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Gerbera pflegen – Alles rund ums Gießen, Düngen, Überwintern und Umtopfen

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Wer an Schnittblumen denkt, dem fällt wahrscheinlich sofort die Gerbera ein. Die Pflanze macht sich aber auch gut im Beet. Sie müssen nur bei der Pflege einiges beachten.

Gerbera pflegen
© Floydine – Fotolia.com

Die Gerbera ist eine der beliebtesten Schnittblumen in Deutschland. Mindestens eben so viel Freude bereiten kann der Korbblütler als Zimmerpflanze auf der Fensterbank. Wenn Sie sich möglichst lange an der farbenprächtigen Blüte erfreuen möchten, sollten Sie einige Tipps und Ratschläge beherzigen. Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie die Gerbera am besten pflegen.

Gerbera im Freiland halten

Im Sommer macht die Gerbera im Beet eine gute Figur. Die Blütenpracht erscheint dann bei günstigen Standortbedingungen vom Frühling bis in den Herbst hinein. Wichtig ist ein heller Standort. Sonne wird in Maßen vertragen. Die pralle Mittagssonne gilt es zu meiden. Diese würde die Gerbera förmlich verbrennen. Während der Sommersaison brauchen Gerberas im Freiland zudem reichlich Wasser und einen 14-tägigen Düngerschub.

Im Winter müssen die Pflanzen ins Haus umziehen und in Töpfe gesetzt werden. Wenn auch einige Sorten als „winterfest“ angeboten werden, dies ist nicht gleichzusetzen mit „winterhart“. Winterfeste Pflanzen vertragen lediglich Temperaturen bis zu -5 Grad.

Gerbera als Schnittblume halten

Vielen Pflanzenfreunden wird die Gerbera vorrangig als Bereicherung bunter Sommersträuße für die Blumenvase ein Begriff sein. Wird die Pflanze als Schnittblume verwendet, sollten Sie nur wenig Wasser in die Blumenvase geben. Stehen die Stiele zu weit im Wasser, beginnen sie aufzuweichen. Deshalb gilt: Steht die Gerbera in der Vase, sollte diese nicht mehr als zwei Zentimeter mit Wasser gefüllt sein. Dies verlangt von Ihnen, das Wasser täglich zu kontrollieren und gegebenenfalls aufzufüllen. Ein schräges Anschneiden der Stiele erleichtert der Pflanze übrigens die Aufnahme des Wassers.

So pflegen Sie Gerberas richtig

Gießen:

Der Bewässerung kommt bei der Pflege der ansonsten recht anspruchslosen Pflanze primäre Bedeutung zu. Vergessen dürfen Sie das Gießen auf keinen Fall, denn Gerberas brauchen regelmäßig, das heißt, mindestens alle zwei bis drei Tage, Wasser. Die Erde darf nicht austrocknen.

Im Gegenzug sollte die Pflanze aber auch nicht zu feucht stehen. Gerberas sollten Sie zudem immer von unten gießen. Das Wasser also direkt in den Untersetzer geben oder den Pflanztopf gelegentlich ein Tauchbad nehmen lassen. Staunässe gilt es dabei zu vermeiden. Das Wasser darf sich also nicht im Übertopf sammeln und dort belassen werden. Damit die Pflanze keinen direkten Kontakt mit dem gestauten Wasser bekommt, können Sie einen Teller oder einen ähnlichen Gegenstand im Übertopf platzieren. Ist dies nicht gewährleistet, gilt es, das überschüssige Wasser immer sofort zu entfernen.

Tipp: An heißen Tagen lieben die Gerberas eine Dusche mit dem Pflanzensprüher.

Düngen:

Gedüngt werden sollte die Gerbera nur während der Wachstumsphase, in den Monaten April bis September. Um die Blühfreude anzuregen, verwenden Sie Dünger für Blühpflanzen. Dieser ist in Form von Düngestäbchen oder als Flüssigdünger erhältlich. Flüssigdünger ist dabei leicht zu dosieren und kann dem Gießwasser beigegeben werden.

Schneiden:

Die Blüte ist die ganze Zierde der Pflanze. Damit sich schnell neue Blütenköpfe zeigen, sollten Sie Verblühtes regelmäßig entfernen. Belassen Sie dabei von den Stängeln etwa zwei bis drei Zentimeter.

Ein Schnitt ist auch notwendig, wenn die Pflanze Auffälligkeiten zeigt, welche auf Krankheiten oder einen Schädlingsbefall hinweisen. Dies gilt besonders für verfärbte und verwelkte Blätter. Finden sich punktförmige Abzeichen oder klebrige Ablagerungen auf den Blättern, ist das ein Zeichen für einen Schädlingsbefall und weiteres Handeln ist erforderlich.

Überwintern:

Gerberas sind mehrjährig, aber nicht winterhart. Im Herbst lässt deshalb die Wuchsfreude deutlich nach und die Pflanzen verfallen in eine Art Winterruhe. Gerberas sollten generell bei Temperaturen um zehn Grad in einem hellen Raum überwintern. Bei Temperaturen über 15 Grad wird die Ruhephase der Pflanze gestört.

Während der Winterruhe sollten Sie Gerberas nur sporadisch, etwa alle zwei Wochen, leicht gießen. Düngergaben erhalten die Pflanzen im Winter nicht.

Umtopfen:

Umtopfen ist bei Gerberas nicht notwendig. Kontrollieren Sie die Pflanze lediglich während der Winterruhe. Zeigt sich der Pflanztopf von einem engen Wurzelgeflecht durchzogen und sprießen die Wurzelsegmente bereits aus dem Gefäßboden, ist Umtopfen unumgänglich. Verwenden Sie dazu keinen Pflanztopf in Übergröße. Dies animiert die Gerbera, ihr Wurzelgeflecht auszubilden, statt sich auf die Blütenbildung zu konzentrieren. Verwenden Sie einen lockeren, nährstoffreichen Boden und lockern Sie das Substrat durch die Beigabe von Tongranulat oder Perlit zusätzlich auf.

Krankheiten an der Gerbera erkennen und bekämpfen

Werden die genannten Pflegetipps beherzigt, werden meist gesunde und blühfreudige Pflanzen für Bewunderung sorgen. Pflegefehler, wie Staunässe oder stehende Luft, können die Gerbera schwächen und angreifbar für Grauschimmel, Gerberafäule und einen Schädlingsbefall machen. Nachfolgend einmal erklärt, wie Sie dagegen am besten vorgehen.

❍ Grauschimmel:

Gerberas vertragen keine stehende Luft und sollten immer hell und luftig stehen. Grauschimmel tritt meist durch die Wahl eines falschen Standortes auf. Sie werden auf den Blättern einen pelzigen, grauen Flaum feststellen. Bei leichterem Befall ist es ausreichend, betroffene Pflanzenteile zu entfernen und die Pflanze luftiger zu platzieren. Damit der Pilz nicht auf andere Pflanzen übergreift, sollten Sie die Gerbera vorsorglich isolieren.

❍ Gerberafäule:

Beim Auftreten von Gerberafäule gibt es für die Pflanze keine Rettung mehr. Das Krankheitsbild beginnt zunächst bei den Blättern, welche eine bräunliche Farbe annehmen. Im weiteren Verlauf, beginnen auch der Stamm und die Wurzeln zu faulen. Für die betroffene Pflanze gibt es keine Rettung mehr. Damit der Befall nicht übergreift, sollten Sie die Pflanzen umgehend entsorgen. Als Ursachen von Gerberafäule kommen übrigens verschiedene Pflegefehler in Betracht:

  • zu nasser Stand
  • Überdüngung
  • Boden zu sauer
  • Temperaturen zu niedrig

❍ Schädlingsbefall:

Vergleichsweise weniger dramatisch gestaltet sich der Befall mit Schädlingen wie Blattläusen oder Weißen Fliegen. Bemerken Sie das Auftreten der Schädlinge rechtzeitig, genügt es meist, die Pflanze gründlich abzuspritzen. Bewährt haben sich auch Seifenlauge oder Brennnesseljauche (Anleitung Brennnesseljauche selber machen). Mit Hilfe von Gelbstickern bzw. Fangtafeln, welche direkt an der Pflanze platziert werden, bekommen Sie die Weiße Fliege schnell unter Kontrolle. Lesetipp: Fangtafeln gegen Insekten einsetzen – So geht’s

Wachstumshemmer statt Pflegefehler

Erwerben Sie die Gerbera als Topfpflanze, besitzt sie eine hübsche, gedrungene Wuchsform. Dies liegt allerdings nicht in der Natur der Pflanze, sondern ist dem Einsatz von Wachstumshemmern geschuldet. Lässt die Wirkung der Präparate nach, kann es passieren, dass sich die Topfpflanze optisch verändert und weniger buschig und gedrungen wirkt. Ist dies der Fall, haben Sie keinen Fehler bei der Blumenpflege begangen, sondern die Gerbera zeigt lediglich ihre wahre Natur.


Foto1: © Floydine - Fotolia.com

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