Chicorée ist nicht einfach nur eine Salatpflanze, auch Kaffee entsteht aus ihr. Mehr zur Verwendung und den Nährstoffen erfahrt ihr hier.

Chicoree Nährwerte
Chicoree hat einen leicht bitteren Geschmack | © photocrew / stock.adobe.com

Viele kennen Chicorée als knackige Salatvariante mit leichtem Bittergeschmack. Allerdings kann man aus der Nutzpflanze noch deutlich mehr machen. So wird zur Herstellung des berühmten Caro Kaffees zum Beispiel das gemahlene Pulver der getrockneten Chicorée Wurzel verwendet. Dieser sogenannte Zichorienkaffee ist um Längen gesünder als herkömmlicher Kaffee, enthält er doch all die wertvollen Nährstoffe des Chicorée. Und auch als Zichoriensalat punktet die Pflanze mit gesunden Nährwerten.

Chicorée ist eng verwandt mit Endiviensalat. Beide Salatpflanzen gehören zur Gattung der Wegwarten oder Zichorien, wobei Chicorée im Speziellen eine Varietät der Gemeinen Wegwarte (Cichorium intybus) ist. Genauer gesagt handelt es sich um die Varietät Cichorium intybus var. foliosum, die im 19, Jahrhundert je nach historischer Quelle entweder durch Züchtung belgischer Landwirte oder im Botanischen Garten Brüssel entstanden sein soll.

Seit seiner Entstehung wurde Chicorée stets als Salatpflanze und Kaffeeersatz gleichermaßen genutzt. Mit großem Nutzen für die Gesundheit, denn Cichorium intybus var. foliosum ist nicht nur geschmacklich, sondern auch in puncto Nährstoffe sehr vielseitig.

Chicorée – Mehr als nur eine Salatpflanze

Schätzungen zufolge verzehrt jeder Belgier bis zu acht Kilogramm Chicorée pro Jahr. Und auch in Deutschland sind Chicoréesalat und andere Zichorien Produkte keine Unbekannte. Vor allem der als Muckefuck bekannte Zichorienkaffee wird auch hierzulande eifrig konsumiert. Dabei bringt der Chicorée einige erstaunliche Gesundheitswirkungen mit sich, denn er gilt als

  • leistungsfördernd für das Gedächtnis,
  • Herz-Kreislauf-stärkend
  • und verdauungsfördernd.

➔ Regt die Verdauung an

Für eine gute Verdauung sorgen diesbezüglich die Bitterstoffe im Chicorée. Das, obwohl die Salatpflanze ursprünglich als bitterstoffarme Variante der gemeinen Zichorie gezüchtet wurde. Die Variation der Gemeinen Wegwarte entstand nämlich durch lichtdichtes Abdecken der jungen Zichorien Sprossen, wodurch sich die Ausbildung intensiver Bitterstoffe innerhalb der Pflanze in Grenzen hielt. Was übrig blieb, waren milde Bitterstoffkomponenten in genau der richtigen Konzentration, die aus dem Chicorée ein verdauungsfreundliches Gemüse machte. Das regelmäßige Trinken von Zichorienkaffee kann sich demnach auch regulierend auf die Verdauungsfunktion auswirken.

➔ Stärkt das Herz-Kreislauf-System

Für die Herz-Kreislauf-stärkende Wirkung von Chicorée sind wiederum die pflanzeneigenen ß-Carotin, besser bekannt als Provitamin A verantwortlich. Das Provitamin besitzt antioxidative Eigenschaften, wodurch es zur Stärkung und Reinigung des Stoffwechsels sowie der Gefäße beiträgt. Jüngere Studien weisen sogar darauf hin, dass ein täglicher Verzehr von ß-Carotin das Risiko an Herz- und Gefäßkrankheiten nachhaltig senken kann. Somit wird Chicorée zu einem echten Präventivmittel gegen kardiovaskuläre Erkrankungen.

➔ Gut fürs Gedächtnis

Die Carotinoide im Chicorée wirken sich auch positiv auf die kognitiven Fähigkeiten aus. Das gilt insbesondere für Männer, denn Wissenschaftler fanden heraus, dass ß-Carotin bei gezielter Supplementation speziell das männliche Gedächtnis bei verbalen Erinnerungsprozessen unterstützt. Soll heißen, die männliche Fähigkeit, sich an verbale und theoretische Inhalte zu erinnern, wird dank Carotinoiden deutlich verbessert. Chicorée und Zichorienkaffee sind deshalb nicht nur ernährungsbasierte Gedächtnishilfen für den Alltag, sondern auch gesundes Studentenfutter der Extraklasse.

Nährwerte von Chicorée im Überblick

NährwertGehalt pro 100 g
Wasser

Kohlenhydrate
davon Ballaststoffe
Eiweiß
Fett

94,4 g

2,3 g
1,3 g
1,3 g
0,2 g

Vitamine

Vitamin A (ß-Carotin)
Vitamin C (Ascorbinsäure)

</ br>
0,6 mg
10 mg
Mineralstoffe

Calcium
Kalium
Natrium
Niacin
Phosphor

</ br>
26 mg
192 mg
4 mg
0,2 mg
26 mg

Übrigens: Auch für eine schlanke Linie und Detox Kuren kann es lohnen, Chicorée mit in die tägliche Ernährung einzubauen. Denn die Salatpflanze besteht zu über 90 Prozent aus Wasser und enthält kaum Fett oder Kohlenhydrate. Gemeinsam mit ß-Carotinen als Antioxidantien sorgt der reiche Wassergehalt des Chicorées für eine gründliche Reinigung und Entschlackung des Stoffwechsels, was beim Abnehmen ein sehr wünschenswerter Nebeneffekt ist.

Zichorienkaffee selbst herstellen

Chicoree Kaffee
Aus getrocknetem Chicorée lässt sich Kaffee ganz leicht selbst herstellen | © Unclesam / stock.adobe.com

Wer den Gesundheitsboost von Chicorée privat nutzen möchte, der sollte täglich mindestens eine Tasse Zichorienkaffee trinken. Diesen muss man nicht einmal zwingend im Laden kaufen. Sofern Sie Chicorée im Salatbeet selbst anbauen, lassen sich die Wurzeln nach der Salaternte problemlos für die Herstellung des Kaffeeersatzes verwenden. Hierfür verwenden Sie am besten drei bis vier frische Zichorienwurzeln und waschen diese gründlich ab. Als Nächstes schneiden Sie die Wurzeln in dünne Scheiben, legen Sie auf einem mit Backpapier belegten Backblech aus und geben dieses bei 40 °C für etwa 3 bis 5 Stunden in den Ofen.

» Tipp: Es kann helfen, einen Kochlöffel zwischen die Ofentür zu klemmen, damit die Feuchtigkeit besser abzieht.

Sobald jegliche Restfeuchte aus den Wurzelstücken entwichen ist, werden sie in einer beschichteten Pfanne ohne Öl und unter ständigem Rühren schonend geröstet. Die abgekühlten Zichorienwurzeln lassen sich anschließend wie herkömmliche Kaffeebohnen in der Kaffeemühle mahlen. Für einen leckeren Zichorienkaffee verwenden Sie dann drei Esslöffel des gewonnenen Pulvers pro Tasse.

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Dagmar von Gartentipps.com

Seit über 14 Jahren ist Dagmar Dittfeld als Online-Redakteurin für Gartentipps.com aktiv. Auf dem Land aufgewachsen, weiß sie die Vorzüge eines Selbstversorger-Gartens auch heute noch zu schätzen. Ihre ganz besondere Leidenschaft gilt der Gestaltung von Garten, Balkon und Terrasse. Mit ihren Ideen zum Dekorieren, Do-It-Yourself und Upcycling hat Dagmar schon viele Leser zum Nachmachen inspiriert.

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