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Frangipani überwintern – Darauf müssen Sie achten

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Frangipanis sind Tropenpflanzen und deshalb auch nicht winterhart. Wer seine Pflanze heil über den Winter bringen möchte, muss bei der Überwinterung einiges beachten.

Frangipani überwintern
© surasak – Fotolia.com

Wenn der Sommer vorüber ist und die Tage kürzer werden, entgeht dies auch der Frangipani nicht. Weniger Sonnenstunden am Tag können dazu führen, dass die Pflanze erste Blätter verliert. Bereits im Spätsommer wird weniger gegossen. Anfänglich jeden zweiten, später jeden dritten Tag sind Wassergaben ausreichend. Ab Oktober ist eine Wassergabe pro Woche anzuraten. Die Pflanzen sollten keinesfalls zu nass stehen. Kälte und Nässe können in Verbindung mit den sinkenden Temperaturen schnell das Aus für den frostempfindlichen Exoten bedeuten. Sinken die Temperaturen auf unter zehn Grad ist es an der Zeit, die Pflanze über Nacht im Haus zu belassen.

Haben Pflanzen im Spätsommer noch Blüten ausgebildet, werden diese sich häufig nicht weiterentwickeln und entweder abfallen oder ihre Entwicklung im nachfolgenden Frühling fortsetzen. Letzteres passiert allerdings vergleichsweise selten.

» Tipp: Nicht alle Frangipanis werfen die Blätter im Winter ab. Die Sorte Plumeria Obtusa gilt als immergrün.

Unter welchen Bedingungen sollten Frangipanis überwintern?

Wie bereits erwähnt, wird die Pflanze anhand der kürzen Sonnentage und längerer Dunkelheit erkennen, dass die Winterruhe ansteht. Daher ist es nicht zwingend notwendig, für einen besonders kühlen Standort zu sorgen. Wem dies nicht möglich sein sollte, der kann die Pflanze auch bei Zimmertemperatur gut durch die kalte Jahreszeit bringen.

Die Winterruhe beginnt im frühen Herbst, etwa im Oktober. Mit dem Blattfall wird auch das Gießen nach und nach verringert. Ist der Boden komplett abgetrocknet, können einzelne Wassergaben erfolgen. Lang anhaltende Trockenheit kann zu einer Verformung des Stammes führen. Beginnt dieser zu verschrumpeln, sind geringe Wassergaben ebenfalls ratsam. Der Stamm zeigt besonders bei jungen Pflanzen, die noch kein ausreichendes Wurzelsystem ausgebildet haben, leicht Runzeln. Bereits nach einer geringen Wassergabe sollte sich der Stamm nach einigen Tagen wieder fest anfühlen.

» Achtung: Mit dem Blattfall sinkt der Bedarf an Feuchtigkeit. Schränken Sie die Bewässerung nicht ein, riskieren Sie Wurzelfäule.

Bei immergrünen Arten tritt ein Wachstumsstopp ein. Auch in diesem Fall werden die Wassergaben stark reduziert. Eine Düngung ist während der gesamten Winterruhe zu vermeiden.

Winterruhe im EinzelnenErläuterung
StandortDie Pflanze sollte hell überwintert werden. Dies kann auf einer Fensterbank in einem weniger beheizten Zimmer ebenso geschehen, wie in einem Wintergarten. Blattabwerfende Arten können auch dunkler gestellt werden und dulden Temperaturen knapp unter zehn Grad.
TemperaturFrangipanis überwintern bei Temperaturen über zwölf Grad. Da sich die Pflanzen unabhängig von der Umgebungstemperatur auf den Winter einstellen und sich an den kürzeren Tagesabschnitten orientieren, ist auch eine Winterruhe bei Zimmertemperatur möglich.
GießverhaltenDie Gießmenge wird bereits im Spätsommer reduziert. Ab Mitte Oktober ist eine Wassergabe pro Woche ausreichend. Der Boden sollte nicht komplett austrocknen und auch wenn der Stamm Runzeln zeigt, ist Gießen anzuraten.

Dont’s bei der Überwinterung

  • Überwinterung im Freien
  • zu dunkler Standort
  • Temperaturen unter sechs Grad
  • Beibehalten des ursprünglichen Gießverhaltens

Pflegefehler im Winter vermeiden

Wer sich über die Blühfaulheit seiner Frangipani beschwert, hat den Grundstein womöglich während der Winterruhe selbst gelegt. Ab November sollten die Pflanzen bis Ende März möglichst nicht mehr gegossen werden. Auch wenn der Stamm schrumpelig wird, sollten möglichst nur äußerst geringe Mengen Wasser (etwa ¼ Tasse) verabreicht werden. Wassergaben während der Winterruhe führen schnell zum Faulen der Wurzeln.

Es ist also anzuraten, das Gießen ab November komplett einzustellen. Die Pflanzen sollten bei mindestens zehn Grad überwintern. Die meisten Plumeria Arten werfen ihre Blätter komplett ab. Daher ist auch ein heller Standort für die Überwinterung nicht zwingend notwendig, da die Photosynthese eingestellt ist.

Rühr mich nicht an!

Die Pflanzen möchten während des Winters buchstäblich ihre Ruhe haben. Wer sich die Pflanzen ständig vornimmt, um zu prüfen, ob sich vielleicht schon erste Blätter zeigen oder den Stamm drückt, um es möglichst sofort mitzubekommen, wenn dieser weich und runzlig wird, riskiert durch Druckstellen hervorgerufene Pflanzenschäden. Frangipanis sind im Winterquartier besonders empfindlich und können bei derartiger Behandlung sogar eingehen.

Stammfäule als Risiko

Die Stammfäule tritt häufig nach der Überwinterung der Pflanzen auf. Dabei sind Jungpflanzen besonders betroffen. Kommt es zu kleinen Rissen oder Verletzungen, kann der die Stammfäule verursachende Algenpilz leicht eindringen. Die Stammfäule ist am glasigen Erscheinungsbild der betroffenen Pflanzenteile zu erkennen. Optisch kann die Stammfäule auch mit Erfrierungserscheinungen der Pflanze verwechselt werden. Alle von der Krankheit betroffenen Pflanzenteile werden entfernt und gehören nicht auf den Kompost.

Es ist überstanden – Frangipanis nach der Winterruhe

Etwa Ende März zeigen sich für gewöhnlich die ersten frischen Triebe und die Pflanze zeigt an, dass die Winterruhe für sie zu Ende geht. Nun kann die Pflanze wieder langsam bewässert werden. Dies sollte zunächst in kleinen Dosen und nur ein bis zweimal wöchentlich geschehen. Damit die Blätter ausgebildet werden können, ist nun ein heller Standort notwendig. Etwa nach vier Wochen hat die Pflanze in ihren normalen Rhythmus zurückgefunden und mit etwas Glück auch die erste Blüte ausgebildet. Fortan wird normal gegossen und die Frangipani kann nach den Eisheiligen ins Freie umziehen.


Foto1: © surasak - Fotolia.com

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