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Christusdorn vermehren – So klappt’s per Samen & Stecklinge

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Der Christusdorn ist eine beliebte Zimmerpflanze. Wer mehr als eine kultivieren möchte, muss nicht zwangsläufig eine kaufen. Den Christusdorn können Sie ganz einfach vermehren. Zwei Möglichkeiten stellen wir Ihnen hier vor.

Christusdorn vermehren
© M. Schuppich – Fotolia.com

Wenn Sie bereits einen Christusdorn besitzen, könnte dessen Vermehrung eine spannende Herausforderung darstellen. Die Stecklingsvermehrung ist recht einfach zu bewältigen und verspricht in vielen Fällen, zum Erfolg zu werden.

Etwas schwieriger und aufwendiger gestaltet sich die Vermehrung durch Samen. Die Samen können Sie im Fachhandel erwerben oder auch selbst aus bestehenden Pflanzen gewinnen.

Die Vermehrung durch Stecklinge

Besitzen Sie eine mehrjährige Pflanze, ist die Stecklingsvermehrung leicht durchzuführen. Einen Steckling können Sie sogar gewinnen, wenn Sie die Pflanze zurückschneiden, weil sie sich vielleicht zu wuchsfreudig gezeigt hat. Stecklinge werden bevorzugt im Frühling geschnitten.

» Achtung: Beim Schneiden der Stecklinge sollten Handschuhe getragen werden. Es tritt ein giftiger Pflanzensaft aus, der Hautreizungen hervorrufen kann.

Schneiden Sie die Stecklinge in etwa 10 bis 15 Zentimeter lang. Den Fluss des Milchsaftes stoppen Sie, indem der Steckling zirka eine halbe Stunde in einem Glas mit lauwarmem Leitungswasser “ausbluten” kann. Erscheint kein Milchsaft mehr, sollte die Schnittstelle abtrocknen. Dies gelingt am besten an einem sonnigen und luftigen Standort im Freien.

Was wird für die Vermehrung benötigt?

  • Stecklinge
  • Anzuchterde
  • Pflanztöpfe
  • scharfes Messer

Welches Substrat sollte verwendet werden?

Als ideales Substrat wird ein Gemisch aus Kakteenerde und Sand verwendet. Die unteren Blätter werden entfernt und die Stecklinge einige Zentimeter tief in das Substrat gesteckt. Damit die Stecklinge gut bewurzeln, ist ein sonniger und warmer Standort zu bevorzugen. Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad sind ideal.

Wie ist der Steckling zu behandeln?

Gegossen wird mäßig. Verwenden Sie zimmerwarmes Regenwasser. Der Standort sollte hell und warm beschaffen sein. Die pralle Mittagssonne gilt es dabei zu vermeiden.

Wie lange dauert die Bewurzelung?

Nach etwa einem Monat haben sich erste Wurzeln ausgebildet.

Was geschieht nun mit den jungen Pflanzen?

Sind die Stecklinge ausreichend bewurzelt, erfolgt das Umpflanzen in größere Pflanztöpfe. Das Substrat kann mit Kompost oder mit Hornspänen angereichert werden, um der Pflanze einen organischen Langzeitdünger zu bieten. Die Jungpflanzen sind nun ausreichend entwickelt, um wie erwachsene Pflanzen weiterkultiviert zu werden.

In Kurzform:

  • Stecklinge schneiden, etwa zehn Zentimeter lang
  • Blätter im unteren Bereich des Triebes entfernen
  • Steckling zum “Ausbluten” für eine halbe Stunde in warmes Wasser geben
  • Schnittstelle etwa 24 Stunden abtrocknen lassen
  • Steckling in das Substrat setzen
  • hell und warm platzieren
  • pralle Mittagssonne vermeiden
  • regelmäßig bewässern
  • Staunässe vermeiden

Die Vermehrung durch Samen

Die Vermehrung durch Samen ist etwas aufwendiger, kann Ihnen aber die ersten eigenen Pflänzchen des Christusdorns bescheren. Auch die Gewinnung von Samen aus bereits vorhandenen Pflanzen gilt als Herausforderung, die Aussaat zu versuchen und mit etwas Glück neue Pflänzchen heran zu ziehen.

Was wird für die Aussaat benötigt?

  • Samen
  • Saatschale
  • Abdeckung
  • Anzuchterde

Wie lässt sich der Samen gewinnen?

Die Samen sind in den Blüten des Christusdorn zu finden. Die kleinen braunen bis schwarzen Samenkörner gewinnt man durch das Zerpflücken eines verblühten Blütenstandes.

Welche Pflanzgefäße und welche Erde werden verwendet?

Die Samen werden in Anzuchterde eingebracht. Statt eines Pflanztopfes sind Pflanzschalen vorzuziehen. Die Samen werden nur dünn mit Erde bedeckt. Das Substrat sollte sehr fein sein. Gesiebte Erde eignet sich am besten.

Wo sollte die Saatschale aufgestellt werden?

Die Keimung wird an einem hellen und warmen Standort beschleunigt. Pralle Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden.

» Tipp: Werden die Samen mit einer Glasscheibe abgedeckt, haben Sie ein Mini Treibhaus zur Verfügung.

Wie lange dauert die Keimung?

Die Samen keimen nach drei bis vier Wochen. Die Abdeckung wird zunächst auf der Schale belassen und erst entfernt, wenn die jungen Pflanzen die Höhe der Glasscheibe erreicht haben.

Was geschieht mit den jungen Pflanzen?

Haben die Jungpflanzen eine Höhe von etwa acht bis zehn Zentimetern erreicht, kann in Töpfe umgepflanzt werden. Befindet sich der Christusdorn in der Wachstumsphase benötigt er relativ viel Flüssigkeit und der Boden sollte nicht austrocknen. Ein heller und warmer Standort wird beibehalten. Düngergaben sind für Jungpflanzen nicht erforderlich. Ein nährstoffreiches Substrat, das mit Kompost oder Hornspänen aufgewertet wurde, deckt die Bedürfnisse der Pflanze im ersten Jahr nach der Anzucht hinreichend ab.

» Tipp: Darf die Saatschale nach der Aussaat für einige Minuten ein Tauchbad nehmen, beschleunigt dies die Keimung und steigert die Erfolgsaussichten. Die Saatschale ist dabei nur bis auf halbe Höhe unterzutauchen.

Vor- und Nachteile der Methoden im Überblick

Anzucht-MethodeVorteileNachteile
Anzucht-MethodeVorteileNachteile
Stecklinge❍ Diese Methode lässt sich einfach umsetzen.
❍ Die Erfolgsaussichten sind vergleichsweise hoch.
❍ Die Stecklinge sind schnell geschnitten und es fallen keine zusätzlichen Kosten an.
❍ Nach der Bewurzelung entwickeln sich rasch selbstständige Jungpflanzen.
❍ Stecklinge können nur geschnitten werden, wenn eine ausreichend entwickelte Pflanze vorhanden ist.
❍ Beim Schneiden der Stecklinge tritt giftiger Pflanzensaft aus.
❍ Bei der Arbeit sind Handschuhe zu tragen.
❍ Kleinkinder und Haustiere sollten beaufsichtigt werden und dürfen nicht mit den Pflanzenteilen in Berührung kommen.
Samen❍ Der Samen kann einfach aus bereits vorhandenen Pflanzen gewonnen werden.
❍ Die Keimzeit ist mit etwa drei bis vier Wochen recht gering.
❍ Man erhält eine ganz Reihe an Jungpflanzen, welche einzeln kultiviert werden können.
❍ Wer keine eigene Pflanze besitzt, muss den Samen käuflich erwerben.
❍ Die Vermehrung durch Aussaat gelingt weniger häufig, als die Stecklingsvermehrung.

Foto1: © M. Schuppich - Fotolia.com

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