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Wurzelsperre nachträglich einbauen – Tipps und Anleitung

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Manche Pflanzen würden sich ohne eine Wurzelsperre unkontrolliert ausbreiten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie diese auch nachträglich noch einbauen können.

Wurzelsperre nachträglich einbauen
© LianeM – Fotolia.com

Bei der Pflanzung im Garten gilt es, einige Dinge zu beachten. Jede Pflanze benötigt einen bestimmten Standort. Dieser sollte in der Sonne, im Halbschatten oder im Schatten liegen. Daneben brauchen Pflanzen genügend Raum, um sich gut zu entwickeln. Die Wurzeln müssen sich im Boden ausbreiten können, um die Pflanze ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgen zu können. Dies ist bei den meisten Pflanzen kein Problem. Doch einige Vertreter übertreiben es gern etwas mit ihrer Wuchsfreude und die Wurzeln verdrängen Pflanznachbarn und breiten sich im gesamten Garten aus. Wer dies nicht bedenkt, wird womöglich bald die Freude an der Pflanzenpracht verlieren. Sie können der Ausbreitung starkwüchsiger Pflanzen durch den Einsatz von Wurzelsperren Einhalt gebieten. Wenn Sie dies bei der Pflanzung versäumt haben, können Sie aufatmen, denn Wurzelsperren lassen sich auch nachträglich einbauen. Wie dabei im Einzelnen vorzugehen ist, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Warum braucht man eine Wurzelsperre?

Einige Pflanzen bilden unterirdische Wurzelausläufer, sogenannte Rhizome. Wer seinen Pflanzen viel Raum bieten will, muss dagegen nicht zwangsläufig etwas unternehmen. Doch meist ist eine derartige Ausbreitung nicht gern gesehen. Schließlich befinden sich noch andere Pflanzen im Beet und auch der Nachbar soll nicht mit einem Pflanzenmeer überschwemmt werden.

Unmittelbar nach der Pflanzung ist die Welt noch in Ordnung. Erst einige Jahre später haben die Pflanzen derart viele Ausläufer gebildet, dass diese mittlerweile beinahe den gesamten Garten einnehmen. Dabei werden oft nicht nur die übrigen Pflanzen verdrängt, sondern auch Teichfolien durchlöchert, Gewegplatten ausgehoben oder sogar Leitungen und Gebäudeteile angegriffen. Wurzelsperren können dies verhindern. Scheuen Sie sich daher nicht, Wurzelsperren auch nachträglich einzubauen. Es kostet zwar einiges an Aufwand, wird Sie aber in Zukunft davor bewahren, dass Ihr Garten überwuchert und womöglich noch größerer Schaden entsteht.

Welche Pflanzen sollten eine Wurzelsperre erhalten?

Es gibt einige Pflanzen, welche ohne Wurzelsperre schnell den Garten für sich einnehmen. In diesem Zusammenhang wird der Bambus meist zuerst genannt. Bambus wächst nicht nur besonders schnell, er besitzt auch aggressive Wurzeln, welche ungeahnte Kräfte entwickeln und auch nicht vor Steinplatten oder Keramik Halt machen. Auch Himbeeren haben innerhalb weniger Jahre zahlreiche Ausläufer gebildet. Ihnen steht dann zwar eine reiche Ernte bevor, allerdings finden Sie die Sträucher auch überall in Ihrem Garten wieder. Ähnlich ergeht es Ihnen mit Minze. Einst als kleines Gewürztöpfchen gepflanzt, wird die Minze schnell zum imposanten Strauch und bildet ebenfalls zahlreiche Ausläufer. Weiterhin sollten auch Efeu, Essigbaum oder Sanddorn mit einer Wurzelsperre versehen werden. Selbst das eher unscheinbare Maiglöckchen kann sich unkontrolliert vermehren.

Tipp: Wurzelsperren sollten möglichst bereits bei der Pflanzung eingesetzt werden.

Achten Sie auf hochwertiges Material und korrekten Einbau

Der nachträgliche Einbau einer Wurzelsperre kann notwendig werden, wenn Sie einfach vergessen haben, dies bei der Pflanzung zu erledigen. Vielleicht haben sie es nicht gewusst oder sind beim Pflanzenkauf nicht gründlich genug beraten worden. Die Gründe können vielfältig sein. Vielleicht haben sie aber auch eine Wurzelsperre eingebaut und müssen nun feststellen, dass diese ihren Ansprüchen nicht gerecht wurde. Auch dieser Umstand kann verschiedene Gründe haben. Werden Wurzelsperren zum Beispiel nicht richtig geschlossen, suchen sich die Wurzeln ihren Weg durch die kleinsten Zwischenräume. Vielleicht haben Sie auch versucht, mit Teichfolie statt mit spezieller Folie aus widerstandsfähigem Kunststoff zu arbeiten. Besonders bei Bambus sollten keine Kompromisse eingegangen werden. Die Wurzeln sind besonders aggressiv und durchdringen Teichfolie oder Dachpappe scheinbar spielend.

Im Video sehen Sie, wie schwierig es ist, ausgeuferten Bambuswuchs zu beseitigen. In diesem Fall wurden zwar Wurzelsperren bei der Pflanzung mit eingebaut, aber scheinbar falsch.

Bambus nachträglich mit einer Wurzelsperre versehen

Auch bei Bambus ist es möglich, nachträglich eine Wurzelsperre einzubauen. Allerdings wird es Sie einiges an Aufwand kosten. Die Rhizome finden sich nicht nur mehrere Meter von der Mutterpflanze entfernt im gesamten Garten wieder, sie sind auch besonders robust und hart und damit keinesfalls leicht zu entfernen. Es gilt, alle Wurzeln, die sich ausgebreitet haben, komplett aus dem Boden zu entfernen. Es wird nicht genügen, die Rhizome lediglich abzustechen. Dabei wird ein Spaten meist nicht genügen und der Hobbygärtner wird um den Einsatz eines Baggers nicht herumkommen.

Beim Bambus ist die Wurzelsperre großzügig einzubauen, denn die Bambuspflanze braucht genügend Raum und will beim Wachsen nicht eingeschränkt sein.

Tipp: Entsorgen Sie die entfernten Rhizome nicht auf dem Komposthaufen, denn der Bambus würde dort ungehindert weiter wachsen.

Nachträglicher Einbau Wurzelsperre Schritt für Schritt

  • Wurzeln entfernen
  • Graben ausheben
  • Wurzelsperre einsetzen
  • Wurzelsperre verschließen
  • Erde auffüllen
  • Erde andrücken
  • Pflanze angießen

Wurzelwerk entfernen

Bevor Sie nun die eigentliche Wurzelsperre einbauen, muss das wuchernde Wurzelwerk entfernt werden. Es wird Ihnen vielleicht nicht gelingen, alle Wurzeln aufzuspüren, dennoch sollte sorgfältig vorgegangen werden. Es wird einiges an Grabarbeit nötig sein, bis die Rhizome auch wirklich aus dem Boden entfernt sind.

Graben ausheben und Wurzelsperre einbringen

Anschließend wird um die betreffende Pflanze ein Graben ausgehoben. Dieser sollte der Pflanze entsprechende Abmessungen besitzen und zum Beispiel bei Bambus etwa 80 Zentimeter im Durchmesser betragen. Entfernen Sie die Pflanze aus dem Boden und kontrollieren die Wurzeln. Dann lässt sich auch besser abschätzen, welchen Platz Sie der Pflanze gewähren sollten. Der Graben muss auch entsprechend in die Tiefe reichen. Planen Sie hierbei etwa 70 Zentimeter ein. Erst dann wird die Wurzelsperre eingebracht. Diese sollte nicht mit dem Erdboden abschließen, sondern fünf bis zehn Zentimeter darüber hinausragen, damit sich die Wurzelausläufer auch oberirdisch nicht ihren Weg suchen können.

Wichtig ist, dass die Wurzelsperre dicht abschließt. Hierfür sind spezielle Schienen erhältlich, welche mit der Wurzelsperre verschraubt werden. Sie können die Spezialfolie auch verschweißen, damit kein Zwischenraum bleibt, wo sich die Wurzeln hindurchzwängen könnten.

Zusammenfassung

MaßnahmeErläuterung
Vorbereitungsarbeiten Alle Wurzelausläufer, die Sie im Umkreis der Pflanze ausmachen können, sind zu entfernen. Entsorgen Sie die Rhizome nicht auf dem Kompost, dort wachsen sie ungehindert weiter.
Graben ausheben Heben Sie um die Pflanze einen ausreichend breiten Graben aus. Dieser sollte bei Bambus etwa 80 Durchmesser und bei Himbeeren mindestens 30 Zentimeter aufweisen. Achten Sie darauf, dass sich keine Steine im Graben befinden. Diese könnten später gegen die Wurzelsperre gedrückt werden und diese beschädigen.
Wurzelsperre einbringen Die Wurzelsperre sollte nicht nur unterirdisch verlegt werden, sondern auch einige Zentimeter aus dem Boden herausschauen, um die oberirdische Ausbreitung der Rhizome zu verhindern. Die Wurzelsperre muss an ihren Enden gut verschlossen werden, damit sich die Wurzeln nicht hindurchzwängen können.

Foto1: © LianeM - Fotolia.com

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