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Blaufichte kultivieren: Tipps zum Pflanzen, Pflegen und schneiden

Die Blaufichte ist ein beliebter Weihnachtsbaum. Aber auch im Garten macht sie eine sehr gute Figur und verursacht zudem kaum Arbeit.

Blaufichte
© Olga / stock.adobe.com
Blaufichten beziehungsweise Stech-Fichten haben eine elegante, pyramidenförmige Silhouette und heben sich im Garten mit einem blau-grauen Nadelkleid von anderen Baumarten ab. Picea pungens, wie der Botaniker die Blaufichte nennt, hat sich einen guten Namen als prunkvoller Weihnachtsbaum gemacht.

Nicht nur mit Kugeln und Kerzen versehen im festlich geschmückten Wohnzimmer macht die Blaufichte einen guten Eindruck. Auch im Garten ist sie bei Gartenfreunden und Pflanzenliebhabern gerne gesehen, weil der Nadelbaum sehr formschön und ebenso anspruchslos ist. Im Wald können Blaufichten durchaus bis zu 600 Jahre alt werden. In mittelschwedischen Wälder sollen sogar Stech-Fichten stehen, die fast 1000 Jahre alt sind.

Herkunft der Blaufichte

Stech-Fichten werden umgangssprachlich auch als Blautannen bezeichnet. Ihre Heimat sind die Nadelmischwälder der Rocky Mountains im Westen der USA. Dort sind sie in Höhenlagen von 2000 bis 3000 Metern zu finden. Bei der Blaufichte handelt es sich um eine veredelte Form der Stech-Fichte, die es seit 1885 in Deutschland gibt.

Stech-Fichten gibt es heute in ganz Europa. Ausnahmen sind dabei die Britischen Inseln und die Iberische Halbinsel. Ihre Ausbreitung reicht bis in den asiatischen Kontinent hinein. Die Nadelbäume lieben ein feucht-kühles Klima. In der nördlichen Hemisphäre ist die Fichte im borealen Nadelwald zu finden. In südlichen Gefilden ist sie in Gebirgen zu finden. Sie wächst in Bayern in Hochlagen des Mittelgebirges und in den Alpen. Außerdem ist sie an den Randwäldern von Mooren zu finden.

Besonderheiten der Stech-Fichte

Die Blaufichte zeichnet sich durch einen unregelmäßig aufgebauten Wuchs der jungen Krone aus, der sich im Laufe der Jahre zu einem geraden Stamm entwickelt. An ihm wachsen die Äste waagerecht und in gleichmäßig angeordneten Etagen. Eine ausgewachsene, immergrüne Blaufichte kann im Jahr bis zu 20 oder 30 Zentimeter an Höhe gewinnen und 10 bis 15 Zentimeter Breite zulegen.

Sehr anmutend ist der schöne Kontrast zwischen der grau- bis schwarzbraunen Schuppenborke und den orangefarbenen Zweigen. Im Boden breiten sich die Wurzeln der Blaufichte flach aus. Sie hat rund zwei bis drei Zentimeter lange Nadeln, die das ganze Jahr über eine silberblaue Farbe haben und im Juli besonders intensiv leuchten. An den Zweigen stehen die sehr spitzen, leicht sichelförmigen und vierkantigen Nadeln dicht an dicht. Die Blüten der Stech-Fichte sind unauffällig, wobei die männlichen Blüten gelb-rötlich und die weiblichen Blüten blassgrün gefärbt sind. Da sich die Tannenzapfen nur aus den weiblichen Blüten entwickeln, befinden sich diese nur im obersten Bereich der Baumkrone.

Die ansehnlichen Tannenzapfen sind zwischen vier und zehn Zentimeter lang und schlank gestaltet. Charakteristisch ist für alle Fichten, dass die Zapfen an Zweigen hängen und das ganze Jahr über abfallen, sobald sie reif sind. Sie wechseln während dem Reifen ab August ihre Farbe von grün zu einem hellen Braunton.

Blautanne (Picea pungens)
Wuchsgeschwindigkeit: 20 – 30 cm im Jahr
Wuchshöhe: 1.500 – 2.000 cm
Wuchsbreite: 600 – 800 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Standort: Sonne bis Halbschatten
Boden: anspruchslos
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Blaufichte pflanzen

Bester Standort und Boden für Picea pungens

Die Blaufichte liebt frischen Boden, der nährstoffreich ist. Sie wächst allerdings auch auf sandigen Untergründen und auf humosen, mit Drainagen versehenen Lehmböden. Schwere, tonhaltige Erde ist nicht der richtige Standort, da der anhaltend nasse Boden zu Fäulnis und zum Auswaschen der Wurzeln führt. Stech-Fichten lieben eine sonnigen bis halbschattigen Standort und überstehen auch trockene Phasen in den Sommermonaten ohne viel Regen sehr gut. Die anspruchslosen Blaufichten lassen sich auf mäßig sauren Böden und kalkhaltigen Terrains pflanzen.

Blaufichten pflanzen – Schritt für Schritt

Da Blaufichten recht groß werden, ist ein angemessener Abstand zu Häusern und anderen Bäumen einzuhalten. Die Nadelbäume lassen sich das ganze Jahr über in den Boden setzen – selbst an frostfreien Tagen im Winter. Am besten wächst der Ballen jedoch im Frühling und im Herbst an.

Heben Sie als erstes das Pflanzloch aus. Dieses sollte doppelt so groß wie der Wurzelballen sein. Setzen Sie den Stamm ebenerdig ein und füllen Sie das Loch mit dem Aushub wieder auf. Durch leichtes Festtreten und Einschlämmen bekommen die Wurzeln einen besseren Kontakt zur Erde.

Hier noch einmal die Pflanzung auf einen Blick:

1. Standort mit genügend Abstand zum Haus und anderen Baumarten auswählen
2. Boden doppelt so groß als der Ballen ausheben
3. Blaufichte einsetzen
4. Pflanzloch mit Aushub lückenlos befüllen und festtreten
5. ordentlich angießen

Blaufichte richtig gießen

Blaufichten sind sehr anspruchslos. Sie müssen sie nicht viel gießen, weil sie sich das Wasser aus dem Boden holen. Wurde die Stech-Fichte allerdings im Topf gepflanzt, ist regelmäßiges Gießen in geringen Mengen angebracht. Der Pflanztopf sollte mit einem Ablauf ausgestattet sein, damit keine Staunässe entstehen kann.

Blaufichte düngen

Um etablierte Blaufichten im Garten braucht sich kaum gekümmert werden. Eine Portion Volldünger im Frühjahr reicht aus, um die Stech-Fichte mit allen wichtigen Nährstoffen gut zu versorgen. Im Gegensatz zu anderen Tannenarten kann die Blaufichte sehr gut mit windigen Momenten, trockenen Phasen und schneereichen Tagen umgehen. Picea pungens fühlt sich in sauren Böden besonders wohl. Allerdings sollte der pH-Wert nicht unter fünf oder sechs liegen. Vermodernde Fichtennadeln erhöhen jedoch den Huminsäuregehalt im Boden, sodass dieser zu stark versauert. Daher sollten Sie regelmäßig den pH-Wert im Boden messen.

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Blaufichte schneiden

Blaufichten brauchen nicht regelmäßig geschnitten zu werden. Denn sie wachsen formvollendet in die Höhe und Breite. Aus altem Holz ohne Nadeln treiben neue Triebe aus und bilden anschließend ein silbergraues Nadelkleid. Zur Schere sollten Sie nur greifen, wenn junge Blaufichten zwei Spitzen bilden. Ein davon wird direkt am Ansatz mit dem richtigen Werkzeug herausgeschnitten.

Blaufichten vermehren

Blaufichten sind eine spezielle Züchtung, die in Baumschulen durch Veredlung vermehrt wird. Als Grundlage dient dafür die Picea pungens, die Stech-Fichte.

Schädlinge und Krankheiten bei Blaufichten

Zu den häufigsten Schädlingen, die bei Blaufichten auftreten, gehört die Sitkafichtenlaus. Ist die Stech-Fichte befallen, verfärben sich die Nadeln erst gelblich, dann braun und fallen anschließend massenweise herunter. Die Fichtenröhrenlaus, wie die Sitkafichtenlaus auch genannt wird, ist im Gegensatz zu anderen Blattläusen das gesamte Jahr über aktiv. Der Befall tritt vor allem im Frühjahr an älteren Zweigen im Inneren der Blaufichte auf. Bekämpfen lässt sich die Sitkafichtenlaus mit rapsölhaltigen Präparaten.

Wenn sich die Nadeln der Stech-Fichte scheinbar grundlos braun färben, kann ein Trockenschaden oder Magnesiummangel vorliegen. Letzterer ist schnell mit Bittersalz behoben.

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