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Gerbera vermehren – So klappt’s per Teilung, Aussaat und Stecklingsvermehrung

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Sie lieben Gerberas, haben aber nur einen einzigen Pflanztopf zuhause? Dann vermehren Sie Ihre Gerbera doch einfach. Hier drei Vermehrungsmethoden vorgestellt.

Gerbera vermehren
© Konstantin Gushcha – Fotolia.com

Wenn die Gerbera mit ihren zahlreichen farbenprächtigen Blüten das Auge erfreut, können Sie gar nicht genug von der hübschen Pflanze bekommen? Dann liegt der Gedanke nahe, die Gerbera zu vermehren und damit immer wieder für Nachschub am Blumenfenster zu sorgen. Gerberas können Sie generell auf verschiedene Arten vermehren. Und zwar durch Teilung, Stecklinge und Samen. Wie diese Vermehrungsvarianten im einzelnen durchgeführt werden, haben wir Ihnen nachfolgend einmal genau notiert.

Vermehrung durch Teilung

Die Vermehrung von Pflanzen ist oft mit einer gehörigen Portion Geduld verbunden, denn die Samen müssen erst keimen und der Steckling muss erst Wurzeln schlagen. Allein durch die Teilung des Wurzelballens lassen sich quasi sofort vollständig entwickelte Pflanzen gewinnen. Die Teilung macht dabei nicht nur Sinn, um neue Pflanzen zu gewinnen, auch der Pflanze selbst ist meist geholfen, wenn sie nicht mehr allzu gedrungen wächst. Ein guter Zeitpunkt für die Vermehrung durch Teilung ist zum Beispiel das Umtopfen im Frühling.

Die Wurzelteilung Schritt für Schritt erklärt

Was wird gebraucht?

  • ältere Mutterpflanze
  • scharfes Messer
  • Pflanztöpfe
  • Substrat

Was ist zu tun?
❶ Um eine Wurzelteilung durchführen zu können, sollten Sie im Besitz einer gut entwickelten älteren Pflanze sein. Diese müssen Sie zunächst aus dem Pflanzgefäß oder bei Freiland-Kultivierung aus dem Gartenboden entfernen. Lösen Sie vorsichtig die Erde vom Wurzelballen, um dessen Beschaffenheit besser erkennen und einschätzen zu können.

❷ Mit einem scharfen Messer nun entsprechende Teilstücke abtrennen. Jedes Segment sollte dabei über mindestens drei Augen verfügen.

❸ Die Wurzelstücke dann in neues Substrat und Pflanztöpfe setzen.

❹ Die Pflanzen anschließend behutsam angießen und entsprechend der erwachsenen Pflanze, die eben geteilt wurde, weiter kultiviert. Lesetipp: Gerbera pflegen – Alles rund ums Gießen, Düngen, Überwintern und Umtopfen.

Vermehrung durch Stecklinge

Die Stecklingsvermehrung ist eine einfache Methode, die eine hohe Erfolgsquote verspricht. Der beste Zeitpunkt, um Stecklinge zu schneiden, ist das zeitige Frühjahr, die Zeit nach der Winterruhe und vor dem ersten Austrieb.

Die Stecklingsvermehrung Schritt für Schritt erklärt

Was wird gebraucht?

  • ältere Mutterpflanze
  • scharfes Messer
  • Wasserglas
  • Substrat
  • Pflanztöpfe

Was ist zu tun?
❶ Schneiden Sie generell nur von älteren und gut entwickelten Pflanzen Stecklinge. Die Länge der Stecklinge sollte dabei nicht mehr als acht Zentimeter betragen. Befinden sich am Steckling Blätter im unteren Bereich, sollten sie diese entfernen.

❷ Den Steckling anschließend in ein Wasserglas stellen und an einem warmen, aber nicht vollsonnigen Standort platzieren. Die Stecklinge sollten nur etwa zwei Zentimeter tief im Wasser stehen. Der Steckling könnte ansonsten faulen. Kontrollieren Sie zudem regelmäßig den Wasserstand und füllen gegebenenfalls Flüssigkeit nach.

❸ Nach einigen Wochen haben die Stecklinge Wurzeln von etwa fünf Zentimetern Länge erreicht und können somit in Pflanzgefäße gesetzt und wie erwachsene Gerbera-Pflanzen weiter kultiviert werden.

Vermehrung durch Samen

Gerberas selbst auszusäen, ist eine Herausforderung an jeden Pflanzenfreund. Warum die Pflanzen kaufen, wenn es auch anders geht? Wer bereits selbst eine Pflanze besitzt, ist deutlich im Vorteil, denn die Samen verlieren mit der Lagerung auch ihre Keimfähigkeit und sollten möglichst frisch verwendet werden.

Wie lassen sich die Samen der Gerbera gewinnen?

Besitzen Sie bereits eine Pflanze und möchten sich der Samengewinnung stellen, darf die Blüte nicht abgeschnitten werden, auch nicht, wenn sie bereits verblüht und kein Hingucker mehr ist. Die Samen können erst gewonnen werden, wenn sich der Blütenkopf in eine „Pusteblume“ verwandelt hat. Die Samen lassen sich dann leicht ausschütteln und können auf einer flachen Unterlage getrocknet werden.

Diese Art der Samengewinnung hat jedoch einen Nachteil: Da die Blüte an der Pflanze verbleiben muss, wird diese keine neuen Knospen ansetzen und dann vermutlich im nächsten Frühling die Blüte verweigern.

Wann sollte ausgesät werden?

Haben Sie die Samen selbst gewonnen, sollten diese so bald als möglich wieder in die Erde. Der Samen darf nicht austrocknen. Daher ist es ratsam, bereits im September mit der Aussaat zu beginnen. Im Handel erworbene Samen keimen meist recht zuverlässig und können auch noch im Spätwinter ausgesät werden.

Wie funktioniert die Aussaat?

  1. Samen in eine Saatschale mit Anzuchterde einbringen.
  2. Samen nicht mit Erde bedecken, aber leicht andrücken.
  3. Pflanzgefäß hell, warm und bei Zimmertemperatur platzieren.

Die Keimung setzt frühestens nach zwei Wochen ein. Dies ist abhängig vom Standort. Aber auch Keimzeiten zwischen drei und vier Wochen sind keine Seltenheit. Haben die jungen Pflanzen eine Wuchshöhe von drei Zentimetern erreicht, sollten Sie sie pikieren und in einen frischen und lockeren Boden setzen. Sind die jungen Pflanzen etwa acht Zentimeter hoch, können Sie sie in eigene Pflanztöpfe setzen. Die Erde können Sie dabei durch die Beigabe von Sand oder Perlit auflockern.

Wohin mit den jungen Pflanzen?

Die Jungpflanzen benötigen einen hellen Standort. Dabei ist die pralle Sonneneinstrahlung aber zu vermeiden. Dies führt sonst schnell zum Verbrennen der zarten Blättchen. Platzieren Sie die jungen Pflanzen deshalb auch nicht zu dicht hinter der Fensterscheibe. Die Wirkung des Sonnenlichts wird dadurch verstärkt und es tritt ein vom Brennglas geläufiger Effekt ein.

Vor- und Nachteile der Vermehrungsmethoden auf einen Blick

Art der Vermehrung Vorteile Nachteile
Teilung + Die Wurzelteilung ist eine einfache Methode, die schnell erfolgen kann.

+ Man erhält zeitnah gut entwickelte Pflanzen.

+ Die Wurzelteilung kann im Rahmen des Umtopfens ohne größeren Aufwand erfolgen.
- Man benötigt eine ältere Gerberapflanze, um die Wurzel teilen zu können.

- Der Eingriff bedeutet Stress für die Pflanze und wird nicht immer gut vertragen.

- Besitzen die Wurzelstücke nicht die richtige Größe und mindestens drei Augen, wird die Teilung keinen Erfolg bringen.
Steckling+ Das Schneiden von Stecklingen ist unkompliziert.

+ Es können mehrere Stecklinge aus einer Pflanze gewonnen werden.

+ Man erhält durch den Steckling die exakte Kopie der Mutterpflanze.
- Stecklinge können erst von älteren und gut entwickelten Pflanzen gewonnen werden.

- Es ist einiges an Geduld erforderlich, bis sich erste Wurzeln zeigen.

- Es werden Pflanztöpfe und Substrat benötigt.
Samen+ Durch die Aussaat lassen sich zahlreiche Jungpflanzen gewinnen.

+ Samen können bereits vorhandenen Pflanzen entnommen werden.
- Die Samen sind möglichst frisch zu verwenden und verlieren durch die Lagerung ihre Keimfähigkeit.

- Wer Samen selbst gewinnen möchte, muss in Kauf nehmen, dass die bestehende Pflanze keine Knospen ausbildet.

Foto1: © Konstantin Gushcha - Fotolia.com

2 KOMMENTARE

  1. Ich habe Gerbera Jamesonii – Hybriden – aus Samen am 15.04.2018 ausgesät und habe die kleine Sämlinge pikiert. Alles läuft bestens als die Sämlinge 2 cm groß sind, haben aufgehört zu wachsen und sind so stehen geblieben. Keine Zeichen auf Krankheiten. Alle Sämlinge haben zwei oder drei Blätter sind fast 2 cm groß und seit Main 2018 wachsen sie nicht mehr. Alle Blätter sind grün die Erde wird täglich befeuchtet und stehen auf dem Balkon sehr hellen Ort. heute den 21.06.2018 sind sie immer noch so groß wie im April 2cm.

    Kann jemand mir helfen oder einen Rat geben.

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