Bäume

Weymouth-Kiefer – Seidenkiefer auch für den Garten

Die Weymouth-Kiefer oder Seidenkiefer ist ein anmutender Baum mit einer stattlichen Größe. Manche Arten sind aber auch für den Garten geeignet.

Weymouth-Kiefer
Wird auch Seidenkiefer oder Strobe genannt | © Aggi Schmid / Stock.adobe.com
Die Weymouth-Kiefer (Pinus strobus) ist ein stattliches Gewächs, welches sicher nicht in jedem Garten einen Platz finden wird. Der aus den gemäßigten Klimazonen Amerikas stammende Baum wird auch Seidenkiefer genannt. In unseren Breiten sind die dicht und kompakt wachsenden Nadelbäume schnell heimisch geworden. Die Weymouth-Kiefer wächst bis zu 35 Meter in die Höhe. Nicht allein deswegen ist die Anpflanzung eine Lebensentscheidung, denn Weymouth-Kiefern werden mehrere hundert Jahre alt und werden damit auch zukünftigen Generationen erhalten bleiben.

Weymouth-Kiefer – kurzer Steckbrief

Weymouth-Kiefer (Pinus strobus)
Familie: Kieferngewächse (Pinaceae)
Wuchs: dicht, kompakt, kegelförmig
Blütezeit: April bis Mai
Blütenfarbe: gelblich bis rötlich
Blütenform: Zapfen
Wuchshöhe: bis 35 Meter
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Standort

Der Standort der Weymouth-Kiefer sollte gut überlegt werden. Es muss ein Standplatz gewählt werden, an dem auch die erwachsenen Bäume gut gedeihen können und kein Hindernis darstellen. Die Nähe von Gebäuden oder Hochspannungsleitungen ist ungeeignet. Unmittelbar am Haus platziert würde die ausgewachsene Weymouth-Kiefer das Gebäude vollständig in Schatten tauchen.

Die Weymouth-Kiefer bildet Pfahlwurzeln aus und besitzt daher eine gute Bodenverankerung. Die hohe Standfestigkeit unterscheidet die Seidenkiefer von heimischen Kiefernarten, welche einen Windschutz benötigen.

Der passende Standort sollte zudem leicht feucht sein. Im Sommer kommt die Weymouth-Kiefer mit trockenen Standplätzen weniger gut zurecht. Die Entwicklung des Baumes beeinträchtigen auch dichte und schwere Böden, welche das Gewächs an der Ausbildung seiner Pfahlwurzeln hindern.

» Hinweis: An Standorten mit schlechter Luftqualität entwickelt sich die Weymouth-Kiefer deutlich langsamer als an Standplätzen ohne Luftverschmutzung.

Boden

Damit die Pfahlwurzeln sich gut in der Erde verankern können, wird ein durchlässiger und lockerer Boden benötigt. Die Bodenlockerheit ist auch wichtig, um Feuchtigkeit gut speichern zu können. Eine konstante Bodenfeuchte ist ideal, Staunässe wird jedoch nur bedingt und nicht über einen längeren Zeitraum toleriert.

Weiterhin ist auf ein nährstoffreiches Substrat zu achten. Da die Weymouth-Kiefer keinen sauren Boden verträgt, sollte vor der Pflanzung der pH-Wert überprüft werden. Dieser sollte sich im neutralen Bereich bewegen. Ein leicht saures Milieu wird in der Regel toleriert.

Die Weymouth-Kiefer ist kalkunverträglich. Ist der Boden besonders kalkreich, sollte in den ersten Jahren nach der Pflanzung regelmäßig ein nährstoffreiches und kalkarmes Substrat eingearbeitet werden.

Weymouth-Kiefer pflanzen

Die passende Standortwahl und entsprechende Bodenvorbereitung sind sehr wichtig für die erfolgreiche Kultivierung der Seidenkiefer. Die tiefgründige Bodenvorbereitung sollte sich bis in eine Tiefe von zwei Metern vollziehen. Nach der Auflockerung des Substrates werden Blähton oder Basaltgestein eingearbeitet. Diese Substrate können viel Wasser aufnehmen und der Weymouth-Kiefer damit ideale Wachstumsbedingungen bieten.

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Ansonsten unterscheidet sich die Pflanzung der Weymouth-Kiefer nicht gravierend von der Kultivierung anderer Nadelbäume:

  1. Standort auswählen
  2. Boden gut auflockern
  3. Pflanze wässern
  4. Pflanzloch ausheben (mindestens doppelt so groß wie der Wurzelballen)
  5. Pflanze einsetzen
  6. Substrat einfüllen (mit Granulat vermischte Komposterde zugeben)
  7. Substrat leicht andrücken
  8. Pflanze gut angießen

Idealerweise wird die Weymouth-Kiefer im Frühjahr oder im Herbst gepflanzt. Da die Jungpflanzen extrem empfindlich auf Trockenheit reagieren, sollte es am Pflanztag bzw. in den Folgetagen möglichst häufig regnen.

» Tipp: Damit die Feuchtigkeit besser im Boden gehalten werden kann, bietet sich bei Jungbäumen eine Unterpflanzung mit Bodendeckern oder eine Mulchschicht an.

Weymouth-Kiefer gießen

Weymouth Kiefer
Jungpflanzen müssen regelmäßig gegossen werden | © LifeisticAC / stock.adobe.com
Das Gießen darf besonders in den ersten Jahren nach der Pflanzung nicht vergessen werden. Die Bäume vertragen keine längere Trockenheit. Die Kiefer stirbt zwar in der Regel nicht sofort ab, wird aber ihr Wachstum reduzieren. Es kann auch vorkommen, dass sich die Nadeln verfärben. Stark ausgetrocknete Bäume werfen die Nadeln zu ihrem Selbstschutz komplett ab.

» Achtung: Die Weymouth-Kiefer sollte ausschließlich mit Regenwasser gegossen werden.

Die Wassergaben sollten durchdringend erfolgen. Dabei ist nicht nur der unmittelbare Wurzelbereich zu behandeln, sondern es sollte in einem Radius von etwa zwei Metern für einen feuchten Boden gesorgt werden.

Weymouth-Kiefer düngen

Weymouth-Kiefern besitzen einen mittleren bis hohen Nährstoffbedarf. Die Bäume sollten im Frühling und im Winter regelmäßige Düngergaben erhalten.

Folgende Dünger sind geeignet:

Jungbäume benötigen einen extra Nährstoffschub. Diesen erhalten sie durch die monatliche Versorgung mit Flüssigdünger. Hierbei kann auf handelsüblichen Grünpflanzendünger zurückgegriffen werden.

Weymouth-Kiefer schneiden

Die Bäume müssen nicht regelmäßig zurückgeschnitten werden. Soll die Größe eingeschränkt werden oder es gilt, totes und beschädigtes Holz zu entfernen, ist ein behutsames Herangehen erforderlich. Der beste Zeitpunkt für einen Rückschnitt sind die Herbstmonate.

Während heimische Kiefern bei Schnittmaßnahmen ausreichend Harz absondern und keinen zusätzlichen Wundverschluss benötigen, ist diese Eigenschaft bei der Weymouth-Kiefer weniger ausgeprägt. Daher wird empfohlen, größere Schnittstellen mit einem handelsüblichen Wundverschluss zu behandeln.

Weymouth-Kiefer vermehren

Meist werden die Bäume über Aussaat vermehrt. Die Bäume bilden bei Bestäubung selbstständig Samen aus. Im Herbst fallen die Zapfen ab und die Samen können aufgesammelt werden. Die Zapfen werden am besten auf die Heizung gelegt. Durch die Wärme öffnen sich die Zapfen und die Samen fallen heraus.

Vor der Aussaat müssen die Samen der Weymouth-Kiefer stratifiziert werden:

  1. Samen aus den Zapfen lösen
  2. Samen in feuchtes Küchenpapier hüllen
  3. Küchenpapier in einen Gefrierbeutel geben
  4. Beutel mit kleinen Löchern versehen
  5. Beutel in den Kühlschrank legen
  6. Küchenpapier gelegentlich anfeuchten
  7. Beutel nach drei Wochen aus dem Kühlschrank nehmen
  8. mit der Anzucht beginnen

Da es sich bei der Seidenkiefer um einen Lichtkeimer handelt, werden die Samen nicht mit Erde bedeckt, sondern lediglich leicht angedrückt. Als Substrat eignet sich handelsübliche Aussaaterde. Während der Keimung ist das Substrat leicht feucht zu halten.

Haben die Keimlinge erste Nadeln ausgebildet, werden die Jungpflanzen vereinzelt und ziehen in separate Pflanztöpfe um. Nach einigen Monaten können die jungen Bäume an ihren gewünschten Standort gepflanzt werden.

Weymouth-Kiefer verschulen

Damit sich die Jungbäume wie gewünscht entwickeln, ist die Verschulung der Gewächse notwendig. Durch das Verschulen wird erreicht, dass der Wurzelballen kompakt bleibt. Die Bäume werden in den ersten Standjahren häufiger wieder ausgegraben, um die Wurzeln zu bearbeiten. Der Wurzelballen bleibt kompakt, wenn zu lange Wurzeln gekürzt und ungesunde Wurzelabschnitte entfernt werden.

» Tipp: Nach etwa fünf Jahren ist die Verschulung abgeschlossen. Die Weymouth-Kiefer erhält ihren endgültigen Standplatz und sollte fortan nicht mehr ausgegraben werden.

Interessant für kleinere Gärten – die Zuchtsorten der Weymouth-Kiefer

Gute Nachrichten für Besitzer von Kleingärten: Sie müssen nicht auf die Weymouth-Kiefer verzichten, denn mittlerweile sind ansprechende Zuchtsorten entstanden, die mit wenigen Metern Wuchshöhe in jedem Garten kultiviert werden können.

Weymouth-Kiefer Art Wuchshöhe und Eigenschaften
Krügers Liliput 1 Meter hoch, kurze grün-graue Nadeln
Minima 1,2 Meter hoch, blau-grüne Nadeln
Umbraculifera 1,5 Meter hoch, halbkugelförmig
Brevifolia 2 Meter hoch, kurze Nadeln, dichter Wuchs
Pendula 4 Meter hoch, kurze blau-grüne Nadeln, hängende Äste

Krankheiten und Schädlinge an der Weymouth-Kiefer erkennen

Ausgewachsene Bäume sind robust genug, um Krankheiten und Schädlingen standzuhalten. Junge Kiefern sind allerdings beinahe permanent in Gefahr, denn etwa 300 Insektenarten haben es auf die Bäume abgesehen. Durch Krankheiten und Bakterien werden die Kiefern meist nicht umgebracht. Dennoch kommen häufig Wachstumsschäden vor.

Diese Insekten und Krankheiten führen zu Schäden an Weymouth-Kiefern:

  • Echter Kiefernrüssler
  • Kieferntriebwickler
  • Wurzelschwamm
  • Strobenrost
  • Stammfäule
  • Dunkler Hallimasch
  • Kiefern-Feuerschwamm

Zum Absterben der Weymouth-Kiefern kann der Befall mit dem Pilz Cronartium ribicola führen. So geschehen in den 1960er Jahren. Da Johannisbeeren als Zwischenwirte dieser Pilze fungieren, sollten sie nicht in der Nähe von Seidenkiefern angepflanzt werden.

Weymouth-Kiefer überwintern

Die Bäume gelten als winterhart und benötigen daher keinen zusätzlichen Schutz. Der Winter kann dennoch zur Gefahr für die Weymouth-Kiefer werden. Die Last des Schnees kann zu Bruchschäden führen. Die Nadeln herabhängender Äste dienen Rehen oder Hasen als Mahlzeit. Finden die Tiere in strengen Wintern kaum Nahrung, fressen sie auch die Rinde der Kiefer an. Daher sollten die Kiefern mit einem Drahtgeflecht versehen und damit vor Verbiss geschützt werden.

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