Bäume

Feuerradbaum pflegen, vermehren und überwintern

Der in Australien heimische Feuerradbaum ist bei uns noch ein echter Exot. Um ihn in unseren Breiten kultivieren zu können, bedarf es etwas Fingerspitzengefühl.

Feuerradbaum pflegen
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Sie suchen keine einfache Pflanze, sondern das Besondere und Exotische? Dann wird der Feuerradbaum (Stenocarpus sinuatus) gut zu Ihnen passen. Eine Rarität sind die Silberbaumgewächse allerdings nur in unseren Breiten. In ihrer Heimat Australien ist die Pflanze gut und seit langer Zeit bekannt. Die Bezeichnung Feuerradbaum wurde dem attraktiven Gewächs mit seinen dunkelroten, radähnlich angeordneten Blüten von den Aboriginis verliehen. Die Regenwälder Australiens sind das natürliche Verbreitungsgebiet der bizarren Gewächse. Dem Hobbygärtner in Deutschland bleibt als Alternative die Zimmerkultur. Dabei lassen sich zwar kleinere, aber nicht minder attraktive Pflanzen heranziehen. Werden die nachfolgenden Pflegehinweise beachtet, wird sich der Feuerradbaum bei Ihnen sicher wohlfühlen und es Ihnen mit seiner flammenden Blütenpracht danken.

So pflegen Sie den Feuerradbaum richtig

Den Feuerradbaum richtig gießen

Auch wenn es der Standort vielleicht vermuten lässt, aber im australischen Regenwald stehen die Feuerradbäume nicht permanent unter Wasser. Die Niederschlagsmengen liegen bei etwa 100 mm pro Monat. Im Sommer fällt in Australien mehr Niederschlag, als im Winter. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt in Deutschland vergleichsweise bei etwa 70 mm monatlich und ist damit in etwa mit dem Niederschlagsminimum im Regenwald vergleichbar. Hinzu kommt, dass im Regenwald der Niederschlag meist nicht unmittelbar auf die Pflanze trifft, sondern sich im Blätterdach der höher wachsenden Bäume fängt.

Der Feuerradbaum benötigt also eher eine durchschnittlich intensive Bewässerung und möchte nicht überschwemmt werden. Während der Wachstumsperiode benötigen die Pflanzen die meiste Feuchtigkeit. Gießen Sie also reichlicher und lassen die Erde nicht abtrocknen. Dabei ist immer wieder auch darauf zu achten, dass es nicht zu Staunässe kommt.

Tipp: Sollte die Pflanze in einem Untersetzer stehen, ist überschüssiges Wasser nach dem Gießen zu entfernen.

In den Wintermonaten wird weniger gegossen. Die Erde darf dabei leicht antrocknen. Im Regenwald herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit. Besonders ältere Pflanzen freuen sich über eine gelegentliche Dusche aus dem Pflanzensprüher oder einen Regenguss bei einem Standplatz im Freien.

Zusammenfassung für Schnellleser:

  • während der Wachstumsphase reichlich gießen
  • im Winterhalbjahr darf die Erde auch antrocknen
  • gelegentlich Sprühen

Den Feuerradbaum richtig düngen

Wenn Sie den Feuerradbaum pflanzen, können Sie dem Substrat etwas reifen Kompost hinzugeben. So erhält die Pflanze einen organischen Langzeitdünger, der sie über die erste Wachstumsperiode gut versorgt. Da die Feuerradbäume langsam wachsen und nicht jährlich umgepflanzt werden müssen, sollte im zweiten Standjahr zwischen Frühling und Spätsommer im Abstand von zwei Wochen ein handelsüblicher Volldünger verabreicht werden. Diesen können Sie direkt ins Gießwasser geben. Dosieren Sie dabei nicht höher, als auf den Verpackungshinweisen angegeben.

Achtung: Verwenden Sie möglichst einen Dünger ohne Phosphat. Damit werden Sie den natürlichen Standortbedingungen der Pflanze gerecht.

Zusammenfassung für Schnellleser:

  • bei der Pflanzung reifen Kompost als Langzeitdünger verabreichen
  • während der Wachstumsphase Volldünger für Kübelpflanzen geben
  • alle 14 Tage düngen
  • möglichst Dünger ohne Phosphat nutzen

Muss der Feuerradbaum geschnitten werden?

Sie müssen nicht zwingend regelmäßig schneiden. Der Feuerradbaum ist jedoch gut schnittverträglich und Sie können die Pflanze bei Bedarf jederzeit zurückschneiden. Wenn Sie die Triebspitzen ausbrechen, fördern Sie, auch bei kleineren Pflanzen, einen buschigeren Wuchs.

Pflegehinweise im Überblick

PflegemaßnahmeErläuterung
GießenDie Pflanze wird eher mäßig gegossen. Im Sommer darf das Substrat nicht austrocknen. Staunässe darf in keinem Fall entstehen. Um die Luftfeuchte zu erhöhen, kann hin und wieder mit weichem Wasser gesprüht werden. Im Winter wird weniger gegossen. Das Substrat darf dabei leicht antrocknen.
DüngenBei der Pflanzung kann dem Substrat Kompost zugegen werden. Neben organischem Langzeitdünger erhalten die Pflanzen während der Sommermonate in 14tägigen Abständen eine Gabe Kübelpflanzendünger. Im Winter wird der Feuerradbaum nicht gedüngt.
SchneidenDie Bäume wachsen recht langsam. Es muss nicht regelmäßig geschnitten werden. Bei Bedarf können die Triebe gekürzt werden. Auch kranke oder abgestorbene Äste sind regelmäßig zu entfernen. Der Feuerradbaum ist gut schnittverträglich.

Warum blüht mein Feuerbaum nicht?

Sie haben sich an die Pflegehinweise gehalten und trotzdem lassen die Blüten auf sich warten? Keine Angst, Sie haben keinen Fehler gemacht. Es wird einige Jahre dauern, bis sich die ersten Blüten zeigen. Ihr Bäumchen muss erst erwachsen und geschlechtsreif werden.

Tipp: Die Blütenknospen erscheinen im Sommer, können aber über Monate geschlossen bleiben und öffnen sich häufig erst im warmen Zimmer.

Den Feuerradbaum richtig vermehren

Feuerradbaum vermehren
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Es ist oft nicht ganz einfach und auch nicht ganz billig, eine Jungpflanze des Feuerradbaumes zu erwerben. Sie können aber einen bestehenden Feuerradbaum recht einfach durch Aussaat vermehren. Der richtige Zeitpunkt hierfür ist das zeitige Frühjahr. Dann kann den Jungpflanzen im Sommer ein sonniger Standplatz im Freien geboten werden.

Feuerradbaum durch Aussaat vermehren – Schritt für Schritt

1. Samen quellen lassen
2. Samen in Anzuchterde setzen und leicht mit Substrat bedecken
3. Pflanzgefäß warm und hell aufstellen
4. Pfanzgefäß abdecken
5. Samen gleichmäßig feucht halten
6. Pflanzgefäß häufiger lüften
7. Keimung abwarten

➛ Schritt 1:

Vor der Aussaat sollten die Samen für einige Stunden, am besten über Nacht, in lauwarmem Wasser quellen. Betrachten Sie die Samen genauer, werden Sie eine Verdickung bemerken. Diese Keimnase muss beim Einpflanzen nach unten weisen.

➛ Schritt 2:

Geben Sie den Samen in feuchte Anzuchterde und bedecken ihn nur leicht mit Erde. Die Anzuchterde sollte durchlässig und nährstoffarm beschaffen sein. Herkömmliche Anzuchterde können Sie mit Sand oder Perlite versetzen.

➛ Schritt 3:

Das Pflanzgefäß wird hell und warm aufgestellt. Dabei sollte das Thermometer nicht unter 20 Grad abfallen. Besser sind Temperaturen um die 25 Grad. Die direkte Sonneneinstrahlung sollte dabei jedoch vermieden werden.

➛ Schritt 4:

Um die Keimung zu beschleunigen und ein vorteilhaftes Mikroklima zu schaffen, bedecken Sie das Saatgefäß mit einer Abdeckung aus Folie oder Glas.

➛ Schritt 5:

Achten Sie darauf, dass die Samen immer gleichmäßig feucht sind. Allerdings darf sich die Nässe dabei nicht stauen.

➛ Schritt 6:

Unter der Abdeckung kann es unter Umständen zu Schimmelbildung kommen. Um dem vorzubeugen, sollten Sie jeden zweiten Tag die Abdeckung kurz abnehmen.

➛ Schritt 7:

Nun ist etwas Geduld gefragt. Die Samen keimen etwa nach einem Monat. Die Schale wird vermutlich noch einige Zeit am Keimling hängen. Dies ist ein natürlicher Vorgang. Das junge Pflänzchen gewinnt weiterhin Nährstoffe aus der Schale und wird diese von selbst abwerfen.

Bis die Pflänzchen groß genug zum Pikieren sind, können weitere vier bis acht Wochen vergehen. Anschließend kann die Jungpflanze schrittweise an einen sonnigen Standort im Freien gewöhnt werden.

Schädlinge und Krankheiten am Feuerradbaum erkennen und bekämpfen

Die Pflanzen sind recht robust und wenig für Schädlingsbefall oder Krankheiten anfällig. Pflegefehler können jedoch zu einer Schwächung der Pflanze führen und diese damit angreifbarer machen.

Tipp: Besonders im Winterquartier steigt die Anfälligkeit gegenüber Schädlingen und Krankheiten.

Gelegentlich kann der Feuerradbaum von Spinnmilben oder von Schmier- und Wollläusen befallen werden. Um die Schädlinge frühzeitig zu erkennen und notwendige Maßnahmen einzuleiten, sollte der Feuerradbaum besonders während der Wintermonate regelmäßig kontrolliert werden.

Spinnmilben

Die Gespinste der Spinnmilben sind gut erkennbar, wenn Sie die Pflanze mit Wasser einsprühen. Da sich die Milben vorwiegend entwickeln, wenn die Luft zu trocken ist, können die Schädlinge häufig bereits durch mehrmaliges, kräftiges Einsprühen vertrieben werden.

Schmier- und Wollläuse

Schmier- und Wollläuse sind schwieriger zu bekämpfen. Nicht selten muss hier zu chemischen Mittel gegriffen werden. Der Befall ist anhand des an kleine Wattebällchen erinnernden Gespinstes auf den Blättern ebenfalls gut erkennbar.

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Blattnekrose

Bei einer Blattnekrose gibt es für die Pflanze meist keine Rettung. Die Krankheit ist an rötlichen Punkten erkennbar, welche sich zunächst an den Spitzen der Blätter zeigen und im weiteren Verlauf in Richtung Stamm wandern. Die Blätter behalten zunächst ihr Grün, werden aber zunehmend hart und ledrig und der Baum stirbt ab.

Braune Blattspitzen

Auf einen Pflegefehler können braune Blattspitzen hindeuten. Meist steht der Feuerradbaum dann zu trocken. Besprühen Sie den Baum regelmäßig, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Oftmals sind die Pflanzen auch mit dem Substrat nicht einverstanden. Pflanzenfreunde haben hierbei mit Rhododendrenerde gute Erfahrungen gemacht.

Den Feuerradbaum richtig überwintern

Steht der Feuerradbaum den Sommer über im Freien, wird es im Spätsommer höchste Zeit für den Umzug ins Winterquartier. Hierfür sind ein heller Standort und Temperaturen um 20 Grad am besten geeignet. Gegossen wird im Winter weniger und die Erde darf leicht antrocknen, bis die nächste Wassergabe erfolgt. Auf eine Düngung wird während des Winters verzichtet.

Wer seiner Pflanze kein beheiztes und helles Winterquartier bieten kann, sollte den Versuch unternehmen, den Feuerradbaum kühler und lichtarmer zu überwintern. Dies käme der Eigenschaft der Bäume entgegen, in kühleren Regionen der Heimat Australien die Blätter abzuwerfen und im Frühling wieder neu auszutreiben.

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