

Tipp: Im Handel gibt es spezielle Bambusdünger. Alternativ erfüllt auch ein Langzeitdünger für den Rasen die Ansprüche der Pflanze.

Auch ein organische Dünger mit einer Mischung aus Kompost oder Hornspänen kommt dem Nährstoffbedarf der Pflanzen im Frühling entgegen. Im Herbst kann Rasendünger Bambus fit für den Winter machen. Der hohe Anteil an Kalium macht den Bambus unempfindlich gegenüber Frostschäden.

Die wichtigsten Pflanz- und Pflegetipps im Überblick

MaßnahmeWas ist zu tun?
Standort finden• Sonne bis Halbschatten
• windgeschützt
Substrat vorbereiten• Sandboden mit Kompost oder Bentonit befestigen
• schwere Böden mit Kies oder Sand auflockern
Gießen• reichlich gießen
• auch im Winter bewässern
Düngen• Bambus- oder Rasendünger im Frühling
• Kompost und Hornspäne jährlich

Bambus schneiden

Bambus wird nur in der kompletten Höhe geschnitten, wenn er als Hecke in einer bestimmten Höhe kultiviert werden soll.

Tipp: Die abgeschnittenen Halme des Bambus wachsen nicht mehr weiter.

Um die Wuchsform der Pflanze zu erhalten, ist ein Auslichtungsschnitt im Frühling ratsam. Dabei werden alte Halme, die an Form und Glanz verloren haben bodennah entfernt. Dies schafft Platz für den Wuchs neuer, gesunder Pflanzenteile.

Bambus vermehren

Der Bambus kann kinderleicht durch Teilung vermehrt werden. Der richtige Zeitpunkt hierfür ist der Frühling. Die Pflanze muss dafür zunächst komplett aus dem Boden genommen werden. Dies bietet dem Hobbygärtner Gelegenheit, die Wurzeln zu kontrollieren und alte oder kranke Pflanzenteile zu entfernen.

Um eine neue Pflanze zu erhalten, wird der Wurzelballen mit einem scharfen Messer geteilt. Die einzelnen Rhizome treiben zuverlässig aus und können neu verpflanzt werden.

Bambus überwintern

Die Winter werden in der Regel gut überstanden. Um Schäden durch Kahlfröste zu begegnen, ist es hilfreich, wenn Sie den Bambus mit Gartenvlies umwickeln. Eine Mulchschicht um die Pflanze herum schützt zusätzlich vor Frostschäden.

Tipp: Damit der Bambus nicht austrocknet, ist die Erde vor dem ersten Frost durchgängig zu wässern.

Kübelpflanzen schützen Sie mit Stroh- oder Kokosmatten vor dem Durchfrieren.

Horstbildende Bambusarten

Wie bereits weiter oben erwähnt, gibt es horstbildende und ausläuferbildende Bambusarten. Letzte neigen leider dazu, sich unkontrolliert auszubreiten, wenn Sie sie nicht oder nicht richtig mit einer Wurzelsperre versehen. Deshalb möchten wir Ihnen einige schöne Bambusarten vorstellen, die keine Ausläufer bilden.

Fontänen-Schirmbambus (Fargesia nitida)

Fontänen-Schirmbambus
Fontänen-Schirmbambus ideal dür Teichufer und Bachläufe geeignet – © вит вит / stock.adobe.com
Bambus, Fontänen-Schirmbambus (Fargesia nitida)
Wuchsgeschwindigkeit: 40 – 80 cm im Jahr
Wuchshöhe: 300 – 400 cm
Wuchsbreite: 250 – 400 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Standort: Sonne bis Halbschatten
Boden: nährstoffreich, durchlässiger Gartenboden, keine Staunässe
Besonderheiten: für Teichufer und Bachlauf prädestiniert, dekorative Kübelpflanze, keine Wurzelsperre notwendig, liebt hohe Luftfeuchtigkeit
Verwendung: Einzelstellung, Gruppen, Gruppengehölz, Kübel
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Gartenbambus ‚Superjumbo‘ (Fargesia nitida)

Gartenbambus 'Superjumbo'
Gartenbambus ‚Superjumbo‘ ist ein prima Sichtschutz – © PIXATERRA / stock.adobe.com
Gartenbambus ‚Superjumbo‘ (Fargesia nitida)
Wuchsgeschwindigkeit: 20 – 50 cm im Jahr
Wuchshöhe: 200 – 300 cm
Wuchsbreite: 150 – 250 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Standort: Halbschatten bis Schatten
Boden: durchlässige, nahrhafte Böden, leicht sauer, von feucht bis mäßig trocken
Besonderheiten: schneller Sichtschutz, bildet keine Ausläufer, sonnige Standorte nur bei hoher Luftfeuchte
Verwendung: Einzelstellung, Heckenpflanze, Schichtschutz
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Chinarohrgras (Fargesia murielae)

Chinarohrgras
Chinarohrgras eignet sich auch für die Kübelpflanzung – © wsf-f / stock.adobe.com
Chinarohrgras (Fargesia murielae)
Wuchsgeschwindigkeit: 20 – 40 cm im Jahr
Wuchshöhe: 200 – 300 cm
Wuchsbreite: 100 – 250 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Standort: Halbschatten
Boden: durchlässige, nahrhafte Böden, leicht sauer, von feucht bis mäßig trocken
Besonderheiten: horstbildend, dadurch keine Rhizomsperre notwendig, sonniger Standort nur bei ausreichender Luftfeuchte
Verwendung: Kübel, Hecke, Gruppenpflanze, Einzelstellung
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Foto1: Bambus ziert auch Terrassen, Foto2: Frau pflanzt Bambus in den Garten, Foto3: Fontänen-Schirmbambus, Foto4: Gartenbambus , Foto5: Chinarohrgras

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