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Blutampfer Rezepte – blutreinigende Beilagen mit dem Knöterichgewächs

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Nicht nur im Ziergarten macht der Blutampfer eine gute Figur. Er eignet sich in Maßen auch zum Verzehr. Wir haben für Sie drei leckere Rezeptideen.

Blutampfer Rezepte
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Blutampfer (Rumex sanguineus) ist vor allem wegen seiner rot geäderten Blätter bekannt, die hauptsächlich im Mittelmeerraum vorkommen. Ähnlich wie der Sauerampfer wurde auch Blutampfer schon vor vielen Jahren als Heilpflanze verwendet und in diverse Rezepte mit eingebaut. Im Gegensatz zum Sauerampfer gilt Blutampfer jedoch als milder und dekorativer. Daher wird er unter anderem auch in frischen Frühlings- oder Sommersalaten eingesetzt.

Ernten lässt sich der Blutampfer im späten Frühjahr bis in den Herbst hinein. Dabei sollten nur die jungen Blätter der Pflanze ausgewählt werden, da diese nicht nur milder im Geschmack sind, sondern auch zart und angenehm zu verzehren. Alte Blätter hingegen sind schnell zu hart und entwickeln ein stark saures Aroma.

Inhalts- und Nährstoffe des Blutampfers

Blutampfer gilt allgemeinhin genauso wie der Sauerampfer als gesund und reich an Nährstoffen. Das liegt unter anderem an den enthaltenen Gerbstoffen, die der Verdauung zugute kommen können. Gleichzeitig enthält Blutampfer viel Vitamin C, welches vor freien Radikalen schützt und ganz nebenbei das Immunsystem stärken kann. Schon früher galt Blutampfer als blutreinigend, appetitanregend und verdauungsfördernd, was an diesen Inhaltsstoffen liegt:

NährstoffeWirkung
GerbstoffeGerbstoffe haben eine adstringierende Wirkung auf Wunden, sodass diese sich besser zusammenziehen.
Darüber hinaus werden Blutungen besser gestillt und die Bildung von Wundsekret gehemmt.
Die antimikrobielle Wirkung sorgt für ein erschwertes Eindringen von Bakterien in das Gewebe.

Gerbstoffe wirken allerdings auch gut gegen Entzündungen im Magen- und Darmtrakt oder Mundraum.
Vitamin CVitamin C unterstützt das Immunsystem und wirkt als Antioxidans gegen freie Radikale.
Darüber hinaus wirkt Vitamin C gegen Müdigkeit oder Erschöpfung gut.
Weiterhin bekannt ist Vitamin C dafür, den Körper Eisen besser aufnehmen zu lassen.
OxalsäureOxalsäure ist in diversen Pflanzen enthalten und meist als Verbindung mit Kalium, Magnesium oder Natrium vertreten.
Solche Verbindungen, genannt Oxalate, werden auch durch den körperlichen Stoffwechsel gebildet und gehören hierbei zu den Ausscheidungsprodukten, die täglich abgebaut werden müssen.

Ein zu hoher Konsum von Oxalsäure führt daher unter anderem zu Nierensteinen oder weiteren Schädigungen der Gesundheit.
KaliumKalium als positiv geladenes Ion im menschlichen Körper ist dafür verantwortlich, Signale zwischen Zellen weiterzuleiten.
HypereosidHypereosid gilt als Johanniskraut-Inhaltsstoff und besitzt eine antidepressive Wirkung.

Wichtig: Blutampfer besitzt nicht nur positive Wirkungen. Daher sollten Sie in der Erntezeit unbedingt darauf achten, nur kleine Mengen des Knöterichgewächs zu sich zu nehmen.

Wissenswert ist, dass Blutampfer durchaus antidepressiv wirken und das Gemüt erhellen kann. Das liegt an dem Inhaltsstoff Hypereosid, das auch in Antidepressiva verwendet wird. Damit lässt sich auch erklären, warum Blutampfer vor vielen Jahren als Frühjahrskur genutzt wurde, um das „Blut zu reinigen“ und Stimmungstiefs hinter sich zu lassen. Auch gilt Blutampfer schon lange als harntreibend.

Rezepte mit Blutampfer

Überwiegend wird Blutampfer für Salat-Rezepte verwendet. Der leicht säuerliche Geschmack erzeugt bei diesen eine angenehme Frische und Abwechslung, die im Frühjahr immer willkommen sind. Weil die Säure aber vergleichsweise mild ist, lässt sich der Blutampfer im Gegensatz zum Sauerampfer besonders gut kombinieren. Am besten entfaltet Blutampfer seinen einzigartigen Geschmack, wenn die zarten und jungen Blätter frisch hinzugegeben werden und in Kochrezepten nur kurz dem Garen ausgesetzt sind. Nicht nur in Salaten findet Blutampfer Verwendung, sondern auch in diesen Speisen:

  • Suppen
  • Soßen
  • Gemüsebeilagen
  • Smoothies
  • Gewürze
  • Pesto

Tipp: Blutampfer lässt sich am besten als Gewürz konservieren, wenn dieser lange haltbar gemacht werden soll. Hierzu werden die zarten Blätter möglichst fein zerkleinert und portioniert. Dann lassen sie sich ins Tiefkühlfach geben und bei Bedarf zum Würzen verschiedener Speisen entnehmen.

Rezept: Blutampfer-Salat

Blutampfer Salat
©dima_pics / stock.adobe.com

Weil Blutampfer nicht in großen Mengen verzehrt werden sollte, wird er in Salaten bestenfalls als Beigabe verwendet, nicht aber als Hauptbestandteil. Für einen leckeren Blutampfer-Salat lassen sich unter anderem diese Zutaten besonders gut verwenden:

  • Junger Blattspinat
  • Rucola
  • Romana-Salat
  • Pinienkerne
  • Kürbiskerne
  • Croutons
  • Vinaigrette-Dressing
  • Schafskäse / Parmesanraspeln
  • Radieschen

Waschen Sie Blutampfer am besten mit kaltem Wasser und zerkleinern Sie ihn bei Bedarf. Selbiges ist mit dem jungen Blattspinat und Rucola vorzunehmen – es können aber auch andere Salatsorten zum Einsatz kommen. Nach dem kurzen Durchmischen können Sie ein Dressing aus Essig, Pfeffer, Salz und beliebigen anderen Gewürzen untermischen. Ein halber Teelöffel Honig empfiehlt sich in diesem Vinaigrette-Dressing, um die Säure des Blutampfers und Essigs mit einer leichten Süße zu kontrastieren. Pinien- oder Kürbiskerne können in der Pfanne recht kurz geröstet und nach dem Abkühlen zur Mischung hinzugegeben werden, um dem Salat Bissfestigkeit und Röstaromen zu verleihen. Schafskäse passt ebenso gut zu dem Salat, wie geraspelter Parmesan. Wer es etwas herzhafter mag, gibt frische Croutons hinzu.

Rezept: Kräuterbutter mit Blutampfer

Blutampfer Kräuterbutter
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Wer Kräuterbutter gerne selbst zubereitet und diese auch gern einmal variiert, um beispielsweise bei Grill-Abenden für mehr Abwechslung zu sorgen, kann auch auf Blutampfer zurückgreifen. Neben einem Päckchen Butter wird dafür selbstverständlich ein kleines Bündel zarter Blutampfer-Blätter benötigt, die kleingehackt werden. Dazu lassen sich Kräuter wie Petersilie, Thymian, Schnittlauch und Basilikum verwenden. Die klein geschnittenen Kräuter werden mit der Butter mit Hilfe einer Gabel vermengt, bis eine gleichmäßige Masse entstanden ist. Das Ganze lässt sich mit Salz und Pfeffer würzen oder anderen trockenen Gewürzen anreichern. In Eiswürfel-Formen lässt sich die fertige Kräuterbutter sehr gut verteilen und im Anschluss portionieren. Bis zum Verzehr sollte sie kalt gestellt werden.

Rezept: Pesto aus Blutampfer

Blutampfer Pesto
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Selbstgemachtes Pesto ist ideal als Topper für Pasta aller Art, Gnocci oder auch zusammen mit Ricotta als Füllelement für Ravioli. Um Pesto mit Blutampfer herzustellen, werden folgende Zutaten benötigt:

  • eine Knoblauchzehe
  • eine Handvoll Blutampfer Blätter ohne Stiele
  • 200g geröstete Pinienkerne
  • 250g geriebener Parmesankäse
  • ein halber Teelöffel Salz
  • 3-4 Esslöffel Olivenöl

Wenn Sie die Knoblauchzehe geschält haben, können Sie sie zusammen mit den Blutampfer Blättern im Mixer fein zerkleinern. Nun geben Sie die gerösteten Pinienkerne hinzu und zerkleinern diese ebenfalls. Das Gemisch ist mit Salz, Parmesankäse und bei Bedarf etwas Pfeffer abzuschmecken, bevor der würzige Parmesankäse hinzugegeben wird. Auf geringer Stufe mixen, bis eine gleichmäßige Masse entstanden ist – fertig ist das Pesto aus Blutampfer.

Tipp: Dieses Rezept lässt sich übrigens auch gut mit Bärlauch umsetzen.

Das gilt es beim Verzehr des Blutampfers zu beachten

Wegen der enthaltenen Oxalsäure sollten Sie darauf verzichten, Blutampfer in großen Mengen zu verspeisen. Auch das Einsetzen des Blutampfers über längere Zeiträume hinweg könnte sich als gesundheitsschädlich erweisen. Daher ist es zu empfehlen, Blutampfer nur zur Abwechslung der Frühlings- oder Sommergerichte zum Einsatz zu bringen oder für besondere Anlässe aufzusparen. Empfehlenswert ist zudem, immer auf das Entfernen der Stiele zu achten, da diese große Mengen der Oxalsäure enthalten und nicht ganz so zart sind, wie das junge Blatt. Gegart werden sollte Blutampfer – wenn überhaupt – nur ganz kurz und mit möglichst wenig Hitze. Sonst geht die Wirkung gegen freie Radikale verloren.


Foto1: © Perovskia / stock.adobe.com, Foto2: © maria_lapina / stock.adobe.com, Foto3: © s_karau / stock.adobe.com

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